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| PfWB Dampf (Bd. 2, Sp. 63) | PfWB be-trinken (Bd. 1, Sp. 747) | PfWB Tute (Bd. 2, Sp. 698) | |||||||||||||||||||||||||||||
1. 'Wasserdampf', Damp, Dampf, s. F. a. beim Kochen. Die Kich is voll D. [nördl. VPf., verbr., vorn. jüngere Gener.]; in echter Mda. vorn. Dunst (hier die Syn.) und Schwadem. Zs. PfWB Küchendampf. — b. zum Antrieb von Maschinen. Die Lokomotiv loßt D. ab [allg.]. — 2. 'seelische Antriebskraft', bildlich zu 1 b. Damp druf (drunner, dehinner) mache 'eine Sache beschleunigen, jemand zur Eile antreiben' [verbr.]. — 3. 'Qualm, Rauch', bes. vom Tabaksqualm. 's geht per D., scherzh., wenn jemand eine [Bd. 2, Sp. 64] Zigarre oder die Pfeife raucht [ KU-Schmittw/O]. Er loßt de D. dorch die Nons [ebd.]. Er loßt Dämp fahre wie e Backowe [ KL-Gimsb]. Syn.: PfWB Tabaksdampf, -dunst, -nebel, -qualm, -rauch, PfWB Dunst, PfWB Nebel, PfWB Qualm, PfWB Rauch, PfWB Schmauch, PfWB Schwadem. — 4. 'Atem', bes. der lebhafte Atem bei Anstrengungen. De Damp is de Gail zu de Nonslecher erauskumm [ KU-Schmittw/O]. De D. geht'm aus [Frankth]. — 5. von Krankheiten der Atemwege. a. 'Schweratmigkeit, Asthma'. Jetzt schnauft un schnappt se wie e Fisch, voll Damp, wie all die Dicke [Müller Luscht un Lewe 29]. — b. 'Pferdekrankheit'; nasser, truckener D. [allg.]; vgl. PfWB dämpfig. Beim nassen D. ist es der Herzdampf, wobei das Tier leicht schwitzt. Der trockene D. wirkt sich mehr durch Husten aus; bei dieser Art ist die Lunge angegriffen. — 6. Rausch', vgl. PfWB Dampes, s. auch PfWB betrinken. Er hat sein D. 'ist betrunken' [KU-Roßb, verbr.], sei Dämpche [ HB-Kirrbg], sei Dämbel [PfL 27. 11. 1922]. So e kleener Damp schad nix [NPfGV Nr. 8/1934]. Do neilich nachts haw ich en D. vum neie Wein - 's isch nit zu sage! [Hartmann Teemaschin 134]. Mer han die Dämp, un der Bambel 'der Wirt' hot 's Geld [NPfGV Nr. 8/1349]. — 7. 'Hunger'. Ich han Damp [ HB-Einöd KL-H'spey]. Zs. PfWB Kohldampf. — 8. 'Mut, Courage'. Er hot kän D. mihn [ PS-Hintwdth]. — F.: Für die WPf gilt weithin dḁmb (mit deutlich nasaliertem Vokal). In der NWPf sowie in der NPf westl. der Alsenz wird der Vokal heller. Für KU-Kaulb weist Christmann ebenfalls helles -a- aus (gegenüber dunklem -ḁ- in Hand!). In KL-Lind ist -a- vor Nasalen nach Höh 46 dunkel bei Bauern und Arbeitern mit eigenem Landbesitz der älteren Generation (über 35 Jahre), sonst sei immer das neutrale -an- zu hören. Im östl. Teil der NPf wird der Vokal dunkler, bis hin in die nördl. VPf, wo vielfach auch -ǫ- zu hören ist. Die Lautform dǫmb setzt sich nach Bertram 17 in der mittl. VPf fort bis zur Linie LU-Friesh — LU-Maud — LU-Limbghf — SP-Schiffstdt — LU-Dannstdt — LU-Assh — LU-Alsh — NW-Gönnh — NW-Freinsh — NW-Seeb — NW-Lambr — NW-Frankeck — NW-Esth — KL-Frankst. Südlich dieser Linie ist (nach Bertram) dǫnmb nur noch in SP-Berghs Heiligst GH-Schwegh Westh LA-Gommh Böbing Kirrw NW-Duttw zu hören. Hart daneben erscheint aber auch helles -ą(dąmb), so in NW-Geinsh LA-Edk Venn Nd'hochstdt GH-Freisb Weingt, außerdem in dem weiter nördl. gelegenen NW-Haßl. In den Städten und in Stadtnähe, so in LU-Mundh NW-Wachh O'hamb SP-Dudhf Hanhf, spricht man mittleres -an- (danmb). Nach Heeger Südostpf. 