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 PfWB Brust (Bd. 1, Sp. 1296)   PfWB Brust-tuch (Bd. 1, Sp. 1301) 
   Brust f.:
1. 'der menschliche Brustkasten'.
a. Bruscht, Broscht, s. F. [allg.]; e starki, brääri, schwachi, schmali B. [allg.]. Er es braat (schmal) iwwer die B. [NPf, allg.]. Die B. geht fortwährend uf un nerrer (nieder), vom schweren Atem des Kranken, Erschöpften [ NW-Frankeck]. Heit

[Bd. 1, Sp. 1297]
nacht hot's mer uf de B. gehockt, vom Alpdrücken [ RO-Schneebghf]. Er hot e B. wie e Maaikäwwer [ RO-Dielkch], wie e Hinkel 'eine schmale B.' [ RO-Schiersf NW-Kallstdt]. Zs. PfWB Hünkels-, PfWB Spatzenbrust. RA.: Er streckt die B. eraus 'sucht sich ein Ansehen zu geben' [NW-Kallstdt, verbr.], macht e B. wie e kranker Hahn 'ist ohne Grund stolz' [KU-Bedb, verbr.]; vgl. PfWB brüsten. Er schmeißt (werft) sich in die B. 'begehrt auf' [verbr.]. Er hat B. 'Er ist Hahn im Korb' [ HB-O'bexb]; dass. in der Bed. 'Er kann sich's leisten' [ IB-Hass]. 's batt (nützt) alles nix, un wann'r noch so arig uf die B. kloppt [NW-Hardbg u. Umg.]. Schlag der an die eigene B.! [ LU-Oggh]. Dem han ich uf die B. geschlaa, daß er hinner de Adam (Wortspiel Atem/Adam) kumm war, wann die Eva net geholf hätt [ KL-Wörsb]. Er redt vun de B. 'frei heraus' [ KL-O'arnb GH-Rh'zab]. Der hot Hoor uf de B. 'ist besonders männlich' [ Don-Gertianosch, PS-Saalstdt Pirmas LU-Friesh]. Des is gewiß en scheeni Reih: Männer, Buwe sin derbei, jeder frisch, mit guter B. [PennsDeitschEck 13. 6. 1936]. —
b. 'Frauenbrust', vgl. PfWB Brustlappen 2 b, PfWB -tuch 2, PfWB -werk. Syn. s. PfWB Ditz. Von der stark entwickelten Büste heißt es: Die hot e Paar Brischt! [ LU-Opp, allg.]; do is was dehäm [ KU-Bedb]; do isch Holz ver de Deer [PS-Erfw, verbr.]; die hot viel Holz vor'm Haus, hot e große Milchwertschaft [ LU-Limbghf]. Vom Gegenteil heißt es: wie zwä Linse uf e Bräät genaalt 'auf ein Brett genagelt' [KU-Bedb, verbr.]; glatt wie zwää Linse [NW-Hardbg u. Umg.]. Von der Ernährung des Säuglings: dem Kind die B. gewwe [allg.]. Stillende Mütter haben zuweilen e gschwollene B. [ BZ-Dernb]. Volksgl.: En Kind muß s'eerschtmol an der Mutter ihre rechte B. trinke, noh werd's net links [Fogel Beliefs Penns Nr. 21]. Wann en Kind sterbt, as noch am Trinke war, soll mer sein Hemm der Mutter an die B. lege; noh kriegt sie ken Druwel (engl. trouble 'Beschwerden') mit der Milch [ebd. Nr. 167]. —
c. 'das Innere des Brustkastens und seine Beschaffenheit'. Der war nie fescht uf de B. [ NW-Freinsh]. Er harre (hat eine) feschdi B. 'starke Stimme' [ PS-Erfw]. Ich hab's uf der B. 'Ich bin brustkrank, lungenleidend' [ LU-Oggh, allg.]. Das Kind hot's uf'm Brischdel, vom Bronchialkatarrh [ LU-Altr, allg.]. Er klagt uf der Bruscht [ LU-Opp]. Er is ing (eng) uf de B. 'hat Asthma' [ RO-Als, allg.]. Ich sein zu uf de B. 'bin verschleimt' [ NW-Frankeck]. Mit Dachsfett und darin weiße Lilienblätter gekocht han ich mei weh B. ganz allää gehäält [Dimel 157]. Das Kind zahnt iwwer (auch: durch) die B. 'bekommt die Zähne recht schwer' [PS-Erfw, verbr.]. Un 's Kalt des setzt sich uf die B., was hän mer in de Roi rum (reihum) g'huscht! [Birmelin Penns Gezw. 74]. —
2. 'Bruststück von geschlachteten

