| Netz-Navigator | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| PfWB dick (Bd. 2, Sp. 253) | PfWB fett (Bd. 2, Sp. 1334) | PfWB dick (Bd. 2, Sp. 253) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
I. Adj. dick (dig), Kompar. dicker; Superl. am dickschde, 's dickscht [allg.]. 1. wie schd., vgl. PfWB Dickde, PfWB Dicking. Das Brett is drei Zentimeter d., is d. wie e Finger; die Mauer is e Meter d. [nördl. VPf, allg.]. Zs. PfWB arms-, PfWB pfoten-, PfWB bummen-, PfWB bumpel-, PfWB daumens-, PfWB erbsen-, PfWB faust-, PfWB finger-, PfWB haar-, PfWB knüppel-, mannsarms-, nagel-, PfWB wolkendick. — 2. a. 'massig, umfangreich', Gegensatz zu PfWB dünn. α. von Mensch und Tier; e dicker Mann, e dicki Fraa (Frää), e dick(es) Kind [allg.]. Syn. s. PfWB Dicksack. Der isch d. 'feist' [mittl. Vpf, allg.]; d. wie e Hauklotz [ ZW-Riedbg], wie e Backowe [ Don-Schowe], wie e Worscht, iron. [ NW-Elmst]. Denne kannschde ins Fetthäbche setze, do werd er aa net dicker [ KU-Trahw]. Sie is so d. wie lang [Pirmas, verbr.], dicker wie lang [ PS-Erfw]. Das is e Dicker, e Dicki [Kaislt, allg.]. Mer knöchle siewe Mann eraus, zufällig lauder Dicke [Firmenich III 249 (Spey)]. Das is e dicker Prischder, s. PfWB Priester 2 [Pirmas]. Der hat Backe wie 's Starke Dicker [ KU-Lohnw], 's Schaffers D. [ KU-Ulm], Vollmonds D. [ KU-Erdb]; 's Bäckers Dicker, Koseform für einen pausbäckigen Jungen [ FR-Bockh]. Des isch emol e Dickes [ LA-Gommh]. Mei Dickesl (Dim.) [VPf]. Dicker (Dickes), kumm emol her! Zuruf an einen Jungen (ein Mädchen) [allg.]. Er freßt sich dick, dick un fett, dick un rund [allg.]; vgl. PfWB dickfressen. Der is so dick, daß er nimmeh aus de Aue gucke kann [ NW-Elmst]. RA.: Groß, dick un dumm [KU-Trahw, verbr.]. Dick, dumm un faul [KU-Bechb, verbr.]. SprW.: Dick liet (lügt) net [ Gal-Brotschk]. Korz un dick gebt aach e Stick, Trost für kleine, dicke Leute [verbr. Don Gal Buch]; vgl. PfWB dünn. VR.: Was hämmer (haben wir) dann fer'n Lehrer in unsere alde Stadt? De Lehrer der esch dick un fett, er frißt de Kinner 's Brot eweg [ LA-Hainf]. Einen Vers mit dick zum Schnellsprechen s. bei PfWB Dietrich 1. — E dicki Bien 'Hummel' [verbr. Don Gal]. Der hot Lais, so dick wie Quetschekern [ LU-Limbghf Oggh KB-Kriegsf]. Er hot dicke Ärem (Arme), Bään (Beine), Ware (Waden) [ KB-Kerzh, allg.]. RA.: Die hot Bään wie e Owerohr, net so dick, awwer so schwarz [ KB-Gauh]. E dicker Panz (Bauch), Kopp, auch übertr. 'Kopf voll Sorgen' [ KU-Brück, allg.]; dicke Backe (Wangen) [verbr.]; [Bd. 2, Sp. 254] vgl. den VR. bei Backen 1 (I 510 Z. 35). — E dick Maul 'Mund mit aufgeworfenen Lippen' [ KU-A'glan, allg.], vgl. PfWB Dickmaul; e dicki Schnuß, dass. [ PS-Zesbg], vgl. PfWB Dickschnusse; s. auch unten 2 c. RA.: E dick Maul mache 'schmollen' [ KU-A'glan]. Die Milch macht e d. Maul, wenn sich beim Kochen die Rahmhaut hochwölbt [ KU-Kaulb Kreimb]. VR.: E ritzigrot Äppelche is ringserum faul; mein allerschönscht Schätzelche drickt mer e dick Maul [Hebel 68]. — 's dick Flääsch 'das Gesäß' [ FR-Bockh, Gal-Obl]; der dicke Teil 'Oberschenkel' [Pauli 140], vgl. PfWB Dickteil. — β. von Gegenständen; e dicker Nascht (Ast), dicke Äppel, Zwiwwele, Grumbeere (Kartoffeln), Schloße (Hagelkörner) [allg.]