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 PfWB Traget (Bd. 2, Sp. 400)   PfWB putzen (Bd. 1, Sp. 1423) 
   Traget1, Tragets f.:
1.
a. 'soviel man auf einmal tragen kann, eine Traglast', bes. 'eine zusammengebundene T. Blätter, Gras, Holzreisig', zur Verbr. der Formen s. K. 70, Trachet (drāxəd, (dr-)) [verbr. mittl. u. südl. VPf PfId. 141 Kühn Hamet 139], Tragt [ Don Kernei], Traat (drād, drd) [WPf (teilweise neben PfWB Last, PfWB Bürde)Gal-Dornf Falkenst Slawitz], Trajet (drājəd) [Lambert Penns 43], Traachets (drāxəds) [ LU-Altr], Traats (drds) [ FR-Albsh]. Syn. s. PfWB Bürde. Er geht en Traachet Holz hole [ GH-Hördt]. Die schleppt e großi Traat [ HB-Kirrbg]. Du hoscht en schweri Traget [ BZ-Dernb]. —
b. 'schwere Last', Traat [ IB-Blickw KL-Stelzbg]. —
2. übertr.
a. 'große Portion Essen'. Was der sich e Traat gescheppt (in den Teller geschöpft) hat! [ KU-Bedb]. —
b. 'große Menge getrunkenen Alkohols'. Er hot sei Traat 'ist betrunken' [ ZW-Battw], Traget [ BZ-Dernb]. —
c. 'Tracht Prügel'. 's gibt e Tragit [ GH-Freckf], Traget [ BZ-Dernb].—Traget ist wie PfWB Backet und

[Bd. 2, Sp. 401]
PfWB Kochet eine Bildung auf -et. Die Herkunft dieses Suffixes, das »das Ergebnis einer Tätigkeit, namentlich aber eine gewisse Menge, die auf einmal erscheint« festhält, ist ungewiß (Henzen 177/78). Im Blick auf den historischen Beleg bei Tragend könnte vom Pfälzischen her das Part. Präs. als Ausgang mit in Betracht gezogen werden. Vgl. auch die parallele Entwicklung bei tragend/traget 'trächtig'. Tragets ist vielleicht eine Mischung aus Traget und PfWB Tragens; vgl. Südhess. I 1629. — LothWB Lothr. 98; Bad. I 524.

 

   putzen schw.:
1. 'säubern, reinigen', vgl. PfWB ab-, PfWB ausputzen.
a. Frucht (Getreide), Same butze '(mit der Putzmühle) von Spreu und Staub reinigen' [allg. (1930)]. —
b. Kraut, Erbse, Bohne b. 'zum Kochen herrichten' [ KU-Bedb, allg.]. SprW.: Mer kann aach fer fremme Leit Salat b. 'unnötigerweise anderer Leute Arbeit tun' [Land u. Umg.]. —
c. die Sau b. 'das geschlachtete und abgebrühte Schwein mit dem Schaber von Borsten befreien' [verbr.]; die Därem (des Schlachtviehes) butze, eine Metzgerarbeit [ KB-Kerzh, allg.]; vgl. PfWB durchputzen. —
d. die Nas b. 'sich schneuzen' [ KU-Diedk, allg.]. Der soll emol erscht die Nas butze lerne!, sagt man von einem, der etwas tut oder redet, was sich für sein Alter noch nicht schickt [ LU-Neuhf]. Dem Schornsteinfeger rufen die Kinder nach: Schornschtefääscher, butz dei Nas mit'm schtumbe Bese! [Kaislt]. RA.: Der hot die Nas gebutzt kriet 'Dem hat man die Meinung gesagt', auch 'Der ist ordentlich gestraft worden' [FR-Bockh, verbr.]. — Die Zähn b., wie schd. [ RO-Lohnsf, allg.], auch übertr. 'verhauen' [ FR-Mörsch], 'etwas Unangenehmes in Erinnerung bringen' [ KU-Bledb]. Du muscht der die Ohre butze losse, von einem Schwerhörigen [ ZW-Battw]. Der macht e paar Aage, daß mer se mit de Knoppgawwel butze könnt [Kühn Palz 142]. Wer de Bart gebotzt will hun, muß'n denoh halle 'Beim Rasieren darf man den Kopf nicht bewegen' [ RO-Rehborn]. 's Kind botze, wenn es sich beschmutzt hat [ KU-Bedb]. —
e. die Klarer (Kleider) butze 'von Flecken reinigen' [NPf, verbr.]. Mondag morjens werren die Kleeder gebutzt, ausgeberscht un ausgekloppt [Frankth]. —
f. Die Stubb b. 'mit nassem Lumpen reinigen, scheuern' [allg., auch Lambert Penns 35]. Du sedschd (solltest) der Bodde butze alle Marje [Buffington Penns Var. 231/9]. Volksgl.: Ein Mädchen, das sich beim Putzen sehr naß macht, bekommt einen Säufer zum Mann [Kirchhbol]. —

