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 PfWB brunzen (Bd. 1, Sp. 1295)   PfWB Pfanne (Bd. 1, Sp. 792)   PfWB Regen (Bd. 5, Sp. 446) 
   brunzen schw.: 'harnen', von Mensch und Tier, feiner als seichen, jedoch derber als PfWB pissen, brunze (brundsə, brunsə) [allg.], bronze [ KU-Frohnf HB-Walshs ZW-Maßw Don-Lenauh], brounse [ KU-Gumbsw IB-Rohrb]. RA.: Er kann nemme (nicht mehr) brunse 'hat kein Geld mehr' [ PS-H'einöd]. Dem geheert ins Ohr gebrunzt, daß'm 's Hern roscht (Hirn rostet) [ SP-Harths]. So houch wie der kann ich aach brunse 'Was der kann, kann ich auch' [ GH-Zeisk]. Dere (dieser Frau) kummt's wie're alde Kuh 's Brunse [ PS-Simt]. Der will e aldi Gääß brunze lerne! [Zweibr]. Von den durch die Sonne gebräunten und deshalb besonders süßen Weinbeeren sagt man: Iwwer die hän die Hase gebrunzt [Wilde 246]. Dem seinen Hühnerstall öffnenden Nachbarn ruft man zu: Loß die Hinkel brunze! [ ZW-Bechhf]. Fragespiel: Gehschde mit am viere (um 4 Uhr)?Ei wohin dann?Unser Kätzche brunse fiehre! [ KB-Kriegsf PS-Busbg]. E Kind soll nore alle siwe Johr rede, wann die Gäns brunse [Don (Steinmetz)]. Der dut gere (gern) mit de grouße Hund brunse 'prahlt gern' [ LA-Nd'hochstdt]; vgl. die RA. bei Bein (Sp. 670/1). Die RA. uf die Pann b. s. bei PfWB Pfanne (Sp. 793/6). Der zackert so grad wie e Ochs brunzt 'zieht krumme Furchen' [KB-Bischh, verbr., auch Gal]. Der redt wie e Sau brunzt: eriwwer un eniwwer [ ZW-Schmitshs]. Wer Trunkenheit vortäuschen möchte, hot 'n Bierbrauersgaul brunze sehe [ LU-Friesh]. Volksgl.: Wammer Peterli (Petersilie) planzt, wachst er net, mitaus (engl. without, hier: es sei denn) mer brunst eerscht ins Loch [Fogel Beliefs Penns Nr. 1010]. Wann em en Imm stecht, nemmt mer 'n Schiwwel Lette (Lehmklumpen), brunst druf, macht en meh oder wenicher dinn un hebt (hält) en noch uf der Stich; sell ziegt 's Gift raus [ebd., Nr. 1537]. Mer kann eens ins Bett brunse mache, wammer'm die Händ in warm Wasser legt [ebd., Nr. 1923]. — Zs. PfWB an-, PfWB davon-, PfWB fort-, PfWB hinaus-, PfWB verbrunzen. Syn. s. PfWB pissen. — Zu PfWB Brunnen. — Südhess I 1177/78; RhWB Rhein. I 1051; Saarbr. 39; LothWB Lothr. 68; ElsWB Els. II 195; Bad. I 349.

 

   Pfanne f.:
1.