. Schloße, so dick wie Dauweajer (Taubeneier) [ Gal-Dornf]. Eine BR. s. bei PfWB Benedikt. SprW. s. bei PfWB Bauer1 (I 617 Z. 28), Brocken (Sp. 1241/2), desto. — Dicker Kuche (auch: Dickkuche) 'Napfkuchen' [verbr. VPf]; Syn. s. PfWB Bundkuchen. Scherzh. Antwort auf die Frage: Wann sind die Kuchen gebacken? Am neune die zehne, am dicke die dinne (richtig müßte es heißen: um neun Uhr die dünnen, um zehn die dicken Kuchen) [ LU-Opp]. Die Millich hot e dicki Haut, von der dicken Fettschicht auf der gekochten Milch [ Gal-Dornf]; 's dick Enn vum Ei [verbr.], auch: 's dick Dääl ( Teil) vom Ei [ PS-Vinn]. RA. s. bei PfWB bohren (I 1084 Z. 3), Teil 1 a ß. Dicke Kläärer (Kleider) [mittl. WPf, allg.]; sich dick aanziehe [allg.]. RA.: Du hoscht heit dicke Strimp (Strümpfe) aan, wenn einer nicht hören will [RO-Rehborn, verbr.]; s. auch unten 3 b. Der hot Gritz im Kopp, so dick wie e Appel, von einem Hochmütigen [ BZ-Steinf]. VR. s. bei PfWB Brezel (I 1213 Z. 46), Bube (I 1308 Z. 14). Aus der Soldatenspr.: die Dick Berta 'großkalibriger Mörser im Ersten Weltkrieg'; dicke Brocke 'schwere Geschosse'; dicki Luft 'lebhaftes Artilleriefeuer'. — b. 'stumpf', z. B. von der Axt, vom Messer. Die Ax is vorre (vorn) ganz d. [ PS-Schmalbg]. — c. α. 'schwanger'. Die es d. [RO-Dielkch, verbr.]. Die isch aach widder d. [ LA-Gommh]. Er hot sie d. gemacht 'geschwängert' [Pirmas]. Syn. s. PfWB schwanger, PfWB schwängern. — β. 'angeschwollen'. Er hare (hat ein) dick G'sicht [ ZW-Marthh, allg.]. Sei G'sicht is dick ufgetroßt, vgl. PfWB auftrossen 2 [ KU-Erdb Gal-Dornf]. Sie hat e dicke Hals, vom Kropf [ KU-Bedb]. RA.: Ich schlag der uf die Schnut, daß se so dick werd wie're Krott [ NW-Kallstdt]. — γ. von der aufgeblähten Kuh. Die Kuh isch dick [ IB-Rubh, allg.]. Die Kuh hot en dicke Leib [ LU-Oggh]. Wann die Kuh dick werd, kriet sie e Harzsääl (Harzseil) ins Maul [ ZW-Gr'bundb]. — d. 'zähflüssig', vgl. PfWB dickflüssig; dicki Supp, dicker Brei [allg.]. Die Millich is dick worr; dicki (auch: sauri) Millich is gesund [HB-Kirrbg, verbr.]. Einen VR. s. bei PfWB Brühe (I 1277 Z. 48). Dickes Blut, gegenst. u. [Bd. 2, Sp. 255] übertr. s. bei PfWB Blut (I 1040 Z. 15, 38, 58). — e. 'dicht'. 's Gras steht d. [ HB-Brenschb]. Die Beere am Trauwe (Traubenhängel) stehn dick ufenanner [ LU-Alsh]. Do steht's dick, von einer Walddickung [ KL-Hoheck]. Do stehn die Baam so dick wie Hoor uf'm Hund [KU-Reichsth, verbr. NWPf]. 's Gewelk is d., von dichter Bewölkung [ ZW-Bechhf]; dicker Newwel [verbr.]. Die Luft do hinn is so dick, daß mer se schneire kennt [ZW-Gr'bundb, verbr.]; übertr. in der RA.: Do is dicki Luft 'schlechte Stimmung', auch 'Es droht Gefahr' [LU-Alsh, verbr.]