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| PfWB töten (Bd. 2, Sp. 370) | PfWB blasen (Bd. 1, Sp. 969) | |||||||||||||||||||||||||||
1. wie schd., teede (tēdə) [ HB-O'bexb Kaislt KB-Kriegsf LU-Opp NW-Elmst Kallstdt LA-Maik], teere [ KU-Brück Schmittw/O], deede [ WD-Niedkch KB-Kerzh NW-Frankeck LU-Alsh Neuhf LA-Gommh GH-Kand], deere [ RO-Als], däire (dęirə) [BZ-Dernb Dierb Nd'horb LA-Impfl]. Dafür auch: 's G'nick rumdrehe, kalt mache, um die Eck bringe, kaputt mache, de Knaschder gewwe. Syn.: PfWB abknallen, -murksen, -schlachten, PfWB aufhenken 1 b, PfWB totmachen, PfWB ermorden, hin-, kaltmachen, PfWB kaponieren, PfWB massakrieren, PfWB metzeln, PfWB morden, PfWB schießen, PfWB schlachten, PfWB strangulieren, PfWB überfahren, PfWB umbringen, PfWB vergiften, PfWB wegmachen. — 2. eine Krankheit t. 'brauchen, besprechen'; die Zidder 'Hautflechte' deede [IB-Bliesmg/Bolch u. Umg.]; de Worm 'Nagelbettentzündung' d. [Feierowend Nr. 11/1952]; vgl. PfWB pispern 2 a, PfWB blasen 1 c. — 3. den Nerv t. 'betäuben', vgl. PfWB totmachen 1 b. Er krieht de Nerv gedeed [LA-Gommh, verbr.]. Ich häb mein Zahnnaif däire losse [ BZ-Nd'horb]. — Südhess. I 1601; RhWB Rhein. VIII 1257/58; LothWB Lothr. 83; ElsWB Els. II 727; Bad. I 515.
| 1. a. Heißes blasen; die Supp blose, um sie zu kühlen [allg.]. RA.: Jemand de Tee blose 'die Meinung sagen' [VPf (Wilde 290)]. Er blost kalt un heeß, von einem falschen Menschen [Fogel Prov. Penns 159]. SprW.: Besser die Supp geblos, wie 's Maul verbrennt [Pirmas]. Was em net brennt, braucht mer net se blose [Hebel 47]. Wer sich am Heeße verbrennt, blost (danach sogar) uf s' Kalde [verbr. Gal Buch-Onufry Don-Gertianosch]. KR.: Reihe, reihe, Rose, Kichlich sin geblose ..., Forts. s. PfWB Küchelchen [ LA-Godrst]. — b. ins Feier b., um es anzufachen, dass. übertr. 'einen Streit schüren' [allg.]. Zs. PfWB ausblasen. — c. die Baus (Beule), s' Wehwehche b., um das Kind von den Schmerzen abzulenken [allg.]. Komm, ich blos der'sch e bißche [RO-Odh, verbr.]. Im Scherz spricht man dabei die Worte: [Bd. 1, Sp. 970] Hääle, hääle, Katzedreck, bis morje frih is alles weg [Kaislt, verbr.]. Zs. PfWB an-, hinweg-, PfWB wegblasen. Auch beim ernsthaft betriebenen Brauchen wurde früher das Blasen angewandt. In einem 1902 in KU-Gries aufgezeichneten Brauchspruch heißt es: Hasch du die Mundfail (Mundfäule) in deim Mund, so blos ich der aus meim Mund im Namen des Vaters, des Sohnes und des hl. Geistes; dabei wurde dreimal in den Mund des Kranken geblasen. In IB-Alschb galt als Mittel gegen Gichdere (Kinderkrämpfe): Duwaksdamp, e dicki Wolk iwwer ne geblost. Nach Becker Vk. 136 gab es sogar in Städten im 19. Jh. noch Leute, »die durch Blasen in den heiligen drei Namen die Übel wegbliesen«. Vgl. Schandein Bav. IV/2, 404, wo 'blasen' als Synonym für 'brauchen' genannt wird. — d. Weiterer Gebrauch des Wortes in RA.: Der blost die Backe, bei einer Anstrengung [ KL-Fischb]. Dem kann mer durch die Backe b., von einem Abgemagerten [ PS-Burgalb]. Dem werr ich was blose, statt ihm das Gewünschte zu geben [ KU-Bedb, allg.]