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 PfWB drehen (Bd. 2, Sp. 464)   PfWB auf-drehen (Bd. 1, Sp. 367) 
   drehen schw.:
1. 'kreisen lassen', drehe (drēə) [weit verbr., auch Don Gal Buch], (drējə) [KU-Obw/T. KL-Siegb Land], (drə) [mancherorts vorn. SWPf], (drēχə) [Bergz (PfId. 36)], (dre:ə) [Wood Schärf. Penns 233]. Zs. PfWB ab-, PfWB an-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB durch-, PfWB heraus-, PfWB herein-, PfWB herunter-, PfWB hinauf-, PfWB hinein-, PfWB hinunter-, PfWB los-, PfWB über-, PfWB ver-, PfWB vor-, PfWB vorwärts-, PfWB weiter-, PfWB zudrehen. —
a. de Schleifstään, die Windmihl d. [ PS-Erfw, allg.]; verkehrt d. 'nach der falschen Seite d.' [ KU-Schmittw/O]. RA.: Er hat immer 's greeschde Rad se d. 'die meiste Arbeit zu leisten' [ KU-A'glan Bedb]. Du kannscht m'r die Roll d., gemildertes Götz-Zitat [Pirmas]. Do hot wer dran gedreht 'Da ist etwas entzwei' [ LU-Altr]. Den kann m'r um de kleene Finger d., so gefügig ist er [ BZ-Stein]; vgl. PfWB wickeln. Er hot e Nas gedreht kriet 'Er wurde verspottet' [RO-Alsbr, verbr.]. Er dreht de Schnorres 'zwirbelt den Schnurrbart' [LU-Neuhf, verbr.]; dazu die RA.: eem de Schnorres d. 'einem gründlich die Meinung sagen' [Pirmas, verbr., auch Gal-Dornf]. —
b. sich d. 's Rad dreht sich [allg.]. Do, wu sich's dreht, do is 's Gewerb 'Gelenk' [ KB-Harxh]. Alles dreht sich m'r im Kopp [ KL-Kindsb, allg.]. RA.: Er dreht sich wie e Pohahn 'Pfau', von der gezierten Haltung beim Gehen [LA-Gommh, NW-Ellstdt FR-Tiefth RO-Sippf]. Er dreht sich 'windet sich' wie'n Worm [ NW-Kallstdt]. 's dreht sich um veel 'Es geht um viel' [ KU-Schmittw/O]. —
2. 'durch Drehen bearbeiten, formen'.
a. 'rund formen'; e Sigar 'Zigarette' d. [ KU-Schmittw/O, Gal-Dornf]. RA.: Dusche (Tust du) Pille dreh?, Frage an einen, der in der Nase bohrt [Kaislt]. — Insbes. von der Metallbearbeitung auf der Drehbank, vgl. PfWB drechseln; e Kugel, e Schraub d. [mittl. VPf, verbr.]; Gewinde d. [ KU-Schmittw/O]; e Keppche wie gedreht, von einem wohlgeformten Kopf [ KU-A'glan Körbn Kus]. Das Vieh is wie gedreht 'schön und voll im Körperbau' [ ZW-Battw]. e Ding d. 'einen Streich spielen' [ PS-Geisbg]; e Sach d. 'etwas Schwieriges ausführen' [ KU-Hundh KL-Stelzbg LU-Opp], 'etwas aushecken' [ KL-Matzb]; e Sach dreh un deichsele 'zu einem guten Ausgang bringen' [ FR-Albsh]. Zs. zurechtdrehen. Er dreht's, wie er's braucht 'nimmt es mit der Wahrheit nicht genau' [ LU-Opp]. Ich dreh dich gleich!, Androhung von

