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| PfWB tappig (Bd. 2, Sp. 99) | PfWB ver-rücken (Bd. 2, Sp. 1247) | |||||||||||||||
1. 'ungeschickt, unbeholfen, täppisch, tölpelhaft', tappich, -isch (tabiχ, -i) [WPf (außer Ost-PS) NPf (außer Ost-KB) NW-Gönnh verbr. Don Gal Buch], dappich, -isch (dabiχ, -i) [VPf Ost-KB Ost-PS PS-O'simt KU-Hundh ZW-Battw Bechhf RO-Obd Dielkch Lambert Penns 36 (auch tappisch) Danner Penns 161], däppich, -isch (dębiχ, -i) [ KU-Rothsbg RO-Lettw FR-Albsh Tiefth BZ-Dernb Albw]; vgl. PfWB täpelig, PfWB tapert, PfWB tapertsig, PfWB tapig, PfWB tapperig, PfWB tappezig, PfWB tappisch. Syn. s. PfWB überzwerch. Der stellt sich emol dappich an! [ BZ-Dernb KU-Schmittw/O]. Er hot en dabbischi Hand, wer sich bei der Arbeit ungeschickt anstellt [ LU-Alsh]. Der hat awwer en dappicher Gang! [ PS-Erfw]. Der isch dappich wie'n junger Hund [GH-Max'au, verbr.]. Ich kann der nimmi zugucke, wann äns sou dappich esch [ NW-Gimmdg]. So dappisch, un schun e Trikot aan!, Ausdruck des Unmuts über einen schlechten Fußballspieler [Rheinpfalz 28. 1. 1967]. Von einem alten Menschen heißt es: Er esch alt un dappich wore [ BZ-Dernb GH-Schwegh]. Das Dorfkind ist im Vergleich zum Stadtkind dappich [ ZW-Battw]. So e dappicher Mensch, dappicher Kerl [ SP-Heiligst, allg.], e dappischer Hund [KB-Morschh, verbr.], e dappisches Kuhkalb [ PS-O'simt], e dappich Rindvieh [ NW-Gimmdg], e dappicher Bauer [RO-Dielkch, verbr.], e dappischer Jockel [ LA-Leinsw], e dappich Ding, von einem unbeholfenen Mädchen [ PS-Erfw]. Des is e Tappich [ KU-Schmittw/O], e Dappich [ PS-Dahn], e Dappisch [ FR-Colgst NW-Lambr], e Tappicher [ KL-Ramst], e Dappicher [verbr.], e Dappischer [ RO-Ruppeck FR-Studh A'lein]. RA.: Dumm gebor, dappisch geschockelt 'gewiegt' [ RO-Dielkch PS-O'simt] Net so dumm wie dappich, un net so dappich wie schlappich [Fogel Prov. Penns. Nr. 397]. — 2. a. persönlich. α. 'einfältig, kindisch', vom alternden Menschen. Der is schun ganz däppisch [ KB-Bubh BZ-Dernb]. — β. 'dumm, verständnislos'; dappich gucke 'dumm dreinschauen' [verbr. mittl. VPf Hartmann Unkel 8], vgl. PfWB täpisch. Zs. PfWB dummtappig. — γ. e dappisch Dier, von einer störrischen Frau [ LU-Friesh]. — δ. 'taumelig, verwirrt'. Er esch dappisch g'schlache [ LA-Wollmh]. Mer is's ganz dappich im Kopp [ LU-Alsh]. — ε. 'verrückt', dappich [ FR-Roxh]. Zs. andert- [Bd. 2, Sp. 100] halbtappig. — b. sachlich, 'verkehrt, unangenehm'. Mer meent grad, der Philp mit seim wehleedige Versel 'Vers, Gedicht' hätt e Ahnung ghatt, daß ebbes Dabbiches dezwische kumme muß [Hartmann Unkel 31]. — F.: Zum Anlaut t-/d- vgl. PfWB tappen. Die Endsilbe -i ist für Don Gal Buch nicht belegt; sie ist wohl nur eine jüngere lautliche Variante von -iχ, eine häufige Erscheinung nach hellem Vokal, wie z. B. didi 'tüchtig', ręd 'recht', raiərə 'räuchern'. — Südhess. I 1373/74; RhWB Rhein. VIII 1067; ElsWB Els. II 700; Bad. I 422/23.
