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 PfWB Dreck-sack (Bd. 2, Sp. 455)   PfWB Barg (Bd. 1, Sp. 578)   PfWB Sau (Bd. 5, Sp. 767) 
  -sack, -säckelm.:
1.
a. 'unreinlicher Mensch, Schmutzfink', auch Schimpfw., -sack, Pl. -säck (-seg) [verbr., auch Penns Don Gal Buch], -säkkel [ NW-Neidfs]; 'unordentlicher Mensch', bes-

[Bd. 2, Sp. 456]
'unordentliches Frauenzimmer' [verbr.]. Syn.: PfWB Aas 3, PfWB Backdrossel, -ursula, PfWB Bandel, PfWB Pappdrossel, -michel, PfWB -sack 1, PfWB -sau, PfWB Barg 3 b, PfWB Patsche 5, PfWB Beele 1, PfWB Polack 2 a, PfWB Bollen 2, PfWB Butz 2, PfWB Butzel 2, PfWB Daberes 2, PfWB Täsche 2 b ζ, PfWB Thusnelda, PfWB Dottel 1 b, PfWB Dreckamsel 2 a, PfWB -arsch 2 a, PfWB -atzel, PfWB -bampel, PfWB -barg, PfWB -bartel, PfWB -beele, PfWB -bollen, PfWB -buhlen, PfWB -bürste 2, -butz 2, PfWB -drossel, PfWB -dulle, PfWB -eber, PfWB -ferkel, PfWB -fink 2, PfWB -fratz, PfWB -hammel 1 a, PfWB -hamster, PfWB -hannes, PfWB -hund, PfWB -igel, PfWB -jockel, PfWB -käfer 2, PfWB -kathel, PfWB -kerl, PfWB -knottel, PfWB -knuschel, PfWB -kopf 2, PfWB -krulle 2, PfWB -kruste 2, PfWB -lappen, PfWB -liese, PfWB -maul 1, PfWB -mensch, PfWB -mohrle, PfWB -mutter, PfWB -nudel, PfWB -odel, PfWB -panz, PfWB -patsche 2, PfWB -peter, PfWB -pine, PfWB -pudel, PfWB -ribbel 2, PfWB -rudel, PfWB -sara, PfWB -sau, PfWB -schlampel, PfWB -schlappe, PfWB -schwalbe 2, PfWB -schwanz, PfWB -schwein, PfWB -spatz 1, PfWB -sulgen, PfWB -suse, PfWB -teufel 1, PfWB -tier, PfWB -ursel 1, PfWB -uttel, PfWB -vieh, PfWB -vogel 2, PfWB -wutz, PfWB Dusel, PfWB Duseltier, PfWB Eber, PfWB Ferkel, PfWB Flatsche, PfWB Goje, Griebchen, PfWB Haareule, PfWB Hudelwisch, PfWB Ische, PfWB Kruste, PfWB Luder, PfWB Lumpending, PfWB -mensch, Mamel, PfWB Matz, PfWB Matzelfrack, PfWB Mensch, PfWB Motsch, PfWB Motte, PfWB Mottel, PfWB Nessel, PfWB Sara, PfWB Sau, PfWB Sauaas, PfWB -arsch, PfWB -bandel, PfWB -barg, PfWB -beele, -bube, PfWB -bürste, -butz, PfWB -dulle, PfWB -eber, PfWB -ferkel, -galle, PfWB -hammel, PfWB -hund, PfWB -igel, PfWB -kerl, PfWB -kopf, PfWB -lappen, PfWB -loch, -lose, -luder, -magen, PfWB -mensch, PfWB -panz, -pelz, -ranzen, -ringel, PfWB -rudel, PfWB -schwein, -täsche, PfWB -tier, PfWB