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 PfWB Dreck-sack (Bd. 2, Sp. 455)   PfWB Ferkel (Bd. 2, Sp. 1190) 
  -sack, -säckelm.:
1.
a. 'unreinlicher Mensch, Schmutzfink', auch Schimpfw., -sack, Pl. -säck (-seg) [verbr., auch Penns Don Gal Buch], -säkkel [ NW-Neidfs]; 'unordentlicher Mensch', bes-

[Bd. 2, Sp. 456]
'unordentliches Frauenzimmer' [verbr.]. Syn.: PfWB Aas 3, PfWB Backdrossel, -ursula, PfWB Bandel, PfWB Pappdrossel, -michel, PfWB -sack 1, PfWB -sau, PfWB Barg 3 b, PfWB Patsche 5, PfWB Beele 1, PfWB Polack 2 a, PfWB Bollen 2, PfWB Butz 2, PfWB Butzel 2, PfWB Daberes 2, PfWB Täsche 2 b ζ, PfWB Thusnelda, PfWB Dottel 1 b, PfWB Dreckamsel 2 a, PfWB -arsch 2 a, PfWB -atzel, PfWB -bampel, PfWB -barg, PfWB -bartel, PfWB -beele, PfWB -bollen, PfWB -buhlen, PfWB -bürste 2, -butz 2, PfWB -drossel, PfWB -dulle, PfWB -eber, PfWB -ferkel, PfWB -fink 2, PfWB -fratz, PfWB -hammel 1 a, PfWB -hamster, PfWB -hannes, PfWB -hund, PfWB -igel, PfWB -jockel, PfWB -käfer 2, PfWB -kathel, PfWB -kerl, PfWB -knottel, PfWB -knuschel, PfWB -kopf 2, PfWB -krulle 2, PfWB -kruste 2, PfWB -lappen, PfWB -liese, PfWB -maul 1, PfWB -mensch, PfWB -mohrle, PfWB -mutter, PfWB -nudel, PfWB -odel, PfWB -panz, PfWB -patsche 2, PfWB -peter, PfWB -pine, PfWB -pudel, PfWB -ribbel 2, PfWB -rudel, PfWB -sara, PfWB -sau, PfWB -schlampel, PfWB -schlappe, PfWB -schwalbe 2, PfWB -schwanz, PfWB -schwein, PfWB -spatz 1, PfWB -sulgen, PfWB -suse, PfWB -teufel 1, PfWB -tier, PfWB -ursel 1, PfWB -uttel, PfWB -vieh, PfWB -vogel 2, PfWB -wutz, PfWB Dusel, PfWB Duseltier, PfWB Eber, PfWB Ferkel, PfWB Flatsche, PfWB Goje, Griebchen, PfWB Haareule, PfWB Hudelwisch, PfWB Ische, PfWB Kruste, PfWB Luder, PfWB Lumpending, PfWB -mensch, Mamel, PfWB Matz, PfWB Matzelfrack, PfWB Mensch, PfWB Motsch, PfWB Motte, PfWB Mottel, PfWB Nessel, PfWB Sara, PfWB Sau, PfWB Sauaas, PfWB -arsch, PfWB -bandel, PfWB -barg, PfWB -beele, -bube, PfWB -bürste, -butz, PfWB -dulle, PfWB -eber, PfWB -ferkel, -galle, PfWB -hammel, PfWB -hund, PfWB -igel, PfWB -kerl, PfWB -kopf, PfWB -lappen, PfWB -loch, -lose, -luder, -magen, PfWB -mensch, PfWB -panz, -pelz, -ranzen, -ringel, PfWB -rudel, PfWB -schwein, -täsche, PfWB -tier, PfWB Schampel, PfWB Schatulle, PfWB Schickse, PfWB Schindaas, PfWB Schlambampel, PfWB Schlampe, PfWB Schlampel, PfWB Schlamper, PfWB Schlampergrete, -jan, -käthe, PfWB Schlampes, PfWB Schlamphahn, PfWB -pine, -pfeife, PfWB -sara, PfWB Schlappe, PfWB Schlappel, PfWB Schlapper, PfWB Schlappertäsche, PfWB Schlappes, PfWB Schlappgrete, PfWB -hannes, -madame, PfWB -peter, PfWB -sack, PfWB -schwanz, -sibylle, PfWB -suse, PfWB Schleife, PfWB Schmierfink, PfWB Schnalle, PfWB Schnepfe, Schnuttel, PfWB Schussel, PfWB Schwein, PfWB Socken, PfWB Strudel, PfWB Strudeler, PfWB Struppigel, PfWB Suse, PfWB Susemarie, PfWB Wildeber, PfWB -sau, PfWB Wisch, PfWB Wuschel, PfWB Wutz, PfWB Zaupe, PfWB Zigeuner, PfWB Zotte, PfWB Zottelarsch, PfWB -beele, -bock, -frack, -galle, -grete, PfWB -pine, -wisch, PfWB Zumpel.Er is e D. [RO-Semb, verbr.]. Es dare (Ist das ein) D., der wäscht sich net [ RO-Rehborn]. Der D. wäljert sich am liebschde wie e Sau im Dreck [ KL-Reichb]. Dau (du) Drecksack! [ KU-Reiffb]. VR.: Blond is fein, rot is gemein, schwarz kann jeder D. sein [ ZW-Bechhf]. —
b. 'Mensch von gemeiner Gesinnung', insbes. 'wer andere schlecht behandelt, Schlechtes über sie redet' [ KL-Lind Pirmas NW-Gimmdg]. Mer därf uf sou Drecksäckel nix gewwe, wu iwwer andliche (ordentliche) Leit Schlechtes rerre [ NW-Gimmdg]. —
c. 'unartiges Kind, frecher Lausbub', Schimpfw. Du D., wann ich dich krieh! [ Gal-Dornf]; vgl. Papp-

