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 PfWB Ding (Bd. 2, Sp. 285)   PfWB dingen (Bd. 2, Sp. 288) 
   Ding n.:
I. 'ungenau oder nicht namentlich benannter Gegenstand', Ding (diŋ) [fast allg.], Deng (dęŋ) [ HB-Kirrbg Bexb], Pl. Dinger, Denger. Verbreitet ist auch Dings, die in den Nom. herübergetretene Form des Genit.; vgl. Zeugs. —
1. von konkreten Gegenständen. Do hängt so'n Ding, was is'n das? [Kaislt, allg.]. Ich han so Dings an der Kett 'Anhängsel an der Uhrkette' [ ZW-Battw]. Das Ding geht futsch [ KL-Stelzbg]. Sie hot sou e Ding raus am Kopp 'einen Auswuchs' [ LA-Herxh]. Mach, daß des Ding fertich werd! [RO-Münstapp]. Des is e raulich Ding, was klein und unscheinbar ist [Krieger 30]. Zieh dei Dings an! [ HB-Einöd ZW-Ernstw]. Wammer for eni Mark Dings (Ware) bei Kellersch holt,

[Bd. 2, Sp. 286]
krieht m'r e kleen Geschenk drin [ KL-Reichb]. Zs. PfWB Lumpen-, Zuckerdings. Geh m'r weg mit dem neimodische Dings! [allg.]. Mit Rambadreppe (Rampentreppen) rechts un links un Schilderhaiser un so Dings [Kieffer Bilderb. 21]. Hol das Vieh aus'm Dengs (Saat), der Schetz (Flurschütz) micht (macht) d'r e Brottegull (Protokoll) [ WD-Niedkch]. Dem Ding in de Leib gucke 'das Innere eines Dinges zu erkennen suchen' [ LA-Mörzh, KU-Bedb]. Un hot mer Verlange, des Dingel zu fange, do fliggelt's (fliegt das Ding, d. h. der Schmetterling) mol hie un do flackert's mol her; es will uns juscht weise, wie schee as es wär [Birmelin Penns. Gezw. 85]. — Im bes.
a.
α. e sumbich Deng 'sumpfige Wiese' [ ZW-Schmitshs]. —
β. verkreppte Dinger 'schwache Pflanzen' [Wilde 285]. —
γ. zu Dings komme 'zu Vermögen kommen' [ KU-Bedb]. RA.: Do isch Dings genug, do isch Moses un die Prophede, vom Reichtum [ ZW-Battw]. —
b. 'Wohnbereich'; sich zum Ding naus mache [ Gal-Dornf]. Uf des hie is der Hans fuchtich worr, hot die Deerschleng in die Hand genumm, un schun war er zum Ding draus [ Gal-Brotschk]. —
c. verhüllend.
α. Geschlechtsteil, männl. u. weibl. [ KU-Bedb BZ-Dernb]; vgl. Lexer Lexer I 434. —
β. 'Menstruation' [SOPf (Nachlaß Heeger)]; vgl. Geblüts. —
γ. das bees Ding 'Fingerentzündung' [ PS-Erfw]; e bös Dings 'schlimmes Leiden' [SOPf (Nachlaß Heeger)]; böse Dinger, Kinderkrankheit, die man bösen Wesen zuschreibt [lothr. SWPf (Nachlaß Keiper)]. —
δ. Schußbloder (Augengeschwür) is en gaschdich (garstig) Ding; die reibt mer mit'me Hochzichring. En anner Mittel is bekannt: mer streicht sie mit're dote Hand [Birmelin Penns Gezw. 65]. —
ε. er isch newe am Ding 'verrückt' [ HB-Nd'gailb]. —
ζ. Pl. Dinger 'Kinderkrämpfe' [SOPf (Nachlaß Heeger)]; vgl. PfWB Gichtern. —
2. Abstrakta.
a. groß Dings 'hochtrabende Pläne'. Der hat groß Dings im Kopp [ KU-Eschau]. Er hot groß Dings bei sich [Kühn Hamet 103]. Er macht groß Dings 'prahlt' [ PS-Lu'wink]; großhansich Dings [ KU-Bedb]. —
b. dumm(es) Dings 'Unsinn, dumme Streiche' [verbr.]; dummes D. bapple 'dumm schwätzen' [ PS-Bundth]; dummes D. schwätze [ IB-Bliesmg/Bolch]. Die dun dumm D. rere (reden) [ RO-Als]. Er macht närrisches Dings 'treibt Unsinn' [HB-Einöd, verbr. SPf.]; schodlich Dinges [ HB-Breitft]. Was Dings! 'Was für Zeug' [Pirmas]. Lauter sou Dings hot er em Kopp [ LA-Herxh]. Mach so kaan Dings! [ KU-Kaulb]. Zs. Buben-, Gaukel-, PfWB Narrendings. —
c. 'Flunkerei'. Mach m'r ken Dinger! 'Mach mir nichts vor' [KL-Gimsb u. Umg.]. Loß die Dinger! [PfRSch. 23. 7. 1926]. Zs. PfWB Advokatendings. —
d. 'Umstände'. Mach doch net so veel Dings! Do setz dich her! [ KU-Kaulb Bedb]; vgl. PfWB Gedings. —
e. 'Vergnügen'.

