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 PfWB Tracht (Bd. 2, Sp. 390)   PfWB Schurz (Bd. 5, Sp. 1506) 
   Tracht f.:
1. 'das Tragen', bes. vom Eintragen der Bienen. 's isch jetzt Tracht (draxd) [LA-Mörzh Impfl Don-Schowe]. 's is durchgehende T. 'die ganze Zeit über finden die Bienen Honig und Blütenstaub' [ HB-Bexb]. Die Biene han alleweil e gudi T. [ Don-Schowe Torschau]. —
2. 'das Tragende'.
a. 'Gebärmutter bei Tieren' [ KU-Wolfst KB-Kriegsf LU-Opp Friesh]; vgl. PfWB Trage 3 a, PfWB Tragsack.
b. 'Nachgeburt der Kuh' [ KB-Rams FR-Hettldh LU-Oggh Gal-Slawitz]. Die Kuh hot die T. schun rausgeschafft [ KB-Kriegsf]; vgl. PfWB Trage 3 b. Syn. s. PfWB Fege. —
3. 'das Getragene'.
a. 'Traglast, die man auf einmal tragen kann', Tracht [KU-Schmittw/O Hefw ZW-L'wied PS-Trulb KL-Weilb KB-Kriegsf Bubh FR-Tiefth Mörsch LU-Neuhf NW-Geinsh Elmst Lambr SP-Harths Ottstdt (Bertram 160)], Traat (drād, drd) [KU-Hundh Wolfst Trahw Schandein Ged. 250], vgl. PfWB Traget. Syn. s. PfWB Bürde. —
b. 'die aufgetragene Speise', Tracht [ LA-Venn]; vgl. PfWB Traktament. a. 1577: Auch soll ein Wirth ... mehr nit dann 4 zimlicher guter Trachten, ausgenommen Gebackenes, Keeß und Obs geben [Schandein Bav. IV/2, 370 (Hochzeitordnung in Speyer)]. —
c.
α. 'der von den Bienen eingetragene Honig', Imkerspr., Tracht [verbr.]; die eerscht, die zwett, e scheeni T. [verbr.]. Zs. PfWB Frühjahrs-, PfWB Früh-, PfWB Futter-, PfWB Haupt-, PfWB Heideblüten-, PfWB Hoch-, PfWB Klee-, PfWB Obstbaumblüten-, Reps-, PfWB Spätjahrs-, PfWB Spättracht. —
β. von der Honigabsonderung der Blüten, Tracht [ FR-Lambsh BZ-Klingmst].

[Bd. 2, Sp. 391]

d. 'Alkoholmenge, die zur Trunkenheit führt'. Er hot wieder sei Traat [ ZW-Battw]. —
e. 'Tracht Prügel'. Du kriegscht dein Tracht [GH-Freckf, verbr., auch Don-Werb]. Er hot e T. Prichel kriecht [ BZ-Albw]; vgl. PfWB verhauen. —
f. 'besondere Art der Kleidung', Tracht [verbr.]. Die hän e schäni T. [ KL-Schmalbg]. Des is e alti T. [ LU-Opp]; e altmodischi T. [ NW-Haßl]. Die Schwarzwälder Tracht un die Elsässer Tracht werren iwwerall angestaunt [ BZ-Dernb]. Zs. PfWB Bauern-, PfWB Fastnachts-, Haar-, PfWB Kinder-, PfWB Kirchen-, PfWB Kleider-, PfWB Sonntags- PfWB Volks-, PfWB Werktagstracht. Die pfälzischen Volkstrachten sind schon um die Mitte des 19. Jh. dahingeschwunden. Versuche, sie wieder zu beleben, werden von in jüngerer Zeit entstandenen Trachtengruppen unternommen. Doch beschränkt sich deren Auftreten im wesentlichen auf Trachten-, Dorf- und Volksfeste. Vgl. Becker Vk. 71 ff. u. K. A. Becker, Die Volkstrachten der Pfalz, Speyer 1952. Angaben zu den einzelnen Trachtenstücken s. bes. bei PfWB Backschieße, PfWB Patschkappe, PfWB Bätze, PfWB Pelzkappe, PfWB Peter, PfWB Bippe, PfWB Bluse, PfWB Brustfleck, -lappen, -tuch, PfWB Tatschkappe, PfWB Dreispitz, -zipf, PfWB Tuch, PfWB Flieger, Gamasche, PfWB Gottwalts, PfWB Halsbinde, -tuch, Handschuhe, PfWB Haube, PfWB Hemd, PfWB Hose, PfWB Jacke, PfWB Kamisol, PfWB Kapuze, PfWB Kittel, PfWB Klitschenkappe, PfWB Klumpen, PfWB Koller, PfWB Kopftuch, PfWB Leibchen, PfWB Mantel, PfWB Mieder, PfWB Mutzen, PfWB Nagelbohrer, PfWB Nebelbätze, -haube, -kappe, -segler, -spalter, PfWB Rock, PfWB Salbandtappen, Schabo, PfWB Schaube, PfWB Schilee, PfWB Schlappes, PfWB Schnäppenkappe, PfWB Schoßrock, PfWB Schürze, PfWB Seelöwenkappe, Seeweck, PfWB Stauchen, PfWB Strohhut, PfWB Strumpf, PfWB Unterrock, PfWB Wams, PfWB Wasserstein, PfWB Wetterverteiler, PfWB Wollkappe, PfWB Ziehhaube, Zipfelkappe, PfWB Zweispitz. —
4. in den Zs. PfWB Ein-, PfWB Nieder-, PfWB Zwietracht. — Abl. aus tragen. Südhess. I 1621/22; RhWB Rhein. VIII 1265/66; ElsWB Els. II 741; Bad. I 521.

