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| PfWB Dreck-hammel (Bd. 2, Sp. 450) | PfWB Hammel (Bd. 3, Sp. 617) | |||||||||||||||
1. a. 'unsauberer Mensch, Schmutzfink', -hamm(e)l, (-ham(ə)l, -hḁməl, s. PfWB Hammel) [allg., auch Lambert Penns 43]; vgl. PfWB Sauhammel. Syn. s. PfWB Drecksack 1 a. Das is e rechter D. [RO-Sippf]. — b. 'Mensch, der schlüpfrige Reden führt' [verbr]; vgl. Dreckkübel 2. Der D. kommt m'r nimmi ins Haus [ KL-Reichb]. — c. geiziger Mensch' [ WD-Niedkch]; vgl. PfWB Dreckfresser 2. Syn. s. PfWB Geizhals. — 2. de Dreckhammel mache misse 'die niedrigsten Arbeiten im Hause machen müssen' [ LU-Opp]. — Südhess. I 1681/82; RhWB Rhein. I 1447/48; ElsWB Els. I 334; Bad. I 540. —
| 1. a. 'männliches Schaf'. α. 'unverschnittener Schafbock', Hammel (haməl, haml) [WPf NPf nördl. VPf vereinzelt übrige Pfalz], (-ḁ-) [verbr. mittl. u. südl. VPf seltener übrige Pfalz]; vgl. PfWB Hammelsbock. — β. 'verschnittener Schafbock' [vereinzelt WPf]. — γ. 'Schafbock allg.' [mancherorts, bes. mittl. u. südl. VPf]. — b. 'Schaf allg.' [mancherorts]. Zs. PfWB Haus-, Schafhammel. Man lockt das Tier: Hämmelche, komm! [ RO-Rehborn]; Hammele, komm! [ GH-Schwegh]. Unterschieden werden: weiße Hämmel aus Württemberg, schwarze H., deitsche H. (groß und mit guter Wolle), franzeesische H. [ LU-Opp]. — c. 'weibliches Schaf' [ KB-Kerzh LU-Iggh SP-Schiffstdt BZ-Rinnth]. Zs. PfWB Mach-, PfWB Mutterhammel. — d. Dim. 'junges Schaf', Hämmelche, Hämmele [verbr. mittl. u. südl. VPf]. — Vergleiche u. RA.: Er is geduldich wie e H. [ LU-Opp]. Er hängt de Kopp wie en kranker H. [ PS-Lautschw]. Er laaft wie e H. [ NW-Frankeck]. Er huscht (hustet) wie e kranker H. [ LA-Gommh]. Wann's numme Hämmel wären, dät mer se schieße, von den Rebwürmern [ LA-Maik]. SprW.: Es gehn viel geduldiche Hämmel in äne Stall [ LU-Opp]. Spiel der Mutter mit [Bd. 3, Sp. 618] dem Kleinkind: Beide stoßen mit den Köpfen zusammen und sprechen Hammelche, H. (oder Hammele, H.), Stutzebock [verbr.]. Brauchtum: de H. erausdanze (auf der Kirbe) [ IB-Wolfh]; vgl. PfWB austanzen, PfWB Hammelstanz, PfWB Kirbehammel. Juchhu, hot er gekrische, so laut wie en Baureborsch, wu bei de Kerwe de H. rausdanzt [Hartmann Unkel 5]. Volksgl.: In der Zeit vom 24. Dezember bis 6. Januar kann man nachts am Bachufer einen weißen H. sehen [ LA-Rhodt]. Zs.: PfWB Bach-, PfWB Bill-, PfWB Hütten-, PfWB Lotsch-, PfWB Nachthammel. a. 1508: ein meiger sie schuldig meim hern dem vogt ... zu pfingstenn ein hamell [Pf-Weist. II 630 (IB-Gersh)]. a. 1514: do wir die Schaff vnd hemel haben verkaufft [GgHospR 10]. — 2. a. Dim. 'Kalb', vorn. Kinderspr., Hämmelche (auch Hammelche) [verbr. WPf LA-Edk BZ-Gossw], Hämmerle [ GH-Büchbg]; vgl. Hämmeschen, PfWB Hammuh 2. Lockruf: Kumm, Hämmelche, kumm! [KU-Kaulb, verbr., auch Don Gal Buch]. — b. 'Kuh', bes. in Lock- und Scheuchrufen: Komm, H. [ KU-Obw/Tiefb Altkch Körbn PS-Th'frösch BZ-Dernb W'rohrb]; Hammelche (Hammele), komm!, H., da! [verbr., auch Don Gal Buch]; Hammelche, fort! [ RO-Ransw]; steh, Hammele! [Heeger Tiere I 11]. Zs.: PfWB Pfingst-, Kuh-, PfWB Muhhammel. — c. 'Zuchtstier', Hammel [ Rußl-Alexanderf]; vgl. PfWB Farr(en) 1. — 3. auf den Menschen angewandt. a. Kosename für das Kind. Du bischt aa mein Hämmelche [ NW-Kallstdt], moin lieb H. [ LU-Opp]. — b. Pl. Hämmel, Neckname für die Bewohner von ZW-Krähbg KL-Wörsb LU-Alsh SP-W'see. — c. abfällige Bez. α. für einen unordentlichen, schmutzigen Menschen; du dreckicher H. [ RO-Teschmosch]. Zs.: PfWB Dreck-, PfWB Fett-, PfWB Floh-, PfWB Laus-, PfWB Mist-, PfWB Sau-, PfWB Schmutz-, PfWB Speck-, PfWB Stinkhammel. — β. für einen dummen, einfältigen, gutmütigen Menschen. Des isch en H. [LA-Herxh, verbr.]; en dummer H. [BZ-Ingh, verbr.]; e rechder H. [PS-Busbg Rockhs Land]. Zs.: PfWB Bauern-, PfWB Blöd-, PfWB Dumm-, PfWB Gassenhammel. Syn. s. PfWB Tappes 1 a. — γ. für junge Rekruten, Pl. Hämmel [ LU-Opp]. — δ. für Bummler, Pl. Hämmel [ KU-Erdb]. — ε. für einen Menschen mit schlechten Eigenschaften überhaupt; neidischer H. [ FR-Beindh]; geschorener H. [KU-Erdb, verbr.], auch gescherder H. [ PS-Nünschw], g'schorder H. [LA-Edh GH-Neubg Keiler 31]. Alle Bez. auch als Schimpfw. gebraucht; dazu: Du dääwer H., zu einem, der nicht hört oder nicht hören will [ RO-Dielkch, LU-Opp]. Ehr Hämmel!, zu unselbständigen Menschen [NW-Freinsh, verbr.]. Zs.: PfWB Geiz-, PfWB Mai-, PfWB Mast-, PfWB Neid-, PfWB Schlaf-, PfWB Streit-, PfWB Wollhammel. — Südhess. III 74/75; RhWB Rhein. III 176 ff.; LothWB Lothr. 226; ElsWB Els. I 334; Bad. II 544.
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