[Bd. 1, Sp. 1424]

g. den Schornstein p. 'fegen'. a. 1747: Soll der hiesige Caminfeger jährlich wenigstens zweimal die Schornsteine butzen [Speyerer Kaminfeger-Ordnung]. a. 1751: Die Schornsteine sollen des Jahres wenigstens 3 mahl gebutzet werden [Zweibr. I (Altstadter Dorfordnung)]. —
h. das Faß b. 'von der Hefe säubern' [FR-Albsh, verbr. KB]. a. 1635: 12 batzen dem Kieffer, welcher die wein faß gebutzt vnd gebunden [WerschwSchR Bl. 110]. —
i. de Been (den Bienenkasten) b. [KU-Adb, verbr.]. —
j. de Wieche (den Docht) b. [Pirmas. LA-Wollmh]. —
k. die Fedder (Schreibfeder) b. [LA-Maik, verbr.]. —
l. die Uhr b. [ZW-Battw PS-Schmalbg KB-Kriegsf Land]. —
m. de Pad (Pfad) botze [ KU-Bedb]. —
n. de Gaarde b. 'im Garten Unkraut jäten', entsprechend: Grumbeere (Kartoffeln), Kraut b. [KU-Bedb, verbr. SWPf PS-Ost BZ-Wilgws V'weidth Völkw Silz GH-Sondh N'potz Wörth LA-Nd'hochstdt]; vgl. PfWB jäten. Mer gehen in de Wald butze 'den Schlag von Dornen und Unkraut reinigen' [ KB-Kriegsf]. —
o. die Wisse b. 'Holz, Laub, Steine von den Wiesen ablesen und die Maulwurfshaufen beseitigen', eine Frühjahrsarbeit vorn. von Frauen und älteren Leuten [allg., ohne Gal]. a. 1759: diese Wieß ist jetzo bis an das Floß sauber gebutzt [Kurpf. A. 884 (Pfarrgüter Duchroth)]. a. 1760: An der schwartzbach ein neuerlich gebutzt stück [Lgb. von Illing (PS-W'fischb)]. —
p. die Gräwer (Gräben), die Renne (Rinnen), die Bach b. 'vom Pflanzenwuchs herrührende Verunreinigungen der Ufer und der Sohle entfernen' [allg.]. a. 1619: Item ist auch Pfaltz schuldig, die Speyerlach zu wessern, zu butzen [SSp., SLgb. Winzingen, Bl 9]. a. 1751: Die Bäche sollen sauber gebutzt und ausgehoben werden [Zweibr. I A. 761 (Altstadter Dorfordnung)]. —
q. die Bääm b. 'Bäume beschneiden' [verbr. vorn. SPf]; 'an gefällten Bäumen die Äste entfernen' [verbr. Forstspr.]. —
r. die Gail (die Peer), die Kih b. 'mit Striegel und Bürste reinigen' [allg.]. SprW.: Gut gebutzt is halb gefiedert [ KU-Schmittw/O Trahw Bechb Diedk KB-Bischh FR-Eppst Gal-Dornf]. Den VR. Peter, wo steht er s. bei PfWB Peter (Sp. 742 Z. 17). —
s. sich p.
α. Er hot sich gebutzt 'geräuspert' [ LU-Altr]; er hat sich gebotzt 'sich übergeben' [ KU-Patb]. Syn. s. PfWB brechen 3 b. —
β. Die Biene butze sich, vom ersten Ausflug der Bienen im Frühjahr [ KL-Matzb, ZW-L'wied RO-Bistschd]. —
γ. die Kuh hot sich gebutzt 'die Nachgeburt ausgestoßen' [VPf mittl. u. südl. WPf, vgl. K. 75, verbr. Gal], gebotzt [verbr. im Gebiet ostw. Kus IB-Rohrb HB-Walsh]. Syn.: PfWB fegen; PfWB Trage(t), PfWB Fege, PfWB Fegsel, PfWB Geflecht, PfWB Lächter, PfWB Nachgeburt, PfWB Reinsel abstoßen; säubern.
δ. die Katz butzt sich, 's gebt Besuch [ KL-Weilb]; vgl. waschen. —
ε. 's Hinkel (Huhn) butzt sich 'ordnet mit dem Schnabel die Federn' [ KL-Lind]. —

[Bd. 1, Sp. 1425]

[Bd. 1, Sp. 1427]

