Tatsch-kappe f.: 'flache Mütze', Datschkapp [ GH-Max'au]; vgl. Patsch-, PfWB Platschkappe. Südhess. I 1414. — | | Kappe f.: 1.a. 'Mütze mit oder ohne Schild', Kapp (kab) [verbr. WPf NPf nördl. VPf, seltener mittl. VPf (Bertram § 18) Lambert Penns 91 verbr. Gal Buch], (kḁb) [verbr. mittl. u. südl. VPf (Bertram § 18 Heeger Südostpf. § 52)]; Pl. -e (-ə), Dim. Käppche, Käppel. — α. 'Mütze für männliche Person'; Zs.: PfWB Patsch-, Bätz(el)-, PfWB Pelz-, PfWB Plätsch-, Buben-, PfWB Tatsch-, PfWB Dienst-, PfWB Eisenbahner-, PfWB Klitschen-, PfWB Lämmers-, PfWB Leder-, PfWB Ohren-, PfWB Schlaf-, PfWB Schnepp(en)-, PfWB Schnepper-, PfWB Schützen-, PfWB Strumpf-, PfWB Studenten-, PfWB Sturm-, PfWB Winzer-, PfWB Woll-, PfWB Zipfel(s)-, PfWB Zuckerrübenkappe; PfWB Hauskäppchen. Er setzt die K. uf, zieht die K. ab [NW-Kallstdt verbr.]. Er schwenkt die K. (zur Begrüßung) [ KB-Kerzh]. RA.: Wann der die K. abtut, dann brennt's (Anspielung auf die Glatze) [ ZW-Bechhf]. Er kann sich e nai K. käife 'Er hat die Prüfung bestanden' [ KU-Schmittw/O]. Er muß die K. unner de Arm [Bd. 4, Sp. 56] nemme 'Er muß aufs Rathaus gehen und die Geburt eines Kindes anmelden' [ LU-Fußgh]. Er hot sein K. uf Krakeel (schief) sitze 'fordert einen Streit heraus' [ BZ-Dernb]. Er setzt sein K., wie der Wind geht [ KU-Obw/T WD-Niedkch]. Er hot sein K. uf siwwe Schoppe 'Er ist betrunken' [ NW-Haardt]. Er is schwach wie e K. voll Schnoke (Schnaken) [verbr. Gal]. Einem die K. iwwer die Ohre ziehe 'einen betrügen' [ PS-Thaleischw]. Ich nemms uf mein K. 'Ich übernehme die Verantwortung' [ BZ-Dernb]. Er is net recht bei de K. 'Er ist verrückt, nicht normal' [ RO-Bistschd FR-Eppst]. Er is newer de K., dass. [KL-Olsbr, verbr. WPf NW-Hamb]. Er war newe de K. 'war ganz verwirrt' (bei einer Prüfung) [Kaislt]. Der is glei newer de K. 'leicht erregt' [ KL-Erfb Pirmas]. Wer nicht grüßt, hot Spatze unner de K. [ BZ-Albw]. SprW.: Jedem Bauer gefallt sein K. [ZW-Bechhf, verbr., auch Don Gal]; mit Zusatz: un meer mein Hut [ BZ-Dierb Dernb]. Gleiche Brieder, gleiche K. [Spey LU-Muttstdt NW-Haßl PfId. 71 mancherorts Don Gal]. Volksgl.: Wammer die K. in die Heh werft, fliet die Fleddermaus drunner [ KU-Herschw/Petth]. VR.: s. PfWB Dorfgasse, PfWB vier 1, PfWB Heinrich 1 a. — β. 'enganliegende Frauenhaube', Kapp [KU-Herschw/Petth ZW-Gr'bundb PS-Gersb Schönau vereinzelt südl. VPf Don-Gottlob Heufeld]. Zs.: PfWB Baugen-, PfWB Bautschel-, PfWB Flutter-, PfWB Nebel-, PfWB Spitzenkappe. Die träächt e K. [ LA-Gommh]. — b.α. 'Schutzhaube des Imkers'; Zs. PfWB Bienen-, PfWB Immenkappe. — β. Zs. PfWB Schnakenkappe. — γ. Zs. PfWB Ohrenkappe. — δ. 'Deckel des Bienenkorbs'; vgl. PfWB Kappenloch. — 2. übertr. a. sachl. α. 'Federschopf mancher Vögel'. 