| 1. 'etwas von seiner Stelle rücken', vericke [allg.]; vgl. PfWB verrutschen 1, PfWB verschieben 1 a. a. 1512: wilcher gewalt drybt und gemarcken verruckt 'Grenzsteine versetzt' [PfWeist. I 468 (KU-Eßw)]. — 2. adj. Part. Perf. a. 'geistig irre, nicht recht bei Verstand', verickt [fast allg.], vrickt [ KU-Bechb ZW-Wiesb PS-H'einöd], vereckt [ WD-Niedkch IB-Rohrb Ingb LA-Gommh], veruckt [ KU-Konk Don-Lovrin Kathreinf Rußl-Spey]; subst. Verickder, Verickdi [allg.]. Er is v. im Hern (im Hernkaschde, im owwre Stibbche) [LU-Alsh, verbr.]; vgl. PfWB hirnverrückt. Er is rein v. 'ganz v.' [KU-Diedk, verbr.], halwer v. [BZ-Eußth, verbr.]. Mer maant, du wärscht v. [RO-Sippf]. Deckmols denkt mer, die Welt isch v. [ ZW-Battw]. SprW.: Wann ener v. werd, fangt er im Kopp an [ ZW-L'wied, KU-Albb]. Alter Gassenhauer: Du bischt v., mein Kind, s. PfWB Berlin (I 710/11). Syn.: PfWB anderthalbtappig, PfWB beohmt, PfWB pervers, PfWB beschoßt, PfWB beschusselt, PfWB bestußt 1, PfWB plem-plem, PfWB daneben 2 b, PfWB tappig 2 a ε, PfWB darüber 1, PfWB darüberdraußen, PfWB desperat, PfWB toll I 1 a, PfWB tollhirnig 3, PfWB töricht 1, PfWB dösig 3, PfWB durcheinander 3, PfWB duselig 1 b, PfWB einfältig 2, PfWB verschroben, PfWB geck, geckerig, PfWB geckig, PfWB geistesabwesend, -gestört, -krank, PfWB hirngepickt, -krank, -los, -stößig, -toll, -verbrannt, -wütig, PfWB hüpfig, PfWB idiotisch, irre, PfWB irrsinnig, PfWB kindisch, PfWB letz, PfWB letzohrig, PfWB meschugge, närrisch, nebendran, -drauß, PfWB rabiat, PfWB rammdösig, PfWB rappelig, PfWB rappelkappig, -köpfig, PfWB rappig, PfWB scheckig, schockerzig, schockig, PfWB schotig, PfWB schusselig, PfWB unzurechnungsfähig, PfWB wahnsinnig; Adj. und Adv. mit vorangestelltem nicht (ganz) s. daheim, PfWB dicht, PfWB gescheit, PfWB hell, PfWB just, PfWB klar, PfWB koscher, PfWB normal, PfWB recht, PfWB richtig, PfWB sauber, PfWB zapfenduster; die Part. Perf. zu PfWB beißen, PfWB picken, PfWB verdrehen, verna- [Bd. 2, Sp. 1248] geln 2 b, PfWB verwirren 2, PfWB schucken, PfWB stechen, PfWB überschnappen, PfWB -spannen; die Subst. Bajaß 2, PfWB Bläß 5 c, PfWB Tappes 1 b δ, PfWB Tippel 2, PfWB Dollbohrer 2 a, PfWB Tolo 2, PfWB Tolpatsch 2, Turnel 2 f, PfWB Eulenspiegel 2 b, PfWB Halbnarr, -schäse, -schoten, -stiefel, PfWB Hanswurst, PfWB Haspel, PfWB Hospes, PfWB Irrwisch, PfWB Jochnagel, PfWB