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| PfWB Burscht (Bd. 1, Sp. 1379) | PfWB Bursche (Bd. 1, Sp. 1377) | PfWB Wit-mann (Bd. 6, Sp. 1419) | |||||||||||||||||||||
1. a. 'der junge Mann von etwa 16 Jahren bis zur Verheiratung', Borsch usw., s. F. [allg.]. Der Vierzehn- und Fünfzehnjährige gilt im allg. noch als Bube; allenfalls wird er als junger Borsch oder jung Berschelche bezeichnet. Die Grenze zwischen B. und Bube ist jedoch fließend, vgl. PfWB Bube u. unten 1 b u. 2. Von einem hübschen, gut gewachsenen Burschen heißt es: e schener (e sauwerer, e stolzer) B. [allg.]. Ein B., der auf Haltung bedacht ist, gilt als gattinger Borscht [Kunnrädel 10]. — b. Im Pl. sind die Borsch (Bersch) die 'Jungmannschaft des Dorfes', die man aber mancherorts auch mit Buwe bezeichnet. Als geschlossene Mannschaft treten die Burschen bei gewissen Anlässen auf, bes. zur Kirbe, mancherorts auch in der ersten Mainacht oder an Pfingsten. In KB-Kriegsf waren nach den in Becker Vk. 224/25 abgedruckten Statuten vom 20. 5. 1787 Burgerliche und Beysassente junge Bursch in einer wider erneuerten gesellschaft oder zunft organisiert. Nach diesen Statuten durfte in diese Burschenschaft unter fünfzehn Jahr Keiner angenommen werden. Der Aufzunehmende hatte als Aufnahmetaxe zwey Virtel Wein und Jedem einen Weck (Semmel) zu stiften. Als Mitglied hatte jeder darauf zu achten, daß er ein Pursch ist und sich nicht buwisch stellen dürfe. Er hatte freien Zugang zu den Mädgen, sollte sich aber geziemend Bey den Mädgen aufführen. Kein Mädchen durfte einen organisierten Burschen als Tänzer ablehnen. Der Bursche durfte sich im Wirtshaus nicht betrinken, nur bey dem aufdingen (der Knechte) kan es erlaubt werden. Die Burschen hatten sich gegenseitig beizustehen; wenn einer krank wurde, so war jeder verbunden, ihn ordnungsmäßig zu besuchen und wan er sollte sterben, ihm eine Kron aus der gesellschaft Machen zu lassen. Zs. PfWB Kirbe-, Straußbur- [Bd. 1, Sp. 1378] sche. — 2. in mehr oder weniger spöttischem Sinne von jeder männlichen Person. Mei Mudder hat mer jedi Woch mit gude Worte zugesproch. 's hat nix gebatt. Ehr ganzi Kunscht war an mer faulem Borscht umsunscht [Münch Weltgesch. 45]. Das eß noch e jung Berschelche [ RO-Rehborn]. Wart nor, du Berschelche! Drohung gegenüber einem schlimmen Knaben [KB-Albish, verbr.]. So e trauricher Barsch! 'So ein erbärmlicher Kerl!' [ KU-Kaulb, allg.]. E alder B. 'alter Junggeselle' [verbr.]; vgl. PfWB Bube 4. — 3. 'Geliebter, Schatz' [allg. auf dem Land und in Arbeiterkreisen der Städte, jedoch im Schwinden begriffen]; vgl. PfWB Bekanntschaft 3, PfWB Freund, (mit einem) gehen. Zs. PfWB Tanz-, PfWB Ladebursche. Uns Bettche (Elisabeth) harre (hat einen) Borsch [KL-Gimsb, verbr.]. Das is mein Borsch [HB-Kirrbg, verbr.]. Einem heiratsfähigen Mädchen wünscht man zum neuen Jahr im Scherz: Ich winsch der e glicklich neies Johr un e Borscht mit schwarze Hoor [GH-Schwegh, verbr.]