. Sää die Gerscht net so dick! [ KB-Kerzh]. Wie's dick erunnerkottelt leis unn darchenannerwärrt, von dicht fallenden Schneeflocken [Christmann Grummet 21]. RA.: Wo's dick leit (liegt) do rafft er 'Er nimmt die günstige Gelegenheit wahr' [verbr. NPf, Gal-Dornf]. WR.: Wann der Himmel dick voll Sterne is, gebt's der nächscht Dag Rege [Fogel Beliefs Penns Nr. 1209]. — 3. übertr. (soweit noch nicht oben in 2 berücksichtigt). a. e dicker Bauer 'reicher Bauer' [RO-Als, verbr.]. — b. RA.: Du hoscht heit awwer dicke Ohre, wenn einer absichtlich nicht hören will [ LU-Alsh]; vgl. PfWB dickohrig, s. auch oben 2 a. Er hot e dicki Haut 'kann viel Spott und Schimpfen vertragen' [LU-Limbghf, verbr.]; vgl. PfWB dickhäutig. Der hot e dick Fell, dass. [NW-Kallstdt, verbr.]; vgl. PfWB dickfellig. — c. RA.: Der hot's dick hinnich de Ohre, von einem sich unschuldig gebenden Bösewicht [verbr. Don Gal Buch Rußl]. — d. Des is mer zu dick 'zu teuer' [Frankth]. — e. Hot er widder e Dicke gemach 'tüchtig angegeben'? [ Don-Werb]; vgl. PfWB dickmachen. — f. RA.: Der geht dorch dick un dinn 'scheut keine Hindernisse' [verbr.]. Er geht mit mer dorch dick un dinn 'folgt mir blindlings' [GH-Schwegh, verbr.]. Aich (ich) han's'm darch dick un dinn gesaat 'geradeheraus die Wahrheit gesagt' [KU-Kaulb Schmittw/O Krieger 51]. — g. die Dickschde runnerfange 'heftige Schläge empfangen' [Schandein Sprachsch.]. — h. dicke Fehler 'schwere Fehler' [ PS-Erfw]. — i. dicki Freindschaft [ KB-Kriegsf]. — j. d. kommen 'das Erträgliche überschreiten'. Das kummt mer doch e bissi se d. [ KU-Schmittw/O, ZW-Gr'bundb]. Dicker kann's jetzt nimmeh kumme [Krieger 43]. — II. Adv. 'oft', deck (deg) [verbr., vorn. ältere Gener.], (dęg) [ RO-Duchr Gal-Dornf]; vgl. PfWB dickmals. Er kommt deck zu uns [KB-Mauchh, verbr., auch Gal]. Die kimmt mer deck gelääf [KU-Bedb, verbr.]. Er es deck besoff [ WD-Niedkch]. Mei rechdes Been schloft mer deck in [ KL-Reichb]. Ich hab der's schun deck genung g'sagt [ PS-Erfw]. WR.: Wann der Hahn deck kräht, gebt's scheen Wedder [ KU-Wahnwg]. — In der Verb. so deck: Vielleicht dät's bei annere Schnapslumbe aa helfe, wammersche (wenn man sie) gehörig tunke (verhauen) dät, so deck se besoff senn [PfId. 185]. So deck as ich kumm bin, [Bd. 2, Sp. 256] war er net deheem [ Gal-Dornf]. Nerr (nur) net so deck gestellt! 'Nicht so oft aufgerichtet, immer bei der Arbeit bleiben!', Zuruf bei der Kartoffelernte [ KL-Stelzbg]. — Kompar. decker [verbr. NWPf Zweibr KL-Morlt Schandein Sprachsch. 14], deckersch [ KU-Diedk]. Ich han'ne schun decker gesiehn, weeß awwer nit, wo ich'ne soll hindun [ IB-Bebh]. Wie oft wollt schun mei Gretche sterwe, ... jo, hunnert Mol, ich glaab noch decker [Siebenlist 98]. a. 1300: so deck als sich dasz gebührt [Grimm Weist. V 625 (FR-Bockh)]. a. 1303: also dicge er daz duot, also menig phunt spirscher sol er geben [SpeyUrk. 