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 PfWB Brummer (Bd. 1, Sp. 1286)   DWB farzen (Bd. 3, Sp. 1335) 
   Brummer m.:
1. 'brummendes Insekt'.
a. = PfWB Hummel, Brummer (brumər, brumÄr) [FR-Grünstdt N'lein NW-Lambr Herxh Weish/S verbr. LU SP-W'see Germh Don-Schowe Werb Tscherwk Bulkes Gal-Landtr Ugartsth Ugartsbg Wiesenbg]; vgl. PfWB Brumme 2, PfWB Brummel 1 a, PfWB Brummes, PfWB Brummler 1 a, PfWB Brummse 1, Brummser 1 a. —
b. 'Viehbremse' [ RO-Gundw Messbhf]. Syn. s. PfWB Bremse1. —
2.
a. 'Pferd, das beim Anziehen des Wagens brummt', s. PfWB brummen I 1 c [ LU-Alsh]; vgl. PfWB Brummler 2 a. —
b. 'unfruchtbare Kuh' [ KU-Sand ZW-Gr'bundb BZ-Hermbghf]; vgl. PfWB Brummel 2, PfWB Brummler 2 b. —
3. 'tiefklingende Weidenpfeife' [ KU-Bedb FR-N'lein NW-Wachh LU-Edigh]. Syn. s. PfWB Farze. —
4. 'Brummelkreisel' [ KU-Bedb LU-Oggh]; vgl. Brummser 2. Syn. s. PfWB Triller. —
5. 'brummiger, mißgestimmter Mensch' [ LU-Muttstdt

[Bd. 1, Sp. 1287]
LA-Venn]; vgl. PfWB Brummbär. —
6. 'Arrestlokal im Dorf' [ HB-Schwarzb KL-U'sulzb GH-Schwegh]. Syn. s. PfWB Kittchen. — Südhess. I 1173/74; RhWB Rhein. I 1047; Bad. I 346.

 

 farzen, pedere, ein ahd. farzôn voraussetzend und abgeleitet aus fërzan, farz = gr. πέρδειν, πέπορδα, lat. pedere pepedi, mit ausgestoszner liquida, fr. péter, sp. peer, lit. pérsti, lett. pirst und pirdeht, poln. pierdzieć, böhm. prdèti, prdnauti, serb. prdnuti, russ. perdjet', skr. pard. ein goth. fairtan fart (redupl. fifart), ags. feortan feart sind kaum zu bezweifeln, altn. gilt umgestelltes frëta frat (was dem goth. fritan, ahd. frëʒʒan edere im laut begegnet), schw. fjerta, dän. fjerte, engl. fart. in solchen wörtern zeigt sich die urverwandtschaft äuszerst dauerhaft und es wird noch vieles anzugeben sein, wenn die übel angebrachte enthaltsamkeit der wortsammler nicht das geschäft erschwerte. auch das finn. pieru, estn. peer crepitus und finn. pierrä, estn. peretama pedere treffen zu. nd. erhielt sich neben furten das unverschobne purten. brem. wb. 1, 470, wie die facetiae facetiarum. Francof. 1615 p. 74 bestätigen: peditus Graecis πορδὴ est, unde saxonicum vetus purten vel furten, quod superioribus Germanis levi mutatione factum est farzen. Frisch 1, 247b schreibt burten und hält dazu fr. bourder.

der clagt sein pauch und hab in acht tagen nit gefarzt. fastn. 61, 7;

das ich in dreien tagen nit hab gefarzt. 61, 19;

wil er den farzen, so well wir scheiszen. 298, 13;

wenn das ich schlafen solt, so wacht ich,
wenn ich wainen solt, so lacht ich,
wenn ich solt farzen, so beschaisz ich mich gar. 725, 17;

sagt, farzt er oder scheiszt er ser? 1061, 22;

das wir die stuben wermen,
dan wöl wir waidlich schwermen,
essen, trinken und schreien,
grölzen, farzen und speien. meisterl. f. 23 no 221;

si grolzet, reispert, farzt und huest. no 240;

wüste geberd haben von dem frasz, koppen lassen, raubsen (rülpsen), ufstoszen, kotzen, geifern, schrien, singen wüste lieder, sürflen, farzen, von den sachen wüsten die frauen basz zu sagen, die semlich ding müssen leiden von iren trunknen mannen. Keisersb. narrensch. 142b; und als er hernach auf ein andermal ist auf seinem pferdlin geritten, und das pferdlin auch ein furz hat gelassen, das hat der narr gehört und ist bald herab gesprungen und hat ihm den sattel abgethan und auf sein kopf genommen und das pferdlin also mit einem stecken vor anhin getrieben und gesprochen, also thut man einem der farzt, kanstu farzen, so mustu auch zu fusz laufen. sch. und ernst 1550, 44. 1555, 202; da sprachen die frawen, die bei ir waren, ewer herr (s. Gangolf) hat aber ein zeichen gethan. 'ja, sprach sie, er zeichnet eben, wie mein ars reden kan'. da fieng sie an zu farzen und liesz ein scheisz uber den andern, und wenn sie oben redt, so redet sie auch unden. 1522, 225. 1550, 195. 1555, 264; wiltu farzen, so gang in den hof. Eulensp. cap. 52;

da tht man anders hören nicht
dan grolzen, reibsen, farzen, kotzen.
Wickram pilger P 3 bl. 55;

der esel sprach, des (illius) schnorken, farzen,
gumpen und mit dem hindern schnarzen
kan (ich) basz denn der.
Waldis 2, 82 bl. 129b;

ein doctor thet ein kranken arzen
so lang bisz im vergieng das farzen. 3, 12 bl. 167a;

glaubet gefarzt sei geschworen, geschissen sei gemalt. Garg. 130a; oder wie das frawenzimmer des ulmischen farzenden legaten lacht, da er den furz hiesz herumbher gehn, ihr finds ins Bebels bibel. 156b; nachgehends schisz er, pist er, farzt er, seicht er, erprach sich, streift sich, jückt sich. 160a; das horn flog just dem hirsch zum hindern hinein, und weil das wild in vollem farzen war, gab es ein so wunderliches getöne, dasz alle hunde herzu gelaufen kamen und den hirschen anhielten, also ward das wild gefället. Gryphius 1, 776; rulzen, farzen ohne scheu. pers. reisebr. 3, 7; du farzest die ganze nacht, dasz eins aus der kammer weglaufen möchte. Jucundiss. 120; was liegt dir daran, dasz ich farze? 121; da konten sie in ihren zusammenkünften über andere schändieren, da sie doch selbsten in die kutte hinein nichts nutze waren, als dasz sie das bett voll farzten. 209; wünschen und farzen darf nicht groszer complimenten, ad optandum et pedendum lecto suo non est opus egredi. Stieler 435; wer da farzet wann er will, der farzet auch wann er nicht will. das. s. forzen, DWB furzen.