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| PfWB Trag-band (Bd. 2, Sp. 392) | PfWB tragen (Bd. 2, Sp. 394) | PfWB zu-tragen (Bd. 6, Sp. 1713) | |||||||||||||||||||||||||||||||||
1. 'Riemen oder Gurt zum Schultern von Lasten', vgl. PfWB Traggurte. a. am Schubkarren, Trag-, Traach-, Traaband, zur F. s. PfWB tragen u. PfWB Band [verbr.]. Das T. wird über die Schulter gelegt und an [Bd. 2, Sp. 393] beiden Handgriffen des Schubkarrens befestigt; so entlastet es Arme und Hände. RA.: Ich meß d'r gleich 's Traaband an! Androhung von Schlägen [ NW-Weish/S]. — b. an der Tragbahre, Traachband [ PS-Erfw]. — c. beim Möbeltransport, Tragband [ LU-Friesh], Traaband [ FR-Tiefth]. — d. an der Frauenkleidung. Die Frää hot ken Hüfte, sie braucht en Tragband for ehr Röck [ BZ-Dernb]. Der Strump is mit'm Traaband am Halter feschtgemacht [ ZW-Battw]. — 2. 'Eisenband am Wagen, das Achsenstock und Tragholz umschließt', vgl. Achsenstockband in Abb. 13 bei Bett, Pl. Traabänner [KL-Schrollb Morb Fischb PS-Schmalbg], Trag- [LU-Muttstdt Klein Wag. 107]. Syn. s. PfWB Achsenband. — Südhess. I 1623; RhWB Rhein. VIII 1275; ElsWB Els. II 56; Bad. I 522.
| I. einen, etwas t., traan, traan, traa(e), traache, trage, s. F. 1. 'von einem Ort zum andern t.'; 's Däschche in de Hand, 's Kind uf'm Aarm (uf'm Buckel) traa(e) [NPf, allg.]. Sie tragt ehr Kind uf'm Buckel wie die Hääre (Heiden 'Zigeuner') [ BZ-Dernb]. Er traacht de Sack Hawwer uf de Schilder [LA-Gommh, verbr.]. Die kann e Korb voll Aajer uf'm Kopp traa [ Gal-Dornf]. Ich muß gleich 's Mettagesse in die Fawerik (Fabrik) traache [ PS-Erfw]. Mer missen heit Mischt in de Wingert traae [NW-Frankeck, verbr.]. Der kann Läscht (Lasten) troon wie e Besembinner [ KU-Schmittw/O]. Der Mihlknecht [Bd. 2, Sp. 395] muß schwer traache [LA-Gommh, verbr.]. De Aarem (Arm) dut mer weh vum Traae [Gal-Dornf, verbr.]. Do kammer sich bucklich traa, von einer schweren Last [RO-Münstapp]. Er hot sich en Bruch getrage, sich durch Tragen einen Bruch zugezogen [BZ-Dernb, verbr.]. Kumm, ich helf der trage! [ SP-Mechth]. RA.: E Judd hot's uf der Stang getraa, Scherzwort, wenn jemand etwas vergeblich sucht [ Gal-Dornf]. Des traat 's Wasser hoch, von einem hochbeinigen Mädchen [ Don-Schowe Torscha]. Er traat sei Tornischder uf'm Buckel noh, von einem Buckligen [ KL-Reichb]. Einen Sommersprossigen neckt man: Gell, du hoscht Puhl (Jauche) mit'm Korb getraa? [ KL-Bann]. SprW.: Die (verschwenderische) Frää tracht im Schorz mehn aus'm Haus, als der Mann mit'm Wache (Wagen) neinfahrt [BZ-Dernb, verbr., auch Don Gal Buch]. Volksgl.: Wammer 'n jung Kind tragt un hot selwert kens, erbt's 'wird man selbst bald eins haben' [Fogel Beliefs Penns Nr. 171]. VR.: Hannes, Trawannes, traa Wasser ins Haus; die Millich lääft iwwer un 's Feier geht aus [Trifels 24. 12. 