a. 'flaches, metallenes Gefäß mit Stiel, zum Backen, Braten und Kochen', Pann, Pfann, s. F. [allg.]. Zs.: PfWB Becken-, PfWB Pfoten-, PfWB Brat-, PfWB Eisen-, Feuer-, PfWB Fisch-, PfWB Gropel-, Kastanien-, Kohl-, PfWB Kuchen-, PfWB Schmälz-, PfWB Seih-, PfWB Suppen-, Waffelpfanne. — RA.: Er muß die Pann placke 'zuletzt alles bezahlen' [KL-Fischb, verbr. WPf]. Er hat meh(n) se du(n) wie die Pann um Fassenacht [Hebel 19, verbr. WPf]. Der glänzt wie die Pann uf die Faßnacht [verbr. Don Gal Buch]. Der macht e Gesicht wie e Pann voll Deiwel 'ein böses, verärgertes Gesicht' [FR-Bockh, Kaislt PS-W'fischb Hebel 14], ... wie e Pann voll Gequellte 'erstauntes Gesicht' [ZW-Stamb Battw Hebel 14]. Er hot die Griewe aus de Pann geholt, von einem, der Ausschlag am Mund hat [ ZW-Rieschw], vgl. PfWB Pfaffe 1 a α. Gutes Heuwetter nennt man e Wetter wie in der Pann gebacke [ LU-Altr]. Jemand in die Pann haue 'niederschlagen', auch 'verraten' [Zweibr]. Äne uf die Pann gieße 'trinken' [ FR-Albsh]. Volksgl.: Wer eenich eppes in der Pann mit 'm Messer stärrt (engl. stir 'umrühren'), kriegt Seitsteche [Fogel Beliefs Penns Nr. 2005]. VR.: Die Pann kracht, die Pann kracht, die Kichelcher sin geback, gemmer a ens (gib mir auch eins), gemmer a ens, ich steck mer's in de Sack [KU-Krottb, verbr.]. Rää (Regen), Rää, bleib drowwe, Sunn, Sunn, kumm erunner, deck de Deckel uf die Pann, daß de Rää erunner kann [KL-Stelzbg, Var. s. bei PfWB Sonne]. Es war emol e Mann, der hatt e Pann, die Pann hatt e Loch, is der Mann dorchgekroch [ Gal-Dornf]. Weitere VR. s. bei PfWB Ackersmann, PfWB Tintilin, Eierbacker, PfWB Fastnacht, Hanappel, PfWB Karlemann, PfWB Quack, PfWB Sommertag. AR.: Es war emol e Männche, das hupst ins Pännche, es hupst werre (wieder) raus, du bischt draus [KL-Queidb, verbr. in verschiedenen Abwandlungen]. a. 1521: Peter kesseler hat 2 tage kessel pannen ... gebessert [Landsbg-KellR]. —
b. 'Behälter', zum Anrühren des Mörtels s. PfWB Speispfanne, zum Aufwärmen von Leim, Schmierfett u. dgl. s. PfWB Leim-, PfWB Schmutzpfanne. —
2. Teil von Geräten.
a. an der Kelter der Eisenpflock, durch den die Spindel geht und der auf die Bracken drückt [ LA-Rhodt]. —
b. in der Mühle der Teil, auf dem das untere Ende der

[Bd. 1, Sp. 793]
Spindel ruht. a. 1709: Teil des Obergangs Pfann u. Hau [Kurpf. 1443, 2 a (LU-Rehhtt)]. —
c. am früheren Luntengewehr das muldenförmige Behältnis für das Zündpulver. Auf die Bemerkung, der Salat schieße, wird erwidert: Brunz 'm uf die Pann! [KL-Fischb (1925)]; vgl. PfWB Zündpfanne. —
3. Teile des menschlichen Körpers.
a. 'Gelenkpfanne'. De Aarem is aus de Pann [ KB-Biedh, allg.]. De Lacher es mer aus de Pann gehupse, wenn man viel lachen muß [ KB-Bennhs]. —
b. 'vulva' [ BZ-Dernb]. —
c. Dim. 'weinerlich verzogener Mund (mit breit vorgeschobener Unterlippe)', von kleinen Kindern. 's macht e Pännche [WPf], e Pännel [VPf einschl. Ostteil von PS]; dafür auch pännele, e Schnietche (e Schippche) mache, s. PfWB pfänneln, PfWB Schnute, PfWB Schüppe. RA.: 's Pännel lääft ball iwwer, wenn ein Kind zu weinen beginnt [SP-Harths, verbr. VPf]. Ich haue der 's Pännche voll, Drohung gegenüber einem weinenden Kind [ KU-W'mohr]; e Pännche voll reeschde (rösten), dass. [KU-O'staufb], ... voll backe, dass. [ PS-Windsbg]. — F.: pan [vorn. NPf u. westl. WPf], pḁn [übrige Pfalz]; pǫn [verbr. mittl. u. nördl. VPf RO-Sippf Wartbg/Rohrb KL-Hirschhn Eulbis ZW-Maßw Wintb Stamb PS-W'fischb Steinalb Schaubg], pfḁn [Südostecke der Pfalz, s. PfWB Pfund]. — Zur Etym. s. Kluge-Mitzka17. — RhWB Rhein. VI 663; Saarbr. 152; LothWB Lothr. 22; ElsWB Els. II 136; Hess.-Nass. II 578.

