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 PfWB Tracht (Bd. 2, Sp. 390)   PfWB Haube (Bd. 3, Sp. 695)   PfWB Saumagen-haube (Bd. 5, Sp. 805) 
   Tracht f.:
1. 'das Tragen', bes. vom Eintragen der Bienen. 's isch jetzt Tracht (draxd) [LA-Mörzh Impfl Don-Schowe]. 's is durchgehende T. 'die ganze Zeit über finden die Bienen Honig und Blütenstaub' [ HB-Bexb]. Die Biene han alleweil e gudi T. [ Don-Schowe Torschau]. —
2. 'das Tragende'.
a. 'Gebärmutter bei Tieren' [ KU-Wolfst KB-Kriegsf LU-Opp Friesh]; vgl. PfWB Trage 3 a, PfWB Tragsack.
b. 'Nachgeburt der Kuh' [ KB-Rams FR-Hettldh LU-Oggh Gal-Slawitz]. Die Kuh hot die T. schun rausgeschafft [ KB-Kriegsf]; vgl. PfWB Trage 3 b. Syn. s. PfWB Fege. —
3. 'das Getragene'.
a. 'Traglast, die man auf einmal tragen kann', Tracht [KU-Schmittw/O Hefw ZW-L'wied PS-Trulb KL-Weilb KB-Kriegsf Bubh FR-Tiefth Mörsch LU-Neuhf NW-Geinsh Elmst Lambr SP-Harths Ottstdt (Bertram 160)], Traat (drād, drd) [KU-Hundh Wolfst Trahw Schandein Ged. 250], vgl. PfWB Traget. Syn. s. PfWB Bürde. —
b. 'die aufgetragene Speise', Tracht [ LA-Venn]; vgl. PfWB Traktament. a. 1577: Auch soll ein Wirth ... mehr nit dann 4 zimlicher guter Trachten, ausgenommen Gebackenes, Keeß und Obs geben [Schandein Bav. IV/2, 370 (Hochzeitordnung in Speyer)]. —
c.
α. 'der von den Bienen eingetragene Honig', Imkerspr., Tracht [verbr.]; die eerscht, die zwett, e scheeni T. [verbr.]. Zs. PfWB Frühjahrs-, PfWB Früh-, PfWB Futter-, PfWB Haupt-, PfWB Heideblüten-, PfWB Hoch-, PfWB Klee-, PfWB Obstbaumblüten-, Reps-, PfWB Spätjahrs-, PfWB Spättracht. —
β. von der Honigabsonderung der Blüten, Tracht [ FR-Lambsh BZ-Klingmst].

[Bd. 2, Sp. 391]

d. 'Alkoholmenge, die zur Trunkenheit führt'. Er hot wieder sei Traat [ ZW-Battw]. —
e. 'Tracht Prügel'. Du kriegscht dein Tracht [GH-Freckf, verbr., auch Don-Werb]. Er hot e T. Prichel kriecht [ BZ-Albw]; vgl. PfWB verhauen. —
f. 'besondere Art der Kleidung', Tracht [verbr.]. Die hän e schäni T. [ KL-Schmalbg]. Des is e alti T. [ LU-Opp]; e altmodischi T. [ NW-Haßl]. Die Schwarzwälder Tracht un die Elsässer Tracht werren iwwerall angestaunt [ BZ-Dernb]. Zs. PfWB Bauern-, PfWB Fastnachts-, Haar-, PfWB Kinder-, PfWB Kirchen-, PfWB Kleider-, PfWB Sonntags- PfWB Volks-, PfWB Werktagstracht. Die pfälzischen Volkstrachten sind schon um die Mitte des 19. Jh. dahingeschwunden. Versuche, sie wieder zu beleben, werden von in jüngerer Zeit entstandenen Trachtengruppen unternommen. Doch beschränkt sich deren Auftreten im wesentlichen auf Trachten-, Dorf- und Volksfeste. Vgl. Becker Vk. 71 ff. u. K. A. Becker, Die Volkstrachten der Pfalz, Speyer 1952. Angaben zu den einzelnen Trachtenstücken s. bes. bei PfWB Backschieße, PfWB Patschkappe, PfWB Bätze, PfWB Pelzkappe, PfWB Peter, PfWB Bippe, PfWB Bluse, PfWB Brustfleck, -lappen, -tuch, PfWB Tatschkappe, PfWB Dreispitz, -zipf, PfWB Tuch, PfWB Flieger, Gamasche, PfWB Gottwalts, PfWB Halsbinde, -tuch, Handschuhe, PfWB Haube, PfWB Hemd, PfWB Hose, PfWB Jacke, PfWB Kamisol, PfWB Kapuze, PfWB Kittel, PfWB Klitschenkappe, PfWB Klumpen, PfWB Koller, PfWB Kopftuch, PfWB Leibchen, PfWB Mantel, PfWB Mieder, PfWB Mutzen, PfWB Nagelbohrer, PfWB Nebelbätze, -haube, -kappe, -segler, -spalter, PfWB Rock, PfWB Salbandtappen, Schabo, PfWB Schaube, PfWB Schilee, PfWB Schlappes, PfWB Schnäppenkappe, PfWB Schoßrock, PfWB Schürze, PfWB Seelöwenkappe, Seeweck, PfWB Stauchen, PfWB Strohhut, PfWB Strumpf, PfWB Unterrock, PfWB Wams, PfWB Wasserstein, PfWB Wetterverteiler, PfWB Wollkappe, PfWB Ziehhaube, Zipfelkappe, PfWB Zweispitz. —
4. in den Zs. PfWB Ein-, PfWB Nieder-, PfWB Zwietracht. — Abl. aus tragen. Südhess. I 1621/22; RhWB Rhein. VIII 1265/66; ElsWB Els. II 741; Bad. I 521.

