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| PfWB Dreck (Bd. 2, Sp. 444) | PfWB Hühner-dreck (Bd. 3, Sp. 1218) | |||||||||||||||||||||||||||
1. 'Schmutz'. a. 'Straßenkot, Morast, aufgeweichte Erde, auch trockene Erde, soweit sie schmutzig macht', Dreck (dręg) [fast allg.], Drack (drag) [ RO-Rehborn PS-Fischb GH-Wörth], Zs. PfWB Gassen-, PfWB Straßen-, PfWB Sudeldreck. Syn. s. PfWB Baberatsch. Der muß immer dorch de dickschde D. gehe [ KL-Hütschhs, allg.]. Du muscht immer de D. messe 'durch den Straßenkot waten' [ Don-Schowe Gal-Dornf]. Die Sau dut im D. wihle [ LU-Oggh, allg.]. Soweit so e Bam (Baum) reicht, es unnerm Bam alles vertreppelt un die Frucht (das Getreide) en de D. enin getreer [PfId. 181]. RA.: Des es'm en de D. gefall 'zunichte geworden' [KB-Kerzh, verbr. NPf, auch Don Gal Buch]. Die Freed (Freude) is in de D. gefall [ Gal-Dornf]. Das war anno elf, wie der groß D. war, was vor langer Zeit geschehen ist [ PS-Saalstdt Gal-Dornf]. Er sitzt im D. 'in wirtschaftlicher Notlage' [LA-Venn, verbr.]; dazu de Karch aus'm D. ziehe 'eine verfahrene Sache wieder in Ordnung bringen' [KL-Reichb, verbr.]. Es is m'r wie D. esse, was man ungern tut [ PS-Saalstdt]. Der mänt, er hätt de gescheide D. allään gefreß [ KL-Weilb]. Das es mir'm (mit dem) Maul en de D. getret, von einer Schmollenden [ KB-Kriegsf]. Er hot in de D. getret 'ist betrunken' [ KU-Lohnw]. Die muß de D. austrere (austreten) 'die schmutzigen Arbeiten erledigen' [ KU-Schmittw/O, LU-Oggh Opp]. Hoscht D. in de Hänn?, unwillige Frage an einen, der etwas fallenließ [Gal-Dornf, verbr. Don Gal Buch Rußl]. Du hoscht'm D. e Ohrfeig gewwe 'Du hast dich vergeblich bemüht' [Hebel 27, Spey NW-Haßl]. Der loßt sich vun de Hinkel kään D. ins Au (Auge) kratze, von einem Gescheiten [ ZW-Gr'bundb]. Der will d'r D. unner de Lehme mache 'Schwierigkeiten bereiten' [LA-Impfl Land LU-Muttstdt KL-Reichb]. Ich kenn de D., mein Vadder war Hawener (Häfner) 'Ich weiß Bescheid' [ KB-Niefh]. Der is so schlecht (in moralischer Hinsicht) wie de D. am (auch: im) Weg [ KU-Kaulb Diedk Kaislt PS-Saalstdt Zweibr]; dass. mit: Der is so frech ... [ KU-Trahw PS-Schindhd]. SprW.: Kleen un keck steckt manche in de D. [Hebel 44]. Wann's Brei reent (regnet), hat m'r ke Leffel; wann's D. reent, hat m'r zwee [ Don-Sekitsch]. Dreck macht Speck [KU-Diedk, verbr., auch Don Gal Buch]. Jeder muß siwwe Pund [Bd. 2, Sp. 445] Dreck 's Johr fresse [Fogel Prov. Penns. Nr. 350]. E Sau fihlt sich im D. am wohlschte [Krieger 38]. BR.: Wann de Gimpel »Dreck« kreischt, gibt's Rege [ LU-Alsh]. Fallt der Schnee en de D. (in aufgetaute Erde), geht er lang nit eweg [KB-Kerzh, verbr.], ... es er en drei Daa wirrer eweg [ KB-Bennhs], ... gehrer (geht er) schnell eweg [ FR-Bockh], ... is de Winder e Geck [ KU-Bedb PS-Geisbg NW-Frankeck]. Morjenrot — Dreck un Not [ PS-Münchw]. Morjerot — owends Dreck un Kot [KB-Morschh, verbr.]