172]. a. 1354: als dick das not ist, das ganze Zitat s. bei PfWB Beiel. a. 1357: so dicke das noyt geschehe, so wer eym romesche ryche voyt, eyme apte helfen zu twingen [PfWeist. I 258 (KB-Dreis)]. a. 1357: des dicke genanten cloysters [ebd.]. a. 1421: vnd wer das nit thette, der were die busse, also dick ime das gebottenn wurde [PfWeist. I 131 (IB-Bliesk)]; ein weiteres Zitat hierzu s. bei PfWB Buße 1. a. 1457: wie dick ein huber die gerichtstage nit entsucht, als dick soll er die buß verfallen sein einem abt oder seinem kemerer mit 5 schill. heller [SSp., Weistum von KL-Queidb]. a. 1534: so dick vnd vill, s. das ganze Zitat bei Predigt 1. a. 1594: Vnd wan wyr die jhargedingh weißen jharlich dreymal, also dick hat das gericht eyn virteyl weins von den herren [PfWeist. I 201 (KB-Bubh)]. — Südhess. I 1501 ff.; RhWB Rhein. I 1335 ff.; Saarbr. 46; LothWB Lothr. 82, 88; ElsWB Els. II 671, 672; Bad. I 474/75.
| 1. a. 'reich an Fett', fett (fęd) [fast allg.], (fed) [ KU-Schmittw/O Körbn], fitt (fid) [ BZ-Völkw], fatt (fad) [ RO-Rehborn PS-Bundth Bruchw], (fḁd) [ GH-Neubg]; vom Fleisch (Gegensatz: mager), von Speisen. Ich därf kän f. Flääsch esse [ PS-Erfw]. RA.: Des macht die Supp ('s Kraut) net f., was nicht hilft [RO-Dielkch, verbr.]. — b. 'sich fettig anfühlend', von der Bodenbeschaffenheit; fetti Erd [ SP-W'see]; fetter Bodde [ GH-Hagb]. — c. fette Küche 'üppiges Essen an besonderen Festtagen'. Heit hammer e fett Kich, mer han geschlacht [ WD-Niedkch]. Am Donnerstag vor Fastnacht mußte in jedem Haus Fleisch auf den Tisch gebracht werden; die Hirten holten sich an diesem Tag ihre Geschenke ab; der Tag war der fette Donnerstag [Schandein Bav. IV/2, 393]. — 2. 'dick'. a. 'wohlgenährt, feist', von Menschen und Tieren (Gegensatz: dürr, mager); vgl. [Bd. 2, Sp. 1335] fettfüttern, PfWB -machen. Steigerung in den Zs. PfWB aal(en)-, PfWB pudel-, PfWB teig-, PfWB dick-, dottel(teig)-, maus-, PfWB sau-, PfWB schlapper-, PfWB schlocker-, PfWB schlottel-, PfWB schlotter-, PfWB schnecken-, PfWB schnudel-, PfWB schwappel-, PfWB speck-, PfWB wackel-, PfWB weißfett. Syn.: PfWB dick1 I 2 a α, PfWB dickleibig 1 a α, -mopsig, PfWB dottelig 1 b β, PfWB trauschelig 2 a, PfWB trollig, PfWB fleischig, PfWB griffig, PfWB mast, PfWB mastig, PfWB schlottelig, PfWB schummen, PfWB schwabbelig, PfWB schwammig, PfWB speckig, PfWB wabbelig; vgl. auch die Syn. bei mockelig. Die Sau is f. (gut f., aarich f.) [PS-Th'eischw, verbr.], schlawwerich f. [ RO-Sitt]. Des isch e fitti Frää [BZ-Völkw, verbr.]; e fetter Bisse, von einem dicken Mann [ LU-Maud]; sou'n Fetter 'dicker Kerl' [ LA-Herxh]. Mer hän e fetti Sau 'schlachtreifes Schwein' [LU-Alsh/Gr, verbr.]. Er schnauft wie e fetti Gans [verbr. Gal]. Er hot e fetter Bauch [NW-Kallstdt, verbr.]