 

   Regen m.:
1. 'Niederschlag in Form von Wassertropfen', Reche (ręχə) [verbr. mittl. u. südl. VPf, Heeger Südostpf. 16], Rache [ GH-Neubg], Regge (ręγə) u. Rege (rēγə) [vereinzelt nördl. Teil der mittl. VPf], Rääche [vereinzelt VPf], Resche

[Bd. 5, Sp. 447]
[ NW-Lambr], Reesche [ GH-Westh], Rääsche [Frankth LU-Altr Spey], Rejje u. Reje [nördl. u. nordwestl. VPf, Lambert Penns 124], Räje [Pirmas (Kieffer 61)], Raje [PS-Schönau Hirschth BZ-Schweighf, Bergz (PfId. 112)], Re'e (ręə) [vereinzelt WPf östl. NPf], Rää'e (rə) [Otterstetter 52], Rään (rn), seltener Reen (rēn) [verbr. westl. WPf NWPf nördl. NPf, PfId. 112, 115, Don-Schowe Torscha Lenauheim Krämer Gal 173], Raan [ KU-Cronbg Langb WD-Hoof], Rääne [verbr. O-PS], Raane [ PS-Bruchw Bundth], Rään (-rn), seltener Reen (rēn) [verbr. mittl. WPf, mancherorts NWPf, Christmann Kaulb 13, 95 Schneckenburger 55 Höh 52, 53, 88, Buch-Illisch], Ree [Mang 95 Krämer Gal 173], Riin [Altenhofer 11], Riin [ RO-Als Nd'mosch]; zur Verbr. in der Pf s. K. 315; Zs.: PfWB Aprilen-, PfWB Platsch-, PfWB Plätsch-, PfWB Platz-, PfWB Tümmel-, PfWB Früh-, PfWB Gewitter-, PfWB Guß-, PfWB Herbst-, PfWB Johannis-, PfWB Land-, PfWB Lorenzen-, PfWB Mai-, PfWB März(en)-, PfWB Morgen-, PfWB Nach-, PfWB Nacht-, PfWB Nebel-, PfWB Sau-, PfWB Schnee-, PfWB September-, PfWB Sommer-, PfWB Sonnen-, PfWB Spätjahrs-, PfWB Sprüh-, PfWB Staub-, PfWB Strich-, PfWB Sturm-, PfWB Sudel-, PfWB Wachsregen; Syn.: PfWB Regenwetter; Syn. für 'starken Regen' s. PfWB Guß1 1; e feiner (guder, warmer, kalder) R. [verbr.]; e gut Reenche [ HB-Einöd KL-Siegb]; R. un Schnee dorchenanner [verbr.]. 's sieht aus, wie wann's (heit noch) R. geen wollt [ KU-Bedb]. 's gebbt (glei, ball) R. [FR-Hettldh, verbr.]. De R. kummt [ FR-Bockh]. 's macht sich zu R. [ KB-Kerzh]. Mer hot gemeent, 's gibt R., de Wind hot en awwer vertriwwe [ NW-Elmst]. Heit gebbt's noch R., daß die Sai kreischen [Gal-Dornf, verbr. Gal], daß 's Wasser die Gaß nauslaaft [ Don-Gert]. Mer misse mache, daß mer noch vor'm R. heemkumme [ SP-Heiligst]. Im velliche R. sein se fortgang [ KU-Schmittw/O]. Mer sin in de R. kumme [ NW-Frankeck]. Geh aus em R.! [ KB-Bubh]. De R. hot's (das Getreide) sesammegeplätscht [ RO-Als]. De Bauer is bei Wind un R. drauß [ HB-Kirrbg]. RA.: 's fahrt mit R. 