's Hinkel hat e Käppche [ ZW-Battw]. Kinderlied: Krab, Krab, dein Nescht brennt, siewe Junge sinn verbrennt. Zwää fliegen 's Bargel nuf, hän roure Käpplcher uf un kreischen: Quak, quak! [ BZ-Dernb]. — β. 'Gesäß'. Du kannsch mich am Käppel lecke [ BZ-Nd'horb]. — γ. 'Netzmagen des Rindes' [ BZ-Gossw]. Syn. s. PfWB Netzmagen. — δ. 'Kapsel der Hagebutte'. Rätsel: E schwarz Keppche, e rot Recklche un die Titzcher voller Steen [mancherorts Gal Buch]. — ε. 'die geschlossenen Deckblättchen der Knospe', bes. 'der fünfzipfelige Deckkelch der Rebenblüte', Käppche [ FR-Albsh]. Heit dun se ehr Käppelcher ab [ BZ-Pleisw]. — ζ. 'das untere, dicke Ende der Roggengarbe', Kapp [ LU-Alsh/Gr]. — η. 'Schaumschicht auf dem Bier'. Rätsel: Es geht etwas die Trepp hinauf, das hat ein rotes Röckchen an und ein weißes Käppchen auf [Hebel 118]. — θ.αα. 'breites Lederband an der Külpe des Dreschflegels' (vgl. PfWB Flegel(s)-, Külpenkappe). - - ββ. 'Hülse mit Ring aus Eisen (früher häufiger aus Leder) an der Rute des Dreschflegels zum Aufnehmen des Flegel(s)bandes als Verbindungsstück zwischen [Bd. 4, Sp. 57] Rute und Külpe', Kapp [KU-Obw/T Bedb, verbr. WPf NPf], Käpp(e)l [BZ-Albw, verbr. mittl. u. südl. VPf]; s. Abb. 33. — ι. 'Vorrichtung aus Leder zum Befestigen der Schnur am Peitschenstiel', Kapp [ RO-Obd], Käppel [ LU-Friesh]; vgl. PfWB Geißelkappe. — κ. 'Versteifung an Spitze und Ferse des Schuhs'; die vodder, die hinner Kapp [verbr.]. Spottlied auf die Pirmasenser Schuhe s. PfWB Vorderblatt 1. — λ. 'Verstärkung im Fersenteil des Strumpfes', Käppel [ LU-Alsh]. Die Käppcher om Strump strickt mer doppelt [ KU-Schmittw/O]. — μ. 'Verschluß der Weinflasche', Käppche, im Rätsel bei verlustieren 1. — ν. 'das über den Faßboden hinausragende Ende der Dauge', Kapp [ FR-Albsh]. — ξ. 'eine das Achsenende umfassende Kapsel, die verhindert, daß das Wagenrad aus der Achse gerät' [ LU-Alsh Ruchh]. — ο. 'Schutz- und Zierscheibe am Autorad' [verbr.]; vgl. Radkappe. — b.α. 'Bett', scherzh., Kapp [ KU-Adb]. AR.: Seppl, Seppl, hups ins Käppl, hups wirrer raus, du bischt drauß [ NW-Haßl]. — β. e Käppl mache, e K. schlofe 'ein Nickerchen machen' [LU-Böhl Keiler 31]. — γ. scherzh. für den Bahnhofvorsteher; die rot Kapp [ KU-Diedkch]. — δ. 'Kapuzinerkresse' in den Zs. PfWB Pfaffen-, PfWB Kapuzinerkappe. Syn. s. PfWB Pfaffentutte 1. — ε. 'Taubnessel'. Zs. PfWB Hahnenkappe. — ζ. = PfWB Margerite. Zs. Sattlerkäppchen. — η. ein Pilz. Zs. PfWB Rotkäppchen. — θ. ein Gebäck. Zs. PfWB Pfaffenkappe. — ι. 'Narr'. Zs. PfWB Rasselkappe. — κ. Vorort der Stadt Hombg. Zs. PfWB Schelmenkappe. — Südhess. III 1099 ff.; RhWB Rhein. IV 153 ff.; LothWB Lothr. 274; ElsWB Els. I 453; Bad. III 68/69. | | NRhWB Kappe kap [NSaarbg, Bitb, Trier-Ld, Wittl -ā-; Berg ö. Ürd.-L., Siegld kapə], Pl. Rhfrk, Mosfrk -bə(n), sonst -pə(n), Demin. kępχə(n), –pkə f.: 1.a. eine mit einem Schirm versehene aus Tuch hergestellte Kopfbedeckung der Männer, deren Deckel eben oder bauschig ist, im Gegens. zum Hut aus Filz, mit gewölbtem Deckel u. aufwärtsgehendem Rande, u. im Gegens. zur Mütze aus Wolle gestrickt (gewebt) [Bd. 4, Sp. 154]
