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| PfWB Butter (Bd. 1, Sp. 1403) | PfWB backen (Bd. 1, Sp. 511) | PfWB bauchen (Bd. 1, Sp. 612) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. wie schd., Butter, Botter, Boutter, Bottern, s. F. [allg.]; vgl. PfWB Anken. Zs. PfWB Bauern-, PfWB Bettel-, PfWB Geißen-, Glucken-, PfWB Kuh-, PfWB Landbutter. Mer stoße heit B. 'bereiten B. durch Stoßen im Butterfaß' [PS-Lembg, allg., in der Pfalz bis etwa 1900, in Gal bis 1939]. Mer leiere (drehe) heit B., dass. (mit der Butterleier) [von etwa 1900 an immer stärker aufkommend bis etwa 1920, als die Butterbereitung nach und nach an die Molkereien überging]. De B. geht samme 'klumpt sich' [ KL-Stelzbg, allg.]. Um das Zusammengehen des Rahms zu beschleunigen, wandte man (meist im Scherz) den Zauberspruch an: Butter, Butter, klimbel dich, 's gebt kee greeßeri Hex als ich [Gal-Schönth, verbr. ]. Näheres zur Butterbereitung s. bei PfWB buttern. Der ungeformte Butterkloß ist der Klumbe Butter, auch Butterklumbe, s. PfWB Butterklumpen; den geformten Butterlaib nennt man das Stick Butter. Um die B. als Speisefett auch über längere Zeit aufbewahren [Bd. 1, Sp. 1404] zu können, wird sie zu PfWB Butterschmalz ausgelassen. — Eigenschaften der B.: Gebräuchlich sind besonders die Vergl. gäl (gelb) wie Budder [Westricher Kalender 1957, S. 103], wääch wie B. [NPf, allg.], zart wie B. [Pirmas, verbr.]. RA.: Der hot e Herz so wääch wie B. [ LU-Opp Don-Gottlob]. Ein weicher Stein schafft sich so zart wie B. 'läßt sich leicht bearbeiten' [Kaislt]. Ein stumpfes Messer schneid wie B. [ KB-Bennhs]. Wenn ein Fußballspieler sich im Strafraum »tot« stellt, dann heißt es: Alla, alla, mach weiter, du bischt doch net aus B.! [Rheinpfalz vom 28. 1. 1967]. Der geht sesamme wie Bodder in de Sunn, von einem Abmagernden [ KU-Lohnw, FR-Bockh BZ-Dernb], dass. iron.: Er nemmt zu, wie B. in der Sunn [Rockhs]. Der hot B. uf'm Kopp (und darf nicht an die Sonne gehen), wer ein schlechtes Gewissen hat [verbr. Gal Don Buch]. SprW.: Wer B. uf'm Kopp hot, soll net in die Sunn gehn [Don (Steinmetz)]. — Wertschätzung der B. in den RA.: Der saat dir for drei Penning, was de Bodder in Mänz koscht! 'macht dir den Standpunkt klar' [KL-Wörsb Kühn Palz 94]. Zwische denne zwee is alles in Butter 'herrscht das beste Einvernehmen' [Krieger 26]. SprW.: Kannscht lang Käs esse, bis de B. in de Maa kriescht [ Gal-Brig]. Wann der B. uf de Speicher geht (teurer wird), gehn die Aajer in de Keller (werden die Eier billiger) [ Gal-Dornf]. Ich meen grad, ich hätt e halb Pund B. ohne Brot gesse, alles schwimmt in mer, sagt man von sich bei großer Rührung [Hebel 25]. VR.: Andrees freßt de Käs, loßt de B. leie, weil er is so teier [ Gal-Josbg]. Eins, zwei, drei, Butter auf den Brei, Salz auf den Speck und du gehst weg [ Gal-N'Chrusno]. Weitere Reime s. bei PfWB Anna-Maria, PfWB backen 1 b. — 2. 