'es beginnt zu regnen' [KB-Dreis, mancherorts NPf]; 's fährt R., dass. [ RO-Dielkch KB-Kriegsf]. Er macht e G'sicht wie drei Dag R. [Frankth]; vgl. PfWB Regenwetter. Zu einem, dem die Strümpfe herunterhängen: 's gitt R., hascht die Wolke in de Strimp [ KU-Bedb]. Wind kenne se mache, awwer keen R., sagt man von den als Windmacher geneckten Bewohnern von RO-Semb. Er is aus 'me R. unner de Dachtreff kumm 'aus einem kleineren Übel in ein größeres geraten' [ KU-Schmittw/O]. Um de R. un de Einnehmer brauch mer sich net zu kimmere, die komme vun selwer [Rockhs]. SprW.: Uf R. kammt Sunneschein [ ZW-Bechhf, vereinzelt]. Was de R. naß g'macht hot, macht de Wind wirrer trocke [ BZ-Dierb]. E kleener R. macht e großer Wind still [ KU-Bedb]. WR. u. BR.: 1. Anzeichen,

[Bd. 5, Sp. 448]
die auf baldigen R. deuten: a) von der Wetterfühligkeit, des Menschen. Wammer verschloof es, gebbt's am annere Dag R. [ WD-Niedkch]. Wann die Krähnaue (s. PfWB Krähenauge) beiße [ KU-Wahnwg, mancherorts], wann die Nas beißt (juckt) [ GH-Schwegh], Wann die Fieß (die Bään) stechen (beiße) [ KL-Wörsb, Neustdt]; wann 's Kreiz sticht [ RO-Schmalfhf] gebbt's R. Heert mer alles so gut (z. B. die Kuseler Turmuhren), krien mer R. [ KU-Bedb]. — b) vom Verhalten der Tiere. R. gebbt's, wann de Hund Gras frißt [KB-Albish, verbr.], wann de Hund stinkt [ KU-Bedb LA-Maik], viel Wasser sauft [ KL-Hütschhs], wann die Katz Gras frißt (nagt) [ NW-Ellstdt, LU-Alsh/Gr], wann de Hund un die Katz Gras fressen [ PS-Erfw FR-Tiefth LU-Friesh], wann die Katz Wasser sauft [ LU-Böhl, mancherorts], wann sich die Katz wäscht [ KL-Wörsb NW-Kallstdt BZ-Gossw], wenn die Katze beim Schlafen den Schädel auf den Boden legt [ KU-Bedb], wann sich die Gens un die Ente wäsche (bade) [ KU-Schmittw/O ZW-L'wied GH-Vollmw], (im Sand, im Staab) puddele [ PS-Geisbg], wann sich die Dauwe un Spatze baren [ GH-Vollmw], wann (sich) die Hinkel (Hihner) lause [ KU-Wahnwg, Bedb KL-Wörsb PS-Hintwdth], wann se krähen [ KB-Mauchh], wann se nur so dostehn [ KU-Roßb], sich frih am Dag hochsetze [ NW-Frankeck], wann die Hahne (viel) krähen [ NW-Deidh LA-Gommh], wann de Hahn owends (vor Middernacht) kräht [ KU-Diedk, LU-Alsh], wann sich die Dauwe flach uf's Dach lejen [ KL-Stelzbg], wann die Schwalwe nidder (dief, am Borrem) flie'e [ZW-Bechhf, verbr.], wann se hoch fliegen, gibt's kän R. [LU-Friesh, verbr.]. R. gebbt's, wann die Finke leiern [ NW-Kallstdt], de Specht schreit [ PS-Erfw], wann die Dreckrab kreischt [Kus], die Krabbe kreischen [ GH-Zeisk], wenn die Pferde ohne viel Anstrengung schwitzen [ KU-Bedb KB-Mauchh], scharren [ KL-Wörsb], wann de Gaul sich reibt [ LU-Alsh/Gr], wenn das Vieh die Haare stellt [ KL-Wörsb], wann de Maulworf stoßt [ LU-Friesh, PS-Geisbg], wann die Fisch owwedruf plätschere [ KL-Kindsb], wann 's Ungeziefer (Micke, Schnake, Bremse) so dobt [ebd.], wann d' Schnouke sou arich dun [ BZ-Dierb], wann