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 PfWB Tor (Bd. 2, Sp. 342)   PfWB Bind-leiter (Bd. 1, Sp. 918) 
   Tor2 n.:
1. 'verschließbare Einfahrt in Gebäuden, Mauern und Umfriedungen', Dor, Dour, s. F. [allg.]. Die Toröffnung ist oben entweder rundbogig (vgl. PfWB Torbogen) oder rechteckig, das Tor meist zweigeteilt, bei schmalem Durchlaß auch einarmig. Häufig ist neben oder in dem breiten Tor noch ein leicht zu öffnendes schmales Türchen für den Fußverkehr. 's D. ufmache, zumache [allg.]. Geh rein, mach's Dour zu! [ LA-Nußd]. Die Kih eraus, die Sai eraus! Der Hert der treibt zum D. (Dorf-, Stadttor) enaus [ ZW-Gr'bundb]. Dor un Deer sein uf 'Man kann ungehindert eintreten' [ KU-Schmittw/O]. RA.: Der hot's aach getroff wie der Blinn uf's D., vom glücklichen Zufall, z. B. wenn jemand zufällig zu Besuch kommt, wo gerade gegessen wird [ Gal-Dornf]. Mer määnt, in Minschder (Nervenheilanstalt bei BZ-Klingmst) hän se 's D. ofgemacht, wenn sich einer verrückt gebärdet [ GH-Nd'lustdt]; vgl. den Spottreim bei Dauerlauf. Mer hun's, wie's de Hert zum D. enaustreibt 'Wir haben viele Kinder' [ RO-Dielkch, KL-Reichb LU-Opp Oggh]. Do kommen se wie's de Hert zum D. enaustreibt, von der nach Unterrichtsschluß aus der Schule strömenden Kindermenge [ PS-Fehrb.]. Rätsel: 's geht ebbes zum D. enaus un

[Bd. 2, Sp. 343]
streckt die Härner hinne enaus (der Pflug) [ KU-Bedb]. Der Anfang vom Tanzlied bei brummen (I 1286 Z. 30) lautet: Hinnich Schulze Scheier, hinnich Waamanns Dor, liegt mein Schatz begraben mit de rode Hoor. Im Mädchenspiel 'Mach auf das Tor!' stellen sich zwei Teilnehmerinnen mit hochgestreckten Armen gegeneinander und bilden das Tor [Hoffmann Kriegsfeld 69]. Dann sehen mich alle Menschen an wie ein Kuh ein neu Tor [Liselotte Briefe 28]. a. 1482: eyn garten vor syme dore [LandsbgZb., Bl. 28]. a. 1659: vom ersten Thor bis außerhalb des andern (vor 1659 steht für Thor stets Pforte) [StArch. Landau]; Zs. PfWB Pforten-, PfWB Burg-, PfWB Eisen-, PfWB Fall-, PfWB Garten-, PfWB Gitter-, PfWB Haus-, PfWB Hof-, PfWB Latten-, PfWB Scheuer-, PfWB Stadttor. —
2.
a. das Gefängnis in Frankth, das sich ehedem an der Ostseite des Wormser Tores befand. Er is uffs D. kumme [Frankth]. Kinder schreckt man: Wannde net brav bischt, fihrt dich de Polizeidiener ufs D. [ebd.]. —
b. 'Torgehäuse und Tortreffer im Fußballspiel'; im D. stehe, e D. schieße [allg.]. —
c. 'Vorrichtung am Heuwagen' in PfWB Plankentor. — F.: WPf NPf nördl. VPf z. T. mittl. u. südl. VPf: r. Penns Don Gal Buch: dōr. Mittl. u. südl. VPf: verbr. dour, dǫur. Genauere Angaben: dōÄr in KU-Kaulb Rothsbg Dietschw Neustadt; dǫÄ in Kaislt Pirmas; dǫÄr in LU-Altr NW-Geinsh Mußb Neidfs SP-Berghs Dudhf Harths LA-Böbing Freimh GH-Freisb; dǫuÄr in LA-Gr'fischl Nußd (alle Formen um 1930), vgl. Bertram 63, § 103, Heeger Südostpf. 10, § 11. Pl. dōrə, dourə usw. Dim. rχə KB-Bischh; r SOPf. — Südhess. I 1582; RhWB Rhein. VIII 1239/40; LothWB Lothr. 96; ElsWB Els. II 706; Bad. I 505/06.

 

  -leiter f.: 'leiterartige Vorrichtung, die am früheren Heuwagen vorn die Bindkette ersetzte', s. Abb. 25; der Wiesbaum wurde je

nach Höhe der Ladung unter die entsprechende Sprosse der B. gesteckt, Binnlääder (-ldər) [mittl. WPf], -lääderche (-ldərχə) [KU-Diedk A' glan Nd'staufb O'staufb Eschau KL-Mölschb PS-Saalstdt KB-Biedh], -leeder (-lēdər) [Kus KU-Nußb], -laader (lādər) [ KU-Rothsbg RO-Finkb KL-Niedkch], -laaderche (-lādərχə) [ KU-Rutsw/L]; vgl. PfWB Galgen. —