32/33 wird -a- vor Nasal südl. der Linie LA-Rhodt — GH-Nd'lustdt — GH-Hördt wieder [Bd. 2, Sp. 65] dunkler und geht allmählich in -ǫ- über. Die in diesem Gebiet gelegenen Städte Land Bergz haben -a-. Die Verschiebung von -mp zu -mf (so bei Heeger 26 u. Bertram 110) bzw. zu -mbf (so nach den Angaben der meisten Gewährspersonen) reicht vom Süden u. Osten her bis etwa zur Linie (die genannten Orte einbegriffen) BZ-Schweighf — BZ-Eußth — LA-Edk — LA-Roschb — GH-O'lustdt — SP-Harths — SP-Mechth und umfaßt also die ganze südl. VPf mit einem kleinen Südteil der mittl. VPf. Vgl. hierzu auch die Angaben bei Kumpf. — Südhess. I 1343/44; RhWB Rhein. I 1233/34; Saarbr. 43; LothWB Lothr. 79; ElsWB Els. II 685; Bad. I 413.
| [Bd. 1, Sp. 748] Schnur hauen. Syn. für betrunken: blau, teigig, trunken, glasig, knieknackerig, lateinisch, mole, scheckig, schicker, schikorum, schräg, schwarz, schwipsig, selig, stabaus, staubig, wackelig; nicht allein, nicht klar; voll; voll wie eine Bolle (eine Dose, Tüte, Kanone, Krotte, Kuh, Sau, Spritze, Strandhaubitze, ein PfWB Haus, PfWB Krug, PfWB Maihammel, PfWB Stiefel, PfWB Stier, PfWB Zapfen, PfWB tausend Mann); kanonen-, krotten-, spunden-, stechgranaten-, sterngranaten-, strackvoll; angebrütet, -geduselt, -geheitert, -gerudelt, -gesäufelt, -gesäuselt; bediaduselt, -hurmelt, -schaskelt, -schickert, -schmort, -schnuckt, -schokert, -ständert, -stußt; gespritzt, -tönt; versohlt; er hat einen Affen, Anrauchkopf, Ballen, Ballon, Bären, Blauen, Brand, Bausen, Dackel, Dampf(es), Dermel, Duft, Dümmler, Dusel, Hieb, Hormel, Käfer, Knorpel, Rausch, Schikker, Schlag(er), Schweden, Schwips, Spritzer, Stefzen, Stich, Stieber, Storren, Sturm, Sturracks, Suff; eine Bürde, Fahne, Kiste, Rotznase, Schlagseite; ein PfWB Krähenauge, Stößchen; seinen Dampf, Gram; seine Kiste, Ladung, Sachen; sein PfWB Tier, PfWB Grummet, PfWB Heu; er hat einen sitzen (hängen, hocken); er hat die Bätze (Köze, den Kanal) voll; er hat Blei in den Sohlen, einen (Kater) mit Krallen, eine Krotte am Bändel; er hat einen im Tee (im Tüpfen, Giebel, Heft, Kopf, Ohr, in der Krone); er hat einen (auf, bei sich, weg); er hat runde Absätze, das Delirium, die Röteln, genug, es warm; er hat einen (Schweden) heimgetragen, die Wegsteuer verloren, Babbelwasser getrunken, die Füße verbrannt, in den Dreck getreten, sein PfWB Oberstübchen verliehen, schief (schwer) geladen; er ist leicht (schwer) angeschlagen, er findet die Kehre (das Schlüsselloch) nicht mehr, sieht den Himmel für eine Baßgeige an, sieht den Himmel nicht mehr, sieht nicht mehr gerade, geht zu PfWB zweit heim, läuft auf Eiern, kann nicht mehr gerade laufen, hängt im Tee, liegt im Sulper; er wackelt, er spürt es (ihn); ihm langt es (für heute), ihm läuft der Wein aus den Augen heraus, ihn hat es erwischt-.