. Ich blos em off de Kopp 'Er ist mir gleichgültig' [ WD-Niedkch]. Aich blose der druf 'Das ist mir gleichgültig' [KU-Kaulb, verbr.]. Der blost e Ferrer (Feder) en die Luft 'wird mit allen Schwierigkeiten leicht fertig' [ WD-Niedkch]. Zs. PfWB hin-, PfWB hineinblasen. — 2. ein Instrument b.; die Fleet, die Drumbeet, die Hup (de Huppert) blose [allg.]. Er kann blose wie e Stabsdrumbeeder [Kunnrädel 53]. Er blost die Gäälrieb, scherzh. für 'Es-Klarinette' [ KU-Kaulb]. Der Hert blost, loß die Sau eraus [ PS-Fehrb]; davon die RA.: Sie hot 's Blose iwwerheert, von einer Unverheirateten [ IB-Herbh, allg.]. Em de Marsch blose [Zweibr, allg., auch Don Gal Buch]. Die blosen in ää Horn [ BZ-Dierb, allg.]. Er blost Triebsal [ NW-Hardbg, allg.]. Er blost aus dem letschte Loch 'macht Bankerott', 'liegt im Sterben' [ KB-Kerzh, allg.]. SprW.: Ach de bescht Drumbeeder kann emol falsch blose [ BZ-Dierb]. Wenicher wie äins (ein Uhr) kammer net blose 'Einmal ist das Mindeste', von der Tätigkeit des Nachtwächters [ KU-Schmittw/O]. BR.: Blost de April ins Horn, steht's gut for Haai un Korn [ FR-Bockh]. VR.: Mei Schatz is e Musikant un er blost die Klarnett; doch er däät se net blose, wann er 's Bettche net hätt [Feierowend 1950 Nr. 5]. Zs.: PfWB ab-, PfWB ver-, PfWB vorblasen. — 3. ener blose 'einen trinken', scherzh. [ PS-Gersb, allg.]. Am sechse owends bin ich dort un blos mei Vertel Wein [Glückstein 22]. Syn. s. PfWB betrinken, PfWB trinken. — 4. 'schnaufend atmen' [ ZW-Battw O'aub SP-Berghs W'see GH-Zeisk]. — 5. De Gaul (die Kuh, die Gans) blost 'schnaubt, faucht' [LU-Alsh, verbr.]. — 6. De Wind blost 'weht stark' [allg.]. Aha, doher blost de Wind? [Krieger 15]. Zs. PfWB um-, zusammenblasen. — 7. 'furzen', scherzh. [allg.]. Der blost die ganz Welt voll [ NW-Kallstdt, allg.]. — 8. sich [Bd. 1, Sp. 971] blose = PfWB prahlen [ HB-Webh]. Er blost un schlaat uf, von einem Angeber [ PS-Lu'wink]. Zs. PfWB aufblasen. — F.: Fast allg. blōsə, selten blōzə, Land u. Umg. blǫusə, KL-Lind blōusə. 2. Sing. Präs. blōd, blǫud, KU-Kaulb KL-Wörsb KB-Kriegsf blēd. 3. Sing. Präs. blōsd, blǫusd, KU-Kaulb KL-Wörsb KB-Kriegsf blēsd. Pl. Präs. fast allg. blōzən, blǫuzən, bzw. blōsən, blǫusən; der n-Auslaut fehlt im Pl. Präs. in westl. WPf u. NPf. Part. Perf. in der WPf allg. gəblōs, IB-Alschb daneben auch gəblōst; in der VPf gəblōsə, gəblǫusə, vgl. die Linie gebroch/gebroche auf K. 1. — Südhess. I 899 ff.; RhWB Rhein. I 747 ff; Saarbr. 30; LothWB Lothr. 48; ElsWB Els. II 165; Bad. I 247.
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