| Netz-Navigator | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| PfWB dick-fett (Bd. 2, Sp. 257) | PfWB fett (Bd. 2, Sp. 1334) | PfWB Fett (Bd. 2, Sp. 1333) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 1. a. 'reich an Fett', fett (fęd) [fast allg.], (fed) [ KU-Schmittw/O Körbn], fitt (fid) [ BZ-Völkw], fatt (fad) [ RO-Rehborn PS-Bundth Bruchw], (fḁd) [ GH-Neubg]; vom Fleisch (Gegensatz: mager), von Speisen. Ich därf kän f. Flääsch esse [ PS-Erfw]. RA.: Des macht die Supp ('s Kraut) net f., was nicht hilft [RO-Dielkch, verbr.]. — b. 'sich fettig anfühlend', von der Bodenbeschaffenheit; fetti Erd [ SP-W'see]; fetter Bodde [ GH-Hagb]. — c. fette Küche 'üppiges Essen an besonderen Festtagen'. Heit hammer e fett Kich, mer han geschlacht [ WD-Niedkch]. Am Donnerstag vor Fastnacht mußte in jedem Haus Fleisch auf den Tisch gebracht werden; die Hirten holten sich an diesem Tag ihre Geschenke ab; der Tag war der fette Donnerstag [Schandein Bav. IV/2, 393]. — 2. 'dick'. a. 'wohlgenährt, feist', von Menschen und Tieren (Gegensatz: dürr, mager); vgl. [Bd. 2, Sp. 1335] fettfüttern, PfWB -machen. Steigerung in den Zs. PfWB aal(en)-, PfWB pudel-, PfWB teig-, PfWB dick-, dottel(teig)-, maus-, PfWB sau-, PfWB schlapper-, PfWB schlocker-, PfWB schlottel-, PfWB schlotter-, PfWB schnecken-, PfWB schnudel-, PfWB schwappel-, PfWB speck-, PfWB wackel-, PfWB weißfett. Syn.: PfWB dick1 I 2 a α, PfWB dickleibig 1 a α, -mopsig, PfWB dottelig 1 b β, PfWB trauschelig 2 a, PfWB trollig, PfWB fleischig, PfWB griffig, PfWB mast, PfWB mastig, PfWB schlottelig, PfWB schummen, PfWB schwabbelig, PfWB schwammig, PfWB speckig, PfWB wabbelig; vgl. auch die Syn. bei mockelig. Die Sau is f. (gut f., aarich f.) [PS-Th'eischw, verbr.], schlawwerich f. [ RO-Sitt]. Des isch e fitti Frää [BZ-Völkw, verbr.]; e fetter Bisse, von einem dicken Mann [ LU-Maud]; sou'n Fetter 'dicker Kerl' [ LA-Herxh]. Mer hän e fetti Sau 'schlachtreifes Schwein' [LU-Alsh/Gr, verbr.]. Er schnauft wie e fetti Gans [verbr. Gal]. Er hot e fetter Bauch [NW-Kallstdt, verbr.]. Die is so fett, daß se wackelt [ KB-Bischh], f. wie en Ool (Aal) [ZW-Hornb, verbr.], f. wie 'n Odder 'Fischotter' [LU-Maud, verbr.], f. wie en Maulwölber 'Maulwurf' [ LA-Nd'hochstdt], f. wie e Moppel [ ZW-Krähbg], f. wie Deeg ( Teig) [ Gal-Dornf]. Er is dick, fett, faul un gefräßig [ KU-Brück]. Iron. vom Gegenteil: Er is f. wie e Gääß [ KL-Reichb BZ-Dernb], wie e Gääß am Knie [RO-Als, verbr.], wie e Storch am Knie [Hebel 13], wie e Sack voll Gääßehörner [ebd. 13], wie e Bock am Michelstag [ebd. 13], wie e Zeck [ Don-Gertianosch], wie e Reche [KL-Stelzbg, verbr., Gal-Königsau], wie e Zaunstecke [ NW-Weish/S]. Der werd net f., un wammer'n in de Schmalzhawwe setzt [FR-Tiefth, verbr.]. Do hänner's (habt ihr's), werren f. devun, von einer Sache, die man nur ungern preisgibt [ NW-Gimmdg]. SprW.: Selwer esse macht f. [RO-Sippf Dielkch KL-Reichb BZ-Dierb]. Dicke Brocke machen fette Veel [verbr. Don Gal Buch Rußl]. Mer weeß net, vun was mer f. werd [Gal-Kaisersd, verbr. Don Gal Buch]. E bleeder Hund werd selde f. [KU-Kaulb, verbr., auch Gal]. E gurer (fleissicher) Hahn werd selde f. [KL-Siegb, verbr., auch Don Gal Buch Rußl]. 'm Miller sein Sai sin f., awwer mer weeß net, vun wem seim Mehl [verbr. Don Gal Buch]; in Penns: mer weeß net, vun wem seiner Frucht [PennsDeitschEck 27. 2. 1954]. BR.: Schwarm im Jun — e fattes Huhn [ RO-Rehbn]; vgl. PfWB Bienenschwarm. — b. 'üppig', von Pflanzen; vgl. PfWB mast, mastfett. Das is e fett Wiss [KU-Kaulb, verbr.]; fettes Gras [verbr.]. Do steht 's Korn fetter [ RO-Altbbg]. Der Weinstock ist fett im Holz [ RO-Schiersf]. BR.: Junidunnerwedder macht 's Korn fetter [verbr. Don Gal Buch]. — 3. a. 'gut gedüngt und ertragreich'. De Acker es f. [RO-Als, verbr.]. — b. α. 'teuer, kostspielig'. Des is e fetti Rechnung [ LU-Opp]. SprW.: E magerer Vergleich is besser wie e fetter Prozeß [Krieger 54]. — β. Volksgl.: [Bd. 2, Sp. 1336] Griene Krischtdag, fetter Kerichhof 'Nach Weihnachten ohne Schnee hält der Tod reiche Ernte' [Fogel Beliefs Penns Nr. 535]. — Südhess. II 690/ 91; RhWB Rhein. II 411 ff.; Saarbr. 62; LothWB Lothr. 158; ElsWB Els. I 156; Bad. II 134.