. Die is so fett, daß se wackelt [ KB-Bischh], f. wie en Ool (Aal) [ZW-Hornb, verbr.], f. wie 'n Odder 'Fischotter' [LU-Maud, verbr.], f. wie en Maulwölber 'Maulwurf' [ LA-Nd'hochstdt], f. wie e Moppel [ ZW-Krähbg], f. wie Deeg ( Teig) [ Gal-Dornf]. Er is dick, fett, faul un gefräßig [ KU-Brück]. Iron. vom Gegenteil: Er is f. wie e Gääß [ KL-Reichb BZ-Dernb], wie e Gääß am Knie [RO-Als, verbr.], wie e Storch am Knie [Hebel 13], wie e Sack voll Gääßehörner [ebd. 13], wie e Bock am Michelstag [ebd. 13], wie e Zeck [ Don-Gertianosch], wie e Reche [KL-Stelzbg, verbr., Gal-Königsau], wie e Zaunstecke [ NW-Weish/S]. Der werd net f., un wammer'n in de Schmalzhawwe setzt [FR-Tiefth, verbr.]. Do hänner's (habt ihr's), werren f. devun, von einer Sache, die man nur ungern preisgibt [ NW-Gimmdg]. SprW.: Selwer esse macht f. [RO-Sippf Dielkch KL-Reichb BZ-Dierb]. Dicke Brocke machen fette Veel [verbr. Don Gal Buch Rußl]. Mer weeß net, vun was mer f. werd [Gal-Kaisersd, verbr. Don Gal Buch]. E bleeder Hund werd selde f. [KU-Kaulb, verbr., auch Gal]. E gurer (fleissicher) Hahn werd selde f. [KL-Siegb, verbr., auch Don Gal Buch Rußl]. 'm Miller sein Sai sin f., awwer mer weeß net, vun wem seim Mehl [verbr. Don Gal Buch]; in Penns: mer weeß net, vun wem seiner Frucht [PennsDeitschEck 27. 2. 1954]. BR.: Schwarm im Jun — e fattes Huhn [ RO-Rehbn]; vgl. PfWB Bienenschwarm. — b. 'üppig', von Pflanzen; vgl. PfWB mast, mastfett. Das is e fett Wiss [KU-Kaulb, verbr.]; fettes Gras [verbr.]. Do steht 's Korn fetter [ RO-Altbbg]. Der Weinstock ist fett im Holz [ RO-Schiersf]. BR.: Junidunnerwedder macht 's Korn fetter [verbr. Don Gal Buch]. — 3. a. 'gut gedüngt und ertragreich'. De Acker es f. [RO-Als, verbr.]. — b. α. 'teuer, kostspielig'. Des is e fetti Rechnung [ LU-Opp]. SprW.: E magerer Vergleich is besser wie e fetter Prozeß [Krieger 54]. — β. Volksgl.: [Bd. 2, Sp. 1336] Griene Krischtdag, fetter Kerichhof 'Nach Weihnachten ohne Schnee hält der Tod reiche Ernte' [Fogel Beliefs Penns Nr. 535]. — Südhess. II 690/ 91; RhWB Rhein. II 411 ff.; Saarbr. 62; LothWB Lothr. 158; ElsWB Els. I 156; Bad. II 134.
| I. Adj. dick (dig), Kompar. dicker; Superl. am dickschde, 's dickscht [allg.]. 1. wie schd., vgl. PfWB Dickde, PfWB Dicking. Das Brett is drei Zentimeter d., is d. wie e Finger; die Mauer is e Meter d. [nördl. VPf, allg.]. Zs. PfWB arms-, PfWB pfoten-, PfWB bummen-, PfWB bumpel-, PfWB daumens-, PfWB erbsen-, PfWB faust-, PfWB finger-, PfWB haar-, PfWB knüppel-, mannsarms-, nagel-, PfWB wolkendick. — 2. a. 'massig, umfangreich', Gegensatz zu PfWB dünn. α. von Mensch und Tier; e dicker Mann, e dicki Fraa (Frää), e dick(es) Kind [allg.]. Syn. s. PfWB Dicksack. Der isch d. 'feist' [mittl. Vpf, allg.]; d. wie e Hauklotz [ ZW-Riedbg], wie e Backowe [ Don-Schowe], wie e Worscht, iron. [ NW-Elmst]. Denne kannschde ins Fetthäbche setze, do werd er aa net dicker [ KU-Trahw]. Sie is so d. wie lang [Pirmas, verbr.], dicker wie lang [ PS-Erfw]. Das is e Dicker, e Dicki [Kaislt, allg.]