Wörterbuchnetz
Netz-Navigator
 
 PfWB Bunz (Bd. 1, Sp. 1359)   PfWB Weck (Bd. 6, Sp. 1116)   Lexer wecke (Bd. 3, Sp. 721) 
  Bunz f.: 'weibliche Scham'. Wertshaus zur goldige Bunz [Schandein Sprachsch. 8]. Syn.: PfWB Pfanne 3 b, PfWB Pritsche2 2 b, PfWB Büchse 4 a, PfWB Bumpel 3, PfWB Bürste 5, PfWB Bussel, PfWB Bussi2, PfWB Butsche 1, PfWB Butte2, PfWB Täsche, PfWB Ding, PfWB Fotze, Futt, PfWB Gemäch, PfWB Gewürzlade, PfWB Loch, PfWB Mutter, Mütterliches, PfWB Quetsche, PfWB Scheide, PfWB Schnalle, PfWB Schnecke, PfWB Spatz, PfWB Zotte. Südhess. I 1230; RhWB Rhein. I 1130; Bad. I 371.

 

   Weck, Weckenm.:
1. 'Weißbrötchen mit Längsrille', Weck (węg, weg) [allg., Bernhard 187 Castleman Zweibr 30 Christmann Kaulb 66 Mang 88 Müller Dietschw 71 Schneckenburger 33 Lambert Penns 174 Danner Penns 108 Krämer Gal 239], Wecke [Klein Prov. 228 Stoll 37]; Pl. Weck [ges. Pf], Wecke [Beam Penns 106]; Dim. Weckche [WPf], Weckle [VPf], Weckele [ PS-Erfw], Dim. Pl. Weckcher [vereinzelt, Beam Penns 106]; Zs.: PfWB Batzen-, PfWB Pfennigs-, PfWB Pfetter-, PfWB Prüfungs-, PfWB Butter-, PfWB Tabaks-, PfWB Doppel-, PfWB Eier-, PfWB Examen-, PfWB Fizen-, PfWB Halbkreuzer-, PfWB Hoden-, PfWB Königs-, Kreuz-, PfWB Kümmel-, PfWB Leichen-, PfWB Lücken-, PfWB Milch-, PfWB Mohn-, PfWB Neujahrs-, PfWB Oster-, PfWB Roten-, PfWB Salz-, PfWB Schlitz-, PfWB Semmel-, PfWB Spitz-, PfWB Stahl-, PfWB Staub-, PfWB Steigungs-, PfWB Stollen-, PfWB Stutzen-, PfWB Wasser-, PfWB Zeil-, Zukker-, PfWB Zweipfennigsweck; s. Abb. 110: traditionelle Weckformen; Weck austroon 'Brötchen austragen' [ KU-Schmittw/O]; en halwe (doppelde, merwe 'mürber') W. [vereinzelt]. Beim Bäcker sin se ingedrung / Un hannem all die Weck verschlung [Münch Werke I 84]. Morgens drag ich Weck rum vor de Schul [Karl Räder: Verlowung im Pälzer-

