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 PfWB treten (Bd. 2, Sp. 497)   PfWB ein-treten (Bd. 2, Sp. 837) 
   treten st.:
I. intrans.
1.
a. absol.
α. 'den Fuß aufsetzen'; hart (leicht) trede (trere). s. F. [verbr.]; schepp träle 'schief t.' [ KU-Bedb]. RA.: Du tretscht härter wie e Geeß (Geiß) [KU-Diedk, verbr.]. —
β. 'mit dem Hinterhuf heftig stoßen', vom Pferd. Unser Rapp tret gern [PS-Hintwdth, verbr.]; vgl. PfWB ausschlagen II 1. —
b. mit präpositionellen Zusätzen.
α. ohne Dativobjekt; in de Dreck trede [ LU-Opp, allg.]; uf de Starthewwel (des Motorrades) t. [Krieger 20]. RA.: Er hat in die Äsch (Asche) getret 'ist betrunken' [ PS-Th'frösch]. Er hot in de Nagl getret, dass. [ Don-Schowe]. Jetzt hoscht awwer in de Ämer (Eimer) getrete 'Jetzt bist du hereingefallen' [Bassler 36]. Er isch in die Eeg (Egge) getrere, dass. [ NW-Geinsh]. Er is ins Fettnäppche getrete 'hat Anstoß erregt' [Krieger 21]. Volksgl.: Wannde in en Nagel tretscht, ropp en raus, steck en in Fett un steck en noh in der Scharnsteen [Fogel Beliefs Penns Nr. 1577]. Zs. PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB bei-, PfWB darauf-

[Bd. 2, Sp. 498]
PfWB dawider-, PfWB dazwischen-, PfWB durch-, PfWB ein-, PfWB heraus-, PfWB herein-, PfWB herum-, PfWB wider-, PfWB zurücktreten.
β. mit Dativobjekt.
αα. ääm ans Bää (an de Bauch) trääre 'einen Tritt versetzen (ans Bein, in den Bauch)' [Kaislt, allg.]. Ich tret der ans Hemd, daß der die Unnerhosse wackle [Pirmas]. - -
ββ. Ich han'm uf de Panz (Bauch) getret, daß er uf sei Dockes (Gesäß, s. PfWB Dokes) gestärzt isch [Zweibr]. Esch (ich) tret der uf d'Nas! [ LA-Siebdg]. Geh weg, oder ich tret der uf de Aarsch! [NW-Freinsh, verbr.]. RA.: am (einem) of die Zeh trääre 'einen unbeabsichtigt kränken' [GH-Nd'lustdt, verbr.]. Dem muß mer emol uf die Zeh trääde 'an etwas Bestimmtes mit Nachdruck erinnern' [ LA-Gommh, KU-Schmittw/O KB-Albish NW-Hardbg]. Tret halt 'm Deiwel uff de Kopp! 'Überwinde dich und tu es, auch wenn es dir noch so schwerfällt' [KL-Hirschhn, verbr.]. SprW.: Wammer de Krott (Kröte) uf de Bauch treet, kreischt se [ KU-Schmittw/O]. - -
γγ. aam (einem) in die Seit trääre [ KB-Bischh]; in de Aarsch t. [verbr.]. RA.: Er is'm in de Weg getret 'ist gegen ihn aufgetreten' [ KU-Schmittw/O]. Dem hann ich in die Kich 'in den Bauch' getret [ KL-Wörsb, PS-Gersb LU-Opp]. Ich tret der mit de zwää Faischt ins G'sicht! [Lu'haf]. SprW.: Kleene Kinner treðen der Mutter in de Schoß, große Kinner ufs Herz [Gal-Dornf, verbr. Don