(M. in Birkf unbekannt); die K. ist die Alltagskopfbedeckung des Mannes, der Hut bildet mit den Sonntagsstaat; die Mütze als Plümmötz (Zipfelmütze), wie sie die Besteväter noch um 1880 trugen u. die Knaben um 1890, ist ausser Gebrauch, u. K. u. M. wird nun gleichwertig in der Sprache gebraucht; en K. met Schirm (Schirmk.) u. Dach (Deckel) Allg., — mat er Schepp WEif; e K. mat Armen Ohrklappen Trier-Thomm; e K. ohne Knochen ohne Federn, in der Bergmspr. Saargeb.; en gradut K. seidene K. mit vorstehendem Schirm MGladb; e zwelfstindige K. hohe Bergmannsmütze; e verzehnstindige K. mit bes. breitem Dache Saarbr; en dreischeppig K. die dreiränderige Amtsmütze der katholischen Priester Bitb; en Plätschkäppken flach Mörs, Birkf; Soldaten-, Studenten-, Schnappen-, Klitsch-, Schlof-, Pelz-, Zippel-, Fastelovends-, Gecken-, Werkeldags-, Sonndagsk. (et Krätzchen schirmlose Soldatenmütze) (s. d. W.); s. auch Kippe, Kaupe, Patsche für K. — De K. ufsetze (ofduhn); de K. abduhn (aftrecke); de K. setzt uf äm (einem) Ohr; de hot de K. immer en der Halskaul setze; er hot e bess-che an der K. gereckt sich angeschickt zu grüssen Rhfrk, Allg.; de het de K. över de Uəhre getrocke Kref, Allg.; K. (ab) ob! Hut ab Trier, Allg.; an de K. fahre den Hut abnehmen Schleid, Allg. RA.: Wie de K., so der Kopp Düss; we der Kopp, su de K. Köln-Stdt. Gleiche Brire (Brüder), gl. K.ə der eine taugt so viel wie der andere Simm, Allg.; gliche Mönneche, gl. K.ə Bergh, Köln, Sieg-Rhönd, Prüm-Mürlenb. Dat es besser als en K. voll Lüs Bergh-Kirchherten. Jiddem Nor (Narr) gefelt (gefällt) seng K. Bitb, Prüm; jerem Narren gefällt sei K. on mir mei Hutt Wend-Baltesw. De K. sett (sitzt) op half Ein auf einem Ohr Mörs, Rees. Jo, morge Mötz, wie steht dir de K.? abschläg. Antw. Dür; morge Mötz, häste meng K. net gesehn? Bergh-Buir. Wenn de geck (verröck, doll udgl.) bös, dann loss der en K. (Narrenk.) mache! Rip, Düss, Wesel (Käppke); wenn dau en Nor wells sein, da loss der och en K. machen! Daun-Tettschd. Dat lo glabt (glaubt) noch ka Hutmacher, de siwwe Johr K.ə gemacht hot Birkf, Goar, Kobl, Aden, Bo-Kessenich. Schäle (scheel) (Schnider) Wipp, sch. (Schn.) Wapp, mak mir en K. van Weitenmehl (Weizen-) usf. Spottruf gegen den Schneider Sol-Ohligs. Eich mänen (meine), se hatten de Moss (Mass) von deiner K. iwer en Ochs geholt sie ist dir viel zu weit Trier-Casel. Er setzt de K. of, wie wann er Wäss (Weizen) fäl (feil) hätt d. h. auf ein Ohr Saarl-Berus. Unsem Herrgott de K. opsetze nach dem Abendmahl zum Wirtshause gehen Köln-Stdt. Hen hot kan gut K. op ist nicht gut gelaunt Bitb. Den moss en blau K. hon er ist verrückt Prüm-Burb. Hät de Martin (11. XI.) en weisse K. (Schneehut), es de Wänter (Winter) lang net ab Neuw. Mer hät er, dat send er, die dragen en de [Bd. 4, Sp. 155]