 

   Schurz, Schürzm., n., Schürze f.: 'Kleidungsstück, das den Körper oder die übrige Kleidung schützt', Schurz (urds) [KU-Kübbg IB-Gersh Reinh Rubh HB-N'alth Seyw KL-Landstl Olsbr NW-Duttw Lambr LA-Göckling Ilbh Impfl Insh O'hochstdt Queichh Ranschb BZ-Gleisz/Gleishb Gräfhs Klingmst Rohrb GH-Bellh Minf O'lustdt Steinw], (ūrds) [ BZ-Münchw], Schorz (ǫrds, ǫÄds) [verbr. (außer westl. WPf NWPf) Müller Dietschw 67 Hussong Kirkel 153 Schneckenburger 28, 44 Bertram § 246, Krämer Gal 194], (ḁrds) [Christmann Kaulb 20, 85 Mang 110], (ōrds) [ RO-Odh LA-Edk Leinsw Mart Gr'fischl Venn], Schourz [ KU-Nanzw IB-Habkch], Scharz [KU-Adb Etschbg Herchw Krottb Obw/ Tiefb Reipkch Odb Schmittw/O Selchb ZW-Contw Stamb RO-Feilbg (PfId. 121) Callb

[Bd. 5, Sp. 1507]
Dörrmosch Felsbghf Höring Obd Rehbn KL-Gimsb PS-Bundth Fehrb Petbg Rodalb Th'eischw KB-Niefh LA-Herxh Offb Wey BZ-Hermbghf Hofstätt Sarnst], Schorz u. Scharz [ KU-A'glan ZW-Gr'bundb], Schirz [KU-Nerzw Rathskch Seel IB-Bebh Ensh Eschring BZ-Heuchh], Schirze [ IB-Bliesmg/Bolch], Schärz (ęÄds) [verbr. NWPf westl. u. südwestl. WPf vereinzelt übrige Pf, Altenhofer 16], (rds) [KU-Frankb O'staufb RO-Gundw Alsbr FR-Albsh], Schärzer (Sg. u. Pl.) [Kus], Schärz u. Schorz [ KL-Wörsb FR-Albsh], Schärz u. Scharz [ KU-Körbn Obw/Tiefb], (ǫÄds), über 70jährige: (uÄds) [(1961) Höh 58], Scharz, Schatz [Lambert Penns 131]; Pl. Schärz [ KU-Adb WD-Niedkch HB-Kirrbg ZW-Battw Bechhf RO-Schweisw Odh Rehbn KL-Hütschhs Weltb PS-O'simt KB-Bennhs Kriegsf LU-Alsh/Gr NW-Elmst Wachh LA-Ilbh], (ērds) [ RO-Odh], Schirz [ BZ-Stein], Schärze [KU-O'staufb], Schär- zer [KU-Bedb Börsbn Hüffl Dennw/Frohnb Hundh Körbn Kus O'staufb Rathsw KL-Wörsb], Scharzer [ KL-Gimsb], Schirzer [IB-Eschring]; Dim.: zu Schorz: Schärzje, Schärzche [verbr. nordwestl. der Linie ZW-Riedbg — Dellf — KL-Trippstdt — NW-Deidh — Hardbg — Herxh-FR-Kl'niedh (außer nördl. NPf)], Schärzel [verbr. südwestl. der Linie ZW-Riedbg — Dellf — KL-Trippstdt — NW-Deidh — Hardbg — Herxh — FR-Kl'niedh], Schärzelche [vereinzelt VPf südl. WPf KU-A'glan], Schärzi [verbr. nördl. NPf]; zu Schirz u. Schurz: Schirzje, Schirzche [im Verbreitungsgebiet -je/-che, s. Schärzje, Schärzche], Schirzel [im Verbreitungsgebiet -el, s. Schärzel], Schirzelche [ BZ-Gleisz], Schurzje [ KU-Elzw]; zu Scharz: Scharzje [ KU-Krottb Haschb/R Etschbg KL-Gimsb], Scharzche [ KU-Selchb], Scharzel [ PS-Leim Bundth Lu'wink Th'eischw], Schärzche [ZW-Contw Stamb RO-Felsbghf KB-Niefh], Schärzje [ KU-Obw/Tiefb Reipkch ZW-Mörsb RO-Höring], Schärzel [ PS-Fehrb Petbg Rodalb BZ-Sarnst], Schärzelche [ PS-Th'eischw]; zum Dim. Pl. s. K. 27, Bäumchen; Genusangaben: m. [verbr. ges. Pf], n. [KU-Albb Bedb Hundh Körbn O'staufb Rathsw Schellw Wolfst WD-Niedkch IB-Bebh Ensh], m. u. n. [ IB-Bliesmg/Bolch], f. [ WD-Niedkch RO-Alsbr Gundw LA-Ranschb]; Zs.: PfWB Arbeits-, PfWB Ärmel-, PfWB Bäcker-, PfWB Pech-, PfWB Bind-, PfWB Brennhaus-, PfWB Brust-, PfWB Bund-, PfWB Putz-, PfWB Tändel-, PfWB Deck-, PfWB Dirndel-, PfWB Träger-, Trastel-, PfWB Trauer-, PfWB Dreck-, Dreher-, PfWB Tüncher(s)-, PfWB Einschlupf-, PfWB Feld-, PfWB Vorbind-, PfWB Futter-, PfWB Galgen-, Gnuster-, PfWB Gras-, PfWB Grundbirn(en)-, Gummi-, PfWB Halb-, PfWB Häng-, PfWB Haus-, PfWB Herbst-, PfWB Jute-, PfWB Kleider-, Knochenmehl-, PfWB Küchen-, PfWB Kutten-, Lämmeln-, PfWB Lappen-, Latz-, PfWB Leder-, PfWB Leib-, PfWB Leinen-, PfWB Lüster-, PfWB Mantel-, Maurer-, PfWB Metzger-, PfWB Reform-,

