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| PfWB Butzel (Bd. 1, Sp. 1419) | PfWB Butz (Bd. 1, Sp. 1417) | |||||||||||||||
1. 'Schwein', Kinderspr., Butzel (budsəl) [mittl. u. südl. VPf Heeger Tiere I 18 [Bd. 1, Sp. 1420] PfId. 29]; 'junges Schwein' [ebd.]; vgl. PfWB Ferkel, Zs. PfWB Saubutzel; Schmeichelname für das Schwein [ebd.]; vgl. PfWB Butz1 1. — 2. 'unreinliches, unfolgsames Kind', Scheltwort [PS-Bobth BZ-Schweig Rechtb Kühn Hamet 101]. — 3. 'Tintenklecks' [ NW-Dürkh LA-Venn]; vgl. PfWB Butz2 8. — 4. 'Kiefernzapfen', Butzel, Pl. Butzle u. Butzlich [mittl. u. südl. VPf, s. K. 74], Putzel [ BZ-O'schlettb V'weidth], Butzelcher [Hombg]; Butzle roppe 'Samenzapfen brechen' [ GH-Büchbg]. Syn.: PfWB Bib 2, PfWB Bibhünkel, PfWB Bummer 1, PfWB Puppenhähnlein, Forlebib, -butzel, PfWB Gackel, PfWB Gickel, PfWB Gockel, PfWB Glucke, PfWB Gutzel, PfWB Hahn, PfWB Hahnengockel, Hahngikkel, PfWB Hoppel, PfWB Hünkel, Hussau, PfWB Hutzel, Kätzchen, Kienhahn, Klöbchen, PfWB Kunenböcklein, -bummer, PfWB Krachel, PfWB Sau, PfWB Saubutzel, PfWB Schaf, PfWB Surr, PfWB Wutz, PfWB Zapfen. Vielerorts, bes. in der VPf, bezeichnet das Wort den Zapfen von jedem Nadelholzbaum. Nach Wilde 59 heißen die Fichtenzapfen in NW-Hamb grouße Butzele. Bertram 152/53 verzeichnet Butzl 'kleiner Fichtenzapfen'. Zs. PfWB Tannen-, PfWB Fichten-, PfWB Forlenbutzel. — 5. 'Hagebutte' in den Zs. PfWB Hafer-, PfWB Hagebutzel. — Südhess. I 1268/69; Bad. I 388/89; Schwäb. I 1571.
| 1. a. 'vermummte Fastnachtsgestalt', Butze (budsə) [ GH-Vollmw], häufiger in der Zs. Fasebutz; vgl. PfWB Boz, PfWB Bozen 1 a; 'Fastnachtsmaske', Botz (bǫds) [ KB-Kriegsf]. Syn. s. PfWB Fastnachtsgesicht. — Historisch in der Wend. Butzen gehen: a. 1566: Der heidnische Wandel mit pratten heischen, Butzen gehen, Lehen ausrufen, Maien stecken, Hagelbaum brennen, Johannes Feuer machen und drüber springen, Fahnen tragen, Kirchenblumen und gegen dem Wetter leuten ist bei 1 fl. Strafe verboten [PfMus. 1922, S. 147]. a. 1593: Wir befinden auch, das noch allerhandt heydnische Misbreuch im Schwank gehen und von den Unterthanen, beyde jungen und alten geubt werden, sonderlich auf den Feyer- und Sontägen als mit ... Fastnachten Mummereyen, Braten, Butzengehen, Johansfeuwer, schendlichen Liedern und der jungen Gesellen und Mägden Mayen stecken und was dieses unfletigen unchristlichen Dinges mehr ist [NPfGV 1927, S. 98]. — b. s. PfWB Pfingstenbutz. — 2. 'auffallend gekleidete weibliche Person', Botz [ KB-Kriegsf]; vgl. PfWB Boz, PfWB Bozen 2 a. — 3. 'Schreckgestalt, mit der man Kinder ängstigt', Butz (buds) [Kus NW-Weish/S Gal-Debolowka], Butze [ KU-Kaulb ZW-Nd'aub PS-Bruchw BZ-Darst]; vgl. PfWB Boz, PfWB Bozen 3 a. Syn. u. K. s. PfWB Butzenmann. Zs. PfWB Fürchtebutzen. — 4. 'Schutzmann', Butz [ NW-Weish/S], Butze [ ZW-Nd'aub [Bd. 1, Sp. 1418] Hengstb]. Syn. s. PfWB Gendarm. — 5. 'Vogel- und Wildscheuche', meist ausgestopfte Männergestalt, Butz u. Butze [südl. VPf], Botze [ PS-Vinn Lu'wink]. Die sieht aus wie e B. [ BZ-Schweighf]; vgl. PfWB Boz, PfWB Bozen 4 a, PfWB Butzenmackel, -mann 2, -mummel. Zs. PfWB Gartenbutz. — 6. 'kleines Kind', vgl. PfWB Buttes; e klaaner Butze [KB-Harxh, verbr.]; 'drolliger, aufgeweckter Knabe', Butze [ GH-Vollmw]; 'alter Junggeselle', Botze [ PS-Fehrb]; Butzelche 'kleine verhutzelte weibliche Person' [ RO-Messbhf]; vgl. PfWB butzig1. Zs. PfWB Rostenbutzen. — 7. 'Klümpchen'. a. 