| 1. a. 'Fettstoff', Fett (fęd, fed), Fitt, Fatt, zur Verbr. s. PfWB fett (allg.); vgl. PfWB Talg, PfWB Schmalz. Zs. PfWB Braten-, PfWB Dachs-, PfWB Darm-, PfWB Enten-, PfWB Gänse-, PfWB Gekröse-, PfWB Grieben-, PfWB Hahnen-, PfWB Hasen-, PfWB Hühner-, PfWB Hunds-, PfWB Hünkels-, PfWB Kessel-, PfWB Lappen-, PfWB Nieren-, PfWB Rinder-, PfWB Schweine-, PfWB Speck-, PfWB Wurstfett. F. ausbroode, auslosse, abscheppe [ RO-Dielkch, allg.]. 's F. vergeht (auch: verlaaft) 'schmilzt' [Bd. 2, Sp. 1334] [ RO-Rehborn, allg.]. Die Pannkuche sin in F. gebacke [ NW-Gimmdg, allg.]. Er schmeert sich F. ufs Brot [ KL-Enkb, allg.]. Er reibt sich die Hänn mit F. in [Rockhs, verbr.]; die Schrunne mit F. einschmiere [NW-Kallstdt, verbr.]. RA.: Er kriet sein F. 'bekommt Schläge' [KU-Wolfst, verbr.]. Sie hot'm sein F. gebb, von Schlägen, auch vom Schelten [KU-Kaulb, verbr., auch Don Gal Buch]. Dem muß mer F. gewwe, daß er sein Grumbeere schmelze kann, dass. [ KL-Wörsb]. Der hot sein F. 'sein Teil, seine Strafe' [LU-Muttstdt, verbr.]. Er muß aach immer sein F. dezugewwe 'sich in die Unterhaltung einmischen' [ KU-Rathsw Gal-Obl]. Er hot 's F. vun de Supp abgescheppt 'hat das Beste im voraus genommen' [LA-Impfl]. Der red't aach 's F. vun der Supp runner 'nimmt durch vieles Reden das Beste für sich' [ Gal-Sap]. Die backt aach ehr Kichelcher liewer in annere Leit ehrem F., von einer Frau, die andere gern ausnützt [verbr. Don Gal Buch]. Loß mich mei Kichelcher in deim F. backe, dann därfschde aa dei Flääsch in meim Kraut koche! [um Pirmas, verbr., auch Don Gal Buch]. Volksgl.: Wannde in en Nagel tretscht, steck en in F. un grab en nooh unnich der Dachtrapp [Fogel Beliefs Penns Nr. 1575]. En Warz ame Gaul seinere Nas schmiert mer mit F. aus're Fettamschel 'Fettampel' [ebd. Nr. 1716]. VR. s. Hanappel. — b. 'Schmierfett für Leder und Maschinen'; 's Schuhwerk mit F. schmeere [PS-Erfw, verbr. (1930)]. Zs. PfWB Huf-, PfWB Leder-, PfWB Schmier-, PfWB Schuh-, PfWB Wagen-, PfWB Wollfett. — 2. 'Fettgewebe im Körper'. Er bringt 's Maul nimmi uf var lauder F. [ LA-Herxh]. RA.: Er lebt vun seim F. wie de Dachs [verbr. NPf]. Der Magere hot 's F. enwennich wie e Gääß [LA-Nd'hochstdt, verbr.]. — 3. scherzh. Bez. in PfWB Hexen-, PfWB Mücken-, PfWB Schnaken-, PfWB Schnekkenfett. — Südhess. II 688/89; RhWB Rhein. II 414 ff.; Saarbr. 62; LothWB Lothr. 158; ElsWB Els. I 156; Bad. II 134.
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| © 2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||