1933, ähnlich Gal]. Traa mich, traa mich, traa mich net weit; traa mich noh Mackebach, wo's so scheen geit (geigt; Mackenbach ist als Musikantendorf weithin bekannt) [ KU-H'einöd]. Wenn einem Kind etwas heimlich angehängt wurde, rufen die anderen: De Esel träät, de Esel träät; er träät e Sack voll Kleie un wääß net, wo se leie [ KU-Bedb]. Ein Fingerspiel s. bei PfWB Bach (I 502, Z. 16). a. 1514: Item 4 sch. 11 pf. vor 8 tage myscht in die wingert zu berghußn zu dragen [GgHospR]. a. 1518: haben sanct philipsen geert mit eim silber Kyndelin, dregt (hält) ein silber appel yn die linker hant [Lehmann, Dipl. Gesch. des Stifts zu Zell]. Ein Zitat von a. 1539 s. bei PfWB Teig 1. a. 1571: Item 2 Lagell (s. PfWB Logel) darin man wasser dregt [ZweibrKellR]. Zs. PfWB ab-, PfWB ane-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB bei-, PfWB tot-, durch-, PfWB ein-, PfWB fort-, PfWB heim-, PfWB heraus-, PfWB herbei-, PfWB herein-, PfWB her-, PfWB herum-, PfWB hinab-, PfWB hinauf-, PfWB hinaus-, PfWB hinein-, PfWB hin-, PfWB hinüber-, PfWB hinunter-, PfWB hoch-, PfWB nach-, PfWB voran-, PfWB vor-, PfWB zusammentragen. — Insbes. a. gegenst. α. de Aarem in de Schlink (Schlinge) traache [ LA-Gomm, allg.]; dass. auch kurz: 's Kind dut sein Ääremche traan [KU-Brück, verbr.]. — β. 'n Bruchband trage [NW-Elmst, verbr.]; e Benn (Binde) traan, dass. [WD-Niedkch, verbr.]. — γ. Kläärer (Kleider) traache, wie schd. [Land, verbr.]. De Mantel krieht e neier Krage, do kannscht'ne noch drei Johr trage [Krieger 37]. Was ich ammer (an mir) traa, muß echt sein [ FR-Bockh]. So Fetze, wie sie heit traaen, dät ich kene um de Leib, Ausspruch einer alten Frau [ ZW-Gr'bundb]. SprW.: Wer lebt vun Fische un Jage, muß verissene Kleeder drage [Penns]. — δ. e Brill t., wie schd. [allg.]. Ich glaab, ich muß e Brill [Bd. 2, Sp. 396] naun traae; ich geh noch heit zum Obdiguss [Kühn Schnitze II 37]. — ε. De Hund traat de Schwanz scheen, wenn er ihn leicht herabhängend und gebogen hält [ PS-Schmalbg]. Die Kuh trägt de Schwanz iwwer'm Loch, zum Zeichen, daß sie nicht trächtig ist [ SP-Harths]. — ζ. Die Been traan mich nimmi (vor Müdigkeit) [ Gal-Dornf]. Er geht fort, so weit'n die Bäin troon [ KU-Schmittw/O]. — η. 's Eis traacht 'ist schon so fest, daß es einen sicher trägt' [BZ- Albw, verbr.]. Der Balke tragt net 'ist zu schwach für die vorgesehene Belastung' [ BZ-Dernb]. — θ. Das Gewehr traat weit 'hat eine große Schußweite' [KB-Biedh, verbr.]. — b. übertr., s. auch Zs. PfWB ab-, PfWB auf-, PfWB aus-, PfWB bei-, PfWB be-, PfWB davon-, durch-, PfWB ein-, PfWB er-, PfWB herum-, PfWB nach-, PfWB über-, PfWB ver-, PfWB vor-, zer-, PfWB zutragen. — α. Des Geschäft tragt nix 'bringt keinen Gewinn' [BZ-Dernb, verbr.]. — β. die Koschde (Kosten) t., wie schd. [verbr.]. — γ. sein Los, sein Schicksal t., wie schd. Sie tragt ehr hart Los geduldig [ BZ-Dernb]. Sie trägt ehr Leide mit Geduld [ NW-Frankeck]. Er träät schwer dron 'macht sich viel Sorgen und Kummer um etwas oder um jemand' [ KU-Schmittw/O, KB-Bubh]. — δ. a. 1314: der sol von der getat duen und dragen zwivaltige pene 'die doppelte Strafgebühr entrichten' [SpeyUrk. 222]. — ε. 