Schampel, PfWB Schatulle, PfWB Schickse, PfWB Schindaas, PfWB Schlambampel, PfWB Schlampe, PfWB Schlampel, PfWB Schlamper, PfWB Schlampergrete, -jan, -käthe, PfWB Schlampes, PfWB Schlamphahn, PfWB -pine, -pfeife, PfWB -sara, PfWB Schlappe, PfWB Schlappel, PfWB Schlapper, PfWB Schlappertäsche, PfWB Schlappes, PfWB Schlappgrete, PfWB -hannes, -madame, PfWB -peter, PfWB -sack, PfWB -schwanz, -sibylle, PfWB -suse, PfWB Schleife, PfWB Schmierfink, PfWB Schnalle, PfWB Schnepfe, Schnuttel, PfWB Schussel, PfWB Schwein, PfWB Socken, PfWB Strudel, PfWB Strudeler, PfWB Struppigel, PfWB Suse, PfWB Susemarie, PfWB Wildeber, PfWB -sau, PfWB Wisch, PfWB Wuschel, PfWB Wutz, PfWB Zaupe, PfWB Zigeuner, PfWB Zotte, PfWB Zottelarsch, PfWB -beele, -bock, -frack, -galle, -grete, PfWB -pine, -wisch, PfWB Zumpel.Er is e D. [RO-Semb, verbr.]. Es dare (Ist das ein) D., der wäscht sich net [ RO-Rehborn]. Der D. wäljert sich am liebschde wie e Sau im Dreck [ KL-Reichb]. Dau (du) Drecksack! [ KU-Reiffb]. VR.: Blond is fein, rot is gemein, schwarz kann jeder D. sein [ ZW-Bechhf]. —
b. 'Mensch von gemeiner Gesinnung', insbes. 'wer andere schlecht behandelt, Schlechtes über sie redet' [ KL-Lind Pirmas NW-Gimmdg]. Mer därf uf sou Drecksäckel nix gewwe, wu iwwer andliche (ordentliche) Leit Schlechtes rerre [ NW-Gimmdg]. —
c. 'unartiges Kind, frecher Lausbub', Schimpfw. Du D., wann ich dich krieh! [ Gal-Dornf]; vgl. Papp-

[Bd. 2, Sp. 457]
sack 3. —
2.
a. 'Säckchen für Kunstdünger', vgl. PfWB Dreck 2 h, -säckelche [ KU-Bechb Herchw Odb HB-Webh], -säckel [ PS-Windsbg]. —
b. 'Frucht des Vogelbeerbaumes', Pl. -säckelcher [VPf (Wilde 230)]; vgl. PfWB Ledersack. —
c. kleine Birnenart, die in ganz morschem Zustand gegessen wird, -säckelcher [Kaislt Neustdt]. — Südhess. I 1688; RhWB Rhein. I 1449/50; LothWB Lothr. 101; Bad. I 542. —

 

   Barg m.:
1. 'verschnittenes männliches Schwein', Barg, Barch, Bärch usw., s. F. [allg. auf dem Lande, verbr. Don Gal Buch]. a. 1444: Item fellet zu Spire gelt, salte und 1 barchen von dinstluden ... zur kuchen [ZweibrLuRb. Bl. 94]. a. 1750: Ein Barg zwei ... Läufling [Kurpf. 940-942 (KU-Einöll)]. —
2. 'männliches Ferkel', vorn. im Dim., Verbr. s. K. 23. Syn.: PfWB Eberbarg, PfWB Eber(chen), Hätschel. —
3.