 

   Haube f.:
1.
a. 'Frauenhaube', Bestandteil früherer Frauentracht, Haub (haub), Pl. Hauwe [(1925) verbr., auch Don Gal Buch Rußl], Dim. Haibche (haibχə) [verbr. WPf NPf vereinzelt nördl. VPf], Haibel (haibəl) [verbr. VPf Ost-PS]; über Trachten s. Becker Volkstr. 108 ff. Zs.: PfWB Bätzel-, PfWB Bind-, PfWB Taffet-, PfWB Flättcher-, PfWB Flatter-, PfWB Großmutter-, Haar-, PfWB Saumagen-, PfWB Schlaf-, PfWB Spitzen-, PfWB Weiber-, PfWB Ziehhaube. RA.: Sie kummt unner d' H. 'Sie heiratet' [LA-Maik, verbr.]. Er schafft sich unner die H., dass. [ HB-Nd'bexb]. Sie geht unner die H., dass. [ ZW-Bottb LU-Limbghf BZ-Dernb]. Die mißt mer unner die H. bringe [ KL-Reichb KU-Schmittw/O BZ-Dernb]. Die g'heeren unner d' H. [ LA-Venn]. Die is aach schun unner der H. [ KB-Weihf KL-Ottbg FR-Carlsbg LU-Limbghf]. a. 1792: Einem auf der Haube sein 'genau beobachten' [Klein Prov. 187]. Brauchtum: Zu vorgerückter Stunde der Hochzeitsfeier wird der Kranz vom Haar der Braut abgenommen; an seine Stelle kommt die H. als Zeichen der Hausfrauenwürde [PfMHk. 1925, S. 169]. —
b. 'Häubchen des Kleinkindes', vorn. 'Taufhäubchen', Haibche, Haibel [verbr.]. —
c. s. PfWB Pickel-, PfWB Bienen-, PfWB Sturmhaube. —
2.
a. 'Federschopf bei Tauben und Hühnern', Haibche [ KL-Lind], Haiwel [ Rußl-Katharinenth Sulz]; vgl. PfWB Haubenhünkel. Einen VR. s. PfWB Bohne (I 1076, Z. 32). —
b. 'Netzmagen beim Rindvieh', Haub [ WD-Niedkch RO-Bistschd KB-Kerzh GH-Schwegh]. —
3. s. PfWB Floh-, PfWB Glücks-, PfWB Nebelhaube. — Südhess. III 158/59; RhWB Rhein. III 306/07; LothWB Lothr. 233 Hauf; Bad. II 572/73.

 

  -haube f.: 'veraltete Frauenhaube', Saumaaehaub [ KU-Wolfst], Saumaa- [KL-Fischb (Kleeberger 124) Schandein Sprachsch. 80]; vgl. PfWB Kapotte, PfWB Saumagen 3. RhWB Rhein. VII 778 Saumagkappe. —