'Abbruch tun', mit Dat. a. 1507: Zum letzten spricht man zu recht, daß wasser vnd weydt der gemein sey, darin soll ir niemandt tragen [PfWeist. I 551 (LA-Frankw)]. — 2. Weitere RA. u. SprW. zu I 1: Er traat Wasser uf zwee Schuldere 'handelt zweideutig' [KU-Trahw, verbr., auch Penns]. Die dun Holz zum Feier traache 'schüren den Streit' [LA-Impfl]; Stafette traae 'tratschen' [ RO-Duchr]; die Kerch ums Dorf traae 'am Wesentlichen vorbeireden' [RO-Dielkch, verbr.]. Der traat awwer sei Nas hoch 'ist eingebildet' [Kus, verbr.]; uf de Hänn traae 'mit liebevoller Sorgfalt umhegen' [KU-Kaulb, verbr.]. Er hot net schwer se troon, weil er dumm und beschränkt ist [ KU-Schmittw/O]. Was der hergibt, is gut traae, von einem Geizhals [ KU-Schmittw/O]. Das is ken Schäfche, wie' s Woll träät 'ist nicht so, wie es nach außen hin scheint' [ KU-Bedb]. Das hebt un träät net 'ist nichts Rechtes' [ KU-Adb, Kaislt]. Die RA. Brief t. s. bei PfWB Brief 2 c. SprW.: 's hot jerer sein Päckche (auch: Bindelche) 'sein Schicksal' se traan [ KU-Hundh]. Des Knächelche, wo em beschert is, traat em ken Hund fort, dass. [NPfGV Nr. 8/1934]. An dem, was m'r gelehrt (gelernt) hat, traat m'r nit schwer [ PS-Schindhd, KU-Schmittw/O BZ-Dierb]. Wer bringt, traat aach 'Wer Neuigkeiten über andere bringt, trägt auch Neuigkeiten weiter', Warnung vor Zuträgern [ Don-Gottlob]. — 3. Frucht t., s. die Zs. PfWB austragen 3 a. — a. von Tier und Mensch. α. vom Tier. Die Kuh (de Gaul, die Stut, die Loos 'Mutterschwein') traat [Bd. 2, Sp. 397] 'ist trächtig' [verbr. mittl. u. südl. WPf, allg.]; dass. häufiger in der Verneinung: traat net, träät nimmi usw. Die Kuh is net ans Trage se bringe [ KL-Rodb]. Die Kuh is tragend [ HB-Kirrbg BZ-Hermbghf]. Scherzrede: En Gaul un en Has tragen en Johr (die Stute 48 Wochen, der Hase 4) [ BZ-Dernb]. Volksgl.: Fieder e Kuh, as net tragend bleibt, Dulibuhneblädder (Tulpenblätter) [Fogel Beliefs Penns Nr. 796]. Vgl. die Zs. groß-, PfWB hochtragend u. die Syn. bei trächtig. — β. selten vom Menschen; unner'm Herz troon, wie schd. [ KU-Schmittw/O, BZ-Dernb]. — b. von der Pflanzenwelt. De Acker hot noch nie soviel getrage wie desjohr [GH-Kand, verbr.]. Das klääne Bäämel do tragt schun [ BZ-Dernb]. Volksgl.: Uf der Äppeldag (25. März) eb (vor) Sunneufgang schittelt mer die Äppelbääm; noh trage sie immer gut [Fogel Beliefs Penns Nr. 1058]. — 4. 's Geld traat Zinse, wie schd., [KU-Kaulb, verbr.]. — II. refl. 1. 'sich kleiden'. Er träät sich iwwer seine (!) Stand 'zu aufwendig' [ WD-Niedkch]. Sie tragt sich modern [ BZ-Dernb]. — 2. vom kleidsamen Stoff, vom passenden Kleidungsstück. Der Stoff (auch: der Aanzug) träät sich gut (auch: träät sich net gut, träät sich schlecht) [ KU-Schmittw/O, allg.]. — 3. sich mit einem Gedanken, mit Plänen t., wie schd. Er tragt sich mit dem Gedanke auszewannere [ BZ-Dernb]. Er tragt sich mit grouße Plän (mit houche Stange) [ebd.]