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 PfWB Dauge (Bd. 2, Sp. 157)   PfWB Faß (Bd. 2, Sp. 1052)   PfWB Schöpf-faß (Bd. 5, Sp. 1410) 
   Dauge, Daubef.: 'das gebogene Brett für die Wandung des Fasses und anderer Holzgefäße', früher mancherorts auch vom Bodenstück, Dau [NPf WPf verbr. Don Gal Buch], Daug [ KU-O'mohr KL-O'arnb], Duch [ HB-Medh LU-Limbghf], Daub [allg. VPf vereinzelt WPf NPf Lambert Penns 38 verbr. Don Gal Buch (hier seltener als Dau)], Dauw [ KL-Weilb], Daab (dāb) [ PS-W'fischb], (db) [ FR-Bobh NW-Frankeck Gal Josbg]. Die beiden Hauptformen Dau (Pl. Daue) und Daub (Pl. Dauwe) setzen sich, wie K. 84 zeigt, voneinander ab; jene ist Leitform für WPf, diese für VPf. In den Nachbargebieten finden diese Formen ihre Fortsetzung; vgl. bes. Südhess. K. 85. — Mit der Herstellung von Fässern zusammenhängende Arbeiten: Daue (Dauwe) reiße, schneide, streife (im Modell), aushowele, füge (nach Modell), ufsetze bzw. ufstelle (zum Wärmen), wärme, (das Faß) bereife [verbr.]. An dem Faß do sin jo alle Daue kaputt [ KL-Matzb]. a. 1589: Außgabgelt vor Reiff Daugen vnnd Küefferarbeit [HornbSchrR]. a. 1596: 5 alb. von Newen Tauben in ein legel zu ziehen [WerschwSchR, Bl. 267]. a. 1612: Außgab gelt für Fassung, Reiff, Bandt, Dauwen vnd Bodenstückh [DisibSchR, Bl. 113]. a. 1625/26: 13 fl. 7½ b.... Veltten Leyen-

[Bd. 2, Sp. 158]

meister Vor 300 Daugen [StArch. Kaislt, Bürgermeisterrechnungen]. a. 1656: Holz zu Tauhen vnd Weingartholz [KSchArch. IV 3398]. a. 1669/70: so man Taugen machen lassen will [StArch. in KL-Landstl, Weistum]. Zs.: Boden-Türchen-, PfWB Gehr-, PfWB Grund-, PfWB Kopf-, PfWB Seiten-, Spunddauge (-daube); Eimer-, Faß-, Kübel-, PfWB Zuberdaube. — F.: Auffallend ist besonders die Monophthongierung von au (< mhd. ū) zu ā bzw. in den Formen dāb und db. Hierzu vgl. die Ausführungen unter F. bei Daumen. Die Formen dau, daug, dux gehören zu mhd. dūge (< mlat. dōga); daub, dauw, dāb, db schließen an frz. douve (< mlat. dōva) an; Näheres bei Kluge-Mitzka19. — Südhess. I 1418; RhWB Rhein. I 1278; Saarbr. 43; LothWB Lothr. 82; ElsWB Els. II 643/44 u. 668; Bad. I 435 u. 440.

 

   Faß n.:
1.
a. wie schd., Faß (fas) [vorn. WPf NPf nördl. u. mittl. VPf selten (Städte!) südl. VPf], (fḁs) [fast allg. südl. VPf selten andere Teile der Pfalz]; Pl. u. Dim. s. F.; vgl. PfWB Tonne 1. — Faßarten: nach dem Inhalt: Pfuhl-, Bier-, Branntwein-, Pudel-, Pulver-, Teer-, Trub-, Erdöl-, Essig-, Fett-, Herings-, Kraut-, Most-, Öl-, Olig-, Schnaps-, Wasser-, Wein-, Zementfaß: nach dem Fassungsvermögen: Ahm- (Ohm-), Fuder-, Lade-, Stückfaß. Sonstige größere Faßarten: Bauch-, Brüh-, Transport-, Fuhr-, Gär-, Kühl-, Lager-, Lake-, Leit-, Lot-, Säu-, Spreng-, Spritz-, Stellfaß. Teile des Fasses: Bauch 2, PfWB Boden 4 a (vorderer u. hinterer B.); vgl. auch PfWB Dauge, PfWB Tür 5, Türchen-, Gehr-, PfWB Grunddauge, PfWB Mittelstück, PfWB Reif, PfWB Seitendauge, -stück, PfWB Zapfloch. Ich muß schnell e neies Faß (Fäßche) anstecke 'anzapfen' [ KL-Bann, allg.]. 's Faß laaft aus [KL-Stelzbg, verbr.]. Vergleiche: e Bauch, e Kopp wie e F. [RO-Schweisw, verbr.]. Es klingt wie aus'me hohle F., von der Baßstimme [ GH-Schwegh]. Der Dickbauchige hot e F. verschlickt [ KB-Kriegsf], kann e F. voll vertrage [ LU-Opp]. Er hot Bään, daß mer e Fäßche dedorchwäljere kinnt [ KL-Stelzbg]. Des schlaat 'm F. de Bodde aus! 'Jetzt langt es!' [Krieger 38]. Bei dem Wert do liegt die roschtich Kett im F. 'Der Wirt wässert den Wein und gibt ihm durch Rost eine gelbe Farbe' [ LU-Limbghf]. Er schmeißt heit e Fässel 'gibt ein Fäßchen zum besten' [ BZ-Dernb]. BR.: Januar naß, bleibt leer 's F. [LA-Roschb Wilde 264]. Vgl. auch PfWB Barnabas, PfWB Bauer (I 617 Z. 12 ff.), Dezember. Scherzreime: Saa molWas? Alt Faß, nei Reß (Riß), deer uf Maul un Nans gescheß [ KU-Kaulb]. Was?Alt Faß; wann's