'verhärteter Nasenschleim'. Er hat e Butze in de Nas [Zweibr, verbr.]; vgl. PfWB Boz, PfWB Bozen 5, PfWB Butzenbär 3, -mann 3, -nase 2. Zs. PfWB Nasenbutzen. — b. 'Eiterpfropfen', Butze [ KU-Dietschw ZW-Battw Zweibr NW-Weish/S BZ-Erfw GH-Kand Don-Tscherwk], Botze [KU-Bedb KL-Gimsb u. Umg.]. Mein Schwääre (Geschwür) is heit uffgang, es sinn ganze Botze Ääder (Eiter) erauskumm [KL-Gimsb u. Umg.]. — c. 'Häufchen Schmutz' in den Zs. Dreck-, PfWB Mistbutzen. — 8. 'Tintenklecks', Butze [ NW-Geinsh Spey LA-Ilbh BZ-Albw]; vgl. PfWB Butzel 3. Zs. PfWB Tintenbutzen. — 9. a. 'rußendes oder verkohltes Ende des Dochtes'; am Wieche (Docht) de Butze abmache [verbr.], Botze [ KU-Bedb]. Volksgl.: Wammer'n Butze vume Inschlichlicht mit'm Finger abroppt un er brennt em net, gleicht (von engl. to like = gern haben, lieben) sell Mädel em, wu mer selli Zeit drandenkt [Fogel Beliefs Penns Nr. 382]. — b. 'Zigarettenstummel', Botze [ ZW-Contw Hengstb]. Zs. Zigarrettenbutzen. — 10. a. 'Krankheitskeim im Getreide', Butze [ NW-Haßl]. — b. 'von Schimmel herrührender übler Geschmack des Weines'. De Wein hot e Butze [ NW-Deidh]. — 11. a. 'Kernhaus des Obstes, Überrest des gegessenen Obstes', vgl. PfWB Butzicht 1, Butze [Ostteil der VPf (oft neben Krutze) KU-Rathsw Elschb IB-Nd'würzb]. Zs. PfWB Apfelbutzen, PfWB Ausbutz. Syn. s. PfWB Krutzen. — b. 'Kelchrest an Stachel- und Johannisbeeren', Butze [ KU-A'glan NW-Weish/S LA-Gommh Knöring]. — In der formelhaften Wendung rutz un butz 'mit Stumpf und Stiel, ganz und gar' [allg.]. — c. 'geschälter Maiskolben', Butze [ Don-Tscherwk]. — 12. 'Auswuchs am Körper', Butze [Kus]; vgl. PfWB Dutzel. — 13. 'kleiner Grasplatz', Botze [ KU-Miesau]. — 14. a. 'schwere, dunkle Wolke'. Es kummen Butze [südl. VPf]. Do hinne hingt e Butze [ KL-Stelzbg]. Zs. Schnee-, PfWB Wolkenbutzen. — b. 'Regenschauer' [südl. VPf]. Zs. Aprilen-, Gewitter-, PfWB Regenbutzen. — 15. 'große Anzahl, große Menge'; e Butze Leit [verbr. VPf]; e Butze Geld [KU-A'glan Müller Luscht un Lewe 53]. Do hosche (hast du) awwer e dicke Butze, ironisch für 'Da hast du aber nicht viel' [ KU-Kaulb KL-Hirschhn]. — 16. 'Büschel'. a. 'Strohwisch', Butze [Bd. 1, Sp. 1419] [ KB-Eisbg]. Der is so dumm wie e Botze Stroh [ PS-W'fischb]. — b. 'Strauß' in der Zs. PfWB Maibutzen. — c. 'Haarbüschel' in der Zs. PfWB Haarbutzen. — 17. 'Verstopfung beim Rindvieh'. Die Kuh hot'n Butze [ NW-Kallstdt BZ-Nd'horb]; vgl. PfWB blähen1 2. — 18. 'Streich, Schabernack'; äm e Butze andun [ KU-Kaulb NW-Kallstdt]; vgl. PfWB Possen 1 a. — F.: In den Bed. 1-6 (Persönliches) erscheinen vorn. buds bzw. bǫds, seltener budsə bzw. bǫdsə, in den Bed. 7-18 (Sachliches) nur budsə bzw. bǫdsə. In manchen Orten kommen beide Formen mit verschiedener Bed. vor. Die Form bǫds bzw. bǫdsə tritt in Gegenden auf, in denen eine Neigung zur Senkung von u zu o besteht; vgl. PfWB putzen. — Dem Wort liegt mhd. butze 'klopfender Kobold, Poltergeist, Schreckgestalt' bzw. 'abgeschnittenes Stück, Masse, Klumpen' zugrunde, das nach Lexer Lexer I 403 zu būʒen (Nebenform zu biuʒen) 'schlagen, klopfen' zu ziehen ist; vgl. auch DWB DWb. II 588 ff., bes. 594. In Hinblick auf Bedeutung und Herkunft gehört das Wort in die nächste Nachbarschaft von bōds bzw. bōdsə, s. PfWB Boz, PfWB Bozen. — Südhess. I 1267/68; RhWB Rhein. I 1188/89; Saarbr. 41; ElsWB Els. II 129; Schwäb. I 1569 ff.; Schweiz. IV 2003 ff.
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