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 PfWB trinken (Bd. 2, Sp. 518)   PfWB Faß (Bd. 2, Sp. 1052)   ElsWB Tonn (Bd. 2, Sp. 688a) 
   trinken st.: wie schd., trinke, trenke, s. F. [allg.]; langsam (begierich) t. [ KB-Kriegsf, allg.]; aus'm Glas (aus de Flasch, aus de hohle Hand) t. [ KU-Schmittw/O]; merreme (mit einem) Stroh-

[Bd. 2, Sp. 519]
hälmche t. [ebd.]. Loß mich e Maulvoll t.! [ LA-Herxh]. Der trinkt e Bauchbitt voll [ PS-Geisbg]. Er dut allegebott t. 'Er trinkt oft' [ RO-Obd]. Er dut 'm Becherche selieb (zuliebe) t. [ KU-Schmittw/O]. Er hot in de leere Mache (Magen) getrunke [ LA-Gommh]. Kaffee getrunk?, scherzh. Grußformel beim Vorübergehen an Arbeitenden zur Nachmittagszeit [ RO-Steinb]. RA.: Er hot Gall getrunke, vom Griesgrämigen [ LU-Opp]. Er macht e G'sicht, wie wann er Essig getrunk hätt [ PS-Gersb]. Er hot net 's Wasser verdient, wu er getrunke hot [ LU-Muttstdt]. Gell, du hoscht noch kään Kannelwasser getrunke? Androhung von Schlägen [ NW-Weish/S]. Er hot Plauderwasser getrunk, von einem Geschwätzigen [ Gal-Brotschk]. Der muß heit barfießig schlofe gehe un kalt Wasser trinke, scherzh. Trost für ein Kind, wenn ihm jemand wehgetan hat [ KL-Trippstdt Kaislt KU-Kaulb, ähnl. Don Gal Buch]. Wammer dich net hätt un de Leffel, mißt mer die Supp trinke [NW-Wachh, verbr., auch Don Gal Buch]. SprW.: Abwarte un Tee trinke! [KU-Kaulb Krieger 41] Volksmed.: Bei Dorchmarsch (Durchfall) trenkt mer kalt Wasser, bei Vergiftunge warem Wasser un Butter dren [ WD-Niedkch]. Volksgl.: Fer's Heemweh soll mer Kaffee darich der Spiellumpe seihe un drinke, dann vergeht em 's Heemweh [PennsDeitschEck 27. 2. 1954]; Var. s. bei PfWB Schlückser. Einen VR. s. bei PfWB Birne 1 a (Bd. I 935 Z. 31). — Im bes.
1.
a. 'alkoholische Getränke trinken'. Zs. PfWB ab-, PfWB an-, PfWB aus-, PfWB er-, PfWB herum-, PfWB mit-, PfWB nach-, PfWB ver-, PfWB voll-, vor-, weg-, PfWB zutrinken. Syn.: PfWB abbeißen 1, PfWB abheben I 2 f, PfWB abschießen 1 c, PfWB abtrinken 3 b, PfWB abziehen I 1 a δ, PfWB anfeuchten 2, PfWB anrauchen 2, PfWB ausblasen 2, PfWB ausbürsten 2, PfWB auspitschen, PfWB ausschwenken, PfWB ausstauben 3, PfWB ausstülpen, PfWB bamscheln, PfWB bamschen, PfWB bechern, PfWB perlen1 1, PfWB pfetzen 6, PfWB pitschen1, PfWB plämpern, PfWB blasen 3, PfWB prösteln, PfWB prosten, PfWB prostern, PfWB büffeln2, PfWB büffen2, PfWB pülvern 2, PfWB pumpen 1 b, PfWB bumpsen 3, PfWB bürsten 2, PfWB darangießen, -schütten 2, PfWB daraufmachen 2 a, -setzen 2 b, PfWB tanken 2, PfWB tätschern, PfWB dawiderschütten, PfWB tönen 2, PfWB torschen, PfWB tränken 1 c, PfWB trudeln, PfWB dudeln, PfWB tulpen, PfWB tuten, PfWB genehmigen, PfWB genießen, PfWB gießen (hinter die Binde, auf die Pfanne), gluckern, heben, hinunterbürsten, -drehen, -gießen, -jagen, -leeren, -schütten, -stürzen, kaufen, kippen, kneipen, knorksen, läppern, latzen, ledern, leeren, leisten, logeln, löschen (den Brand), lotteln, lumpen, lüpfen, mahlen, mitnehmen, nehmen, nippen, rupfen, saufen, schaskenen, schlachten, schlenkern, schlucken, schlurfen, schmettern, schmieren, schnäpseln, schnapsen, schnärren, schnellern, schöpfen, schöppeln, schütten (hinter die Krawatte), schwächen,