[Bd. 6, Sp. 1117]
wald. Neustadt/Haardt 1913 16]. Die Weck daaft se in Brödcher um [Sommer Hausapothek 27]. Sinn die Weck wegg? - Die Weck sinn all all [PS-Rodalb (Bernhard 211)]. Ich hett gärn neuneneunzich Weck! [Damm Nawwel 69]. Jesses, was han mir do alles fer Weck! [Kröher Lyoner 99]. RA.: Der hot keen Kreizer (drei Penning) mehn vor 'n Weck 'ist verarmt' [ NW-Weish/S]. Die Aajer gehn alleweil wie die Weck uf em Lare 'Die Eier verkaufen sich zur Zeit gut' [ ZW-L'wied]. Es geht so schnell (so wolfel 'wohlfeil') wie e Weck vom Lade [Rockhs, Schandein Sprachsch.]. Des koscht's, wie de Weck uf em Lade [ LU-Muttstdt]. Er harem (hat dem) Bäcker e Weck gestohle, sagt man bei Schluckauf [ PS-Erfw, KU-Bedb LA-Nußd]. Mei Döchder gehn ab wie frische (warme) Weck 'heiraten rasch' [Krieger 32, KU-Kaulb Münch Werke I 231]. Bohne dun mich krone, Weck un Weißbrot is mei bitterer Dod [ KU-Kaulb, KL-Weilb Gal-Dornf]; Var. s. PfWB bitter 2. Unbestimmte Antwort auf die Frage, was es Neues gibt: Frische Weck un kleene Kinner [Land]. Wette: Ich hab' eher 'n Schobbe Bier durch de Strohhalm getrunke, als du 'n Weck gesse hoscht [LU-Muttstdt (Wilde 148)]. Volksbr.: Der W. ist ein Gebildbrot zu verschiedenen Festen oder Anlässen: Neujahr [HB-Breitft NW-Ellstdt Stoll 37]; Fastenzeit [Zweibr]; Ostern [RO-Höring PS-Bundth O. Bertram: Pfälzische Gebildbrote. In: Westmärkische Abhandlungen 5/1941/42 S. 281]; Erntedankfest backen die Bäcker Wecken und verteilen sie an die Kinder [ FR-Ebertsh]; zum Totenmahl [ NW-Gönnh]. Der W. als Abgabe für ein Stück Land s. PfWB Weckakker [Carl Pfalz im Jahr 94/95]. KR.: Hupp, Hupp, geh eraus! / Flieg iwers Bäckerhaus, / Hol drei Weck eraus. / Mer ener, / Der ener, / Un dem annere ah enner! [PS-Lembg (Wilde 259), KU-Schmittw/O J. Hoffmann: Chronik des rheinpfälzischen Dorfes Kriegsfeld 1897, 71 Kamm 100 Schandein Bav. IV,2 352]. Hannsgebiebche (Johannisboben) flieh', / Flieh in Beckers Garte, / Hol mer e Weck un der e Weck, / Die annere kennen warte [J. Sprissler in: Der Trifels 24. 12. 1933]; weitere KR. s. PfWB Anna-Maria, PfWB Bein 2, PfWB Emil 1, PfWB Herrgottsvogel, PfWB Huppe, PfWB Huppert 1 a, PfWB Rübe 1 a, PfWB Storch 1. a. 1541: zweyen schulern zwo maß wein vnd zween weck geben [GgHospR]. a. 1549: Item welicher bekker eyn eynunge mit wecken oder brott bricht [MHVPf. 83/1985 (LA-Maik)]. a. 1550: vnd soll denn hubenern ... zu jeglichem gericht gebenn ein maß weins vnd ein weck [PfWeist. 61 (HB-Alth)]. a. 1570: befielt der Rat den Bäckern, die weck nicht mehr an einander zu stossen [StArch. Kaislt Ratsprotokoll S. 279]. a. 1590: Item die Becker sollen die Weck ... zu 1 vnd 2 Pfennig werthen [ZweibrUrkb. 130]. a. 1759: So viel aber die Mahlzeit bey Kindtaufen betrifft, soll nur die Auftischung von Brod, Wecken, Kuchen oder Bretzeln ... erlaubt sein [NPfGV 1906 S. 80: Verfügung gegen Mißbräuche bei Hochzeiten und Kindtaufen]. —
2. 'keilförmiges Werkzeug aus Eisen'. a.

[Bd. 6, Sp. 1118]
1596: 1 Eyßen wecken [WerschwSchR Bl. 613]. —
3.
a. 'weibliches Geschlechtsteil' [ BZ-Dernb]; Syn. s. PfWB Bunz. —
b. 'Hoden des Ebers' [Heeger Tiere I 18]. —
4.
a. 'die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale)', bes. ihre Frucht [NW-Geinsh LA-Böbing Marzell I 1094]; vgl. PfWB Weckrupfen; Syn. s. PfWB Nackarsch 3 a. —
b. 'weibliche Blüte oder Frucht der Erle', Dim. Weckle [Germh], Dim. Pl. Weckelcher [Germh, LA-Venn (Wilde 54)]. —
5. 'wer viel ißt' [ LA-Wollmh]; Syn. s. PfWB Dicksack. —
6. eine weitere Zs.: PfWB Tollweck. — In Bed. 2 ist noch die urspr. Bed. erhalten: mhd. wecke 'Keil' ( Lexer Lexer III 721), das Gebäck hat seinen Namen von der urpr. keilförmigen Gestalt. — RhWB Rhein. IX 327 ff.; LothWB Lothr. 533; ElsWB Els. II 808; DWB DWb. XIII 2784 ff.; Eichhoff WA 59 Brötchen.

 

 FindeB wecke wegge stswm. (BMZ III. 543b)keil, cuneus Dfg. 162 c . Reinh. an den wagen drî weggen (= stahelweggen) legen Netz 10783 ; keilförmiges zeugstück an der kleidung, zwickel ( vgl. gêre) Troj. 3819. 22. 27 ; keilförmiges backwerk, brotweck, cuneus Dfg. 162 a . Helbl. Ls. Wolk. Hätzl. Germ. 21,173. schœne brôt und wecken Virg. 1025,6. Kol. 93,76. ein wol begoʒʒen wecke Renn. 17537. Fragm. 30,142. weck backen Miltenb. stb. 25 a . pfister der wecke becket Rotenb. r. 67. die semler sollen lôse wecke backen Wp. 77. er brâhte ein weck in sîner hant Kolm. 96, 40. er hât weggen und würst Netz 5313. des selben tags gît man ie dem man einen wek (cuneum) Geis. 432. driu vleisch und drei wek ib. 420. iedem ein weck Tuch. 125, 24. er het dem peken einen wek gestoln Chr. 11. 572,15 ; bachadis haiʒt ain bachad und haiʒt etswâ ain wek, daʒ ist ain vogel etc. Mgb. 172,24. — zu wëgen.