. Mer knöchle siewe Mann eraus, zufällig lauder Dicke [Firmenich III 249 (Spey)]. Das is e dicker Prischder, s. PfWB Priester 2 [Pirmas]. Der hat Backe wie 's Starke Dicker [ KU-Lohnw], 's Schaffers D. [ KU-Ulm], Vollmonds D. [ KU-Erdb]; 's Bäckers Dicker, Koseform für einen pausbäckigen Jungen [ FR-Bockh]. Des isch emol e Dickes [ LA-Gommh]. Mei Dickesl (Dim.) [VPf]. Dicker (Dickes), kumm emol her! Zuruf an einen Jungen (ein Mädchen) [allg.]. Er freßt sich dick, dick un fett, dick un rund [allg.]; vgl. PfWB dickfressen. Der is so dick, daß er nimmeh aus de Aue gucke kann [ NW-Elmst]. RA.: Groß, dick un dumm [KU-Trahw, verbr.]. Dick, dumm un faul [KU-Bechb, verbr.]. SprW.: Dick liet (lügt) net [ Gal-Brotschk]. Korz un dick gebt aach e Stick, Trost für kleine, dicke Leute [verbr. Don Gal Buch]; vgl. PfWB dünn. VR.: Was hämmer (haben wir) dann fer'n Lehrer in unsere alde Stadt? De Lehrer der esch dick un fett, er frißt de Kinner 's Brot eweg [ LA-Hainf]. Einen Vers mit dick zum Schnellsprechen s. bei PfWB Dietrich 1. — E dicki Bien 'Hummel' [verbr. Don Gal]. Der hot Lais, so dick wie Quetschekern [ LU-Limbghf Oggh KB-Kriegsf]. Er hot dicke Ärem (Arme), Bään (Beine), Ware (Waden) [ KB-Kerzh, allg.]. RA.: Die hot Bään wie e Owerohr, net so dick, awwer so schwarz [ KB-Gauh]. E dicker Panz (Bauch), Kopp, auch übertr. 'Kopf voll Sorgen' [ KU-Brück, allg.]; dicke Backe (Wangen) [verbr.]; [Bd. 2, Sp. 254] vgl. den VR. bei Backen 1 (I 510 Z. 35). — E dick Maul 'Mund mit aufgeworfenen Lippen' [ KU-A'glan, allg.], vgl. PfWB Dickmaul; e dicki Schnuß, dass. [ PS-Zesbg], vgl. PfWB Dickschnusse; s. auch unten 2 c. RA.: E dick Maul mache 'schmollen' [ KU-A'glan]. Die Milch macht e d. Maul, wenn sich beim Kochen die Rahmhaut hochwölbt [ KU-Kaulb Kreimb]. VR.: E ritzigrot Äppelche is ringserum faul; mein allerschönscht Schätzelche drickt mer e dick Maul [Hebel 68]. — 's dick Flääsch 'das Gesäß' [ FR-Bockh, Gal-Obl]; der dicke Teil 'Oberschenkel' [Pauli 140], vgl. PfWB Dickteil. — β. von Gegenständen; e dicker Nascht (Ast), dicke Äppel, Zwiwwele, Grumbeere (Kartoffeln), Schloße (Hagelkörner) [allg.]. Schloße, so dick wie Dauweajer (Taubeneier) [ Gal-Dornf]. Eine BR. s. bei PfWB Benedikt. SprW. s. bei PfWB Bauer1 (I 617 Z. 28), Brocken (Sp. 1241/2), desto. — Dicker Kuche (auch: Dickkuche) 'Napfkuchen' [verbr. VPf]; Syn. s. PfWB Bundkuchen. Scherzh. Antwort auf die Frage: Wann sind die Kuchen gebacken? Am neune die zehne, am dicke die dinne (richtig müßte es heißen: um neun Uhr die dünnen, um zehn die dicken Kuchen) [ LU-Opp]. Die Millich hot e dicki Haut, von der dicken Fettschicht auf der gekochten Milch [ Gal-Dornf]; 's dick Enn vum Ei [verbr.], auch: 's dick Dääl ( Teil) vom Ei [ PS-Vinn]. RA. s. bei PfWB bohren (I 1084 Z. 3), Teil 1 a ß. Dicke Kläärer (Kleider) [mittl. WPf, allg.]; sich dick aanziehe [allg.]