Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 PfWB drillern (Bd. 2, Sp. 516)   PfWB Ahorn (Bd. 1, Sp. 152)   PfWB Nas(en)-baum (Bd. 5, Sp. 80) 
   drillern schw.:
I. trans. u. refl.
1. 'rasch drehen, wirbeln'; vgl. PfWB drillen 1.
a. etwas d.
α. de Drilles (s. PfWB Drilles) drillere (drilərə) 'den Kreisel mit der Peitsche treiben' [ RO-Dielkch]; vgl. PfWB drillesen. —
β. 'einen Gegenstand mit der Hand in wirbelnde Bewegung setzen' [KB-Kriegsf KL-Siegb Lambert Penns 44 Don-Tscherwk]. VR: Wie de Wind geht, wie de Wind geht, so triller ich mein Hut. Mein Schätzche hääßt Annemarie, dem bin ich so gut [Hebel 61]. —
γ. das Haar d. 'zu Locken kräuseln'; gedrillerte Hoor [ ZW-Gr'bundb]; vgl. PfWB Driller 1 f α. —
b. einen d.
α. auf der Drillergappe d. Kummen, ehr Kinner, ich driller eich [ Gal-Dornf]. —
β. im Drillkäfig d. a. 1611: In Kaislt wird eine Magd wegen Diebstahls im Garten des Bürgermeisters in den Drillkäfig gesetzt und getrillert [Küchler 77]; vgl. PfWB drillen 1. —
γ. übertr. 'einen in Verwirrung bringen'. Den han ich gedrillert [ ZW-Battw]. —
c. sich d.
α. 'sich wirbelnd im Kreise drehen'. Die Kinner drillern sich, bis se umfallen [ NW-Frankeck Gal-Dornf]. —
β. RA.: Er is so dumm, daß'r sich drillert [ Gal-Slawitz]. —
2. 'quälen, schinden' [ BZ-Billh]; vgl. PfWB drillen 3 b. Syn. s. PfWB quälen. —
II. absol.
1. 'wirbelnd herabfallen'. Die Lindebliete trillern vun de Bääm [Bassler 29]; vgl. PfWB Drillerbaum. —
2. übertr. in der RA.: Es drillert bei em 'Er ist verrückt' [ KU-Lohnw]; vgl. oben I 1 c β und PfWB Driller 2 b α. — Iterativ zu PfWB drillen. — Südhess. I 1731; RhWB Rhein. I 1495; Saarbr. 211; Bad. I 559.

 

   Ahorn m.: 'Ahornbaum (Acer)' [allg.]. Syn.: Triller-, Nasen-, Scheren-, PfWB Zwickerbaum, PfWB Kochlöffelholz, PfWB Maßholder. Knabenspiel:

[Bd. 1, Sp. 153]
Die die Samen »umschließenden Fruchtflügel werden geöffnet, die Samen entfernt und die inneren klebrigen Flügel als zweite Nas auf die Nase gesetzt« [allg. (Wilde 1)]. Erklärung für Nasen-, Scheren-, Zwickerbaum? F.: āhǫrn, āhǫÄn [allg.], seltener hǫrn [vorn. VPf], nach dem Schd.; seltene Formen: āhōr (f.) [ KU-Dennw/Frohnb], hǫrn [ RO-Nd'mosch], ōr u. ōÄ [KU-Wolfst u. Umgeb. Kaulb KL-U'sulzb PS-Winz], ōrχə, ōÄχə [Pirmas u. Umgeb.]. — Die Form ahorn setzt germ. *ahura (idg. *akr = lat. acer 'scharf') voraus; ōr ist Verkürzung von ahōr, ęhorn wohl Kreuzung aus āhorn und *ēr, der umgelauteten Form (aus germ. *ahira) neben ōr. Vgl. Kluge-Mitzka17. — RhWB Rhein. I 83; ElsWB Els. I 25; 60 (Ar); Bad. I 27.

 

  -baum m.: 'Ahorn (Acer)', Nosebaam [RO-Nd'mosch, mancherorts nördl. VPf], Nosboom [ PS-Ruppw], Näschesbaam [ IB-Rohrb]; Syn. s. PfWB Ahorn. »Im Spiel der Knaben werden die den Samen umschließenden Fruchtflügel geöffnet, die Samen entfernt und die inneren klebrigen Flügel als zweite Nans auf die Nase gesetzt« [Wilde 1 u. Notizen]. Südhess. IV 929;

[Bd. 5, Sp. 81]
RhWB Rhein. VI 99; DWA I 1. —