[Bd. 5, Sp. 1508]
PfWB Sack-, PfWB Salzsack-, PfWB Salz-, PfWB Sä-, PfWB Satin-, Sauerkalk-, PfWB Schaff-, PfWB Schlupf-, Schmied(en)-, PfWB Schul-, PfWB Segeltuch-, PfWB Servier-, Sonntags-, PfWB Stall-, Werk(en)-, Wingert-, Zierschurz; Syn.: PfWB Vortuch 1, PfWB Handtuch 1 b, Schurztuch; Arbeitsschürze des Bauern (neben den obigen Bez. u. Zs.): de bloe (de bloo) Schorz [LA-Siebdg, verbr.]; de groe Sch. [ NW-Dürkh BZ-Dernb]; de werkene (węrgənə) Sch. [ KB-Morschh NW-Wachh Haardt LA-Roschb Wey BZ-Hergw]; de bloowerkene Sch. [ FR-Bissh], vgl. PfWB blauwirken; de salzsacke Sch. [ KU-A'glan], vgl. PfWB salzsacken; de zuene Sch. 'Schürze für den gesamten Körperumfang' [ PS-Erfw]; e Sack uf e Sch. nähe [ ZW-Gr'bundb]; e Sch. voll Äppel [ KU-Schmittw/O]. Nemm der en Sch. voll! [ LU-Alsh/Gr]. Er esch sou bloo wie e Sch. [ LA-Herxh]. RA.: Der Duwak hot Blädder wie en Sch. 'sehr große Bätter' [ LA-Gommh Nd'hochstdt]. Der henkt seiner Modder noch am Sch. 'ist kindlich, unselbständig' [ WD-Niedkch]. Er laaft jedem Sch. nooch, von einem weibstollen Mann [PS-O'simt, verbr.], geht de Scherzelcher nooch, dass. [ NW-Haardt]. Der braucht nor e Sch. zu sehe! dass. [ LU-Altr]. Wann der nor e Sch. sieht! dass. [ GH-Zeisk]. SprW.: Eine Frau, die schlecht wirtschaftet, trecht im Sch. mähn fort, als de Mann mit zwää Gail (im Ärnwache) beifahrt [LU-Alsh/Gr, verbr., auch Auslandspfälzer]; Var.: Die Bauerefrää träächt im Schorz mehr naus, als de Bauer mit vier Gail reinfahrt [ BZ-Dierb]. Was mer im Sch. bezahlt, kummt am allerdaierschde, von gelegentlichen Zuwendungen und Geschenken [ KL-Hirschhn]. Jerer Faulenzer hot e Sch. an (zur Vortäuschung von Geschäftigkeit?) [ PS-O'simt]. Volksgl.: Wammer die Oier im Schärz naustragt fer Setze 'zum Ausbrüten lassen', gebt's lauder Hinkel [Fogel Beliefs Penns Nr. 895]. Volksbr.: In NW-Esth schenkt der junge Mann seiner zukünftigen Schwiegermutter einen Sch. [ NW-Frankeck]. a. 1744: 1 blau Carthonener Schurz, aus dem Kleiderverzeichnis der Apollonia Wind geb. Mühl aus LA-Roschb [Carl Pfalz im Jahr 145]. a. 1746: 2 Kartonene schürtz [Kurpf. 973 - 976 (FR-Flomh)]. a. 1786: 1 schwarzen Schurz [nach: R. Wihr Rehhütter Chronik 131]. Südhess. V 831 ff. Schurz, Schürze; RhWB Rhein. VII 1927 ff.; LothWB Lothr. 444, 470; ElsWB Els. II 434.