sich die Spinne verkriechen [ KB-Mauchh], wann die Spinne Neschder baue [Fogel Beliefs Penns Nr. 1169], wann die Reenewärmer rauskumme (stechen) [ PS-Hintwdth, KB-Mauchh], wann die Wärem uf em Borre rumkrawwle [ BZ-Stein], wann die Schnecke hochkrawwele [ KL-Kindsb], wann die Amezze (Uminze) laafen [ RO-Semb, LU-Opp], wammer e Blendschleich orrer e Krott am Dag sitt [ WD-Niedkch]. Reime: Wenn die Ameisen sich verkriechen, können wir leicht R. kriegen [ KL-Siegb GH-Zeisk], Var.: Wenn die Ameisen fliegen ... [ PS-Geisbg]. Lossen die Fresch sich heere mit Knarre, brauchscht net lang uf R. se

[Bd. 5, Sp. 449]

[Bd. 5, Sp. 451]
harre [ LU-Alsh/Gr]. — c) von Naturerscheinungen, Himmelsrichtungen. 's gibt R., wann 's Salz naß isch [ PS-Vinn, ZW-Käshf], die Gemeenepump naß is [ FR-Bissh], 's Brunnerohr (die Wasserleidung) schwitzt [ KL-Wörsb LA-Gommh], die Scheierwand anläift [ WD-Niedkch], die Bach dampt [ ZW-Bechhf], de Mischtpuhl Blasen schlägt [ KL-Wörsb], wenn das Mühlrad rankst [ebd.], wann am Schornschde de Ruß riecht [ KU-Diedk], wann de Raach fallt [ KL-Stelzbg], wann die Schmitt stinkt [ LU-Opp], wann sich de Wind leet [ BZ-Dierb GH-Kand], wammer die Eisebahn (de Zug) heert [ ZW-Bechhf KL-Erlb LU-Neuhf], de Zug peife heert [ RO-Steinb], wammer die Treppstadter Glocke heert [ KL-Stelzbg], wammer 's Odderbacher (BZ-Nd'ottb) Gleckel heert [ GH-Schaidt], wann de Wind us em Rhinnumer (Rheinheimer) Loch kummt [ IB-Gersh], vun Labach kommt [ ZW-L'wied], wann de Eiseknopp (s. PfWB Eisenknopf) rauscht [ KU-Wolfst], wann de Kinschberj (s. PfWB Königsberg) braust [ KU-Obw/T]. Reime: Kimmt de R. vun Speyer, / Is gut Werrer deier. Kimmt de R. vum Rhein, / Reent's e Daaer nein [KB-Stett, östl. NPf, PfMus. 1907 189]. Hällberger (Heidelberger) Luft, Schnee, R. oder Duft [ FR-Mörsch], Speyerer Luft ... [ KB-Biedh Albish]. R. gebbt's, wann die Sunn hinner e dunkle Sack geht [ ZW-Kl'bundb], wann de Mond e Hof, e Krees (Kreis) hat [KL-Morlt, verbr.], wann de Himmel Stroße hat [ PS-Lu'wink], wann die Newwel enufgehn (de Newwel steit) [ NW-Frankeck, KU-Diedk HB-Kirrbg KL-Wörsb], wann de Newwel fallt [ ZW-Bechhf], wann's morjens daat (taut) [ KB-Bennhs], wann's morjens naß is [ NW-Bobh], wann morjens de Himmel rot is [ KU-Diedk KB-Kriegsf FR-Bockh], wann die Sunn rot unnergeht [ GH-Schwegh], wenn der Mond abnimmt [ KU-Diedk]. Morjerot bedeit (bringt) R. [HB-Kirrbg, verbr.]