Wäək (Woche) ene Zilinder on Sonndigs en K. es gibt Sonderlinge Kref. Er hänkt sei K. no em Wind richtet sich nach der Meinung anderer Kreuzn-Boos. Den hänkt de K. op den Zongk (Zaun) gibt sein Geschäft, bes. das Studium dran Prüm-Ihren. Wenn eich meng K. dran gehangen hätt, wär ech net wegger (weiter) kunn sagt der Fuhrmann, wenn er bei zu schwerer Ladung kaum weiter konnte Prüm-Burb. Wenn enge (einer) mär de K. e jen Sakristei hange hat, da es e witt (weit) genog ist seine Laufbahn gesichert Aach. Dem (dem Perd, der Kuh) kan mer en K. an de Höfte (Lennen) hänken so mager ist er WEif; un dei kammer de K. hänken, wenn et Mettig laut (läutet, d. h. die K. abnehmen zum Gebet) Saar; de hät e got Perd; wann de em Feld ös on et löck (läutet) Mettag, kann e seng K. an e Arschback hange on de Engel des Here bedde Rheinb-Meckenh; un der Kouh kennt mer K.ə fäl (feil) halen Bernk-Neumag. Do ka me de K. för afnehmen er ist aller Achtung wert Ruhr, Allg. Den zehcht (zieht) de K. net, sos krepeeren em de Leis (Läuse) Aden-Hausen. Ich ziehe der de K. iwer de Ohre! ich bezwinge dich Simm-Schlierschd. Deck (decke) de K. druf! gesagt, wenn jmd. gelogen hat Saarbr-Heusw. Do werfen eich noch net die K. drem (drum) das ist mir nicht der Mühe wert Westerw. De K. quetschen sich unterwürfig anstellen Daun-Tettschd. Enem de K. enhaue Bergh-Bergerhsn. Enem jet op de K. gen ihn prügeln, — kunn aufs Dach steigen Rip; dat küt all mir op de K. ich muss den ganzen Schaden tragen; he moss et all op seng K. nenn; he krit et all op de K.; dat han ech nu op menger K. auf meiner Rechnung, auf meinem Gewissen Rip, Allg.; se schuwen (schete MGladb-Hockst) alles op seng K. machen ihn verantwortlich Wermelsk; dem moss mer op de K. sehn (setze) ihn beaufsichtigen Sieg, Eusk; anem of de K. gihn bei der Arbeit ordentlich heranholen Goar-Weiler; enem op de K. falle zur Last Schleid-Hellenth. Mösche e (in) jen K. han die K. nicht abnehmen Aach, Jül. Leck mich doch en der K. geschess! abschl. Antw. Kobl-Bend. He hat enge Schlag met de hölze K. er ist verrückt Aach-Eilend; hei het er eine mit de blau Kappen afgekriege MülhRuhr; he hot äne met ner nasse K. gekregt Wittg. Dem es äner no met em Hut voll Bire, met alde Schlappe on naue (neuen) K.ə dem Furchtsamen Wend-Marping. Onger (unter ) de K süht man nit was einer denkt, sieht man nicht. He wor so kaduk, me kos (konnte) em onder de K. fange Duisb. Häste jung Vügel (Mösche, Spatze) unger der K.? warum ziehst du die K. nicht ab? Köln, Allg. — Stehende Verb K. (auch Katt Geld, Mörs, Klevld) on Kugel (Kul, Kur = Kogel, Kaputze); he versüff (verfriss) noch K. on Kul Rip, n. Mos allg. — Im Kindersp. Bauer, tu dein Käppchen ab! von einem grösseren Stein einen aufgesetzten [Bd. 4, Sp. 156]