'Augenschleim' s. PfWB Augenbutter, PfWB Butterauge. — F.: budər fast allg. außer NWPf; bǫdər Westteil der NPf vorherrschend NWPf IB-Habkch Ingb KB-Mörsf Dannfs, bǫdÄr KU-Kaulb Dietschw, bǫdərn (neben den jüngeren Formen bǫdər u. budər) in GH-Neubg, bǫudər in WD-Niedkch IB-Rohrb. Das Genus 1930 fast durchweg m.; f. (neben m.) gilt für KB-Zell FR-Grünstdt Neustdt SP-Mechth. In den historischen Belegen ist der Stammvokal meist -o- (auch VPf!), seltener -u-. a. 1490: 4½ maß bottern [KellR Lichtenberg]. a. 1521: Vßgab in die kuchen: Item 15 Sch. 4 Pf vor botter [GgHospR]. a. 1521: 11½ alb. vor 3 mais bottern [LandsbgKellR]. a. 1532: Innam verkauft bottern, Nuß, mandeln, Eppel [SSp, Lgb. des Klosters Seebach]. a. 1566: funff massen vnd anderthalb schopfen botter [KSchArch. IV 2255]. a. 1590: Keeß, Buetter, Ayer [ZweibrUrkb. 161]. a. 1626: 10 Maß Butter und 60 Bündel Keß [Groh Wörschw. 39]. — Südhess. I 1259/60; RhWB Rhein. I 1170 ff.; Saarbr. 41; LothWB Lothr. 74; ElsWB Els. II 119; Bad. I 386.
| 1. Brot und andere Speisen b. a. die Gesamtheit der Backtätigkeiten vom Anrühren der Backmasse bis zum Herausnehmen des Gebackenen. Brotbacken in ländlichen Orten um 1900: Das Brotmehl wurde am Vorabend in die Backmulde gesiebt und mit Sauerteig versetzt (s. PfWB meren). Nach etwa 7-8 Stunden gab man vorgewärmtes Wasser und eine bestimmte Menge Salz zu und vermengte das Ganze zu Teig, den man in der Nähe des warmen Ofens gehen ließ. Danach wurden die Laibe geformt, in Backkörbchen getan und ins Backhaus gebracht, wo man sie im Schwung [Bd. 1, Sp. 512] auf die Backschieße setzte und in den entsprechend angeheizten Ofen beförderte. War das Brot nahezu ausgebacken, so holte man es wieder mit der Schieße (dem Schießer) hervor und überstrich es leicht mit Wasser, worauf es zum Bräunen abermals in den Ofen kam. Das gebackene Brot lagerte man daheim auf dem Brothang oder Brotrahmen. (Vgl. Feierowend Jg. 9, 1957, Nr. 7, S. 1/2). Heit backe(n) mer, auch: Heit backe(n) mer Brot, Kuche usw. [allg.]. RA.: Dun er backe?, Anredeformel beim Eintritt in ein Haus, in dem gebacken wird [ PS-Erfw]. Wer net will, der hot gehatt, morje backen mer widder [verbr. Gal Buch]. Wammer backen, kriegsch e Werschdl, iron. Abweisung [GH-Kand, verbr.]. Aus dem Mehl werd kee Brot geback! dass. [verbr. Gal]. Morje backe mer, dass. [Zweibr, allg.]. Wammer backe, därfschde die Schieß lecke, iron., weil auf der Schieße nur Mehl hängen bleibt [ WD-Niedkch]. 's Chrischkind backt Lebkuche (Zuckerdings u. ä.), sagen die Kinder, wenn vor Weihnachten abends der Himmel rot ist [ZW-Hornb, verbr., auch Gal]. Hase backe Knepp 'Knödel', wenn Dunst aus dem Wald aufsteigt [ NW-Frankeck] (Schwäb. I 566). Er hot 's Backe un Bauche (s. PfWB bauchen) beisamme, wenn sich nach einem Fehlschlag gleich ein anderer einstellt [LA-Impfl, verbr. VPf]. SprW.: Vun me schene Gesicht kann mer net b. [ LU-Opp]. — b. 'durch Hitze langsam fest und hart machen, fest und hart werden' (Endstufe von a). De Kuche backt schun, de Kuche is scheen gebacke [nördl. VPf, allg.]