[Bd. 2, Sp. 457]
sack 3. —
2.
a. 'Säckchen für Kunstdünger', vgl. PfWB Dreck 2 h, -säckelche [ KU-Bechb Herchw Odb HB-Webh], -säckel [ PS-Windsbg]. —
b. 'Frucht des Vogelbeerbaumes', Pl. -säckelcher [VPf (Wilde 230)]; vgl. PfWB Ledersack. —
c. kleine Birnenart, die in ganz morschem Zustand gegessen wird, -säckelcher [Kaislt Neustdt]. — Südhess. I 1688; RhWB Rhein. I 1449/50; LothWB Lothr. 101; Bad. I 542. —

 

   Ferkel, Freckeln.:
1. 'junges Schwein von der Geburt bis zum Absetzen vom Muttertier', Ferkel (fäÄrg(ə)l,) [herrschend in südl. Hälfte der WPf (daneben bes. Wutzche, Wutzel, vgl. PfWB Wutz), seltener nördl. Hälfte der VPf (etwa gleichgewichtig mit Saiche, vgl. PfWB Sau) östl. NPf und Pfälzerwaldgebiet], mit r-Umstellung: Freck(e)l (fręg(ə)l) [Nordhälfte der WPf u. westl. NPf], rkel [ BZ-Dernb], Firkel [ PS-Gersb], Frickel [ KU-Adb Gal-Unterwald]; zur Verbr. s. K. 125; das Dim. in WPf NPf nördl. VPf: -che, Pl. -cher, in mittl. u. südl. VPf vielerorts: Ferkle, Ferklich. Zu den Bezeichnungen für das männliche F. s. PfWB Barg, für das weibliche s. PfWB Gelze. Soziologische Differenzierungen für Pirmas bei Otterstetter 175/76. Syn.: Säuchen, PfWB Milchsäuchen, PfWB Butzel, PfWB Saubutzel, Wutzchen. Zs. PfWB Frühjahrs-, Herbst-, PfWB Milch-, PfWB Span-, PfWB Winterferkel. Unser Loos 'Mutterschwein' kriet ball F. [KU-Diedk, verbr.]. Sie hun käin Freckelche ufbrung, all sin se vereckt [ KU-Schmittw/O]. Die F. dun quiekse [PS-Schmalbg, verbr.]. 's Freckelche gauzt 'quiekt' [ RO-Hallgt]. Sin die Freckel aa freesich? 'Fressen die F. gut ?' [ KL-Gimsb]. Die Frickel fresse Rummele 'Runkelrüben' [ Gal-Unterwald]. Das sin Freckel vum Waan 'vom Wagen des Ferkelhändlers gekauft' [ KU-Bedb]. Er eßt (unappetitlich) wie e Ferkel [ PS-Saalstdt]. RA.: Sie sin Geschwischder Freckel vun de erschde Loos 'vom ersten Mutterschwein', von einer weitläufigen Verwandtschaft [ KU-Diedk]; vgl.

[Bd. 2, Sp. 1191]

Geschwisterferkel. Er macht sich wie Schitze Ferkel uf'm Mischt: am Owend hat's noch gefress un morjets war's vereckt [KL-Mackb, verbr. bes. NPf]. Er macht sich wie 's Schitze ehr Freckelche: wie's e Johr alt war, is es zum Säichloch 'Loch in der Stallwand, durch das der Pfuhl abgeleitet wird' enausgekrawwelt, so klein war es geblieben [ KU-Schmittw/O]. Er hat e Lewe wie 'm Schitz sein Ferkel uf'm Mischt, von einem, dem es gut geht (!) [Kaislt]. Das macht sich wie Schitze Freckel 'Daraus wird nichts' (Der Feldschütz bekam früher öfters ein überzahliges F., das er mit der Flasche ernähren mußte; zumeist ging das F. ein) [ KU-Diedk]. a. 1461: 4 gulden ... von 7 stuck losen vnd verckel die ich Ime verkaufft han

[Bd. 2, Sp. 1192]
[KSchArch., KellR]. a. 1521: 1 mltr. korn mytt denn jungen ferckellin vffgangen [LandsbKellR]. a. 1540: Inname Gelt vß verkeuffter Frucht, ... Ferckeln, Zickeln, Fulle, kelbern [SSp., Mgr. Baden, Gräfenst. Amtsgefälle]. a. 1564: welcher Innwohner zu Wirschbach Junge Ferckheln hatt [Beschreibung von KL-Wörsb]. a. 1581: Welche seigente loßen 'säugende Mutterschweine' vnd jung freckel haben, sollen dieselbigen im stall haltten [PfWeist. I 46 (KU-A'glan)]. a. 1717: von einem freckel, so neun wochen alt [ebd. I 3 (KU-Adb)]; an gleicher Stelle die Form förckel. Die historischen Formen stimmen dialektgeographisch mit den heute geltenden Formen überein. —
2. verächtliche Bez.
a. für einen unreinlichen

[Bd. 2, Sp. 1193]
Menschen, bes. von einem schmutzigen Kind, Schimpfw. [verbr.]. Zs. PfWB Dreckferkel. Syn. s. PfWB Drecksack 1a. Mehr scherzh.: e dick F., von einem gut genährten Kind [ ZW-Battw]. —
b. für einen unanständigen Menschen, bes. weiblichen Geschlechts [ KU-Schmittw/O]. — Südhess. II 525/26; RhWB Rhein. II 397/98; Saarbr. 62; LothWB Lothr. 144; ElsWB Els. I 141; Bad. II 70.