. Ein Mädchen, dem die Haarnadel vorsteht, neckte man: Dein Barsch denkt an dich [KU-Bedb, verbr.]. Um zu erfahren, wen ein Mädchen dereinst heiraten werde, zählte es die Knöpfe an der Jacke ab mit den Worten: Eddelmann, Beddelmann, Wittmann, Bauer, Borsch [ Gal-Brunnd]. — 4. 'Knecht, Gehilfe, Lehrling, Geselle' in den Zs. PfWB Bäcker-, Bauern-, PfWB Handwerks-, PfWB Jägers-, PfWB Lauf-, PfWB Metzger-, PfWB Mühl-, PfWB Schank-, PfWB Schenk-, PfWB Stall-, PfWB Wanderbursche. a. 1676: Der schornsteinfeger und sein Borsch sollten billig auch beim Feuer sein [A. Pfeiffer, Das Kaminfeger-Handwerk in der Pfalz]. — 5. a. 'Zuchtstier'; die Kuh zum Borsch fehre [ KL-Stelzbg]. — b. Birschel, Hundename [ PS-Heltbg]. — c. von einem Jungtier, das sich schlecht entwickelt: Das is noch e Barsch! [ZW-Battw, verbr.]. — F.: bǫr und boÄ verbr. WPf NPf nördl. VPf; Don Gal Buch allg. bǫr; bǫrd WD-Niedkch verbr. NPf verbr. mittl. u. südl. VPf Don-Lenauheim Franzfeld; bar und bḁr verbr. NWPf Don-Schowe; bard und bḁrd verbr. mittl. VPf (Bertram 75/76) Bergz BZ-O'ottb Schweig (PfId. 17); bur PS-Lu'wink LA-Wollmh; burd lothr. SWPf (Keiper Nachträge). (Das -t ist sekundär hinzugetreten, wie in PfWB Herbst, PfWB Obst.) — Pl.: fast allg. bǫr; bär verbr. Sick., bǫrd BZ-Dernb. — Dim.: bärjə u. bärχə östl. NPf nördl. VPf; bärəlχə u. bärələ nördl. u. mittl. VPf; birəlχə u. birdəlχə lothr. SWPf (Keiper Nachlaß); bärəl mittl. u. südl. VPf; bärdəl NW-Kallstdt LU-Friesh LA-Gommh GH-Schwegh. — Südhess. I 1240 ff.; RhWB Rhein. I 1143/44; Saarbr. 40; LothWB Lothr. 73 Burscht; ElsWB Els. II 91; Bad. I 377.
| 1. 'Witwer', -mann, -mḁnn s. PfWB Mann [verbr., Bernhard 189 Glass 121 Hussong Kirkel 172 Kraus Putscheblum 59 Lambert Penns 179 Danner Penns 173 Krämer Gal 244], Wett- [ GH-N'potz]. Ich sein schun fuffzeh Johr W. [Müller Lottche 23]. Was so e aamer W. iss, / Der iss valor, der iss beschiss! [Kieffer Bilderb. 50]. RA.: Gäll', 's lääft d' re W. nooch, ruft man einer Frau nach, deren Unterrock vorschaut [Der Wasgau-Bote 1934 Nr. 11, KB-Kriegsf Fogel Beliefs Penns Nr. 173]. SprW.: Wann unser Herrgott en Narr aus me Mann mache will, macht er en W. [Fogel Prov. Penns Nr. 1327]. Volksgl.: Wer bei Besuchen die Leute wiederholt beim Essen antrifft, bekommt einen W. [Kirchhbol]; vgl. PfWB Bursche 3. a. 1295: kein wideman oder widewip [MüPfUrk. Fasz. 180 Nr. 2579, ZweibrReg. 120]. — 2. 'Mittelstück eines Brotlaibes' [Grünenwald 123 Seebach Essen 80], bes. [Bd. 6, Sp. 1420] für ältere Menschen, die schlecht Kruste kauen können. RA.: Wer hat dann denne W. gemacht?, fragt man, wenn ein Brot von beiden Seiten angeschnitten ist und nur noch das Mittelstück übrig ist [Der Wasgau-Bote 1934 Nr. 11]. — RhWB Rhein. IX 595; LothWB Lothr. 546; ElsWB Els. I 686.
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