. RA.: Du hoscht heit dicke Strimp (Strümpfe) aan, wenn einer nicht hören will [RO-Rehborn, verbr.]; s. auch unten 3 b. Der hot Gritz im Kopp, so dick wie e Appel, von einem Hochmütigen [ BZ-Steinf]. VR. s. bei PfWB Brezel (I 1213 Z. 46), Bube (I 1308 Z. 14). Aus der Soldatenspr.: die Dick Berta 'großkalibriger Mörser im Ersten Weltkrieg'; dicke Brocke 'schwere Geschosse'; dicki Luft 'lebhaftes Artilleriefeuer'. — b. 'stumpf', z. B. von der Axt, vom Messer. Die Ax is vorre (vorn) ganz d. [ PS-Schmalbg]. — c. α. 'schwanger'. Die es d. [RO-Dielkch, verbr.]. Die isch aach widder d. [ LA-Gommh]. Er hot sie d. gemacht 'geschwängert' [Pirmas]. Syn. s. PfWB schwanger, PfWB schwängern. — β. 'angeschwollen'. Er hare (hat ein) dick G'sicht [ ZW-Marthh, allg.]. Sei G'sicht is dick ufgetroßt, vgl. PfWB auftrossen 2 [ KU-Erdb Gal-Dornf]. Sie hat e dicke Hals, vom Kropf [ KU-Bedb]. RA.: Ich schlag der uf die Schnut, daß se so dick werd wie're Krott [ NW-Kallstdt]. — γ. von der aufgeblähten Kuh. Die Kuh isch dick [ IB-Rubh, allg.]. Die Kuh hot en dicke Leib [ LU-Oggh]. Wann die Kuh dick werd, kriet sie e Harzsääl (Harzseil) ins Maul [ ZW-Gr'bundb]. — d. 'zähflüssig', vgl. PfWB dickflüssig; dicki Supp, dicker Brei [allg.]. Die Millich is dick worr; dicki (auch: sauri) Millich is gesund [HB-Kirrbg, verbr.]. Einen VR. s. bei PfWB Brühe (I 1277 Z. 48). Dickes Blut, gegenst. u. [Bd. 2, Sp. 255] übertr. s. bei PfWB Blut (I 1040 Z. 15, 38, 58). — e. 'dicht'. 's Gras steht d. [ HB-Brenschb]. Die Beere am Trauwe (Traubenhängel) stehn dick ufenanner [ LU-Alsh]. Do steht's dick, von einer Walddickung [ KL-Hoheck]. Do stehn die Baam so dick wie Hoor uf'm Hund [KU-Reichsth, verbr. NWPf]. 's Gewelk is d., von dichter Bewölkung [ ZW-Bechhf]; dicker Newwel [verbr.]. Die Luft do hinn is so dick, daß mer se schneire kennt [ZW-Gr'bundb, verbr.]; übertr. in der RA.: Do is dicki Luft 'schlechte Stimmung', auch 'Es droht Gefahr' [LU-Alsh, verbr.]. Sää die Gerscht net so dick! [ KB-Kerzh]. Wie's dick erunnerkottelt leis unn darchenannerwärrt, von dicht fallenden Schneeflocken [Christmann Grummet 21]. RA.: Wo's dick leit (liegt) do rafft er 'Er nimmt die günstige Gelegenheit wahr' [verbr. NPf, Gal-Dornf]. WR.: Wann der Himmel dick voll Sterne is, gebt's der nächscht Dag Rege [Fogel Beliefs Penns Nr. 1209]. — 3. übertr. (soweit noch nicht oben in 2 berücksichtigt). a. e dicker Bauer 'reicher Bauer' [RO-Als, verbr.]. — b. RA.: Du hoscht heit awwer dicke Ohre, wenn einer absichtlich nicht hören will [ LU-Alsh]; vgl. PfWB dickohrig, s. auch oben 2 a. Er hot e dicki Haut 'kann viel Spott und Schimpfen vertragen' [LU-Limbghf, verbr.]; vgl. PfWB dickhäutig. Der hot e dick Fell, dass. [NW-Kallstdt, verbr.]; vgl. PfWB dickfellig. — c. RA.: Der hot's dick hinnich de Ohre, von einem sich unschuldig gebenden Bösewicht [verbr. Don Gal Buch Rußl]. — d. Des is mer zu dick 'zu teuer' [Frankth]. — e. Hot er widder e Dicke gemach 'tüchtig angegeben'? [ Don-Werb]; vgl. PfWB dickmachen. — f. RA.: Der geht dorch dick un dinn 'scheut keine Hindernisse' [verbr.]