kleinern aus der Ferne hinabwerfen Saargeb.; Kappches Bockspringen mit Aufheben der auf dem Boden liegenden Mützen Bitb-Ferschw; Käppche oder Käppche werpe (schmite), Kappe schmite (schubbe Wend-Reichw) ein Ballsp. (s. Kapp-ball) Monsch, Aach, SNfrk; Käppkes karte (karze, kaze; s. bei Katsch VI) bei dem ein Spieler den Ball in eines andern Mütze wirft und dieser dann den B. schnell greift, um damit jmd. zu treffen Klev-Calcar; en Spellken Käppkes duhn Geld-Hinsbeck; Föss-che (Fuss) bei Käppche Altk-Michelb. — Scherzfr. We sett bes üəver de Uəhre en de Schold? Antw.: We de K. net betahlt hat MGladb-Neuwerk, Rees. Häj (hast du) de Mohltit op? Antw.: Nä, de K. Klev-Üdem. — Volksbr. De K. leften (lechen) einem Burschen, der auf ein anderes Dorf freien geht, nehmen die Dorfburschen den Hut ab, dann muss er etwas zum Besten geben u. darf ungeschoren weiterhin ins Dorf zur Freite kommen WEif. — b. Frauenhaube; Kapp einfache, Käppken früher an Sonntagen getragen, durch echte in Knippen gelegte Spitzen u. breite, gestickte seidene Bänder verschönert Mörs; Käppche weisse Spitzenhaube Neuw-Notschd, Siegen, Bitb; mit Gold gestickt u. mit Bändern unter dem Kinn gehalten, an Sonn- u. Feiertagen getragen Kobl-Metternich; die K. die weisse, spitzenbesetzte Nachtmütze, die aber auch am Tage im Hause u. unter dem Koppdoch getragen wird, von ältern Frauen Köln-Ld, Bergh, Dür; die K. kleine anschliessende Haube mit zwei grossen gebundenen Schleifen May-NMendig; die K. bis um 1850 eine H. aus weissem, steif gestärktem Leinen mit 6—9 cm breitem, über Scheitel u. Ohren glatt anliegendem Vorderstück u. einem im Durchmesser etwa 25 cm grossen, kreisrunden Deckel hinter dem Kopf; das Verbindungsstück zwischen Vorderteil u. Teller mass in seiner Schräge etwa 5—6 cm u. war vorn in viele Falten gelegt; weisse Bänder, zu einer festen Schleife gebunden, hielten die K. unter dem Kinne fest Altk; früher war es in Kemp Sitte, dass die jungen Mädchen, die zur ersten Kommunion gingen, anstatt des jetzt üblichen Kränzchens ein schwarzsamtes Käppken mit einer oben zu beiden Seiten befestigten Feder trugen; wenn sie dieses nach zwei jahren ablegten, wurden sie zu den Jungfrauen gerechnet; s. auch noch Tutelchesk. — 2. übertr. a. Schopf des Huhnes, meist et Käppche Verbr., bes. Trier, Bernk, Düss, Ruhr; Käppche der Wiedehopf Kobl-Stdt NWerth. — b. gepolsterte Leinwand- oder Lederlappen auf dem Kopfe angejochter Ochsen WBitb. — c. Fliegengarn der Pferde Siegld. — d. Garbe, die beim Kasten des Getreides nur oben drauf gelegt wird, da ihre Halme zu klein sind, um einen Hut (s. d.) zu machen Bitb; K. = Hut auf den 10 Garben Eup. — e.α. der die Ferse des Fusses bedeckende aus hartem [Bd. 4, Sp. 157]