a. 'dicker, alter Mann'; alder Baarch [oGl]. —
b. 'schmutziger Mensch', bes. als Schimpfwort, verstärkt in Zs. PfWB Dreck-, PfWB Freß-, PfWB Saubarg [verbr.]. — F.: barg [sporadisch VPf bes. Rheingegend u. elsäss.-pfälz. Grenze], rg u. brg [mittl. NPf MPf], brχ [fast allg. VPf], rχ u. r [NWPf], ba [Kus u. Umg.], bāriχ u. bāri [südl. WPf], rg [ KB-Mauchh], rχ [ LA-Wollmh Mörzh Gommh BZ-Dernb], bǟriχ [ KU-Rothsbg Bliesg], brχ [ KU-Diedk Roth], briχ [ PS-Erfw]. Für 'männl. Ferkel' außerdem: barχərd [ LA-Flemling], u. Dim. bǟrglχə [NPf u. nördl. WPf], bǟriχjə [ HB-Böckw], rgl u. rχl [mittl. u. südl. VPf], rb [ RO-Als]. — Zu idg. *bher- 'schneiden, schaben, bohren', Kluge-Mitzka17 51. — RhWB Rhein. I 464; Saarbr. 17; Lothr. 24/25; ElsWB Els. II 85; Bad. I 119.

 

   Sau f.:
1.
a. 'Schwein', als genereller Gattungsbegriff, ohne Differenzierung des Geschlechts (für differenzierende Bez. s. die Angaben unter PfWB Barg, PfWB Ber1, PfWB Butz1, PfWB Butzel1, PfWB Dausch, PfWB Eber 1 a, PfWB Ferkel 1, PfWB Gelze 1, PfWB Läufer 3 a, PfWB Lose1 1 a, PfWB Moke 1 a, PfWB More1 1, PfWB Mucke1), Sau [verbr. (außer äußerste SWPf), Christmann Kaulb 20, 89 Heeger Tiere I 15 Mang 222 Müller Dietschw 58 Lambert Penns 130 Krämer Gal 180], Sou [IB-Ensh Rohrb, mancherorts lothr. SWPf]; Pl. Sai [verbr., Mang 222], Sau [ KU-Bedb Schmittw/O Theisbgstg], Saue [HB-Erb Firmenich III 245]; Dim. Sg. Saiche [WPf NPf, Höh 175/76], Saile [mittl. u. südl. VPf, mancherorts Rußl], Sailche [ LA-Nd'hochstdt], Saichel [ LA-Ilbh]; Pl. Saicher, Saiercher, Sailich, Saile, z. Verbr. vgl. K. 27; vgl. PfWB Wutz; Zs.: PfWB Bäckers-, PfWB Pracht-, PfWB Butz- 1, PfWB Dreizentner-, PfWB Trieb-, PfWB Ecker-, PfWB Einleg-, PfWB Frühjahrs-, PfWB Glan-, PfWB Herbst- 1, PfWB Holz-, PfWB Jahr-, PfWB Land-, PfWB Läufer-, PfWB Mast- 1, PfWB Metzel-, PfWB Mords- 1, PfWB Mordstrumm-, PfWB Schlacht-, PfWB Speck-, PfWB Spen-, PfWB Wagen-, PfWB Wild-, PfWB Wutzsau; e deitsch (englisch, Oldenburjer, Westfäler) S., verschiedene Zuchtrassen [ NW-Kallstdt, vereinzelt]; vgl. auch PfWB Glansau, PfWB Landrasse, PfWB Landsau, PfWB Langohr 3 c, PfWB Lothringer 2 b, PfWB Luxemburger 1, PfWB Mecklenburger, PfWB Oldenburger 2; e feddi S. [ RO-Mannw]; e S. absteche [ BZ-Dernb]; junge Sailich mache 'Ferkel werfen' [ LA-Wollmh]; de Sau mache 'den Schweinen das Futter fertigmachen' [ KU-Bedb, vereinzelt]. Die S. waljert sich im Dreck [ PS-Erfw]. Die Fraa fiddert d' S. [ GH-Kand]. Ich hab drei Sau [ KU-Theisbgstg]. Ihr han doch e S. geschlacht, han er a Galleräi un Anduddle gemach? [ IB-Ommh]. Die S. kann nägscht 'beinahe' net aus de Aue gucke, von einem fetten Schwein [ KU-Schmittw/O]. Solang beim Pälzer Bauersmann / Die Sai noch 6, 8 Schunke han [Münch Werke I 164]. Vergleiche u. RA.: zur S. mache 'demütigend die Meinung sagen' [Thielen So rerre mer 106]. Er is so voll wie e S. 'betrunken' [NW-Haßl, verbr.]. Der blut wie e S. 'Er blutet sehr' [ NW-Kallstdt, vereinzelt]. Er greint wie en S. mit ääm Aag, bei vorgetäuschtem, grundlosem Weinen [ LU-Alsh/Gr]. Der frißt (freßt) wie

