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| PfWB Tier (Bd. 2, Sp. 279) | PfWB be-trinken (Bd. 1, Sp. 747) | |||||||||||||||
1. a. das Tier als Lebewesen, Dier, s. F. [allg.]; kleines T.: Dierche, Dierle, s. F. [allg.]. Dem arme D. hängt die Zung zum Maul eraus [ZW-Gr'bundb, verbr.]. Das D. geht en 'krepiert' [ WD-Niedkch]. 's Dochderkalb isch e schäi Dierle [ NW-Gimmdg]. Des is e schä Dierle, vom Schoßhund [LU-Muttstdt, verbr.]. Rätsel: Welches Dier is de greescht Fresser? Antwort: Der Hase, weil er mit zwei Löffeln frißt [ LU-Opp]. SprW.: [Bd. 2, Sp. 280] E jed Dierche hot sein Pläsierche 'Jeder vergnügt sich auf seine Weise' [KU-Schmittw/O, verbr.]. WR.: Märzeschnee dut Dier un Planze weh [ IB-Rohrb]. VR.: 's gibt kän schäner Dierche, wie e kläni Krott, weil sie kän Gebimbelbambel hinne henke hot [ RO-Dielkch]. Ein Fangspiel aus KB-Kriegsf: Ein Kind wird als wildes T. ausersehen und versteckt sich. Die anderen spazieren durch die Gegend und singen: Wir wollen einmal spazieren gehn, ob wir das wilde Tier nicht sehn; die Glock schlägt eins, zwei, drei, es kommt noch nicht; die Glock schlägt vier, es kommt das wilde Tier! Hier bricht das bisher unsichtbare Kind in die Reihe der Spazierenden ein und entführt ein Opfer, das dann die Rolle des wilden Tieres zu übernehmen hat. Ähnliche Spiele in KU-Schmittw/O und NW-Haßl. a. 1525: mit gulden lemelin vnd andern Dierlin [SpeyDomKl.]. — Das T. in Vergleichen: Der hat Kraft wie e Dier [KU-Bedb, verbr.]. Er macht wie e D. 'benimmt sich, brüllt wie ein T.' [KB-Bubh, verbr.]. Der dut grad wie e D., vom unmenschlichen Benehmen [ LA-Gommh]. Er spielt 's D., dass. [ WD-Niedkch]. Der macht Stimme wie e D. 'gibt Tierlaute von sich' [ RO-Als, KU-Schmittw/O KB-Kriegsf]. — b. Sonderbedeutungen. α. scherzh. 'Laus'. Der hot Diercher uf'm Kopp [ RO-Lohnsf]. — β. Sammelbezeichnung für kleine Raubtiere (Marder, Iltis, Wiesel). Heit nacht war schun wieder 's D. im Hinkelstall [ KU-Kaulb Gal-Dornf]. a. 1621: 18 stückh Junger Hüener ..., welche im Augusto von dem Thier erbissen worden [WerschwSchR, Bl. 158]. — γ. 'Marienkäfer' in den Zs. Gottes-, Heilands-, PfWB Herrgotts-, Himmels-, Johannis-, Johannistrauben-, Muttergottes-, PfWB Muttertierchen. — δ. andere Tierbezeichnungen in den Zs. PfWB Blut-, Ge-, Latwerg-, Laub-, PfWB Linsen-, PfWB Löffel-, PfWB Schwalbentier. — ε. großes T. in den Zs. PfWB Mords-, PfWB Riesen-, PfWB Un-, PfWB Weltstier. — 2. alte Vorstellungen für dämonische Wesenszüge. Er hot wieder 's D., bei einem Anfall maßloser Wut, launenhafter Unbeherrschtheit, sinnloser Trinkleidenschaft [ KU-Kaulb, verbr], bei periodischen Leibkrämpfen [RO-Sippf]. Ich du der 's D. ausdreiwe! [ PS-Gersb ZW-Battw KU-Kaulb]. Aus einem alten Brauchbuch in KU-Nußb (1794-1806): Hast du die dihr im Leib, si sein gro oder blo oder Roth oder blut Roth, so sein sie in einer Vertelstunt dott. Vgl. HwbAbergl. VIII 806/07. — 3. übertr. a. auf den Menschen. α. ein hohes T. 'hochgestellte Person', scherzh. Das is e hoches D. bei der Bahn [PS-Schmalbg, verbr.]; e hocht D. [ WD-Niedkch]; e hoch D. [ KU-Bedb]; e hok D. [ RO-Dielkch]; e houch D. [SOPf]; e groß(es) D. [verbr.]; e hochgestochenes D., von geckenhaft gekleideten Menschen [ ZW-Bottb]. — β. 