ζ. de Bääm (Baum) hot sich gebotzt 'ist abgeblüht' [ RO-Nd'mosch]; die Bliet (Blüte) butzt sich 'die unbefruchteten Fruchtknoten fallen ab' [ LU-Alsh]; die Wingert hän sich gebutzt, dass. [ BZ-Heuchh, KU-Wolfst]. —
η. Die Stern butze sich 'Sternschnuppen fallen' [Zweibr]. —
2. 'blank reiben'; die Klink, 's Silwer (Silberbesteck) b. [allg.]. RA.: Er geht Deerschlenke (Türklinken) b., vom Bettler [KU-Diedk, verbr.]. Er strahlt wie e frischgebutzte Dreckämer 'Schmutzeimer' [ LA-Herxh]. —
3. 'schmücken'.
a. 's Bäämche b. 'den Christbaum schmücken' [verbr., s. K. 76]. Syn.: PfWB anhenken 2 a, PfWB anmachen 1, PfWB bekrönen, PfWB machen, PfWB schmücken, PfWB verzieren, PfWB zieren. 's Bäämche werd nachts gebutzt, daß die Kinn nix devun merke [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB abputzen 3. —
b. Der Anzuch botzt 'kleidet gut' [ RO-Odh]. Das Klääd butzt dich 'steht dir gut' [ PS-Erfw]. —
c. sich b.
α. gegenst. 'sich schön kleiden' [allg.]. Zs. PfWB herausputzen. Grad dut se sich b., von einer Frau, die beim Ankleiden ist [ LA-Gommh, allg.]. Der butzt sich wie e Herr [ KB-Bennhs]. RA.: Er isch gebutzt wie e Hochzeider 'Bräutigam' [ LA-Nd'hochstdt]. Der es gebutzt wie 'm Narr sein Gaaß (Ziege) [KB-Bennhs, verbr. WPf]; gebotzt wie e Pingschtochs [ KU-A'glan, RO-Obd Pirmas]; gebutzt wie e Poohahn (Pfau) [KU-Brück, verbr.]; gebutzt wie 's Kättl am Feierdaag 'auffallend gekleidet' [ BZ-Albw, LA-Nd'hochstdt LU-Alsh NW-Dürkh Kaislt]; gebutzt wie 's Kättel im Herbscht 'schlecht gekleidet, wie die Arbeiterinnen bei der Weinlese' [Bergz]; wie's Grerel (Gretel) im Herbscht [ KU-Brück]; gebutzt wie e Moschterkolwe 'geschmacklos gekleidet' (der Mostkolben zum Stampfen der Weintrauben wurde beim Schlußfest mit Bändern geschmückt) [Kleeberger 100]. Butz dich, märge därfscht aa (morgen darfst du auch) mit de Sai laafe [Fogel Prov Penns Nr. 203]. VR.: Heit is Kerb in unserm Dorf; guck, ich muß mich butze [Schandein Bav. IV/2, S. 384]. —
β. übertr., ironisch: Dau hoscht dich mol gebotzt 'Du hast dich durch schlechtes Benehmen (auch durch schlechte Leistung) blamiert' [KU-Kaulb, Kühn Schnitze I 224]. Du hascht dich heit widder gebutzt, von einem, der sehr wenig gegessen hat [Kaislt]. —
4. 'leeren'. Die Scheier (Scheune) isch gebutzt [BZ-Annw, verbr.]. RA.: 's Säckel is gebutzt 'Der Geldbeutel ist leer' [ BZ-Queichhmb]. —
5.
a. 'ausschelten' [Klein Prov. 72]; auch in den Zs. PfWB ab-, PfWB aus-, PfWB herunterputzen. RA.: Dem han ich de Schnorres (Schnurrbart) gebutzt 'Dem habe ich die Meinung gesagt' [Pirmas, RO-Obd]. Syn. s. PfWB schelten. —
b. eni b. 'eine Ohrfeige herunterhauen'. Baß uff, wann ich der äni butz! [Lu'haf, FR-A'lein GH-Kuhdt Bellh]. Ich butz der de Wersching 'den Kopf' [ LU-Muttstdt], die Aadeckel [ KL-Enkb]. Syn. s. PfWB verhauen. —
c. Butz dich! 'Geh weg!' [ HB-Webh

[Bd. 1, Sp. 1428]
IB-Hass WD-Niedkch ZW-Mittb]. Butz die Platt! dass. [ KL-Erlb ZW-Bottb FR-Mörsch Heuchh LU-Muttstdt Böhl LA-Wollmh]. Er hat die Platt gebutzt 'ist stillschweigend davongegangen', weil er etwas angestellt hat oder weil er sich vor einer Arbeit drückt, auch vom Zechpreller [Kaislt, verbr. (ohne Auslandspfälzer)]; vgl. das Zitat von Kühn bei berappen.
d. Er hot se gebutzt 'ist hingefallen' [ NW-Weidth]. —
e. einen p. 'einem alles abgewinnen'. Mer han'n gebutzt [ KU-Dennw/Frohnb]. Syn. s. PfWB abgewinnen 1. — F.: zumeist budsə; bǫdsə verbr. NWPf und nördl. NPf. — Südhess. I 1272 ff.; RhWB Rhein. I 1190/91; Bad. I 390/91; Saarbr. 159; LothWB Lothr. 75; ElsWB Els. II 129.