[Bd. 5, Sp. 768]
die S. (Sai) [ PS-Lautschw, mancherorts]. Der gronchelt 'grunzt' wie e satt Saiche [WD-Niedkch KU-Hohöll NPfGV 3/1926 18]. Der schlorpst 'schlürft' wie e S. [ PS-Erfw]. Der schmatzt wie e S., wann se Quetschekere frißt [NPfGV 3/1926 18]. Wenn ein Kind laut bei Tisch rülpst, sagt man: Oo (Ein) Seiche is satt, wann's anner satt is, treiwen mer hoom [Gal-Bagbg, Stanislau] Der hot gekotzt wie e S. 'hat sich stark erbrochen' [ NW-Freinsh]. Der schwitzt wie e S. [ebd.]. Der hot Aue so klään wie e S. [ KU-Schmittw/O]. Er isch dreckich (verschmiert) wie e S. [Bergz (Kamm 93), verbr.]. Der Drecksack weljert sich am liebschde wie e S. im Dreck [ KL-Reichb]. Er redt wie e S. brunzt, eriwwer un eniwwer [ ZW-Schmitshs]. Heit gebt's noch Reen, daß die Sai kreischen [mancherorts Gal Buch Rußl]. Es reit alles die Sau nunner 'Bankerott machen' [ GH-Hagb]. Mer määnt, do härren die Sai drin erumgewihlt (loschiert), von großer Unordnung [ NW-Freinsh, Kallstdt]. Do kennt sich kää S. meh aus, dass. [ NW-Gimmdg, mancherorts]. Des kann ke S. lese, von unleserlicher Schrift [ GH-Kand, mancherorts]. Abweisung einer Anbiederung, plumpen Vertraulichkeit: Ich häbb mit deer noch kää Sau (Sai) g'hiet (geweedt) [BZ-Albw, verbr., auch Auslandspfälzer]. Mer hun net merenanner die Sai gehiet, dass. [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. Do schittle die Sai die Kepp (Köpfe) devor 'Zu diesem Unsinn kann man nur den Kopf schütteln' [Lu'haf]. Do kummt er wie e S. ins Juddehaus 'Er kommt äußerst ungelegen, unerwünscht' [Kus, mancherorts]. Der drickt sich rin wie die Sau in die Riewe (in de Trog, in die Judekerch, ins Judehaus, in de Judestall) [Gal-Brig, verbr. Gal]. Wenn jemand mit einer Person oder Sache grob, schonungslos umgeht, sagt man: Er geht met um wie die S. merem (mit dem) Berrlsack (Bettelsack) [KU-Kaulb, verbr., auch Auslandspfälzer]. Wenn man jemand, der mit seiner Kleidung schonungslos umgeht, neue Kleidung gibt, ist es als wie wann mer 're S. e golde Halsbändche kaaft [ KL-Bann, NW-Weish/S]. Des paßt (steht) dere so, wie der S. e gilde (golde, goldich) Halsband, von unpassender Kleidung [Gal-Obersdorf, Schandein Notizen, mancherorts Gal Buch]. Die gehen an de Trog wie e S. 'gehen ohne Tischgebet an das Essen' [ BZ-Dernb]. Er hat sich gemach wie 's Busche (Korze) Saiche (wie e grindich Saiche), iron., das ist nämlich verreckt [Kaislt, mancherorts, Hebel 17 Kieffer 64, auch Auslandspfälzer]. Er stinkt noh Geld wie e S. noh Hooröl, d. h. 'Er ist arm' [Hebel 17]. Muß man lange auf das bestellte Essen warten, sagt man: Gell, die S. werd erscht g'schlacht? [Land, vereinzelt]. Em Miller sei Sai sin fett, awwer mer weeß net, vun wemm seim Mehl [mancherorts Gal Buch]. 's beschde Gemies isch des, wo die S. g'fresse hat [Bergz (Kamm

