| | platteise, plateise, f. (der platteisz H. Sachs 7, 463, 22. Rädlein 704b) der flach-, plattfisch, die scholle (vgl. halbfisch), mhd. blatîse, blattîse Lexer nachtr. 90 aus mlat. platisa, lat. platessa Dief. 441a. Nemnich 2, 1010. Oken 6, 166. Brehm thierl. 5, 607: flagendula est nomen piscis, ein blatisze vel scholle. voc. ex quo, Eltvil 1469; und ein dürren visch kenn ich noch, derselb ist ein plateisz genant. H. Sachs 7, 463, 22; hecht, .. platteisz, ahl, und viel andre (fische) sonder zahl. Brockes 1, 308. gewöhnlich im plural: stockvisch, blatysen reisbuch (1504) 76 Weech; platteisen, stockfisch, hering. Kirchhof disc. milit. 31. Colerus 2, 84b; deszgleichen auch mit fastenspeisz, als ... plateisen und andern fischen versorgt werden. Fronsperger kriegsb. 1, 125b; du hast plateisen gessen. Agricola sprichw. 27b, plateissen Hohberg 1, 208a; Lonicerus meldet, es wären zu seiner zeit etliche mahl lebendige platteissen in dem Mainstrom gefangen worden. Amaranthes frauenzimmerlex. 728. über die im 17. und 18. jahrh. gebräuchliche redensart: dein (mein) vater heiszt stockfisch, deine (meine) mutter heiszt platteis, s. zeitschr. f. d. a. 26, 19, auch moviert die plateissin: wan du disz nicht verstehest und der eltern qualitäten auf die kinder erben, so musz ich davor halten, dein vater sei ein stockfisch und deine mutter eine platteissin gewesen. Simplic. (1669) 118 neudruck. — dim. platteislein, platteisel: plateiszlin Dasyp. (1556) L 4d; griene blatislin F. Platter 198; daselbst wurde im mühlbach ein platteiszlein gefangen. Simpl. calend. 142c; plateisle Zimm. chron.2 2, 515, 33, platteissle Maaler 318d; so hast du blattyszel und stockfisch geng verkauft. Keisersberg sünden des munds 22a; figürlich: er wuchse wie ein eselsohr in eim negelinhafen .. ward mit gewalt zu eim stockfisch, plateisel, tölpel. Fischart Garg. 143b, vergl. plateiselschwab 127a; platteiszgen Rädlein 704b. | | Bückling1, Bücking m.: 'geräucherter Hering', Bicking [ LU-Opp NW-Frankeck], Bickling [verbr.]. a. 1522: 12 alb. vor 2 vertell hering vnd byckyng [LandsbgKellR]. a. 1531: stockfisch, Blattheißlin, (s. PfWB Platteise) Reinfisch, Bucking [GgHospR]. — Die Form mit -ing ist die ältere, die mit -ling ist nach dem Muster von Schilling, Zwilling gebildet. Unser Wort stammt von mittelniederdeutschem bucking (spätmhd. bücking), vgl. Kluge-Mitzka.19 — Südhess. I 1202; RhWB Rhein. I 1087/88; Bad. I 361. |
| | | | |