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 PfWB pumpen (Bd. 1, Sp. 1347)   PfWB Herr (Bd. 3, Sp. 866) 
   pumpen schw.:
1.
a. eine Flüssigkeit p., wie schd., bumbe (bumbə) [fast allg.], bombe [verbr. lothr. SWPf], pumfe [GH-Bellh (1930)]. Zs. PfWB aus-, PfWB hineinpumpen. Ein Fingerspiel für Kinder wird von folgenden Worten begleitet: Zwää Mädcher wollen Wasser hole (dabei bewegen sich beide Zeigefinger der gefalteten Hände), un zwää Buwe bumbe (die Daumen bewegen sich); do guckt der Herr zum Dor eraus un saat: Gun Dag, ehr Lumbe (es bewegt sich nur ein Zeigefinger) [ KL-Weilb, ähnlich KU-Diedk KL-Hütschhs]. —
b. einen p. 'einen trinken'. Mer bumbe enner [ BZ-Wind]; vgl. PfWB bumpsen 3. Syn.

[Bd. 1, Sp. 1348]
s. PfWB trinken. —
2.
a. Luft p. in der Zs. PfWB aufpumpen. —
b. 'atmen'. Der bumbt awwer, wer schwer atmet [verbr.]. Die Kuh bumbt [ LA-Herxhwey Roschb GH-Hatzbühl Leimh]. De Maaikäwwer bumbt 'bewegt vor dem Flug, gleichsam atmend, den Kopf vor und zurück' [Kaislt, verbr.]. Syn. s. PfWB schnaufen. —
3. 'verleihen, entleihen', von Geld, seltener von Gegenständen. Kannscht mer e Mark bumbe ? Gewiß, ich bump der se gern [LU-Neuhf, allg., bei älteren Auslandspfälzern kaum gebräuchlich]; vgl. PfWB borgen. Syn. s. PfWB lehnen. Zs. PfWB anpumpen1. RA.: Do kennt jeder kumme un kennt saache: bump mer emol dei Fraa! [Land]. VR.: O ihr arme Wackeklopper, o ihr arme Lumpe! Wanner 's Geld versoffe han, gehn ehr wieder pumpe [Feierowend Nr. 5/1950]. — Südhess. I 1224; RhWB Rhein. VI 1195/96; LothWB Lothr. 72; ElsWB Els. II 49; Bad. I 368.

 

   Herr m.:
1. 'Gott; Christus'. Schun seit der Herr die Welt gebaut, is uns die Weltachs anvertraut [Münch Weltgesch. 12]. Zumeist in Ausrufen: Herr Gott, sag's keem Mensch!, wohl eine scherzh. Umbildung aus Sackerment [Kühn Schnitze I]. Herr Jeres! [Schandein Sprachsch. 24]. Herr un Heiland! [ KU-Schmittw/O]. O Herr un Heilann! [Schandein Sprachsch. 81]. Sonst in den Kompos. PfWB Herrgott, PfWB herrje, PfWB herrjerum, PfWB herrjesses. Eine BR. s. PfWB Flöte 1 a. —
2. 'Gebieter', Herr, Pl. Herre (här, härə) [verbr.], Har (-ā-), Pl. Harre [(1930) WD-Bub LA-Roschb GH-Hagb], Harr (har) [mancherorts SPf].
a.
α. 'der Dienstherr' [verbr.]. Das Gesinde grüßt seinen Arbeitgeber: Gumorje, H.! [KB-Kriegsf, verbr., vgl. K. 126]. Syn. s. PfWB Vetter 2 b γ. Uf mein H. loß ich heit noch nix kumme [KU-Schmittw/O, verbr.]. SprW.: Wie de H., so 's G'scherr [LU-Friesh NW-Hardbg Haßl Spey, Hebel 44, verbr. Don Gal Buch]. Wann die Katz net derhem is, sin die Mais H. im Haus [ Don-Heuf, vereinzelt Don Gal Buch]. Sein eijner Knecht, sein eijner H. [Don-Tsherwk, verbr. Don Gal Buch]. VR.: Ich bin meim H. sein liewer Knecht; was ich dun, is alles recht; is net recht, so macht mer's recht, bin ich doch sein liewer Knecht [ HB-Böckw]. AR.: Eens, zwee, drei, hicke, hacke, hei! Maad, hol Wein, Knecht, schenk ein, H., sauf aus! Wer muß naus? Ich oder du? Oder 's Beckers alte Kuh? Un sell bischt du! [Horne Penns 120]. —
β. 'Hausherr, Oberhaupt der Familie' [verbr.]. Solang ich H. im Haus ben, loß ich m'r nix neinredde [LA-Maik, verbr.]. Du hascht nix se saan, aweil sin ich noch H. im Haus [ KL-Reichb]. Dort is sie (die Ehefrau) H. im Haus

