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| PfWB tot-bluten (Bd. 2, Sp. 370) | PfWB bluten (Bd. 1, Sp. 1042) | |||||||||||||||||||||||
1. gegenst. a. von Mensch und Tier, blude, bluðe, blure, blule, s. F. [allg.]. Zs. PfWB aus-, PfWB tot-, PfWB verbluten. 's hot e bißl geblut [ NW-Freinsh, allg.], aarich geblut 'stark geblutet' [KB-Kriegsf, verbr.], schään geblut, dass. [NW-Kallstdt, verbr.]. Er blut wie e Sau [ KU-Bedb, allg.]. [Bd. 1, Sp. 1043] Er blut sich zu Dod [ LU-Friesh]. Es hätt meich einer steche kenne, eich hätt kei Troppe geblutt [ WD-Niedkch]. Die Nans hot em geblut [ FR-Bockh]. Mach kalt Wasser in die Halskaut, dann heert die Nas uf se blure [ KL-Reichb]. Er blut aus Maul un Nas [ Gal-Dornf Obl]. Volksgl.: Gegen Nasenbluten und Bluten der Wöchnerin gab es folgenden Brauchspruch: Es wachsen drei Lilie auf Christus Grab, die erste heißt Blut, die zweite heißt Gut, die dritte heißt Stillstand; im Namen des Vaters usw. [HB-Kirrbg (vor 1930)]. Gegen das Bluten beim Vieh: Die Frau Didiana ging zu der Frau Susanna. Die Frau Susanna ging zu der Frau Mutter Gottes. Die Frau Mutter Gottes ging zu Herr Jesu Christ und spricht: Nimm dem Stück Vieh das Blut zwischen Haut, Fleisch und Gedärmen, mag es sein, wo es ist. Im Namen des Vaters usw. [ebd.]. In PS-Erfw (1925) legen Kinder, die sich eine Handverletzung zugezogen haben, zwei Hölzchen kreuzweise übereinander und lassen das Blut aus der Wunde darauf tropfen, um es auf diese Weise zu stillen. — Ein Kind, das ein Stück Brot oder Kuchen in der Hand hatte, wurde von Erwachsenen damit geneckt, daß sie ihm sagten: Dei Hand blut! Um den vermeintlichen Irrtum des Erwachsenen aufzuklären, streckte das Kind diesem zuerst die leere, dann die volle Hand entgegen [ Gal-Obl Bagbg]. Mer soll 'me Kind gewe vun allem, was mer selber eßt, schunscht macht mer'm sei Herz blute [Fogel Beliefs Penns Nr. 100]. RA.: 's Herz blut em, wann mer so was sieht, wenn z. B. jemand Hab und Gut verpraßt [ LU-Limbghf, allg.]. — Von einem Lungenkranken sagt man kurz: Er blut [ KU-Bedb LU-Böhl]. — b. von Bäumen und Reben. Die Rewe blude, wenn im Frühjahr der Saft austritt [GH-Kand, verbr. VPf]. — c. Part. Präs. im Blumennamen 'flammendes Herz (Dicentra spectabilis)', blutend Herz [Germh], blurend H. [ PS-Winz]. Syn. s. PfWB Herzblume. — 2. übertr. Der muß heit blure 'die Zeche bezahlen' [ KB-Kriegsf, allg.]. Der muß schwer b. 'große finanzielle Opfer bringen' [allg.]. — F.: blūdə [LU-Friesh Opp Oggh LA-Gommh Land GH-Kand], blūlə [ KU-Bedb LU-Altr], sonst wohl allg. blūrə; blūðə [ Gal-Dornf]. In WD-Niedkch das Part. Perf. gəblud. — Südhess. I 966/67; RhWB Rhein. I 810/11; ElsWB Els. II 172; Bad. I 273.
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