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| PfWB Tracht (Bd. 2, Sp. 390) | PfWB Hemd (Bd. 3, Sp. 804) | |||||||||||||||
1. 'das Tragen', bes. vom Eintragen der Bienen. 's isch jetzt Tracht (draxd) [LA-Mörzh Impfl Don-Schowe]. 's is durchgehende T. 'die ganze Zeit über finden die Bienen Honig und Blütenstaub' [ HB-Bexb]. Die Biene han alleweil e gudi T. [ Don-Schowe Torschau]. — 2. 'das Tragende'. a. 'Gebärmutter bei Tieren' [ KU-Wolfst KB-Kriegsf LU-Opp Friesh]; vgl. PfWB Trage 3 a, PfWB Tragsack. — b. 'Nachgeburt der Kuh' [ KB-Rams FR-Hettldh LU-Oggh Gal-Slawitz]. Die Kuh hot die T. schun rausgeschafft [ KB-Kriegsf]; vgl. PfWB Trage 3 b. Syn. s. PfWB Fege. — 3. 'das Getragene'. a. 'Traglast, die man auf einmal tragen kann', Tracht [KU-Schmittw/O Hefw ZW-L'wied PS-Trulb KL-Weilb KB-Kriegsf Bubh FR-Tiefth Mörsch LU-Neuhf NW-Geinsh Elmst Lambr SP-Harths Ottstdt (Bertram 160)], Traat (drād, drd) [KU-Hundh Wolfst Trahw Schandein Ged. 250], vgl. PfWB Traget. Syn. s. PfWB Bürde. — b. 'die aufgetragene Speise', Tracht [ LA-Venn]; vgl. PfWB Traktament. a. 1577: Auch soll ein Wirth ... mehr nit dann 4 zimlicher guter Trachten, ausgenommen Gebackenes, Keeß und Obs geben [Schandein Bav. IV/2, 370 (Hochzeitordnung in Speyer)]. — c. α. 'der von den Bienen eingetragene Honig', Imkerspr., Tracht [verbr.]; die eerscht, die zwett, e scheeni T. [verbr.]. Zs. PfWB Frühjahrs-, PfWB Früh-, PfWB Futter-, PfWB Haupt-, PfWB Heideblüten-, PfWB Hoch-, PfWB Klee-, PfWB Obstbaumblüten-, Reps-, PfWB Spätjahrs-, PfWB Spättracht. — β. von der Honigabsonderung der Blüten, Tracht [ FR-Lambsh BZ-Klingmst]. [Bd. 2, Sp. 391] — d. 'Alkoholmenge, die zur Trunkenheit führt'. Er hot wieder sei Traat [ ZW-Battw]. — e. 'Tracht Prügel'. Du kriegscht dein Tracht [GH-Freckf, verbr., auch Don-Werb]. Er hot e T. Prichel kriecht [ BZ-Albw]; vgl. PfWB verhauen. — f. 'besondere Art der Kleidung', Tracht [verbr.]. Die hän e schäni T. [ KL-Schmalbg]. Des is e alti T. [ LU-Opp]; e altmodischi T. [ NW-Haßl]. Die Schwarzwälder Tracht un die Elsässer Tracht werren iwwerall angestaunt [ BZ-Dernb]. Zs. PfWB Bauern-, PfWB Fastnachts-, Haar-, PfWB Kinder-, PfWB Kirchen-, PfWB Kleider-, PfWB Sonntags- PfWB Volks-, PfWB Werktagstracht. Die pfälzischen Volkstrachten sind schon um die Mitte des 19. Jh. dahingeschwunden. Versuche, sie wieder zu beleben, werden von in jüngerer Zeit entstandenen Trachtengruppen unternommen. Doch beschränkt sich deren Auftreten im wesentlichen auf Trachten-, Dorf- und Volksfeste. Vgl. Becker Vk. 71 ff. u. K. A. Becker, Die Volkstrachten der Pfalz, Speyer 1952. Angaben zu den einzelnen Trachtenstücken s. bes. bei PfWB Backschieße, PfWB Patschkappe, PfWB Bätze, PfWB Pelzkappe, PfWB Peter, PfWB Bippe, PfWB Bluse, PfWB Brustfleck, -lappen, -tuch, PfWB Tatschkappe, PfWB Dreispitz, -zipf, PfWB Tuch, PfWB Flieger, Gamasche, PfWB Gottwalts, PfWB Halsbinde, -tuch, Handschuhe, PfWB Haube, PfWB Hemd, PfWB Hose, PfWB Jacke, PfWB Kamisol, PfWB Kapuze, PfWB Kittel, PfWB Klitschenkappe, PfWB Klumpen, PfWB Koller, PfWB Kopftuch, PfWB Leibchen, PfWB Mantel, PfWB Mieder, PfWB Mutzen, PfWB Nagelbohrer, PfWB Nebelbätze, -haube, -kappe, -segler, -spalter, PfWB Rock, PfWB Salbandtappen, Schabo, PfWB Schaube, PfWB Schilee, PfWB Schlappes, PfWB Schnäppenkappe, PfWB Schoßrock, PfWB Schürze, PfWB Seelöwenkappe, Seeweck, PfWB Stauchen, PfWB Strohhut, PfWB Strumpf, PfWB Unterrock, PfWB Wams, PfWB Wasserstein, PfWB Wetterverteiler, PfWB Wollkappe, PfWB Ziehhaube, Zipfelkappe, PfWB Zweispitz. — 4. in den Zs. PfWB Ein-, PfWB Nieder-, PfWB Zwietracht. — Abl. aus tragen. — Südhess. I 1621/22; RhWB Rhein. VIII 1265/66; ElsWB Els. II 741; Bad. I 521.