[Bd. 2, Sp. 1053]
rechent, werd's naß; kummt e neier Zappe nei, dein Naas die muß de Zappe sein [ LA-Essing]. Rätsel: Es ist kein Faß so rund gewunde und keines Küfers Hand dran kumme, ist zweierlei Wein darin (das Ei) [Heeger Tiere II 22]. 's is e Fäßche wohlgebunn, 's is awwer ken Rääf drum. Kaiser un König han draus getrunk un meer (wir) aa (die Mutterbrust) [KU-Bedb, verbr. Gal Buch]. a. 1781: das sie noch Wein in dem fässelich behalten haben [MHVPf. 1870, S. 29]. —
b. 'faßartiges Gefäß oder Behälter' in PfWB Bienen-, PfWB Butter-, PfWB Tinten-, PfWB Dreh-, PfWB Hand-, Käse-, PfWB Leier-, Logel-, PfWB Lotter-, PfWB Mehl-, PfWB Milch-, PfWB Rauch-, PfWB Salz-, PfWB Sand-, PfWB Schlauder-, PfWB Schlocker-, PfWB Schöpf-, Spengel-, PfWB Stoßfaß. —
2. altes Getreidemaß, je nach Getreideart und von Ort zu Ort unterschiedliche Gewichtsmengen fassend (20-50 Pfund) [verbr. WPf]. Zs. PfWB Frucht-, PfWB Halb-, Kornfaß. a. 1558: an Haber 17 faß, an Gerste 3 oder 4 Faß Saarbrücker Maß [Ecker 196]. a. 1596: ain Cueschler (Kuseler) mtr. hat 6 fas, Jedes fas 3 Dreyling oder 4 Vierling. Ain Creutznacher Mtr. hat acht fas oder Simmern, Jedes Simern 4 Vierling oder 3 Dreiling. Ain Sarbrucker mtr. hat acht fas, Jedes fas 3 Sester oder 4 Vierling [WerschwSchR Bl. 1]. o. D.: zwei Faß Korn leyischer Maßung (= etwa 5½ Zentner) [Dimel 59]. —
3. übertr.
a. scherzh. für einen dicken Bauch, einen dicken Menschen, Faß, Fäßche, Fässel [verbr.]. Zs. PfWB Bullfaß. Syn. s. PfWB Dicksack. —
b. 'Kuheuter', Faß [ PS-Schönau Hirschth]. — F.: Pl. fast allg. Fässer, in KU-Bechb daneben die Faß. Dim.: Fäßche und Fäßje, wechselnd, WPf NPf nördl. VPf verbr. Don fast allg. Gal Buch; Fässi in KU-Schmittw/O RO-Feilbg; Fäßche u. Fäßlche in ZW-Battw; Fäss(e)l, Pl. Fässle verbr. mittl. u. südl. VPf; Fässele u. Fässelche, Pl. Fässelcher in GH-Schwegh; Fässel, Fässelche, Pl. Fässelcher in NW-Kallstdt BZ-Annw; Fässel, Pl. Fässelcher in BZ-Dernb Albw; Fäßl, Pl. Fäßlich verbr. um Land u. Bergz. — Südhess. II 362 ff.; RhWB Rhein. II 312 ff.; Saarbr. 61; LothWB Lothr. 134; ElsWB Els. I 146; Bad. II 17/18.

 

  Schöpf-faß n.:
1. 'hölzernes Gefäß mit langem Stiel zum Ausschöpfen der Jauchegrube', Scheppfaß [ZW-L'wied RO-Sippf PS-Gersb Schmalbg]. —
2. 'hölzernes Gefäß als Hohlmaß' [ZW-Stamb]. — RhWB Rhein. VII 1048. —