[Bd. 5, Sp. 769]
84)]. Er raacht net, trinkt net, schnuppt net un lebt ganz wie e S. [ RO-O'mosch, KU-Kaulb]. Wer schickt (Kautabak kaut), hot e Maul wie e S., wer schnuppt, hot e Nas wie e S., wer raacht, der stinkt wie e S. un wer gar nix treibt, lebt wie e S. [ LA-Rhodt, ähnl. KU-Diedk]. Groß Gekrisch un wenich Woll, hot d'r Eirespiegel (Eulenspiegel) g'saat, wie 'r die S. g'schore hot [Fogel Prov. Penns Nr. 620]. SprW.: Wann de die Sau gedingt (s. PfWB dingen) hascht, hietschde se aa [ ZW-Krähbg]. Wer die Sai oonemmt, muß se aach hiede [mancherorts Don Gal Buch Rußl]. Wammer sich mischt unner die Kleie, fressen ääm die Saie [KU-Schmittw/O, auch Auslandspfälzer]. E S. fihlt sich im Dreck am wohlschde [Krieger 38]. E S. weljert sich im Dreck [PfMus. 42/1925 177]. Die Katz loßt 's Mause net un die S. 's Wuhle [ Gal-Brotschk]. Loscht die Sau unner de Disch, will se uf de Disch [mancherorts Gal]. Jeri (Jede) S. sell bei ehrem Trog bleiwe! [ BZ-Dierb]. E gut Saiche mischt (mistet) zweemol [Land]. Die S. scheißt im Schlof, d. h. 'mancher erreicht viel, ohne sich anzustrengen' [Pirmas]. Am Ferkel werd gerächt, was e S. verbrecht [Krieger 36]. E blindi Sau find aa e Äächel (Eichel) [HB-Kirrbg, vereinzelt, Wilde 47, auch Auslandspfälzer]. E vollgefreßni S. weeß net, wie's 're hungriger geht [ LU-Limbghf]. Sai un Feddervieh machen eem arm, mer weeß net wie [ Gal-Brotschk]. Wann e Seiche geschlacht is, is geschmelzt bis in die Hohlzichele [ KL-Hütschhs]. Liewer Sai hiere (hüten) as Kinner ziehe [ KL-Fischb]. BR.: Weihnachde, S. schlachde, Maria Lichtmeß, alles ufgeß [ FR-N'lein]. Volksgl.: En ufgenakt 'schwangeres' Weibsmensch derf ken jung Saiche trage, es geht dot [Fogel Beliefs Penns Nr. 1857]. Heeß en Kind Saili oder Wutzli, no wachst's [Fogel Beliefs Penns Nr. 115]. VR.: Drei Sai, en eener Reih, die middelscht soll die Mok sei [ KB-O'wies]. Die Kih eraus! Die Sai eraus! Der Hert der treibt zum Dor enaus [ ZW-Gr'bundb]. Weitere VR. s. PfWB Berg 1, PfWB Gaul 1 a. a. 1521: mit perden, kühen, sauwen [Grimm Weist. V 713 (FR-Kl'niedh)]. a. 1526: Item es soll keiner saw über die benante zahl in den wald schlagen [PfWeist. 105 (Bergz)]. a. 1529: Einem sowhirtten ... der sow vff dem bentzhoff zu hütten [GgHospR]. a. 1590: Seuw vnd all ander Vieh so vff den Gassen lauffenn [ZweibrUrkb. 159]. —
b. 'weibliches Schwein, Mutterschwein' [HB-Erb PS-Geisbg vereinzelt VPf, mancherorts Don Gal]; Zs.: PfWB Muttersau. —
c. 'verschnittenes weibliches Schwein', Sau [ LU-Opp], Saiche, Dim. [ IB-Bliesmg/Bolch]. —
d. '(weibliches) Ferkel', Sou [ IB-Rohrb], das Sau n.! [ BZ-Dernb], Saiche, Dim. [ IB-Habkch]; Zs.: PfWB Milchsau. —
2. 'Kellerassel', wilde Saiercher, Dim. Pl. [ KU-O'eisb]; vgl. PfWB Wildsau; Syn. s. PfWB Kellerassel. —
3. übertr.