. Owends rot — morjens Dreck un Kot [ KU-Hundh]. VR. s. bei ABC, Brei (I 1187, Z. 7 ff.), troß, hoppe, Schimmel. — b. 'Bauschutt, Abfälle in Werkstätten'. Wann mer abreißen, misse mer de Dreck fortschaffe [ GH-Erlb]. Zs. PfWB Fräsdreck. — c. 'Schmutz im Haus, bes. Kehricht, Staub'; de D. in de Stubb zammekehre [ Gal-Dornf]. Zs. PfWB Kehrdreck. SprW.: Hätten die Judde kää Oschdre un die Chrischde kää Kerwe, mißten m'r im D. verderwe [ LU-Muttstdt]. Was grewwer (gröber) is wie Dreck, geht vun selwert weg, sagt man zu Menschen, die einem beim Fegen der Stube im Wege sind [PS-Saalstdt Horne Penns 98 verbr. Gal]; dass. mit dreckicher wie Dreck [Kaislt]. Brauchtum: Wenn Kinder auf ihrem Heischegang nichts bekamen, riefen sie: Dreck ins Haus, Dreck ins Haus, vun unne an bis owwenaus [FR-Tiefth (1925)]. — d. 'Schmutz am Körper, an der Kleidung, an den Speisen'. Des Kind is zu mit D. bis iwwer die Ohre [ FR-Bockh]. Er gläßt (gleißt, iron. 'glänzt') vor D. [ KU-Bechb]. Wann mer die an die Wand werft, bleibt se hänke vor D., von einer schmutzigen, nachlässigen Frau [ LU-Opp]. Loß d'r emol 's Maul wäsche; m'r määnt, du häscht in de D. getret [ RO-Alsbr]. Man kauft bunte (grüne oder blaue) Arbeitshemden, weil mer de D. nit so draan sieht [ ZW-Battw]. RA.: Soll ich d'r de D. aus de Aae mache?, Androhung von Schlägen [ KB-Kriegsf]. Gelt, du hoscht heit D. in de Ohre?, wenn ein Kind aus Unaufmerksamkeit nicht gut hört [LA-Maik, verbr.]. Er stellt die Schuh weg (auch: Er kocht die Kartoffele) in D. un Speck [ LU-Limbghf]. Er steht do wie's Kind beim D., vom Ratlosen [ RO-O'mosch, allg.]. Dann stehn eich (ich) do wie es Kind am Dreck un weiß net hott un net har [PfId. 180 (WPf)]. Wie er geht un steht, kimmt er in D. un Speck doher [ KU-Kaulb Kreimb KL-Hirschhn]. Der freßt alles mit D. un Speck 'mit Haut und Haaren' [BZ-Dierb, verbr.]. SprW.: Wer sich scheit vor D. un Speck, der bleib aus'm Herbscht 'aus der Weinlese' eweg [LA-Impfl]. — e. 'Exkremente'. α. vom Menschen. Zs. PfWB Scheißdreck. RA.: Er freit sich wie e Kind im D. [Gal-Sap, verbr. Don Gal Buch]. Er hot D. in de House 'ein schlechtes Gewissen' [ GH-Schwegh, KB-Mauchh]. Er hot D. am Stecke, dass. [WD-Niedkch, verbr., auch Don Gal Buch]. Er hat D. im Sack 'böse [Bd. 2, Sp. 446] Absichten' [ KU-Roßb]. Der (Geizige) frißt sein eegne D. wie e Hund [NW-Weish, verbr. nördl. VPf]. Reiche Leute meinen, ehrn D. stinkt besser [ NW-Haßl