[Bd. 2, Sp. 520]
PfWB schwefeln, PfWB schwenken, PfWB stauben, PfWB stechen, PfWB stemmen, PfWB stoßen, PfWB stülpen, PfWB stürzen, PfWB suckeln, PfWB süffeln, suffen, süffern, PfWB umstoßen, PfWB verdrücken, PfWB verhaften, PfWB verlöten, PfWB wamschen, PfWB wegmachen, PfWB weichen, PfWB zechen, PfWB zerren, PfWB zulegen, PfWB zupfen, PfWB zwitschern. Vgl. auch die Syn. zu PfWB betrinken. —
α. intrans. RA.: uf pälzisch t. 'alle Gläser leeren bis auf den letzten Tropfen' [Wilde 263]. Aufforderung zum Trinken: Trink, awwer aus käm leere (Glas)! [ GH-Kand, PS-Erfw]. Trink, daß de was werscht! [ NW-Freinsh]. Trink emol, bischt eh kän Stiefkind! [ PS-Erfw]. Vadder, trink, mer sein Brirer! [Hebel 32]. E Veglche hot immer nore geß un geß un nie getrunk, un so is es verreckt (Aufmunterung zum Trinken) [Don (Steinmetz)]. Mer redt immer bloß vum viele Trinke, an de Dorscht denkt känner [Pirmas]. Zuruf an den Trinkenden: Trink g'sund! [verbr. Gal]. Zum ersten: Trink un steh! Darnach: Trink un geh! Trinkst du ferner und setzt dich nieder, ei, so such auch Geld herwieder [PfW. 1909 S. 88 (alter Weinspruch von 1669 aus KL-Fischb)]. Scherzw. des Trinkenden: Ich trink for eich all (wie der katholische Pfarrer beim heiligen Abendmahl) [ KU-Schmittw/O]. Er trinkt se all unner de Disch 'Er verträgt mehr als alle anderen' [ KL-Fischb, allg.]. Er trinkt for e Kreizer un stellt sich besoff for e Sechser [verbr. Gal]. Er raacht net, trinkt net, schnuppt net, un lebt ganz wie e Sau [ RO-O'mosch]; vgl. die Var. bei rauchen u. Sau. SprW.: Esse un Trinke halt Leib un Seel zamme [NW-Kallstdt, verbr., auch Don Gal Buch Rußl]; dass.: Gut Esse un Trenke ... [ HB-Kirrbg], Gut gesse un getrunke ... [ LU-Friesh, KB-Kriegsf]. —
β. trans. de Korze (den Kurzen 'Schnaps') t. [KU-Kaulb, verbr.]; e Schoppe t. [allg.]; e Halbschoppe t. [ GH-Kand]; e Stehschoppe t. 'vor dem Weggehen noch im Stehen t.' [ KU-Bedb RO-Obd]; vgl. PfWB Trollschoppen; enner (enne, en, ens usw., s. PfWB ein) t. [allg.]. Trinke mer noch ääns? [ KL-Fischb]. Vinzenz, trink ens! [ LA-Hainf]. Den kann mer trinke, bis eem die Finger gleichgewachse sin 'bis in Ewigkeit' [ KB-Zell]. Er hot en soviel (einen zuviel) getrunke [ LA-Gommh]. Er hot iwwer de Dorscht getrunk [ KU-Schmittw/O]. De Hofjäb hot de Korze e bißche arig gere gedronk [PfId. 187]. Der kann nix trinke, er sauft alles [ KB-Kerzh]. Beschääd t. 'trinken, wenn einem das Glas angeboten wird' [LA-Venn, verbr.]; Bruderschaft t. [allg.]; Winkuf t. 'beim Abschluß eines Kaufhandels die Beteiligten und Freunde freihalten', vgl. PfWB Weinkauf [Kirchhbol]. SprW.: Wer lang Wein trinkt, werd alt [Wilde 262]. Wer's glaabt, werd selig; wer Wein trinkt, werd fröhlich [ LU-Friesh]. Volksgl.: 'me Kind därf mer nix Stärkeres zu drinke gewwe, ebs (ehe er) en Johr alt is, 's wachst nimmi [Fogel Beliefs Penns Nr. 77]. Trinklied: Trink mer

