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 PfWB Dreck-gusche (Bd. 2, Sp. 450)   PfWB dreckig (Bd. 2, Sp. 451)   PfWB be-schmutzen (Bd. 1, Sp. 722) 
  -gusche f.: 'schmutziger Mund', Drackgusch [ RO-Rehborn]; vgl. PfWB Dreckschnabel. Zum Grundw. s. PfWB Gusche. Südhess. I 1681 Dreckgosche. —

 

   dreckig Adj.:
I. gegenst.
1. 'schmutzig', vgl. PfWB dreckicht 1.
a. vom Menschen, von Tieren, dreckich (dręgiχ, -i) [fast allg.], drackich [ RO-Rehbn PS-Bundth]. Mach dich net dreckich! [ KL-Weilb, allg.]. Der is so d., daß er bappt 'klebt' [RO-Semb, verbr.]. Dein Himb (Hemd) is steif d. 'starrt vor Schmutz' [ KU-Kaulb], saumäßig d. [ ZW-Battw LU-Alsh/Gr]; d. wie en Hund [ LU-Ruchh], d. wie e Sau [ Gal-Dornf]; die Kläärer d. mache [ KU-Gumbsw, allg.]. Mein Klaarer ware wiescht drackich [ RO-Rehborn]. Hoscht du awwer e dreckich Gesicht! [ FR-Bockh, allg.], dreckiche Ohre [ LA-Herxh, allg.], e dreckich Noons [ KU-Schmittw/O], e dreckicher Kopp [ ZW-Bechhf]. Was der dreckische, geele Zähn hot! [KL-Siegb, verbr.]. Wäsch emol dein dreckiche Hänn! [ KL-Stelzbg, allg.] RA.: Der will sich kää dreckichi Hand mache 'will nicht arbeiten' [ PS-Hintwdth]. —
b. sonst. Die Strooß is d. [KU-Bedb, verbr.]; dreckich Land 'Land mit viel Unkraut' [GH-Zeisk (Wilde 235)]; dreckichi Milch s. PfWB Biestmilch [ KU-Rathsw PS-Hirschth NW-Geinsh BZ-Darst], drackischi Millich [ PS-Bundth], vgl. PfWB Dreckmilch. Die Luft is dreckich 'enthält viel Staub und Rauch' [ LU-Alsh]. 's Werre is d., vom regnerischen Wetter, das Schmutz verursacht [FR-Bockh, verbr.], vgl. PfWB Dreckwetter. WR.: Wenn de Mond d. is 'einen Hof hat', gibt's Reen [ KU-Reipkch]. Volksgl.: Wammer vun dreckich Wasser draamt, bedeit's Druwel (engl. trouble 'Kummer') oder'n Leicht (Begräbnis) [Fogel Beliefs Penns Nr. 257]. —
2. 'zur Unreinlichkeit neigend, schlampig', bes. in Schimpfw. Das is emol e dreckisches Weibsbild! [ PS-Erfw]; e dreckisch Guschelche, von einem stets schmutzigen Kindermund [ KL-Hoheck], vgl. PfWB Dreckgusche. Wäsch d'r mol dei Hals sauwer, du dreckichi Rußdutt (Rußtüte)! [ NW-Gimmdg]. Du drackijer Bub! [ RO-Rehborn]. Des is an frecher Bankert, an dreckicher [ KB-Bischh]. Der Städter nennt den Landbewohner dreckijer Bauer [ KU-Kaulb]; vgl. PfWB Dreckbauer. Gih haam (geh heim), du drackich Rotznans! [ RO-Rehbn]; vgl. PfWB Drecknase. Das sein dreckiche Leit 'Gesindel' [ RO-Dörnb]. Du dreckich Dier!, Schimpfw. auf eine schlampige Weibsperson [RO-Als, verbr.]; vgl. PfWB Drecktier. Du dreckichi Sau! dass. [LU-Böhl, verbr.]; vgl. PfWB Drecksau. Das is e dreckicher Käwwer, dass. [ ZW-Battw];

[Bd. 2, Sp. 452]
vgl. Dreckkäfer. Du dreckicher Hammel! [ BZ-Dernb]; vgl. PfWB Dreckhammel. —
II. übertr., Adj. u. Adv.
1. 'unanständig, schamlos, gemein'. Er hot sich dreckich benumm [ FR-Bockh]. Halt dei Gusch, dei dreckichi! [ FR-Kindh]. So dreckije Worte nemm eich (ich) gar net ins Maul [ KU-Kaulb Kreimb]. Du dreckicher Hund! 'scham- und ehrloser Kerl' [FR-Bockh, verbr.]; vgl. PfWB Dreckhund. Der dreckich Kerl!, dass. [ ZW-Battw.]; vgl. Dreckkerl. —
2. 'frech, hämisch'. Er hot mich so dreckich angeguckt [Kus u. Umg]. Der is m'r emol so dreckich kumme [ LU-Opp]. Mach kän so dreckich Gsicht! [LU-Altr, verbr.]. Lach net so dreckich! [KB-Weitw, verbr.]. RA.: Er grinst so dreckich wie e verheirater Maikäwwer [Pirmas]. —
3. 'betrügerisch'. Des is e dreckicher Wert (Gastwirt) [ LU-Opp]. —
4. 'schlecht'. Es geht'm d. [verbr.]. Er is d. ewegkumm 'hat das Spiel verloren' [ KU-Schmittw/O]; 's eem d. mache 'einen schlecht behandeln' [ KL-Lind]. —
5. sich d. machen 'sich unehrenhaft verhalten', auch: 'sich blamieren'. Er hot sich bei dere Geschicht recht d. gemacht [ FR-Bockh]. — Südhess. I 1682 ff.; RhWB Rhein. I 1451/52; Saarbr. 50; LothWB Lothr. 101; ElsWB Els. II 750; Bad. I 540/41.

 

  be-schmutzen schw.: ungebräuchlich; dafür: PfWB dreckig machen, verdrecksen.