[Bd. 2, Sp. 287]
So'n Ding! [Pirmas]. —
f. mein Dings nooch 'nach meinen Beobachtungen und Schlüssen' [ NW-Haßl Spey]; alle Dings nooch 'nach allen Anzeichen und allem Anschein' [ebd.]. —
g. 's geht newer's Ding 'es mißlingt' [ ZW-Marthh]. —
h. e Ding drehe 'etwas Besonderes planen', z. B. ein Verbrechen, ein Vergnügen [Pirmas]. —
II. von Personen.
1. 'weibl. Personen', bes. 'Mädchen'. Das is emol e langbäänich Ding [ KL-Fockbg/Limb]; e grouß Ding [ GH-Hay]. 's es noch e jung Ding [KL-Stelzbg, verbr.]; e jong Dengelche [ WD-Niedkch]; e blutjung Ding [ KU-Bedb]. So junge Dinger denken schun ans Heirade [ NW-Freinsh]. Des is e mockelig Ding, von einem dicken Mädchen [ LU-Limbghf]; e sauwer, propper Ding, e herzich Dingelche [KU-Kaulb, verbr.]. — Mit negativen Eigenschaften: e schnäkig Ding 'wählerisch im Essen, in Kleidung, in der Wahl des Ehepartners' [ KU-Bedb]; e verwähnt D. [ebd.]; e verfresse D. [ LU-Böhl]; e rotzauwig D. [ KU-Bedb]; e zemperlich Deng [ WD-Niedkch]; e hebgedrehtes Ding 'ungeschickt' [ LU-Friesh]; e hochnäsig D. [ PS-Erfw]; e maulfertig D. [ NW-Elmst]; e schnippig D. [ KU-Bedb]; e hochgestoche D. [ebd.]; e olwernes D. 'albern' [ LU-Opp]; e olwern D. [ LU-Limbghf]; e ascherig D. 'schlecht aussehend' [ ZW-Battw]; e raffineert Deng [ WD-Niedkch]; e growes Ding 'grob' [ PS-Erfw]; e nixnutziges D. [ LU-Friesh]; e flattrich D. 'flatterhaft' [ BZ-Dierb]; e gackelig D. 'temperamentvoll' [ LU-Limbghf]; e lidriches D. 'liederlich' [Pirmas, KU-Kaulb]. Zs. PfWB Laus-, PfWB Lumpending. —
2. m.: 'männliche Person'. 'n ungehowelder Ding 'Mann mit schlechten Manieren' [ LA-Herxh]. Von einem Mann, dessen Namen einem nicht gleich einfällt: Der Ding war do [BZ-Dernb, verbr.]; vgl. PfWB Dinger, PfWB Dingerich. Ähnlich von einer ganzen Familie: Des g'heert 's Dingse [Lu'haf, verbr.]. —
III. 'Angelegenheit, Ereignis', vgl. PfWB Sache. So isch des D. un net annersch [NW-Gimmdg, verbr.]. Des is so e D. 'eine heikle Sache' [nördl. VPf, verbr.]. Vun dem Ding hämmer (haben wir) nix gewißt [verbr.]. Jetzt kummt m'r das Ding uf emol 'fällt mir's ein' [ HB-Nd'gailb]. Guck du nur selbscht uf dei Dings! [PfPr. 1. 8. 1926]. Das is e aldes Ding, was zu lange dauert [ ZW-Ixh]. Daß do unnerwäh allerhand Dinges basseert, isch doch ganz klar [Ingb]. De Rotmoscht muß vor alle Dinge mol in Bitte (Bütten) vergiere (gären) [ NW-Gimmdg]. Der (Kalender) macht mer kolossal viel Freed, weil soviel scheenes Dings drin steht [Münch Weltgesch. 20]. Jed Ding hot e Enn, nore e Worscht hot zwäi Enne [ KU-Schmittw/O]. 's esch Betrug in manche Dinge, norre in de Milch esch Wasser [ BZ-Dierb]. 's geht net met rechde Dinge zu [ KU-Schmittw/O]. SprW.: E gut Ding will Weil hawwe [LU-Opp,

