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| PfWB Doll-bohrer (Bd. 2, Sp. 322) | ElsWB Dolleⁿboʰrer (Bd. 2, Sp. 82a) | |||||||||||||||
1. a. 'Löffelbohrer zum Bohren von Löchern, in die die Holzzapfen (s. PfWB Dollen 1 a) gesteckt werden', von Zimmerleuten, Wagnern und Schreinern gebraucht, Dollbohrer, -bohre (dǫlbōrər, -bōrə) [ KU-Altkch Patb Kaislt], Dollebohrer [Bienwaldgegend (PfL 11. 8. 1922)]; vgl. PfWB Dübelbohrer. a. 1750: Ein dollenbohrer [SSp., v. d. Leyen, Fasz. 100]. — b. 'Zangenschaufel zur Aushebung von Pfostenlöchern', Dollbohre [Kaislt]. — 2. übertr. a. 'Mensch, der von einer fixen Idee besessen ist, der beharrlich etwas Abstruses anstrebt', Dollbohrer, -bohre [RO-Sippf Rockhs KL-O'arnb Kaislt]; 'verrückter, närrischer Mensch, unberechenbar und unüberlegt in seinen Handlungen' [ KU-Trahw ZW-Bottb L'wied NW-Neidfs FR-Mörsch]. Das is e Dollbohrer [RO-Sippf]. Du Dollbohre! [ FR-Mörsch]. — b. 'griesgrämiger Sonderling'. An Faßnacht kammer kää Dollbohrer mit miese Gesichter brauche [Kaislt]. — c. 'dummer, ungeschickter Mensch' (-bōrər, -bōrə) [verbr. WPf NPf nördl. VPf NW-Elmst LA-Burrw BZ-Billh], (-bōrÄ) [Pirmas (jüngere Gener. aller, ältere Gener. der unteren u. mittleren Schichten, Otterstetter 251)]; vgl. PfWB Tolpatsch. Syn. s. PfWB Tappes 1 a. Du Dollbohrer, was haschen do schun wirrer aangestellt? [KL-Dansbg, verbr.]. — Bed. 2 entwickelte sich offenbar unter Einwirkung von toll und PfWB bohren, und wohl, wie ihr Fehlen bei den Auslandspfälzern vermuten läßt, erst in jüngerer Zeit. Nach Südhess. I 1564/33 stammt sie aus der Wormser Gegend. Mit dieser Feststellung verträgt sich gut, daß diese Bed. bei uns ihre relativ stärkste Belegung in der nördl. VPf u. östl. NPf hat. — RhWB Rhein. VIII 1228; ElsWB Els. II 82; Küpper II 86.
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