[Bd. 2, Sp. 499]
Gal Buch]. - -
δδ. ääm vor de Aarsch trääde [ FR-Mörsch]. —
2. 'einen, auch mehrere Schritte machen'. Syn. s. PfWB gehen.
a. gegenst. ans Finschder trääre [ FR-Bockh]; vor dene (diesen) Disch trääre [Kaislt (Schneckenburger 25)]. RA.: so schnell verschwinne, wie e Gääß tret [ FR-Grünstdt]. Dem tret ich nimmeh iwwer d'Schwell 'Mit dem will ich nichts mehr zu tun haben' [ LA-Wollmh, KU-Brück KB-Kerzh LU-Opp NW-Geinsh]. Zs. PfWB entgegen-, PfWB fort-, PfWB hinaus-, PfWB hin-, PfWB wegtreten. —
b. übertr., umgspr.: in de Dienscht trääre [ FR-Bockh]; in de geischtliche Stand trere [ LA-Wollmh]. Er is in die Eh geträre 'hat sich verheiratet' [ NW-Bobh, RO-Bistschd KB-Bennhs Kerzh Mauchh]. —
II. trans.
1. 'etwas tretend bearbeiten'.
a. ohne Dativobj.; Haai trääre 'Heu festtreten' [KB-Orb, verbr.]; de Bloosbalg (Blasebalg) trääre [FR-Bockh, verbr.]; Pädcher trere 'durch Pfädchen den Garten in Beete einteilen' [WD-Niedkch, verbr.]. RA.: For de Dreck se trede 'für die Schmutzarbeit' bin ich'm gut genung [ Gal-Dornf]. Der kann in Zäskämm (GH-Zeiskam) Zwiwwele trere, wer große Füße hat [Hebel 20]. SprW.: 's muß aach äiner do sein, wo de Bloosbalch tret 'Einer muß auch die geringsten Arbeiten tun' [ KU-Schmittw/O]. a. 1588: Personen ..., welche allen den Leimen (Lehm) Angemacht, getretten [WerschwSchR]. Zs. PfWB ab-, PfWB an-, PfWB be-, PfWB herunter-, hinauf-, PfWB hinein-, PfWB hinunter-, PfWB nieder-, PfWB über-, PfWB um-, PfWB unter-, PfWB ver-, PfWB zusammen-, PfWB zutreten. —
b. mit Dativobj. RA.: Ich trät der e Bruch! [LU-Oggh, verbr.]; dass. ergänzt: wie e Bahnwartshaisel [ LU-Ruchh]. Ich trät der en Achter ins Hemm (Hemd) [ FR-Bobh]. Ich hab'm ääns hinnedruf gedrore [ PS-Erfw]. —
2. einen t.
a. wie schd.; e Hinkelche t. [verbr.]. Zs. PfWB tot-, kaputtreten. Do (bei der kinderreichen Familie) muß mer achtgewwe, daß mer kääns träät [ PS-Erfw]. RA.: Die trere enanner net 'Keiner fügt dem anderen ein Leid zu', im Sinne von 'Eine Krähe hackt der anderen die Augen nicht aus' [ KU-Schmittw/O]. SprW.: E getredener Worm krimmt sich [ Gal-Bagbg]. —
b. 'mit dem Hinterhuf einen Stoß versetzen', vom Pferd, vgl. o. I 1 a β. De Gaul hat'n getret [ RO-Obd]. Er is geträäle worre [ LU-Altr]. —
c. 'begatten', vom Hahn. De Gockel träät 's Hinkel [Frankth, KL-Wörsb Gal-Mierow]; vgl. PfWB traten. Unbefruchtete Eier sin net getrere [ LU-Alsh/Gr]. —
d. 'dringend bitten', umgspr. Denne muß mer immer erscht trede, bis er etwas hergibt [ NW-Hardbg]. — F.: Inf.: drǟrə, drrə fast allg. WPf NPf, selten VPf; drdə verbr. vorn. VPf, selten WPf NPf; drðə KU-Kaulb (älteste Gener. 1927) Buch Illisch; drlə LU-Altr KU-Bedb; drērə KU-Schmittw/O Rothsbg WD-Niedkch; drēðə Don-Werb Gal-Dornf; drēdə Lambert Penns 43 Gal-Obl; drārə PS-Schindhd. — Part. Perf.:

[Bd. 2, Sp. 500]
gədrd WPf NPf; gədrēd KU-Schmittw/O Gal-Dornf; gədrdə, seltener gədrǟre u. gədrrə VPf; gədrōrə südl. u. mittl. VPf PS-Erfw Schindhd GH-Kand; gədrōdə BZ-Sarnst; Stammvokal auch kurz wie beim Inf. — Präs. 1. Sing. überwiegend endungslos; drrə in KU-Kaulb (ältere Gener.). 2. Präs. -d(d). 3. Sing. allg. -d. Pl. -dən/ -rən bzw. -də/-rə. Der Stammvokal der konjungierten Formen ist fast allg. wie im Inf.; -i- in 2. u. 3. Sing. (dridd, drid) ist für KL-Wörsb u. LU-Opp, -ī- (drīdd, drīd) für LU-Friesh NW-Kallstdt BZ-Dernb belegt. In PS-Schindhd lauten die Formen des Präs. drād, drādd, drād, drārən. Südhess. I 1721 ff.; RhWB Rhein. VIII 1350 ff.; Saarbr. 211; LothWB Lothr. 101; ElsWB Els. II 767; Bad. I 554/55.

 

 -treten, -tratenst. (auch schw.):
I. intrans. (Part. Perf. mit »sein«).
1. 'in einen Raum treten'; ins Haus, in de Saal intrede (-drdə) [ KU-Diedk ZW-Battw Hornb], en- [ KB-Bubh], ein- (ain-, in-) [ KB-Kerzh LU-Friesh Opp NW-Kallstdt Frankeck SP-Berghs BZ-Heuchh], intrere [verbr. WPf], -trele [ KU-Bedb LU-Altr], intrere [ PS-Hintwdth], en- [verbr. östl. NPf WD-Niedkch], ein- [verbr. südl. VPf]. —
2. in eine Schule, einen Verein, ein Unternehmen e., einen Dienst antreten [verbr.]; in die Schul intrere [PS-Gersb, verbr.]. Zwee neie Mitglieder sin ingetrat (sic!) [ KL-Reichb]. Die (!) Määd esch vor drei Johr bei uns eingetrore (!) [ BZ-Dernb]. —
3. für jemand, für etwas e. 'einem beistehen, eine Person (eine Sache) verteidigen' [verbr.]. Er kennt for mich eintrede [ LA-Gommh]. Ich sein for'n engetrett [FR-Kindh, verbr.]. For e gudi Sach muß mer immer eintrere [ BZ-Klingmst]; vgl. PfWB einsetzen I 2 b. —
4. 'Wirklichkeit werden, sich wie erwartet einstellen'. 's Tauwerrer is doch noch ingetret [ KU-Schmittw/O]. Der Doud (Tod) esch eingetrore (!) [ BZ-Dernb]. —
II. trans. (Part. Perf. mit »haben«).
1. 'durch Darauftreten in den Boden drücken'; de Some eintrere [LU-Alsh, verbr.]. Mer hun die Stäin (Steine) ingetret [ KU-Schmittw/O]. —
2. 'festtreten'.
a. vom Heu auf dem Heuboden [verbr., bes. westl. WPf]; vgl.

[Bd. 2, Sp. 838]
PfWB einstampfen 2. —
b. vom Kraut im Faß oder Ständer; Sauerkraut eintrere [verbr. VPf]; vgl. PfWB einstampfen 1. RA.: Er esch recht for Sauerkraut einzetrere, weil er breite Füße hat [ BZ-Dernb]. Nore tichtich intrete! 'viel essen' [ Don-Schowe Torscha]. a. 1666: der schulmeister Johann Höger, welcher eben in einem Krautzuber gestanden und Kraut eingetreten [Seel, Chronik von Deidesheim, S. 167]. —
3. 'durch Treten zertrümmern' vgl. PfWB einstoßen 1; die Deer intrere [PS-Schmalbg, verbr.]. Er hot die Stuwwedeer ingetret [ KU-Schmittw/O]. Soll ich der's Kreiz intrere?, Drohung [ PS-Winz]. — Südhess. II 149/50; RhWB Rhein. VIII 1354; Bad. I 667. —