Spey]. SprW.: Alder Dreck stinkt, wann mer 'ne oonrehrt [verbr. Gal], wann mer drin ruddelt [ KU-Diedk]. Alde D. rihrt mer net uf [ PS-Haust Saalstdt FR-Eppst]. — β. von Tieren; D. lese (auch Pl.: Drecker lese) 'Kot von Tieren, bes. Pferdeäpfel sammeln' [verbr., auch Don Gal Buch]; met D. un Därem 'die Därme samt dem darin enthaltenen Kot' [ KU-Schmittw/O]. Zs. PfWB Pferds-, PfWB Tauben-, PfWB Enten-, PfWB Fuchs-, PfWB Gänse-, PfWB Gauls-, PfWB Glucken-, PfWB Hühner-, PfWB Hunds-, PfWB Hünkels-, Kälber-, PfWB Katzen-, Kühe-, PfWB Mücken-, PfWB Sau-, PfWB Schnepfen-, PfWB Vogels-, PfWB Wurmdreck. — 2. 'Dinge, die im Aussehen an Dreck 1 erinnern'. a. 'Eiter'; de D. in de Wund [PS-Schmalbg, verbr.]. Syn. s. PfWB Eiter. — b. 'Fleck im Eidotter', vgl. PfWB Dotter 1 [Fogel Beliefs Penns Nr. 891]. — c. 'Rückstand beim Auslassen der Butter' [ HB-Seyw]. Zs. PfWB Butterdreck. — d. 'schmutzige Fettschicht auf gesäuerter Milch' [ KU-Cronbg]. — e. Mannemer Dreck, ein Feingebäck, Mannheimer Spezialität [Hartmann Teemaschin 14]. — f. 'Lakritzstange' s. PfWB Bärendreck. — g. 'Kunstdünger'; D. säe [verbr., bes. WPf]; de schwarz D. 'Kalkstickstoff' [ PS-Schmalbg]. — 3. verächtlich für Wertloses, Unbedeutendes, Unangenehmes, nichts. a. 'Unkraut' [ ZW-Battw HB-Kirrbg Einöd GH-Zeisk Erlb]; 'Unkrautsamen und andere Abfälle beim Putzen des Getreides' [mittl. VPf (Bertram 167) Gal-Dornf]. — b. 'Ramschware'. Die sollen ehren D. nor b'halte! [NW-Freinsh, verbr.]. Zs. PfWB Teufelsdreck 2. — c. 'unangenehme Angelegenheiten'. Ich han genung vun dem D. [Kaislt, verbr.]. Stecken eier Nas in eier D.! [ Gal-Dornf Obl]. — d. 'Kleinigkeit'. Der ärjert sich iwwer jede D. [nördl. VPf, allg.]. Weche jedem D. regt der sich uff [Krieger 17]. RA.: Die zwee hallen zamme wie zwee Arschbacke; bei jedem D. gehn se ausnanner, von Eheleuten, die sich nicht vertragen [ Gal-Bagbg]. SprW.: Geld esch D., awwer mer braucht's [ BZ-Dernb]. — e. 'nichts'. Des geht dich en D. aan [NW-Hardbg, verbr., auch Lambert Penns 43 Don Gal Buch]. Du kriegscht e D. [SOPf, verbr.]. Jo, Dreck! 'Nichts gebe ich' [ RO-Würzw]. Dreckel, mein Herzel!, dass. [ LA-Venn Edh Germh]. Das es kaan D. wert [ KU-Kaulb]. Du waascht (weißt) e D. 'gar nichts' [Kühn Hamet 104]. Du kriescht e Dreckelsche mi'me Lechelche; das hängscht der um dei Hälsche, scherzh. Antwort auf die Frage des Kindes, was man ihm aus der Stadt mitbringen werde [Gal-Dornf, verbr. Gal Buch-Altfratautz Satulmare]. — 4. s. PfWB Pfingstendreck. — Südhess. I 1674 ff.; RhWB Rhein. I 1439 ff., IX 1114; Saarbr. 50; LothWB Lothr. 101; ElsWB Els. II 748; Bad. I 538/39.
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