. 's Backäiwel 'Backöfchen' backt gut [ LA-Edh, allg.]. Gebackene Ajer 'Rührei mit Schinken', gebackener Appel 'Bratapfel', gebackene Grumbeere 'Bratkartoffeln', (dafür auch gereeschde Gr., s. PfWB rösten) gebackene Knepp 'Knödel', gebackene Nunneferz 'Gebäck aus geschlagenem Eiweiß mit eingerührtem Zucker, bei schwacher Hitze gebacken' [Kaislt]. Für 'Habseligkeiten, Siebensachen': gebackene Bere [ RO-O'mosch KB-Kriegsf NW-Kallstdt Frankeck LU-Oggh LA-Nd'hochstdt Gal-Königsbg]; vgl. PfWB Backenbirnen. Auf die Frage, was sie backe, antwortet die Hausfrau im Scherz oder Unwillen: Gebackene Rawunzle un Schneckeschwänz [ Gal-Schönth], oder Gebackene Hundsfotze [ LA-Nd'hochstdt]. RA.: Die backt aach ehr Kichelcher liewer in annere Leit ehrem Fett, von einer ausnützerischen Frau [verbr. Don Gal Buch]. Du kriegscht e Extrawerschdl gebacke [VPf, verbr.]. Du kriescht die Ajer geback 'bekommst Schläge' [IB-Herbh, KU-O'staufb KL-Wörsb]; 's Pännche voll backe 'verhauen' [ PS-Windsbg]; enni b. 'eine Ohrfeige geben' [BZ-Wernbg, verbr.]; vgl. PfWB kleben. Das war e Gebackeni, 'eine kräftige Ohrfeige' [ GH-Zeisk]. Scherzhafte Antwort auf die Frage, wie spät es sei: Dreivertel uf Quetschekuche, wann er gebacke [Bd. 1, Sp. 513] isch, derfscht 'n aa versuche [ PS-Erfw RO-Als LU-Opp LA-Mörzh]. Von Orten, in denen nur auf der einen Seite der Straße Häuser stehen, heißt es scherzhaft: Do werren die Pannekuche nor uf ääner Seit gebacke. [VPf, allg., auch Auslandspfälzer]. VR.: Hohnappel die Hohn, die Faßnacht, die is on, die Kichelcher sein geback, eraus mit, mer stecke se in de Sack [ KU-Reiffb]. Schornschdefecher, greireweis, freß gebackne Beere, freß, was dein Hundl scheißt, kannscht dein Maul mid schmeere [ LA-Nußd]. Backe, backe, Kuche, de Bäcker hat gerufe, wer will gure Kuche backe, der muß hawwe siewe Sache, Eier un Salz, Budder un Schmalz, Millich un Mehl, Safran macht de Kuche gäl [NW-Frankeck, verbr.]. Ich winsch eich e goldner Disch, an jedem Eck e gebackner Fisch, in de Mitt e Fläschche Wein, sollner mitnanner frehlich sei, Neujahrswunsch [Gal-Brotschk, verbr. Gal]. Schätzel, back mer Aajer mit Zelleriesalat, dann derfscht mich aach liewe, die Mutter hot's gesaat [ LU-Opp, WD-Niedkch]. Volksgl.: »Wenn das Feuer im Backofen brannte, so warf die Hausfrau gewöhnlich eine Handvoll Mehl oder etwas Teig in dasselbe, damit kein böser Geist in das Haus eindringe; so wurden die Hausgötter befriedigt« [Schandein Bav. IV 2 S. 414]. Der Dag, as mer backt, derf mer net im Gaarde schaffe, oders Sach werd mildaich 'meltauig' [Fogel Beliefs Penns Nr. 911]. a. 1590: so offt nit brodts genug gebachen [ZweibrUrkb. 130]; des Backens ... gebrauchen - des Bachens zuvor müssig stehen [ebd. 129]. — 2. 'leicht gefrieren'. Heit nacht hat 's gut geback [ZW-Battw, verbr.], ... gebackt [ KU-mittl. Gl]; vergl. gefrieren. — 3. von starkem Sonnenschein Heit backt's awwer! [verbr.]. — 4. 