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 PfWB Tappes (Bd. 2, Sp. 97)   PfWB Stollen (Bd. 6, Sp. 617) 
   Tappes m.:
1.
a. 'täppischer, linkischer, schwerfälliger Mensch, Tolpatsch', Tappes (tabəs) [fast allg. WPf RO-Nd'mosch Kalkof Schönbn Rockhs Imsw Gundw Lohnsf Münchw Semb KB-Göllh NW-Ellstdt GH-Freckf verbr. Don Gal Buch Kühn Hamet 139], (dabəs) [fast allg. VPf verbr. NPf selten WPf Heeger Tiere I 21 Lambert Penns 36], Dappis [ PS-Erfw GH-Rh'zab], Pl. Dappese [ FR-Bockh]. Zs. PfWB Bauern-, PfWB Dill-, Hanstappes. Syn.: PfWB Affenzipfel 1, PfWB Alber, PfWB Alberkolben, -stock, PfWB Bajaß 4, PfWB Patscher 2, PfWB Bläß 5 a, PfWB Boben 2, PfWB Brothaken, PfWB Talpen, Talper(t), PfWB Talpes, PfWB Täpel2, PfWB Tapeler, PfWB Tapert, PfWB Tapes, PfWB Tapp, PfWB Täpp, PfWB Tappch(e), PfWB Tappdrein, PfWB Tappel, PfWB Tappeldedel, -hans, PfWB Tappen 4, PfWB Tappesel, -hannes, PfWB Tappian, Tappindieschüssel, PfWB Tappmajor, -nickel, PfWB Täpps, PfWB Tappsack, -schab, -schädel, -schak, PfWB Tappsdrill(e), PfWB Tapsack, PfWB Tatscher, PfWB Taumel 2, PfWB Deisem 2 b β, Dilltapp, PfWB Dollbohrer, PfWB Dollen, PfWB Toller, PfWB Dolles, PfWB Tollhering, Dollweck, PfWB Tolo, PfWB Tolpatsch, PfWB Tölpel, PfWB Torschen, PfWB Dottel, PfWB Trampel(tier), PfWB Trappmartel, PfWB Trottel, Dumm-

[Bd. 2, Sp. 98]
beutel, -kopf, PfWB Tunkes, PfWB Turmel, PfWB Türmel, PfWB Dusseltier, PfWB Einfalt, PfWB Einfaltspinsel, PfWB Esel, PfWB Fladen, PfWB Flädes, PfWB Flappch, PfWB Flappes, PfWB Flegel, PfWB Gimpel, PfWB Gipskopf, PfWB Hahnebampel, Hamballen, PfWB Hammel, PfWB Hansjockel, PfWB Hansdollen, PfWB Hebel, Heuochs, -stollen, PfWB Hohlkopf, Hoidoi, Hollehoh, PfWB Holmen, PfWB Holzbock, PfWB Hoppeldoppel, PfWB Hornochs, -vieh, PfWB Hospel, PfWB Hospes, PfWB Hottendottel, PfWB Jochnagel, Jokkel, PfWB Kalb, PfWB Kamel, Kaufnähz, PfWB Kloben, PfWB Knochenkopf, PfWB Knotteler, PfWB Kolben, PfWB Koller, PfWB Kolmen, PfWB Kristkind, PfWB Lahmarsch, Lale, PfWB Lapparsch, PfWB Latschen, PfWB Linksweiler, Lormen, PfWB Lottel, PfWB Maulesel, Mond-, PfWB Muhkalb, PfWB Musterkolben, PfWB Nulpe, Ochs, PfWB Ochsenjockel, -kolben, PfWB Rindsbeutel, -kambuffel, -kamel, -vieh, PfWB Schaf, PfWB Schafskopf, Schakes, PfWB Schalpes, PfWB Salomon, PfWB Schlappes, PfWB Schlappohr, PfWB Schöps, PfWB Schoten, PfWB Schussel, PfWB Schwachkopf, PfWB Simpel, PfWB Staber, PfWB Staches, PfWB Stallpferd, PfWB Stickel, PfWB Stiefel, PfWB Stierbeutel, PfWB Stock, PfWB Stoffel, PfWB Stollen, PfWB Stollhaken, PfWB Stolperhannes, Stolperian, PfWB Stolperjockel, -nickel, PfWB Storren, PfWB Strohkopf, PfWB Suppentrudler, PfWB Wasserkopf, PfWB Wellenbock, PfWB Wolltapen, PfWB Zwerchsack, PfWB Zipfel. Weitere Syn. als subst. Adjektiva s. PfWB überzwerch. Das isch e rechter Dappis [ PS-Erfw]. Du alder Dappes! [ BZ-Dernb]. Der Tappes rennt iwerall werrer! [ KL-Reichb]. Der Tappes kann noch net sein Schuhbännel binne [ KU-Schmittw/O]. —
b. 'Mensch, der die schmutzigen und unangenehmen Arbeiten macht'. Er muß de Tappes for die annere mache [ KU-Schmittw/O Bedb]. Ich bin nore do, for de Tappes se mache [ LU-Limbghf]. —
c.
α. 'eine überaus große männliche Person', Tappes [ KU-Hachb]. —
β. 'Mensch, der sich ungebührlich benimmt', Tappes [ IB-Gersh Bierb]. —
γ. 'Feigling', Dappes, Schimpfwort [ KU-Odb]. Syn. s. PfWB Feigling. —
δ. 'Verrückter', Tappes [ ZW-Wiesb Bottb]. —
ε. die Leyische Tappese, Uzname der Bewohner von IB-Ormh, das einst Besitz der Grafen von der Leyen war. —
2. 'Fehler, Ungeschicklichkeit'. Du hoscht wiððer e großer Tappes gemach [ Don-Werb]. — Zu PfWB tappen. — Südhess. I 1372/ 73; RhWB Rhein. VIII 1067; Saarbr. 208; LothWB Lothr. 80; ElsWB Els. II 700; Bad. I 422.