'roher Mensch, Grobian'. Du Dier! [ LU-Böhl, Gal-Dornf]. So e D.! von einem, der unmäßig [Bd. 2, Sp. 281] ißt oder trinkt [Land]. — γ. von weiblichen Personen mit besonders großem und starkem Wuchs oder mit negativen Eigenschaften. Des is eich e groß D. [RO-Sippf H'stätt BZ-Wilgws SP-Mechth GH-Neubg], en Tier (richtig wohl: Dier) [ SP-Harths]. Des is e dreckich(es), eklich(es), faul(es), wieschd(es), falsch(es) D. [verbr.]. Is das e verrätscht D.!, vom Tratschweib [ KU-Kaulb]. Du dabisch D.! Schimpfw. auf eine alberne, störrische Frau [ LU-Friesh]. Das es e Dierche 'eine Liederliche, Hure' [ KB-Kriegsf]; e schlechd(es) D., dass. [verbr.]. Zs. PfWB Trampel-, PfWB Dusel-, PfWB Ekels-, PfWB Faul-, PfWB Kriech-, PfWB Lumpen-, PfWB Maul-, PfWB Sau-, PfWB Spitzbubentier. — b. 's Dier met de feiriche Aue, scherzh. von der Kleinbahn [ KL-Reichb]. — c. 'Teufel'. De Deiwel kummt, des feirig Dier — ihr liewe Kinner, die Plässier! [Hartmann Teemaschin 90]. — F.: fast allg. dīr; dīÄr in KU-Kaulb RO-Dielkch; dīÄ in KL-Lind; dēr in GH-Neubg; Pl.: dīrə. Dim.: dīrχə, Pl. dīrχər in WPf NPf nördl. VPf; dīrlə, Pl. dīrlə u. dīrliχ (vgl. PfWB Baum) in südl. VPf. — Südhess. I 1520 ff.; RhWB Rhein. VIII 1182 ff.; LothWB Lothr. 88; ElsWB Els. II 705; Bad. I 479.
| [Bd. 1, Sp. 748] Schnur hauen. Syn. für betrunken: blau, teigig, trunken, glasig, knieknackerig, lateinisch, mole, scheckig, schicker, schikorum, schräg, schwarz, schwipsig, selig, stabaus, staubig, wackelig; nicht allein, nicht klar; voll; voll wie eine Bolle (eine Dose, Tüte, Kanone, Krotte, Kuh, Sau, Spritze, Strandhaubitze, ein PfWB Haus, PfWB Krug, PfWB Maihammel, PfWB Stiefel, PfWB Stier, PfWB Zapfen, PfWB tausend Mann); kanonen-, krotten-, spunden-, stechgranaten-, sterngranaten-, strackvoll; angebrütet, -geduselt, -geheitert, -gerudelt, -gesäufelt, -gesäuselt; bediaduselt, -hurmelt, -schaskelt, -schickert, -schmort, -schnuckt, -schokert, -ständert, -stußt; gespritzt, -tönt; versohlt; er hat einen Affen, Anrauchkopf, Ballen, Ballon, Bären, Blauen, Brand, Bausen, Dackel, Dampf(es), Dermel, Duft, Dümmler, Dusel, Hieb, Hormel, Käfer, Knorpel, Rausch, Schikker, Schlag(er), Schweden, Schwips, Spritzer, Stefzen, Stich, Stieber, Storren, Sturm, Sturracks, Suff; eine Bürde, Fahne, Kiste, Rotznase, Schlagseite; ein PfWB Krähenauge, Stößchen; seinen Dampf, Gram; seine Kiste, Ladung, Sachen; sein PfWB Tier, PfWB Grummet, PfWB Heu; er hat einen sitzen (hängen, hocken); er hat die Bätze (Köze, den Kanal) voll; er hat Blei in den Sohlen, einen (Kater) mit Krallen, eine Krotte am Bändel; er hat einen im Tee (im Tüpfen, Giebel, Heft, Kopf, Ohr, in der Krone); er hat einen (auf, bei sich, weg); er hat runde Absätze, das Delirium, die Röteln, genug, es warm; er hat einen (Schweden) heimgetragen, die Wegsteuer verloren, Babbelwasser getrunken, die Füße verbrannt, in den Dreck getreten, sein PfWB Oberstübchen verliehen, schief (schwer) geladen; er ist leicht (schwer) angeschlagen, er findet die Kehre (das Schlüsselloch) nicht mehr, sieht den Himmel für eine Baßgeige an, sieht den Himmel nicht mehr, sieht nicht mehr gerade, geht zu PfWB zweit heim, läuft auf Eiern, kann nicht mehr gerade laufen, hängt im Tee, liegt im Sulper; er wackelt, er spürt es (ihn); ihm langt es (für heute), ihm läuft der Wein aus den Augen heraus, ihn hat es erwischt-.
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