[Bd. 1, Sp. 1298]
Tieren' [verbr.]; vgl. Brustkern, PfWB -spitze, PfWB -stück. Zs. PfWB Gänse-, PfWB Hammels-, PfWB Kalbs-, PfWB Schweinsbrust. —
3. Bekleidungsstück.
a. 'Einsatz am Herrenhemd', früher aus weißer Leinwand und gestärkt, Bruscht, Dim. Brischtche, Brischdel [allg.]. In ganz alten Zeiten war es ein Vorhemd, das über dem eigentlichen Hemd getragen wurde und wie die Manschetten steif gebügelt war; vgl. PfWB Brusthemd 2, PfWB -lappen 1 c. Bei einer Musterung für den Militärdienst wurde ein Gemusterter mit auffallend schmaler Brust gefragt: Kerl, wo haben Sie Ihre B.? Seine Antwort: Drauß uf de Bank [ LU-Limbghf]. Zs. PfWB Papier-, PfWB Hemdenbrust. —
b. 'Mieder'. a. 1670: Die Witwe bekam 1 schwarzes Leibgen weiter gemacht, eine Brust von grauem Tuch mit Fischbein und ein schwarzes Hängekleid [NPfGV 1934, S. 24]. —
4. 'Geräteteil'.
a. 'Verbindungsstück zwischen unterem und oberem Pflugbalken', Bruscht [ PS-Gersb Ruhbk], Bruschdel [ IB-Bliesmg/Bolch], Brischdel [KU-Breitb (Klein Wag. 117)]; vgl. PfWB Brustteil. —
b. a. 1596: Vff führung einer bruest am Offen des Bier Keßels [WerschwSchR, Bl. 263]. a. 1596: Am Zapfen (des Weihers) die Brust Von grundt Im fundament herauß Aufgeworffen [ebd., Bl. 275]. — F.: fast allg. brud; brǫd in KU-Schellw Rothsbg PS-Hintwdth. — Südhess. I 1180/81; RhWB Rhein. I 1053 ff.; Saarbr. 39; LothWB Lothr. 68; ElsWB Els. II 200; Bad. I 349/50.

 

   Brust-tuch n.:
1. 'Männerweste', Bruschduch (brudūx, -dux) [verbr., jedoch nicht nördl. VPf], Broschduch [ PS-Hintwdth Busbg BZ-O'schlettb Silz Stein Wilgws GH-N'potz], Dim. Broschdichel (brodīχəl) [ PS-Haust GH-Leimh Steinw], Bruschtdichel [ BZ-Dierb Hergw Wernbg GH-Bellh]; vgl. PfWB Brustfleck 2, PfWB -lappen 1 a. Früher war die Männerweste aus

[Bd. 1, Sp. 1302]
schwarzer Wolle gestrickt und mit eingestickten gelblichen Sternchen besetzt [ BZ-Annw]. a. 1784: ein schamassen Brusttuch [SSp., v. d. Leyen Fasz. 102]. 1 hellblau Brusttuch [Wihr, Rehhütter Chronik 131]. a. 1787: Im Februar 1787 war es so warm, daß man ohne Brusttuch im Feld gearbeitet hat [Franz, St. Martin 17]. RA.: Des (der Anzug) steht dem wie'm Hund 's Bruschduch [ GH-Kuhdt]. Wer sich in die Öffentlichkeit vorwagt, muß e sauwer B. hawwe 'muß ehrbar und unbescholten sein' [ LU-Limbghf], muß das Bruschdichel sauwer halde [ GH-Berg]. —
2. übertr. 'die weibliche Brust', vgl. PfWB Brust 1 b. Sie hot e groß Bruschduch [VPf]. Südhess. I 1183; RhWB Rhein. I 1056 and. Bed.; ElsWB Els. II 648; Bad. I 350/51.