 

   Stollen m.:
1.
a. 'pfostenartige Stütze, Möbelbein', bes. an Bett, Tisch, Stuhl, Schrank, Stolle (dolə) [verbr. Henn Mda.-Int. 282 Karch Gimmdg/ Muttstdt 38 Schneckenburger 49 Lambert Penns 144]; Pl. wie Sg.; Zs.: PfWB Bettlad-, PfWB Bett-, PfWB Tisch-, PfWB Schankstollen. »Die Bettstatt ist mit Stollen versehen, welche von den vier Ecken der Statt bis zur Stubendecke hinaufreichen und dort mit dünnen Querbalken verbunden sind« [Schandein Bav. IV,2 207 (Westricher Hausbau)]. a. 1571: Item 1 birbaumen disch mit vier geraten stollen [ZweibrKellR]. a. 1571: Item 1 Disch mit 4 stollen ist an den ortten mit schwartzem holtz eingelegt [WerschwSchR]. a. 1759: 1 Bettlade mit Stollen [SSp F 29/11 (KU-Dittw)]. a. 1786: 2 klein Bettlad mit Stollen [Rudolf Wihr Rehhütter Chronik 1937 S. 131]. —
b. 'Beine', bes. dicke, kräftige [ZW-Stamb KL-Siegb FR-Tiefth]. —
2.
a. 'Stütze unterhalb des Handgriffes am Dreschflegel' [ KU-Obw/T]. —
b. 'Fuß am Schubkarcharm' [ GH-Kand Nd'lustdt]; Zs.: PfWB Schubkarchstollen. —
c. ' Teil des Heuwagens' [ KB-Orb NW-Elmst]. —
d. 'Zapfen am Deichselblech' [ KB-Zell]; vgl. PfWB Stollblech. —
e. 'Holzfortsätze im oberen Teil des Kummetgestells' [ LU-Altr SP-Mechth]; Zs.: PfWB Kummetstollen. —
f. 'eiserner Bolzen im Hufeisen', gegen Rutschgefahr auf Glatteis [KB-Bubh Krämer Gal 208]; Zs.: PfWB Hufeisenstollen. Rätsel vom Pferdewagen: Vier Rolle, vier Stolle, tripp, trapp, in der Mitt e Dicksack 'Kutscher' un e Wiwat 'Peitsche' in der Heh [Krämer Gal 208]. —
g. ' Teil des Webstuhls, mit dem die Querfäden fest aneinander geschlossen werden' [ LA-Venn]. —
3.
a. 'Erdklumpen, Erdscholle', bildet sich gerne zwischen Absatz und Schuh [ KU-Kaulb PS-Lautschw]; Zs.: PfWB Fußstollen; Syn. s. PfWB Scholle. —
b. 'Schneeklumpen, der unter dem Schuh oder dem Pferdehuf hängt' [KU-Bedb Lambert Penns 144]; Zs.: PfWB Fuß-, PfWB Schneestollen. Mer krieht Stolle an die Schuh [ KU-Bedb]. —
4.
a. 'ein längliches Weihnachtsgebäck aus Hefeteig mit Früchten' [allg.]; Zs.: PfWB Krist-, PfWB Weihnachtsstollen. —
b. 'ein Neujahrsgebildbrot aus Kuchenteig' [ KU-Hachb Theisbgstg KL-Vogb LU-Oggh GH-Kand]; Zs.: PfWB Neujahrsstollen; weitere Neujahrsgebildbrote s. PfWB Neujahrsweck. —
c. 'ein länglicher Brotlaib' [GH-Zeisk, SOPf]; vgl. PfWB Gendarm 3; zu 4 a-c s. Otto Bertram: Pfälzische Gebildbrote. In: Westmärkische Abhandlungen 5 1941/42 S. 266, 273. —
5. 'in die Erde, in den Berg gegrabener Gang', Bergbauspr. [vereinzelt]. Uff de Karlsbäärsch in de Näh vunn Humboisch soll aamoo e St. gḁng sinn [Hussong Kirkel 146]. —
6.
a. 'ein steifer, tölpelhafter, unbeholfener Mensch' [mancherorts]; Zs.: Bau-

[Bd. 6, Sp. 618]
ern-, PfWB Heu-, Hollenstollen; Syn. s. PfWB Tappes 1 a; dummer St. [ LA-Siebdg GH-Kand]. —
b. 'wer sich ungebührlich benimmt' [ LA-Dammh BZ-Albw]; Syn. s. PfWB Rüpel 1. Jezz bedrachder mool dänn St., brauchd dä kää Gondach (Gutentag) se saache? [Braun Lääsebuuch 197]. —
c. Neckname für die Bewohner von GH-Hördt, Hördter St. [ GH-Sondh]. — RhWB Rhein. VIII 733/34; LothWB Lothr. 501; ElsWB Els. II 592.