[Bd. 2, Sp. 521]
noch e Treppche usw., s. PfWB Tropfen 2 a. a. 1534: ein pfennig werdt Brots vnd ein Mosz wein zu essen vnd drincken [SSp., Weistum von LU-Neuhf]. —
b. 'regelmäßig und zuviel Alkohol t., der Trunksucht verfallen sein', vgl. PfWB Trinker, PfWB betrinken. Er trinkt, hot aangfang se t., hot sich 's Trinke aangewähnt [ NW-Kallstdt, allg.]. Er kann 's Trinke net losse [ KU-Schmittw/O]. —
c. in älterer Zeit: Tabak t., s. PfWB Tabak 1 b. —
2. an der Mutterbrust t. 's Kind trinkt, kriet se trinke [ BZ-Dierb, allg.]; 'm Kind se trinke genn 'die Brust geben' [ KU-Bedb]. Sie loßt 's Kind noch t. [ LA-Gommh]. 's Kind dut Ditz t. [verbr. Don Gal Buch]. Ein Rätsel s. bei PfWB Faß. — F.: fast allg. driŋgə; dreŋgə in KU-Frohnf WD-Niedkch RO-Lohnsf: dręŋgə in HB-Kirrbg IB-Rohrb LU-Böhl. Part. Perf. gədruŋg fast allg. WPf, gedruŋgə fast allg. VPf (vgl. Linie gebroch/gebroche auf K. 1); gədroŋg u. gədroŋgə zum Inf. dreŋgə, dręŋgə. Präsensformen wie bei bringen. Südhess. I 1733 ff.; RhWB Rhein. VIII 1367 ff.; LothWB Lothr. 104; ElsWB Els. II 760/61; Bad. I 560/61.

 

   Faß n.:
1.
a. wie schd., Faß (fas) [vorn. WPf NPf nördl. u. mittl. VPf selten (Städte!) südl. VPf], (fḁs) [fast allg. südl. VPf selten andere Teile der Pfalz]; Pl. u. Dim. s. F.; vgl. PfWB Tonne 1. — Faßarten: nach dem Inhalt: Pfuhl-, Bier-, Branntwein-, Pudel-, Pulver-, Teer-, Trub-, Erdöl-, Essig-, Fett-, Herings-, Kraut-, Most-, Öl-, Olig-, Schnaps-, Wasser-, Wein-, Zementfaß: nach dem Fassungsvermögen: Ahm- (Ohm-), Fuder-, Lade-, Stückfaß. Sonstige größere Faßarten: Bauch-, Brüh-, Transport-, Fuhr-, Gär-, Kühl-, Lager-, Lake-, Leit-, Lot-, Säu-, Spreng-, Spritz-, Stellfaß. Teile des Fasses: Bauch 2, PfWB Boden 4 a (vorderer u. hinterer B.); vgl. auch PfWB Dauge, PfWB Tür 5, Türchen-, Gehr-, PfWB Grunddauge, PfWB Mittelstück, PfWB Reif, PfWB Seitendauge, -stück, PfWB Zapfloch. Ich muß schnell e neies Faß (Fäßche) anstecke 'anzapfen' [ KL-Bann, allg.]. 's Faß laaft aus [KL-Stelzbg, verbr.]. Vergleiche: e Bauch, e Kopp wie e F. [RO-Schweisw, verbr.]. Es klingt wie aus'me hohle F., von der Baßstimme [ GH-Schwegh]. Der Dickbauchige hot e F. verschlickt [ KB-Kriegsf], kann e F. voll vertrage [ LU-Opp]. Er hot Bään, daß mer e Fäßche dedorchwäljere kinnt [ KL-Stelzbg]. Des schlaat 'm F. de Bodde aus! 'Jetzt langt es!' [Krieger 38]. Bei dem Wert do liegt die roschtich Kett im F. 'Der Wirt wässert den Wein und gibt ihm durch Rost eine gelbe Farbe' [ LU-Limbghf]. Er schmeißt heit e Fässel 'gibt ein Fäßchen zum besten' [ BZ-Dernb]. BR.: Januar naß, bleibt leer 's F. [LA-Roschb Wilde 264]. Vgl. auch PfWB Barnabas, PfWB Bauer (I 617 Z. 12 ff.), Dezember. Scherzreime: Saa molWas? Alt Faß, nei Reß (Riß), deer uf Maul un Nans gescheß [ KU-Kaulb]. Was?Alt Faß; wann's