. Er geht mit mer dorch dick un dinn 'folgt mir blindlings' [GH-Schwegh, verbr.]. Aich (ich) han's'm darch dick un dinn gesaat 'geradeheraus die Wahrheit gesagt' [KU-Kaulb Schmittw/O Krieger 51]. — g. die Dickschde runnerfange 'heftige Schläge empfangen' [Schandein Sprachsch.]. — h. dicke Fehler 'schwere Fehler' [ PS-Erfw]. — i. dicki Freindschaft [ KB-Kriegsf]. — j. d. kommen 'das Erträgliche überschreiten'. Das kummt mer doch e bissi se d. [ KU-Schmittw/O, ZW-Gr'bundb]. Dicker kann's jetzt nimmeh kumme [Krieger 43]. — II. Adv. 'oft', deck (deg) [verbr., vorn. ältere Gener.], (dęg) [ RO-Duchr Gal-Dornf]; vgl. PfWB dickmals. Er kommt deck zu uns [KB-Mauchh, verbr., auch Gal]. Die kimmt mer deck gelääf [KU-Bedb, verbr.]. Er es deck besoff [ WD-Niedkch]. Mei rechdes Been schloft mer deck in [ KL-Reichb]. Ich hab der's schun deck genung g'sagt [ PS-Erfw]. WR.: Wann der Hahn deck kräht, gebt's scheen Wedder [ KU-Wahnwg]. — In der Verb. so deck: Vielleicht dät's bei annere Schnapslumbe aa helfe, wammersche (wenn man sie) gehörig tunke (verhauen) dät, so deck se besoff senn [PfId. 185]. So deck as ich kumm bin, [Bd. 2, Sp. 256] war er net deheem [ Gal-Dornf]. Nerr (nur) net so deck gestellt! 'Nicht so oft aufgerichtet, immer bei der Arbeit bleiben!', Zuruf bei der Kartoffelernte [ KL-Stelzbg]. — Kompar. decker [verbr. NWPf Zweibr KL-Morlt Schandein Sprachsch. 14], deckersch [ KU-Diedk]. Ich han'ne schun decker gesiehn, weeß awwer nit, wo ich'ne soll hindun [ IB-Bebh]. Wie oft wollt schun mei Gretche sterwe, ... jo, hunnert Mol, ich glaab noch decker [Siebenlist 98]. a. 1300: so deck als sich dasz gebührt [Grimm Weist. V 625 (FR-Bockh)]. a. 1303: also dicge er daz duot, also menig phunt spirscher sol er geben [SpeyUrk. 172]. a. 1354: als dick das not ist, das ganze Zitat s. bei PfWB Beiel. a. 1357: so dicke das noyt geschehe, so wer eym romesche ryche voyt, eyme apte helfen zu twingen [PfWeist. I 258 (KB-Dreis)]. a. 1357: des dicke genanten cloysters [ebd.]. a. 1421: vnd wer das nit thette, der were die busse, also dick ime das gebottenn wurde [PfWeist. I 131 (IB-Bliesk)]; ein weiteres Zitat hierzu s. bei PfWB Buße 1. a. 1457: wie dick ein huber die gerichtstage nit entsucht, als dick soll er die buß verfallen sein einem abt oder seinem kemerer mit 5 schill. heller [SSp., Weistum von KL-Queidb]. a. 1534: so dick vnd vill, s. das ganze Zitat bei Predigt 1. a. 1594: Vnd wan wyr die jhargedingh weißen jharlich dreymal, also dick hat das gericht eyn virteyl weins von den herren [PfWeist. I 201 (KB-Bubh)]. — Südhess. I 1501 ff.; RhWB Rhein. I 1335 ff.; Saarbr. 46; LothWB Lothr. 82, 88; ElsWB Els. II 671, 672; Bad. I 474/75.
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| © 2010 by Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften an der Universität Trier Home | Impressum | Kontakt | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||