| 1. 'Papiertüte', früher trichterförmig gerollt, jetzt meist rechteckig geklebt, Tutt (tud), Tut (tūd), Tout (toud), Dutt (dud), Ditt (did), Dott (dod), Dut (dūd) [zur Verbr. s. K. 110]; Auslandspfälzer: Tutt [ Don-Schowe Torscha Gal-Josbg Dornf], Tutt u. Dutt [Penns, Lambert Penns 46 PSA K. 35]. Zs. PfWB Feder-, Gutsel-, Mehl-, PfWB Zuckertute. Bring mer e Tutt voll Zuckerbohne 'Bonbons' [verbr. Gal]. RA.: Er muß Tutte mache 'im Gefängnis Tüten kleben' [KL-Wörsb, verbr.]. Mach d'r Tutte an die Ohre, damit du besser hörst [ KU-Diedk]. Er war so voll wie e Dutt 'besoffen' [LA-Nd'hochstdt, [Bd. 2, Sp. 699] verbr.]; vgl. PfWB betrinken. Er macht Mailer (Mäuler) for Tutte, vom Müßiggänger [Hebel 25]. Die hän angebb wie e Tutt voll Micke [Sunndag Nr. 34/1965, Bassler 30]. Er is so hell uf der Platt 'im Kopf' wie e Tutt voll Ruß, von einem Dummen [ RO-Winnw]. SprW.: For Geld un gute Worte kriecht mer Zucker un aach e Dutt 'Mit Geld und guten Worten erreicht man viel' [LA-Gommh, verbr.]. In der letschte Dutt findt sich alles, Trost beim Suchen [FR-Bobh, verbr., auch ![]() 2. 'Tütenförmiges'. a. bei Mensch und Tier. α. 'Nase', scherzh. [ RO-Duchr GH-Büchbg]. Zs. PfWB Kupfertute. Syn. s. PfWB Nase. — β. 'Kopf', scherzh. RA.: Er hot's in de Dutt 'ist betrunken' [Neustdt NW-Haardt]. — γ. [Bd. 2, Sp. 700] 'Geschlechtsteil der Kuh' [KU-Obw/Tiefb IB-Eschring]; 'Geschlechtsteil der Stute' [ ZW-L'wied], vgl. PfWB Butte2, Futt; 'Gebärmutter', vulgär [ KB-Kriegsf]. — δ. 'Haarknoten' [Zweibr]. — b. bei Pflanzen. α. 'Blüte der Winde' [ KU-Schmittw/O]; vgl. PfWB Tutenblume 2. — β. 'Herbstzeitlose', Pl. Dutte [BZ-Pleisw (Wilde 103)]. — γ. andere Pflanzennamen in Pfaffen-, Kaffeetute. — c. an Geräten. α. 'Brause an der Gießkanne', Tud [ IB-Rohrb Aßw], Tittche [ Gal-Brig]. Syn. s. PfWB Zotte. — β. 'tütenförmiger Verschluß der Wagenachse' [KL-Fischb Klein Wag 109]. — γ. 'Blechhütchen (mit Spalt), das über die Lichtflamme der Petroleumlampe gedeckt wird', Duttche [ Gal-Josbg Dornf]. Zs. Lampentutchen. — δ. 'mit dem Schäleisen abgeschältes Stück Eichenrinde' [Feierowend Nr. 19/1955]. — 3. Berufs- und andere Bezeichnungen für Menschen. a. 'Kaufmann', Tutt [ PS-Winz]; vgl. PfWB Pfeffertütchen. — b. scherzh. für 'Spengler', s. PfWB Rußtute. — c. e langi Tutt 'großes Frauenzimmer' [ ZW-Ixh]; e alti T., verächtlich für 'ältere Person' [Zweibr]; e dummi Dutt 'ungeschicktes Frauenzimmer' [ BZ-Dernb]; vgl. auch Lumpentute. — Südhess. I 1920/21; RhWB Rhein. VIII 1495 ff.; LothWB Lothr. 115; ElsWB Els. II 727; Bad. I 618/19.
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