[Bd. 3, Sp. 867]
[FR-Bissh, verbr.]. RA.: Ich will emol sehe, wer H. im Haus is! saat dersell Mann; do is er unner'm Tisch gehockt [Hebel 50, Don-Gert Gal-Brig]. Ich bin de H. im Haus, bringt mer de Hut raus, weil ich nicht hinein darf [ Gal-Dornf Buch-Illisch]. —
b. 'Vertreter der Behörde (bes. der Gemeindeobrigkeit)'. Die Herre owwe machen's [PS-Erfw, verbr.]. Die hohe Herre verstehn unser Bauresproch nimmeh [PfId. 165]. Die Herre komme heit zamme (zur Gemeinderatssitzung) [Pirmas]. Zs.: PfWB Brunnen-, PfWB Feuer-, Forst-, PfWB Rats-, PfWB Stadtherr. —
c. 'Vertreter des geistlichen Standes', bes. 'der katholische Pfarrer'. Dort geht unser H. [verbr. SWPf KL-Reichb Alsbn, PfId. 64]. Des is e geischtlicher H. [ LU-Opp]. Zs.: PfWB Pfarr-, PfWB Domherr. —
d. 'der Feudalherr'. Zs.: PfWB Vogt-, PfWB Guts-, Schloßherr. a. 1291: Ich Philippes, der herre von Bolanden vnde des riches trossheisze [OttbgUrkb. 193]. a. 1488: Wir weysen zu rechten hewt (heute) vnd alle tag, das die von Landaw oberster fawt vnd herren seyen zu Damheym [PfWeist. I 228 (LA-Dammh)]. a. 1519: die hieren [Kurpf. 884, Kirchengefälle zu Duchr]. —
3.
a. 'der sozial (und kulturell) Höherstehende'. Er es e großer H. [KB-Bischh, verbr.]; de H. Parre (Lehre, Dokder, Abedeker) [verbr.]. Er schafft ins H. Paffe 'im Pfaff-Werk' [Kaislt]. RA.: Er hot mer'm H. Parre Speckgriebcher gess, wer einen Mundausschlag hat [KL-Olsbr, verbr.]. SprW.: Wann de Beddelmann sein Schulde bezahlt, is er e H. [ Gal-Brotschk]. Rätsel von der Nuß: Vier Herre in eem Haus, kener findt die Dier raus [ Don-Gottlob]. VR.: Lichtmeß, Spinne vergess, Herre bei Dag se Nacht gess [Kus]; hierzu der Zusatz: die Arme, wann se's hän [Kaislt]. Begleitender Vers bei einem Fingerspiel: Zwää Määdcher wolle Wasser hole, zwää Biebcher wolle bumbe; do guckt de H. zum Fenschder eraus un saat: Gun Dach, ehr Lumbe! [ KU-Diedk]; eine Var. s. PfWB pumpen. —
b. 'höfliche Anrede für eine männliche Person', bes. in Verb. mit dem Namen oder dem Titel. Gun Dach, ehr Herre! [ NW-Frankeck, mancherorts]. Gemorje, H. Parre! Gemorje, Herr Lehre!, in jüngerer Zeit auch Gemorje, H. Miller! [GH-Minf, verbr.]. Scherzh. Anrede für den Gastwirt: H. Gaschthof! [ NW-Frankeck]. Nore langsam, H. Nochber! [Krieger 41]. Einen Kinderspruch s. PfWB Dienstag. —
c.
α. Uzname für die Bewohner von KL-Reichb: die Herre.
β. Verspottung der Bewohner von HB-Webh: Loweis (Luise), mach die Stalldier zu, die Kasteler Hääre kumme.
d.
α. 'Tierbesitzer'; 'm Hund sein H. [verbr.]. Zs. Schafherr. In NW-Lambr wurde der Tod des Imkers von einem Verwandten den Bienen gemeldet: Der H. is dot; das sollte die Bienen vor dem Wegfliegen bewahren. —
β. 'Feldbesitzer' in SprW.: De Gaarde will jeden Dag sein H. sehe [Wilde 289]. De Weingarte braucht e Knecht,

[Bd. 3, Sp. 868]
ke H. [Don (Steinmetz)]. —
e. Bez. für einen kleinen alten Mann: de alt Häärche [ LA-Venn]. —
f. 'das Entscheidende, Ausschlaggebende' in SprW.: Jung is H., denn im Alter hat man es nicht mehr so gut [KU-Schmittw/O, Hebel 46 Kühn Schnitze II 46]. Mischt es d'r H. 'ist der beste Dünger' [ WD-Niedkch]. —
4. sonstiger Gebrauch.
a. H. un Bauer 'Pferd, das sowohl vor die leichte Kutsche als auch vor den schweren Erntewagen gespannt wird' [ KU-Schmittw/O NW-Geinsh]. —
b. H. un Dame 'ein Gericht aus Kartoffelstücken und Mehlklößen' [ ZW-Battw]; vgl. PfWB halbleinen 2 a. —
c. s. PfWB Kostherr. — Südhess. III 331 ff.; RhWB Rhein. III 550 ff.; LothWB Lothr. 239; ElsWB Els. I 367/68; Bad. II 638/39.