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| PfWB Dorf-lapp (Bd. 2, Sp. 348) | DWB lappe (Bd. 12, Sp. 192) | |||||||||||||||
| 1) homo stolidus, ineptus. ein in den oberdeutschen volksmundarten weit verbreitetes ( 1, 1496 Fromm., lappes 256), schon dem späteren mhd. eigenes, und mit laffe sp. 56 aufs engste verwandtes wort, das, wie letzteres auf laffen lecken, schlürfen, so auf das gleichbedeutende lappen (s. unten) sich stützt, und vom leckenden, naschenden kinde ausgeht; wobei aber der begriff in den eines schlaffen, weichlichen, und hernach geradezu thörichten menschen um so leichter umschlägt, als neben dem verbum lappen schlürfen ein in der form ganz gleiches lappen schlaff hangen steht (s. unten), beide wol im grunde éin wort, und nur zu verschiedener bedeutung später auseinandergegangen. die schriftsprache verschmäht das substantiv zu gunsten von laffe, doch hat sie die adjective ableitung läppisch beibehalten. lappe, iners, fatuus, stultus, vulg. narr. voc. inc. theut. m 1b; lappe, fatuus, agrestis, homo stolidus, er ist ein lappe, homo est fatuus 1, 976; höret nur ferner, wie der lappe hat hungern müssen. unw. doct. 375; drei söhne, von denen der jüngste Hans hiesz, und ein rechter lappe war. hausmärch. 2, 17; schalten ihn einen lappen, dasz er sich so etwas einfallen lasse. 21; die vasnacht machet vil lappen, richter, ich klag euch uber disen lappen, das wendt mir an mein weib von Säckhendorf so henkt si mir zw schellen dran, das er in seiner spanschen kap man findet manchen jungen lappen du junger lapp, du wirst mir geben und stiesz den jungen lappen inn dreck. 756, 20. [Bd. 12, Sp. 193] sonst ist lappe mit thor und narr formelhaft verbunden: sollich lappen und dildappen seind wir under dem christlichen namen. S. Frank trunkenheit Ga; ach du verheiter lapp und tor. fastn. sp. 686, 17; sprach so sol man bedören (die weiber) setzen ihm (dem manne) auf die eselohrn, wiewol ich bin ein groszer lapp sy sprach: du magst ain lapp wol sein so haisz ich der Ackertrapp herr der wirt, ich heisz der Tiltapp, heimlich anlegen die narrenkappen, und hab Simson dem groszen lappen doch musz man vor den armen lappen denselben geiln bulerischen lappen ihr schwestern, lacht jhr nicht der alber-klugen lappen, 2) lappe, auch als fem. gebraucht, närrin: (die jungfrau spricht zum schneider auf seine werbung) 3) lappe für einen weibischen, schlaffen menschen, unter einflusz des verbums lappen hangen (s. oben unter 1) entstanden: es lief in mir herum, ich würde, wenn ich mein schülerleben so fortsetzte, zu einem weichlichen und liederlichen lappen werden. leben 66. Logau braucht das wort für kapaun: du stacktest, Veit, nechst unterm dache 4) ganz im entgegengesetzten sinne scheint lappe in der Zimmerschen chronik zu stehen: herr Johanns freiherr zu Zimbern, herrn Wörnhers selligen son, ward ain groszer starker herr, also das er in seiner jugendt umb der ungewönlichen lenge willen und sterke der lap von Zimbern gehaiszen ward. 1, 205, 2. doch wird bei dieser bezeichnung nicht sowol auf die stärke, als auf die ungewöhnliche länge betonung gelegt, weil die glieder und die haltung langer menschen den eindruck des schlaffen machen, oder die ganze erscheinung an einen halbwüchsigen knaben erinnert; vgl. DWB schlank, DWB schlankel und DWB schlingel. 5) sprichwörtliches. amor excaecat etiam Argum, die lieb macht lappen. sprichw. 1, 10a; die welt ist voll lappen und diltappen. sprichw. 329; jedem lapp lieben macht lappen,
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