Kalfakter, Kasper, PfWB Mackes, PfWB Narr, PfWB Narrenbeutel, -bläß, -kopf, -vieh, PfWB Schalbes, PfWB Schampel, Schaus, PfWB Schockes, Schocko, PfWB Schossert, PfWB Schoten, PfWB Schotenbläß, -sabbel, PfWB Schussel, PfWB Simpel, PfWB Sparrenfantel, -gockel, PfWB Spinner, PfWB Spurkel, PfWB Stoffel, PfWB Strohbock, PfWB Zwickel; Wend. wie 'Er hat einen Käfer im Kopf' s. PfWB Boben 1 a, PfWB Drehwurm, PfWB Driller 2 b α, PfWB Drilles 3 b, PfWB Tupfen 4, PfWB Fieber 1 a, PfWB Fimmel 1, PfWB Fips 1 a, PfWB Flemme 3 d, PfWB Vogel 2 d ε, PfWB Furz, PfWB Hitze, PfWB Hormel, PfWB Käfer, PfWB Kaffeemühle, PfWB Klaps, PfWB Kopfweh, PfWB Krampf, PfWB Leibschaden, Narrengetüpfel, PfWB Rappel, PfWB Ratte, PfWB Schagrillen, PfWB Schlag, PfWB Spange, PfWB Spatz, PfWB Spinnenfieber, PfWB Spleen, PfWB Splitter, PfWB Sprosse, PfWB Stich, PfWB Stieben, PfWB Stroh, PfWB Stuß, PfWB Wurm, PfWB Zwirbel; Wend. wie 'Er spinnt' oder 'Es rappelt bei ihm' s. PfWB plaudern, PfWB brummen, PfWB träumen, PfWB drillern, PfWB fehlen, PfWB funken, PfWB krabbeln, PfWB rappeln, schnarren, PfWB simulieren, PfWB spinnen, PfWB spuken; weitere Wend. s. PfWB Pfingsten (I 836, Z. 14/15), Dach 2 a, PfWB Takt 1 c, PfWB Trost 1, PfWB Erbse 2 c, PfWB Fährte 1 b, Gefährt, PfWB Gehirn, PfWB Geiß, PfWB Geld, PfWB Geschichte, PfWB Gleis, PfWB Groschen, PfWB Gummizelle, PfWB Haus, PfWB Hirn, PfWB Hollen, PfWB Kappe, PfWB Klingenmünster, PfWB Linse, PfWB Mücke, PfWB Narrenhaus, PfWB Nerv, PfWB Oberspeicher, -stube, PfWB Rad, PfWB Schraube, PfWB Sinn, PfWB Sparren, PfWB Sprit, PfWB Stock, PfWB Stube, PfWB Wagen, PfWB Wasser, PfWB Zicken, PfWB Ziegel. — b. übertr. 'im Verhalten vom Normalen stark abweichend'. α. Ausdruck des Tadels: Des is emol 'n verickder Kerl (Mensch) [KB-Harxh, verbr.]. Du verickdes Huhn! [NW-Kallstdt, verbr.], verickder Hund! [ KL-Hütschhs GH-Max'au]. — β. 'sehr aufgeregt'. Er rennt (laaft, fahrt) wie v. [LA-Maik, verbr.]. — γ. 'versessen auf etwas', vgl. PfWB verpichen 2. Er is ganz v. uf's Lese [ KU-Schmittw/O]. Du schaffscht jo wie v. [KL-Stelzbg, verbr.]. — δ. 'heftig verliebt'. Sie esch v. of ehn (in ehn) [GH-O'lustdt, verbr.]. Die zwää sin v. ufnanner (inanner) [Frankth, ZW-L'wied SP-Schiffstdt]. Zs. mannsleutverrückt. — Südhess. II 593/94; RhWB Rhein. VII 560/61; ElsWB Els. II 249; Bad. II 97.
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