| 1. wie schd., Hemd (hęmd) [verbr. WPf NPf, vereinzelt VPf vereinzelt Gal], Hemmed (hęməd) [mancherorts lothr. SWPf (Nachlaß Keiper) vereinzelt Don Buch], Hemm [vereinzelt WPf NPf verbr. nördl. u. mittl. VPf Lambert Penns 80], Hemb [vereinzelt NPf verbr. südl. VPf verbr. Gal], Himd [verbr. westl. WPf westl. NPf], Himmed (himəd) [verbr. lothr. SWPf Don-Biled Ulmb], Himmid [ Don-Lenauh Gottlob], Himm [ KU-Rothsbg KL-Lind Stelzbg PS-Heltbg BZ-Darst W'rohrb], Himb [verbr. südl. VPf], Hamb [ PS-Schönau Busbg]; e langes (korzes), e leine H. [allg.]. Zs.: PfWB Bauern-, PfWB Brust-, PfWB Tag-, PfWB Toten-, PfWB Träger-, PfWB Trikot-, PfWB Vor-, PfWB Frauen-, Hochzeit-, PfWB Kinder-, Kor-, PfWB Leinen-, PfWB Manns-, PfWB Meß-, PfWB Nacht-, PfWB Ober-, PfWB Reform-, PfWB Schaff-, Schiller-, PfWB Sommer-, PfWB Spitzen-, PfWB Sport(s)-, PfWB Über-, PfWB Unter-, PfWB Zephirhemd. Ich zieh heit e frisches H. aan [ NW-Kallstdt, allg.]. For die Aarwet [Bd. 3, Sp. 805] nemm ich 's bloo H. [ ZW-Battw]. RA.: Meer is 's H. liewer wie de Rock [ NW-Hardbg LU-Opp]. 's H. esch länger als de Rock, Necksatz auf die Bewohner von KU-Diedk. Der Eingebildete bloost sich uf, daß 's H. platzt [ HB-Kirrbg]. Er is nix nutz, wo'n 's H. aanrihrt [ KU-Trahw, Kaislt]. Ich schlag d'r ufs Ääg (Auge), daß d'r 's H. hinne raushängt [ LA-Wollmh, FR-A'lein]. Er hat 's H. gewechselt 'Bankrott gemacht' [ PS-Geisbg]. Der Unzuverlässige hängt 's H. noh'm Wind [ Gal-Hartf]. Sie hot (in die Ehe) nix mitgebrocht, as e H. uf'm Leib [ GH-Schwegh]. Dem kännt mer (beim Handel) 's H. abdrehe [ KL-Queidb]. Den Gutmütigen könnte man auszieche bis ufs H. [GH-Berg, verbr.]. Er deed (täte) 's H. vum Leib hergewwe [GH-Schwegh Land]. Geh mer aus de Aage, sunscht verreiß ich mein H.! [ BZ-Hofstätt]. Der Ängstliche hat 's H. voll [ PS-O'simt]. Der Appel is so sauer, daß'r 's H. hinne ninzieht [Kaislt]. Dem tret ich ans H., daß die Unnerhosse wackle, Androhung von Schlägen [Pirmas]. Wenn die Kinder fragen, wo die Mutter sei, antwortet man ihnen: Sie is ins H. g'schluppt [Don (Steinmetz) Gal-Obl]. Vor Ärger kennt m'r sich ins H. reiße [ Gal-Brotschk]. Die Gall isch'm ins H. gange [ PS-Erfw]. En Schlag an de Kopp, un du stehscht im H. do, scherzh. Drohung [ RO-Semb]. SprW.: Kenner wääß, wie er sein letschdes H. verreißt [ PS-Saalstdt, Don-Gottlob]. Volksgl.: Mer soll 's H. auszieche un letz 'verkehrt' andun, noh kriegt mer ken Heemweh [Fogel Beliefs Penns Nr. 714]. En nei H. muß mer wäsche, eb mer's andut, schunscht wammer krank drin werd, werd mer nimmi g'sund [ebd. Nr. 554]. Einen Brauchspruch gegen das Fieber s. PfWB Fieber 1 a. Zur Heilung von Hexenschuß s. PfWB ausdrehen 1. VR. s. PfWB passieren, PfWB Pastete, PfWB bembem, PfWB Feuer 1 a, PfWB Haus, PfWB hembemb. a. 1515: 3 hembder zu machen [GgHospR]. Was ein Dienstmädchen a. 1662 an Jahreslohn erhielt, s. PfWB Halstuch 1. — 2. langes H. 'großer Mensch' [Pirmas (Otterstetter 239)]. — F.: Pluralendung allg. -er. Unregelmäßigkeiten: Hemd — Hemmer mancherorts, Hemb — Hemmer mancherorts, Hemb — Hember in PS-Salzwg Erfw Bergz Land, Hemm — Hemder bei Kleeberger 117. Das Dim. in WPf NPf nördl. VPf: -che, Pl. -cher; in mittl. u. südl. VPf sowie Ost-PS: -el, Pl. -le; im Raum Land der Pl. -lich. Vereinzelt begegnen die Diminutivformen Hemmelche, Hemmerche, Himdche, Himderche. — Südhess. III 258/59; RhWB Rhein. III 497 ff.; Lothr. 237/38; ElsWB Els. I 338; Bad. II 614/15.
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