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| PfWB Bund (Bd. 1, Sp. 1351) | PfWB Bündel (Bd. 1, Sp. 1352) | ElsWB Bündel (Bd. 2, Sp. 60a) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
1. 'Bund Stroh, Heu u. dgl.', Bund (bund) [KU-Dietschw, verbr. Gal Buch]; dafür häufiger PfWB Gebund. Syn. s. PfWB Boßen1. RA.: Er is e Kerl wie e Bund Stroh, von einem dummen Menschen [ Buch-Illisch]. — 2. 'Abschlußband an Kleidungsstücken' [allg.]. Zs. PfWB Hosenbund. Bund am Ärmel: Bindche, Bind(e)l. — 3. 'Querverbindungsstange in der Mitte des Wagens' [RO-Lettw (Klein Wag. 112)]. — 4. 'hoher, runder Napfkuchen' [Ostteil der VPf, s. K. 69]; mancherorts auch derkisch Bund genannt, vgl. PfWB türkisch. Der Name kommt von der einem Turban (türkischer Bund) ähnelnden Form des Kuchens. Zs. PfWB Blitz-, PfWB Schnellbund. Syn. s. PfWB Bundkuchen. — 5. weitere Bed. in den Zs. PfWB Abbund, PfWB Türkenbund (Glockenblume). — Südhess. I 1227; RhWB Rhein. I 1125; ElsWB Els. II 59/60; Bad. I 369.
| 1. a. 'zusammengebundene Traglast', Bind(e)l, Binn(e)l, s. F. [allg.]. Ich hab 'm en Bindel uffgeha 'aufgeladen', gegenst.; als RA. 'einen Bären aufgebunden' [ RO-Odh]. Loß der ken B. uffhänge 'laß dich nicht anlügen' [NPf]. E jedes hat sein Bindel (Kreuz) se traae (vielfach auch Bindelche) [KU-Trahw, verbr. WPf]. — Im bes. α. B. Gras (gew. mit dem Grastuch zusammengebunden), oft in der Zs. PfWB Grasbündel [allg. bis etwa 1920, danach seltener werdend]; entsprechend B. Hai (Heu), B. Stroh (Wirrstroh); vgl. PfWB Bund, PfWB Gebund. Syn. s. PfWB Boßen1. KR.: Ich geb der e Daler, geh uf de Markt, kaf e Kihche un e Kälbche un e Schwälbche un e Bindelche Haai un e wullewulle-wullewulle Gänsche [Kaislt]. Mit diesem Reim beruhigt man ein Kind, das sich beim Fallen wehgetan hat. Bei den Worten Ich geb der e Daler tut man, als drücke man dem Kind ein Geldstück in die Hand; bei den Worten un e wullewulle-wullewulle Gänsche kitzelt man die Handfläche des Kindes. Einen VR mit Grasbündel s. bei PfWB betrügen. — B. Holz (gew. mit einem Seil zusammengebunden) [NWPf NOPf vereinzelt sonstige Pfalz, s. K. 70, verbr. Don Gal Buch]. Bei der Talfahrt mit dem holzbeladenen Schlitten bremst man, indem man ein Bindel inhängt [ KL-Frankst]. Zs. PfWB Holzbündel. Syn. s. PfWB Bürde. — β. 'Wanderbündel, Habseligkeiten der Dienstboten'. Am Bündels- oder Wandertag schniere Knecht un Maad (die den Dienstherrn wechseln) de Bindel [westl. WPf, allg. bis etwa 1900, heute (1968) zumeist nur noch vom Hörensagen bekannt]; davon die RA.: Du kannscht dei B. schniere 'Du bist entlassen', auch im Sinne von 'Du kannst dir eine andere Bleibe suchen' [ KU-Kaulb, allg.]. Auch das beim Dienstherrn verbleibende Gesinde rückte an den Bündeln, was den Dienstherrn zu einer Sonderbewirtung veranlassen sollte; vgl. Vogelsgesang 3, Stoll 34, 211. Näheres s. unter PfWB Bündelstag. VR. betr. das Bündelschnüren s. bei PfWB Bib, PfWB Bibi 1 und bei buff. — b. 'zusammengebundene oder eingebundene Menge einer Ware u. dgl.'. α. e B. Reddich, Suppegrienes [Kaislt, allg.]. 3-4 Bandeliere Tabakblätter ergeben ein Bindel [Wilde 238]; vgl. PfWB Bandelier 2. — β. 'bestimmtes Quantum Käse' (der Käse wurde in Bündeln gepreßt). a. 1626: (Die Käserei lieferte) 10 Maß Butter und 60 Bündel Keß [Groh Wörschw. 39]. — 2. übertr. von einem mißliebigen Menschen in [Bd. 1, Sp. 1353] den Zs. PfWB Gast-, PfWB Lügenbündel. — F.: fast allg. bind(ə)l, seltener bin(ə)l. Das Genus war urspr. wohl allg. m., so bes. Don Gal Buch; gegenwärtig herrscht n. vor. — Südhess. I 1227; RhWB Rhein. I 1126; LothWB Lothr. 44; ElsWB Els. II 60; Bad. I 369/70.
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