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 PfWB Daumen (Bd. 2, Sp. 161)   LothWB Dummes-dick (Bd. 1, Sp. 111b) 
   Daumen m.:
1. 'erster Finger der Hand', Daume (daumə, daunmə) [fast allg. WPf westl. NPf], (dḁumə) [verbr. VPf], Daame (dmə) [ KL-Siegb Kaislt], (dānmə) [KB-Biedh Gauh NW-Freinsh u. Umg. verbr. mittl. VPf], Doume (dǫumə) [ LU-Rh'gönh Altr SP-W'see Ottstdt], Dumme (dumə) [lothr. SWPf]. Ich han mer uf de Daame gekloppt [Kaislt, allg.]. Des is e Daume braat [FR-Bockh, verbr.]. 's Kind lutscht am Daimche

[Bd. 2, Sp. 162]
[ NW-Kallstdt, allg.]. Er hot'm merrem (mit dem) Daume in die Rippe gestoß, er is negscht umgefall [ KU-Schmittw/O]. RA.: Der kann jetzt am Daume lutsche, von einem, der sein Vermögen verloren hat [ KU-A'glan]. a. 1792: Er kann den Daumen rühren 'Er hat viel Geld' [Klein Prov. 79]. Der hat finf Daume, von einem Ungeschickten [KU-Bedb, verbr.], hat lauder Daume an de Hänn, dass. [Pirmas]; vgl. PfWB Tappes 1 a. Der wiet (wiegt) immer de Daume met, von einem knapp wiegenden Kaufmann [KL-Reichb, verbr.]. Der rechent (rechnet) finf Finger en de Aarsch un de Daume bleibt haus 'weiß seinen Vorteil wahrzunehmen' [ KB-Bischh]. Leg dein Daume druff, do hoscht de Flääsch, wenn jemand trockenes Brot essen muß [Hebel 28]. Sie hat'n unner'm Daume 'beherrscht ihren Mann' [KL-Trippstdt, verbr.]. Daumenspiel: Man streicht kleinen Kindern mit Mittel- und Zeigefinger über die Nase, steckt den Daumen zwischen die beiden Finger und sagt zu dem Kind: Guck, dein Näsche [BZ-Klingmst, verbr.]. Dieses Durchstecken des Daumens deutet auch den Geschlechtsverkehr an [verbr.], ebenso die Ablehnung der Erfüllung eines Wunsches [ Gal-Dornf]. Volksgl.: de Daume halle 'den Daumen drücken zum guten Gelingen' (verbr.), de D. hewe, dass. [südl. VPf]. Hall mer de Daume, daß mein Grand (im Kartenspiel) dorchgeht [Krieger 44]. Schlaa de D. in (ein), dass. [Pirmas Schandein Bav. IV/2, 327]. VR. (gesprochen beim Fingerspiel der Kinder): Des isch de Daume. Der (der Zeigefinger) eßt gern Praume. Der (Mittelfinger) saacht: Wuher nemme? Der (der Goldfinger) saacht: Stehle! Der (der kleine Finger) saacht: Beleib, beleib! Wann 's Großvädderle kummt, werd mer ufg'hängt [ BZ-Steinf]. Varianten s. bei PfWB beileibe, PfWB Pflaume, PfWB Großvater, PfWB heimtragen, PfWB klein, PfWB Muppes, PfWB Mutter, PfWB Schütz, PfWB Spitzbube, PfWB Struppes, Stumpfernickel. Volksmed.: de Daume rausreiße, dem Epileptiker bei einem Krampfanfall den D. aus der verkrampften Faust herausziehen; wenn das rechtzeitig geschieht, löst sich der Krampf alsbald [ LU-Altr]. (Im Gegensatz hierzu soll beim Besprechen des Herzgeblüts (s. d.) der D. eingelegt werden.) a. 1559: Zum dritten Mal soll man dem maynaidigen Zeugen die zween Finger und den Daumen abhauen, so er den Eydt mit geschworen hat, die die Heylige dreyfaltigkeit bedeuten; den Daumen, was bedeutet Gott, den Vater; der Finger bei dem Daumen, der son Jesus Christus; und der lengste Finger bedeut den Heyligen Geist; zu einem Zeichen, das er unrecht geschworen hat und die Heylige Dreyfaltigkeit verletzt [Knapp 50]. —
2.
a. 'Handschuhdaumen' [FR Bockh, Gal-Dornf Obl]. —
b. kalder Daume 'Stift mit Kopf zum Pfeifestopfen' [ ZW-Gr'bundb]; vgl. PfWB Pfeifenräumer. —
c. Gasthausbezeichnung

[Bd. 2, Sp. 163]
'zum Daumen'. a. 1528: Hauß zum Daumen genent, an der Weinprucken gelegen [Gg-HospR]. — F.: In dāmə, dmə ist der Stammvokal nicht unmittelbar aus altem -ū- (mhd. dūme) entstanden, sondern als Rückbildung aus dem Diphthong -au- (daumə) anzusehen. Dieser Vorgang vollzog sich parallel zu dem im annähernd gleichen Gebiet unter schriftsprachlichem Einfluß eingetretenen Wandel von mda. au bzw. ou zu ā, ō, z. B. in Aumed, Oumed (mhd. āmat 'Ohmet, Grummet'), Bauhn, bzw. Bouhn (mhd. bōne 'Bohne') zu mda. Ahmet, Ohmet bzw. Bahn, Bohn; vgl. Bertram 82 ff. — Südhess. I 1432/33; RhWB Rhein. I 1289 ff.; LothWB Lothr. 111; ElsWB Els. II 683; Bad. I 441.

 

 Dummes-dick m. Bi. Lix. 1. Knirps. 2. Der Däumling des Märchens. Als Adjektiv dick wie ein Daumen.  ElsWB els. 2, 683 dumme - dick.