[Bd. 2, Sp. 1053]
rechent, werd's naß; kummt e neier Zappe nei, dein Naas die muß de Zappe sein [ LA-Essing]. Rätsel: Es ist kein Faß so rund gewunde und keines Küfers Hand dran kumme, ist zweierlei Wein darin (das Ei) [Heeger Tiere II 22]. 's is e Fäßche wohlgebunn, 's is awwer ken Rääf drum. Kaiser un König han draus getrunk un meer (wir) aa (die Mutterbrust) [KU-Bedb, verbr. Gal Buch]. a. 1781: das sie noch Wein in dem fässelich behalten haben [MHVPf. 1870, S. 29]. —
b. 'faßartiges Gefäß oder Behälter' in PfWB Bienen-, PfWB Butter-, PfWB Tinten-, PfWB Dreh-, PfWB Hand-, Käse-, PfWB Leier-, Logel-, PfWB Lotter-, PfWB Mehl-, PfWB Milch-, PfWB Rauch-, PfWB Salz-, PfWB Sand-, PfWB Schlauder-, PfWB Schlocker-, PfWB Schöpf-, Spengel-, PfWB Stoßfaß. —
2. altes Getreidemaß, je nach Getreideart und von Ort zu Ort unterschiedliche Gewichtsmengen fassend (20-50 Pfund) [verbr. WPf]. Zs. PfWB Frucht-, PfWB Halb-, Kornfaß. a. 1558: an Haber 17 faß, an Gerste 3 oder 4 Faß Saarbrücker Maß [Ecker 196]. a. 1596: ain Cueschler (Kuseler) mtr. hat 6 fas, Jedes fas 3 Dreyling oder 4 Vierling. Ain Creutznacher Mtr. hat acht fas oder Simmern, Jedes Simern 4 Vierling oder 3 Dreiling. Ain Sarbrucker mtr. hat acht fas, Jedes fas 3 Sester oder 4 Vierling [WerschwSchR Bl. 1]. o. D.: zwei Faß Korn leyischer Maßung (= etwa 5½ Zentner) [Dimel 59]. —
3. übertr.
a. scherzh. für einen dicken Bauch, einen dicken Menschen, Faß, Fäßche, Fässel [verbr.]. Zs. PfWB Bullfaß. Syn. s. PfWB Dicksack. —
b. 'Kuheuter', Faß [ PS-Schönau Hirschth]. — F.: Pl. fast allg. Fässer, in KU-Bechb daneben die Faß. Dim.: Fäßche und Fäßje, wechselnd, WPf NPf nördl. VPf verbr. Don fast allg. Gal Buch; Fässi in KU-Schmittw/O RO-Feilbg; Fäßche u. Fäßlche in ZW-Battw; Fäss(e)l, Pl. Fässle verbr. mittl. u. südl. VPf; Fässele u. Fässelche, Pl. Fässelcher in GH-Schwegh; Fässel, Fässelche, Pl. Fässelcher in NW-Kallstdt BZ-Annw; Fässel, Pl. Fässelcher in BZ-Dernb Albw; Fäßl, Pl. Fäßlich verbr. um Land u. Bergz. — Südhess. II 362 ff.; RhWB Rhein. II 312 ff.; Saarbr. 61; LothWB Lothr. 134; ElsWB Els. I 146; Bad. II 17/18.

 

  Tonn [Tùn Su. Ruf. Mutzig Str.; Ton Hlkr.; Pl. –ə; Demin. Telə, Pl. –ər Hlkr.] f. Tonne.