. Storm bringt R. [ KU-Schmittw/O]. Wann's bei R. uf em Wasser Blose gebbt, regent's drei Dag lang [ LU-Alsh/Gr]. Friher R. un Aldeweiwerdanz halden nit lang an [ LA-Edh, mancherorts, Gal-Einsing]. — d) von den Jahreszeiten. Hat de Januar viel R., bringt's de Frucht wenich Sege [ NW-Frankeck, PS-Fehrb]. Viel R. un wenich Schnee dut de Frucht un de Bääm weh [ LU-Alsh/Gr]. R. im April is des Bauern Will [ KL-Kindsb]. Im Mai en warmer R. bedeit Erndeseeche [ GH-Leimh]. Wann am Fraleichnamsdag R. is, do regnt's noch siwwe Woche [ LU-Friesh]. Im Juni viel R., kommt Weinbergen und Bienen gelegen [ FR-N'lein]. Vor Johanni bitt um R., nooher kummt er ungelege [ LU-Alsh/Gr, RO-Als]. Winzerregel: R. in de Blut (Rebblüte), tut selde gut [ RO-Als]. Weitere WR. s. PfWB gedeihen, PfWB lumpig 2 b, PfWB Margaretentag, PfWB regnen 1. - 2. In den Bereich des Volksgl. gehörende WR.: 's gebbt R., wammer vun Dole (Toten) träämt [ KU-Bedb], wammer e Worm (e Schneck) dot macht

[Bd. 5, Sp. 452]
[ KU-Diedk], wenn man einen Goldkäfer zertritt [ HB-Bexb], wann de Berschdemann kommt [ZW-Lambsbn, Feierowend 11/1953 2]. Wann's uf der Himmelfährtdag regert, badde sell Johr die Rege nix [Fogel Beliefs Penns Nr. 1131]. - 3. Scherzh. WR.: R. gibt's, wann die Affe steije [ZW-Stamb, mancherorts], die Weiwer springe [ BZ-Dernb], klettern [ KB-Bennhs], wann de Hahn uf em Saddel (s. PfWB Sattel 2) kräht [ KU-Bedb]. Volksgl.: R. am Hochzeitstag, bes. beim Kirchgang, bedeutet Tränen in der Ehe [ IB-Ormh HB-Altstdt BZ-Kap/Drusw BZ-Pleisw/O'hf], bedeutet Unglück [ KU-Godhs RO-Callb Mannw Rehbn Schweisw KL-Trippstdt PS-Herschbg H'eischw Lu'wink KB-Gauh Kerzh Kirchhbol Frankth LA-Herxh LU-Fußgh NW-Gimmdg Lach SP-W'see BZ-Billh Ingh GH-Weingt], bedeutet Perlen oder Tränen (d. h. viel Glück oder viel Unglück) [ LU-Maud], bedeutet Glück [ FR-Albsh], bedeutet Kinderreichtum [ FR-Maxd]. VR.: Wetterwünsche der Kinder: Sunn (Sunnche), kumm erunner, R., bleib drowwe! [ PS-Geisbg, mancherorts]; Var. s. PfWB Pfanne 1 a. R., R. weit fort, Sunn, Sunn doher! [Bergz (Kamm 103), LA-Nußd]. Schnee, Schnee, kumm runner, R., R., bleib drowwe! [Kaislt]. R., R., Troppe, / fall mer uf mein Koppe; / fall mer in mein Budderfaß, / werren alle Kinder naß [ NW-Haßl, FR-Tiefth]. Var.: R., R., Troppe, / die Buwe muß mer kloppe, / die Mädcher muß mer schone / wie die gäle Zitrone [ KB-Kriegsf]. Einen weiteren VR. s. daheim II1; einen Brauchspruch s. PfWB drei 3. Rätsel vom Regen: 's geht was ums Haus erum un macht tribb, trabb [Hebel 122]. —
2. Pflanzennamen in den Zs. PfWB Gold-, PfWB Mannaregen. — F.: Das Wort als Simplex fehlt in der Bed. 1 im altmda. System mehrerer Orte der südl. VPf, dafür die Bez. Regenwetter. Südhess. IV 1307 ff.; RhWB Rhein. VII 238 ff.; ElsWB Els. II 241, ALA II 277._