[Bd. 2, Sp. 465]
Schlägen [ PS-W'fischb Leim Pirmas Donsied KL-Mölschb Nanzdzw FR-Eppst LU-Alsh/Gr NW-Hamb]; vgl. PfWB verhauen. —
b. 'flechten, winden'; e Strick d. [ KU-Bedb]; de Zopp d. [LU-Alsh, verbr.]. SprW.: Mädche, dreh dei Locke, sunscht bleibscht hocke [Pirmas]. RA.: em e Strick draus d. 'eine scheinbar ganz harmlose Sache so darstellen, daß es dem Betroffenen zum Schaden gereicht' [ KU-Bedb]. Früher drohte man den Kindern, die beim Lausen nicht stillhalten wollten: Die Lais drehen e Strick un ziehen dich in die Bach [ KU-Bedb]. Zs. PfWB zusammendrehen. —
c. Butter drehje (in der Butterleier) [KU-Bedb LA-Impfl]; Milch drehe 'auf der Zentrifuge entrahmen' [ RO-Börrstdt KL-Mehlb Wörsb KB-Kriegsf]; gedrehti Milch 'entrahmte Milch' [ebd.]. Wann de Butter drehscht, dreh juscht eweg (ununterbrochen), schunscht drehscht'n widder uf [Fogel Beliefs Penns Nr. 848]. —
d. Fleisch darch de Wolf, Bohne darch die Maschin dreh [ KU-Bedb, Pirmas LU-Böhl NW-Wachh]. —
3. 'in eine andere Richtung bringen, wenden'. Zs. PfWB her-, PfWB hin-, PfWB ver-, weg-, PfWB zurückdrehen.
a. 's Flääsch d. (in der Bratpfanne) [ NW-Wachh, PS-Schmalbg]; die Aue d. [ KU-Schmittw/O]; gedreht gucke, vom bösen Blick [ebd.]; e Gedrehter 'nachlässiger, träger Mensch' [ HB-Seyw ZW-Battw BZ-Albw], vgl. PfWB Drehbändel, PfWB dreigedreht 1. a. 1421: und ein eichen widt 'Rute' links gedrehet und ein hanbüchen knebell und das letzt urteil über ihn geben [ABlieskst 70]. (Die Hinrichtung auf dem Berg bei Ormesheim erfolgte nicht durch einen Strick, sondern durch eine lange dünne Eichenrute; diese wurde nach links gedreht, was eine Besonderheit des Blieskasteler Gerichts war.) —
b. die Strooß dreht sich 'macht eine Wendung' [ KU-Bedb]. De Hohn 'Wetterhahn' (auch: De Wind) hot sich gedreht, 's gebt anner Werrer [KU-Schmittw/O, verbr.]. RA.: Er dreht sich wie de Wend 'ist veränderlich wie der Wind' [ LA-Roschb, KU-Schmittw/O LU-Alsh SP-Heiligst]. 's Blaat (Blatt) hot sich gedreht 'Die Lage hat sich verändert' [ KU-Schmittw/O]. Er hot sich gedreht 'hat Bankrott gemacht' [ NW-Duttw]. Ma kann sich drehe un wenne, wie ma will, ma kann's 'm net recht mache [GH-Schwegh, verbr.]. —
4. 'schnell essen' [Pirmas ältere Gener. unterer u. mittl. Schichten (Otterstetter 201)]; vgl. PfWB nähen. Zs. PfWB eindrehen. — Südhess. I 1695 ff.; RhWB Rhein. I 1453 ff.; Saarbr. 50; LothWB Lothr. 98; ElsWB Els. II 746; Bad. I 544.

 

   auf-drehen schw.:
1. 'durch Drehen öffnen oder lösen'; die Schraub, die Mick 'Bremse', die Preß, de Krane 'Faßhahn' ufdreh(e) [allg.]; die Kordel

[Bd. 1, Sp. 368]
u. 'von rechts nach links drehen, so daß sich die Kordel in die einzelnen Fäden auflöst' [allg.]. —
2. 'durch Drehen spannen'.
a. gegenst. 's Uhrwerk u. [ LU-Opp BZ-Albw]; dafür meist PfWB aufziehen. —
b. übertr. 'schnell fahren', eigentl. 'den Gasgriff aufdrehen'. Der hot mol ufgedreht! [verbr., bes. jüngere Gener.]. Im geistigen Sinne 'in ausgelassener Stimmung sein' [allg., vgl. Otterstetter 211]. Er dreht de Schnorres 'Schnurrbart' uf, von einem Hochmütigen [Pirmas]. Dem ufgedrehte Gimpel wollt ich's weise [Müller Schneiderche 36]. — RhWB Rhein. I 1457; ElsWB Els. II 747 ufdräje.