'kleben'; die Mark uf de Brief b. [ KU-m. Gl. Rothsbg]; vgl. PfWB pappen. Mit Vertauschung des Objekts: de gebackene Strich im Bullspiel (s. PfWB Bull). Strich mit Setzklickern, die von der Anschurgel aus anvisiert werden; der gestoßene Klicker soll gewissermaßen an dem gesetzten kleben bleiben [ LU-Neuhf]. — 5. Part. Perf. 'in gutem Zustand, wohl bereitet'; e gebackenes Mädel [ LA-Mörzh]. Das Märe hat viel Aanträch ghatt, 's war em awwer noch kääner geback 'kein Freier war ihr recht' [ ZW-Battw]. Dem is nix geback 'nichts recht' [Zweibr, allg.]. Iron.: Er is gebacke, von einem, der im Klickerspiel verloren hat [ FR-N'lein]. RA.: Is der 's ball geback? 'Bist du endlich zufrieden?' [ PS-Gersb Erfw KU-Trahw ZW-Battw LU-Friesh Opp Don-Andreas]. 's is 'm net geback un net gebrot, dass. [Pirmas]. — Zs.: PfWB alt(ge)backen, PfWB an-, PfWB aus-, PfWB durch-, PfWB verbacken; PfWB Gebackenes, Holz-, Luft-, Nuß-, Rahm-, PfWB Spritz-, PfWB Stritzgebackenes. — F.: bagə bḁgə bǫgə; a fast allg. WPf, NPf u. nördl. sowie mittl. VPf, ḁ u. ǫ allg. südl. VPf (vgl. Heeger Südostpf. 32), ḁ mancherorts in [Bd. 1, Sp. 514] der mittl. VPf (vgl. Bertram 14/15) u. WPf, z. B. IB-Walshs, KL-Lind (Höh 46). Die schwache Konjugation (gəbagd) wurde 1930 für KU-Bedb KL-Gimsb u. Umg. IB-Alschb, 1959 für Gal-Otths mitgeteilt. — RhWB Rhein. I 367 ff.; Bad. I 105/06.
| 1. 'Leinenwäsche, auch Leinwand in Holzaschenlauge einweichen, um sie später zu waschen, bzw. zu bleichen', bauche (bauxə) [fast allg.], buche (buxə) [lothr. SWPf], (būxə) [LA-Nußd (Bertram)]. Das Bauchen geschah in folgender Weise: Man legte die Wäsche (die Leinwand) in die Bauchbütte und breitete das Bauchtuch darüber. Dieses bestreute man dick mit Holzasche und goß kochendes Wasser auf. Nach einiger Zeit wurde die Lauge durch das Spundloch abgelassen, neu kochend gemacht und abermals aufgegossen. Dieser Vorgang wurde mehrere Male wiederholt. War die Lauge schmutzig geworden, so erneuerte man das Wasser. Nach einigen Tagen entfernte man das Bauchtuch mit den Aschenrückständen und wusch die Wäsche in frischem Wasser bzw. legte die Leinwand zum Bleichen auf den Rasen. Mit dem Gebrauch von Waschmitteln kam das Bauchen mehr und mehr ab. — RA.: Er hot's [Bd. 1, Sp. 613] Backe un 's Bauche beisamme, sagt man, wenn jemand zwei schwere Arbeiten gleichzeitig tun muß oder wenn beim Kartenspielen der Verlierer die Karten ausgeben muß, also wenig Aussicht hat, ins Spiel zu kommen [KU-Kaulb verbr. VPf]. a. 1460: Gerlachs frauwen ym dalle hat den meden ... helffen buchen vnd weschen [KellR Lichtenberg]. a. 1679: 5 tage wäschen und bauchen helfen [GgHospR]. — 2. 's Kind hot ins Bett gebaucht 'das Bett genäßt' [ KU-Kaulb]; vgl. PfWB Bettbaucher. — Zu PfWB Buche (Baum), da die Lauge urspr. aus Buchenasche hergestellt wurde, Kluge-Mitzka17. — RhWB Rhein. I 526; Saarbr. 20; LothWB Lothr. 70; ElsWB Els. II 10; Bad. I 127.
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