. — F.: Inf.: drān/drn RO-O'hs Durchr Lettw Westteil der mittl. WPf (bis zur Linie KU-Hachb—KU-Krottb) SWPf (bis zur Linie KU-Kübbg—ZW-Mauschb), dazu eine Insel um KL-O'mohr; drān/drn ostwärts anschließend bis zur Linie RO-Ebbg—KL-Mackb—KL-Hauptstl; drāə/drə noch weiter ostwärts anschließend bis zur Linie FR-Bobh—NW-Leistdt— NW-Weidth—PS-Glashtt, dazu GH-Neubg; drāgə/drgə u. drāxə/drxə im Hauptteil der VPf einschl. Ost-PS ab der Linie PS-Hintwdth— PS-Bundth (nördl. des Speyerbaches -x- u. -g-, südl. davon fast allg. -x-, selten -g-) — Präs. Sing. 1.: drān/drn westl. NPf u. MPf bis zur Linie RO-Wintbn—RO-Nd'mosch—KL-Rodb — KL-Miesb—ZW-Battw—HB-Brenschb; drā(ə)/dr(ə) anschl. bis zur Linie FR-Bockh—NW-Weish/S— NW-Weidth—PS-Petbch mit Einzelorten ostwärts der Linie; drāg/drg vorn. (FR u. LU); drāx/ drx u. selteneres trāg/trg mittl. VPf; drx südl. VPf mit Ost-PS ab der Linie PS-Hintwdth— PS-Fischb; 2./3.: drād/drd bzw. drād/drd mittl. u. südl. WPf nördl. VPf bis zur Linie FR-Höning—FR-Bockh; drd/drēd bzw. drd/ drēd NPf bis zur Linie KU-Blaub—KU-Kaulb— KB-Bubh, dazu IB-Reinh Bebh WD-Niedkch (drd in KU-Hundh RO-Odh Duchr Als Ebbg); drāg(d)/drg(d) und drāx(d)/drx(d) bzw. drāgd/drgd und drāxd/drxd südl. VPf bis zur Linie LA-Wey—GH-Westh mit Ost-PS ab der [Bd. 2, Sp. 398] Linie PS-Schönau—PS-Dahn—PS-Haust; drg(d) drēg(d) bzw. drgd/drēgd vorn. nördl. VPf, seltener mittl. VPf; drχ(d)/drēχ(d) bzw. drχd/ drēχd mittl. VPf, seltener nördl. VPf. — Präs. Pl. (für alle 3 Pers.): drā(ə)n/dr(ə)n NPf u. WPf (zweisilbig bes. im Ostteil der NPf); drāxən/drxən, seltener drāgən/drgən Westteil der VPf bis zur Linie FR-Lambsh—BZ-V'weidth (bez. -g- u. -x- s. Angaben beim Inf.); drāxə/ drxə ostwärts anschließend (südl. der Linie NW-Duttw—Spey im mittl. Teil neben der Endung -ə auch -ən). — Imp.: drā/dr WPf ohne Ost-PS NPf mit nördl. VPf bis zur Linie FR-Bockh—FR-Gr'karlb—NW-Hardbg, dazu GH-Neubg; drāg/drg und drāx/drx VPf (-g hauptsächlich im N, -x- im S einschl. Ost-PS ab der Linie PS-Hintwdth—PS-Fischb). — Part. Perf.: gədrā(ə)/gədr(ə) WPf u. NPf etwa entsprechend der F. gebroch auf K. 1; gədrāgə/gədrgə und gədrāxə/gədrxə VPf (-g- vorw. nördl. u. teilweise mittl. VPf, -x- vorw. südl. u. z. T. mittl. VPf sowie Ost-PS). — Dunkle Qualität des -a- vorn. SOPf, NWPf und z. T. Süd- HB u. Süd-IB. — Intervokalisch erscheint der Velarreibelaut im nördl. Teil der mittl. VPf häufig nicht als -x-, sondern als -γ-. Daneben ist nach Bertram 120 noch eine Lautstufe zu hören, die zwischen γ und g steht, aber doch noch Reibelaut ist. — Auslandspfälzer: Formen aus Penns: draje, gedrāje Lambert Penns 43; drāge Horne Penns 238; drgd, seltener dreχd PSA K. 60; dr‧e., Wood Schärf. Penns 237. Formen aus Gal: dr(ə), selten drā(e); entspr. die konjugierten Formen: dr, dr(d), drd, drn (seltener drə), gədr. Rußl-Spey hat im Inf. drāxə. — Südhess. I 1625 ff.; RhWB Rhein. VIII 1268 ff.; Saarbr. 210; LothWB Lothr. 99; ElsWB Els. II 743/44; Bad. I 522ff.
| 1. '(Gerüchte, Neuigkeiten) zu anderen hintragen', -traa(n), -trache, u. a., s. PfWB tragen [vereinzelt]. Sie hot er glei die Neiichkeet zugetrage [ LU-Opp]. — 2. 'sich ereignen' [verbr., Lambert Penns 185 Krämer Gal 250]. Wie hat sich das zugetraa? [ KL-Weilb]. So wie ich's sa' / So hat sich's werklich zugetra' [Münch Werke I 89]. a. 1599: Item da sich malefitzsachen in berürten dorfen zutragen [PfWeist. 701 (BZ-Gossw)]. — RhWB Rhein. VIII 1274; ElsWB Els. II 745.
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