[Bd. 2, Sp. 288]
verbr., auch Don Gal Buch]. Bei Gott isch ke Ding unmöglich [ LU-Böhl Opp]. Lieb un Luscht zu äim Ding macht alle Mih un Arwet gering [ KU-Schmittw/O]. Alle gude Dinge sin drei [LU-Altr, verbr.]. —
IV.
1. 'Gerichtsversammlung'. a. 1357: alda stunden vor mir, offenbar schriber von des keysers gewalt, ... alle scheffen in dem egen dorffe Treysen, in eyme vngeboden dinge (Ding, zu dem die ganze Gemeinschaft von selbst erscheinen muß) in eyme behegiten beemgarten sitzende gerichte, vnd deylte vor eyn recht mit dem banne [PfWeist. I 257 (KB-Dreis)]; vgl. PfWB dingmeldig, Dingsmann, Dingstudel, -tag 2; Zs. Hund-, PfWB Jahrding. —
2. 'Gerichtsstätte' in PfWB Dinghaus, -studel, -weg. —
3. 'rechtliche Verhandlung' in PfWB dingen, PfWB Dinggeld, PfWB Beding, Geding. — Zur Etym. s. Kluge-Mitzka19. — Südhess. I 1528 ff.; RhWB Rhein. I 1362 ff.; Saarbr. 47; LothWB Lothr. 89; ElsWB Els. II 690; Bad. I 482/83.

 

   dingen schw.: 'vertragsmäßig festlegen', bes. 'gegen vertragsmäßig festgesetzten Lohn in Dienst nehmen'; e Knecht, e Maad dinge [ZW-Battw, verbr., auch Penns Don Gal Buch]; vgl. PfWB auf-, PfWB verdingen, PfWB Dinggeld, Geding. Das Dingen und Verdingen von Dienstpersonal geschieht meistens auf ein Jahr, selten auf einen Monat. Der Dienstwechsel vollzieht sich bei Knechten gew. am 26., bei Mägden am 27. Dezember; vgl. hierzu PfWB Bündelstag. (Diese Angaben nach Belegen aus der Zeit um 1930.) VR.: E Stork hat e Schnawl, e Sawl (Säbel) e Schääd; zwee Dag vor Martini, do dingt mer die Määd [Feierowend Nr. 5/1950]. a. 1425: daß die Herrn von Haimbach müssen einen Schützen dingen übers felde in Zeisskammer Mark [Vogel 49]. SprW.: Wann de die Sau gedingt hascht, hütschde (hütest du) se aa [ ZW-Krähbg]. Südhess. I 1530; RhWB Rhein. I 1366; LothWB Lothr. 89; ElsWB Els. II 691; Bad. I 483.