a. 'schmutzige, schlampige, träge, Schmutz verursa-

[Bd. 5, Sp. 770]
chende Person', auch Schimpfw. [verbr., Heeger Tiere I 18 Mang 125]; Zs.: PfWB Papp-, PfWB Mast- 2, PfWB Dreck- 1 a, PfWB Morast-, PfWB Mords- 2, PfWB Schlapp-, PfWB Stinksau; Syn. s. PfWB Drecksack 1 a. Du S.! [verbr.]. Du stinkichi (fauli, scheeli) S.! [ BZ-Dernb, mancherorts]. Die alt S.! [ BZ-Dernb]. Des sin rechde Sai [ NW-Freinsh]. Wer werd'n dich S. lecke? [ RO-Lohnsf]. Einen VR. s. PfWB Hauptmann 1 a. —
b. 'sittlich verkommene, unmoralische, unzüchtige Person, Mensch mit anstößigem Lebenswandel' [verbr.]; Zs.: PfWB Allerwelts-, PfWB Dreck- 1 b, PfWB Regiments-, PfWB Stadt-, PfWB Vollsau; e schlechdi S. [ LA-Leinsw]. Des is e verloeni (verlogene) S. [Kaislt, KL-Hauptstl]. —
c. e hoorich S. 'Mensch mit starkem Haarwuchs' [ ZW-Bechhf]. —
d. vgl. PfWB Herbstsau 2. —
4. sachl.
a. 'dicker Holzklotz an der Kelter, der zwischen Spindel und PfWB Bracken liegt', vgl. Abb. 49 [ KU-Lohnw Reiffb Schmittw/O RO-Callb Feilbg Rehbn]. —
b.
α. 'kleiner Ball, Kugel aus Holz oder Stein, Astknorren für das Spiel Hurrsau' [ KU-Diedk Lauteck HB-Einöd Lu'thal KL-Fischb Ramst]; vgl. PfWB Sauhüten, PfWB -treiben 2; Zs.: PfWB Hurr-, PfWB Huß-, PfWB Roßsau. Danach auch der Name des Spiels Sau aus'm Stall [ KL-Mehling]. Der Treiber rief, wenn er die S. in den Kessel zu werfen versuchte: Treib mein Saiche iwer de Rhein, wer mer's anrehrt, muß mei Hertche (Hirtchen) sein [ KU-Lauteck]. —
β. 'dickste Kugel beim Kegeln' [ LU-Opp]. —
c. 'Zapfen der Kiefer', Saiercher, Dim. Pl. [ RO-W'grehw]; Zs.: PfWB Butzsau 2; Syn. s. PfWB Butzel1 4. —
d. 'As im Kartenspiel' [ ZW-Battw PS-Erfw Geisbg LA-Wollmh]. Die S. werd gestoche [Krieger 44]. —
e. 'Tintenklecks, Fehler' [ PS-Geisbg]. —
f. Sau un Schof (Schäf) in eem Stall 'Mehl- oder Weckklöße zusammen mit Kartoffelstücken zubereitet' [KU-Diedk Hebel 81]. —
5. FlN, Sau [ RO-Hochst LA-Maik], Säuchen [ PS-Rodalb]. — Südhess. V 78 ff; RhWB Rhein. VII 762 ff.; LothWB Lothr. 429, ALLG I 315; ElsWB Els. II 314/15, ALA II 72/73.