Leder bestehende Teil des Schuhes; auch das Fersenleder am Schlittschuh; de K. ös mer ze eng Rip, Allg. — β. derselbe Teil am Strumpfe; et Käppche strecken Allg. — f.α. das am oberen Ende des Dreschflegelstieles befindliche Eisen oder lederne K., etwa handlang u. 5—6 cm breit, durch dessen Öhr der Riemen gezogen wird, an dem der Flegel besfestigt ist, Flegelsk.; ist die K. aus Schweinsleder, so wird sie an der mit Rillen versehenen Rute drehbar befestigt, d. h. auf sie geschnürt oder sie wird auf den mit Rillen versehenen Flegel (die Külp) geschnürt; im ersteren Falle hat der Flegel eine Durchbohrung, durch den die Riemen gezogen wird, im zweiten Falle hat die Rute einen Eisenansatz mit runder Öse (Ring) Allg. — β. das Stück Leder am oberen Ende des Peitschenstieles, in dem die Peitschenschnur hängt Kreuzn-Waldalgesh, May-Galenbg, Grevbr. — γ. das aufgelegte Eisen zur Verstärkung des Rückens des Stielloches (Helmloches) der Axt, des Beiles MülhRh. — δ. eiserner Beschlag (Hülse) vorne u. in der Mitte der Deichsel u. des Zugscheites Saar, Trier, Bitb. — ε. platte Spitze, die vorn am Hufeisen nach oben steht Daun-Strohn, Bergh-Bergerhsn, Kemp. — ζ. am Ende des Seitenbrettes der Karre mit Kloben befestigte isere K. Rip. — η. Kopf der Karrenachse Sieg-Mühleip, Gummb. — θ. der eiserne Deckel auf dem untern Ende eines Ofenrohres Allg. — g.α. oberster Teil eines Daches über der Firstpfette, Dachfirst mit Sparrenwerk des Daches, Dakkappe, de K. om Hus Gummb, Waldbr-Wildbg, Elbf, Barm, Mettm, Lennep Ruhr, Rees, Erk, Grevbr, MGladb, Kref, Kemp. RA.: Dem geht de K. vam Hus noch flöte er geht geschäftlich zurück, dass er noch sein Haus verkaufen muss Grevbr-Hochneuk. — β. das Dach, der Oberbau der Windmühle, inne K. (in der K.); de Mölle sett bes onder de K. krakend voll Nrhn. — γ. die Wölbung des Backofens Neuw, Sieg, MülhRh, Sol. — δ. oberer Teil der Zimmerung eines Stollens Siegld, Altk; Anpfahl eines Stempels Saargeb. — ε. der obere Teil des Fischnetzes Kobl-SSebastian. — ζ. Käppche die oberste Spitze eines Berges Siegld. — η. kleiner Bienenkorb, auf einen grösseren gestellt Saarl-Berus. — θ. Käpchen Samenkapsel des Flachses Bitb-NWeis; Deckblättchen der Rebenknospe Zell-Merl. — h. jede Schutzvorrichtung in Gestalt einer Kappe Allg. — i. K.ə e jen Kette fehlerhaftes Garn Aach-Stdt. — k. kleiner Klicker; K.ə schete (schiessen) Ess-Werden. — l. in der Wend.: Dat es en al (alte) K. eine alte Geschichte Wippf-Linde, MülhRh, Köln, Rees. |