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 PfWB Brühe (Bd. 1, Sp. 1277)   PfWB Maria (Bd. 4, Sp. 1182) 
   Brühe f.:
1.
a. 'Suppenbrühe', Brih (brī) [allg.]; scheeli B. 'wässerige Suppe' [SOPf (Nachlaß Heeger)]; mihn B. wie Brocke, dass., auch übertr. für 'viel Aufhebens um Belangloses' [ KU-Schmittw/O]. Zs. PfWB Fleisch-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Wurstbrühe. RA.: Dem hun ich's gesaat, was drei Linse (auch: drei Erbse) for B. koche 'Dem habe ich die Meinung gesagt' [Hebel 33, verbr.]. Dem han ich gewiest (gewiesen), was drei Erbse for B. gin (ergeben) 'Den habe ich verhauen' [ IB-Reinh, BZ-Dernb]. Die B. kummt teierer wie die Brocke 'Die Reparatur eines alten Hauses ist teurer als ein Neubau' [Krieger 37]; Var. hierzu s. PfWB Brocken 1 a. Mach der sauri B. driwwer! 'Behalte es, für mich ist es wertlos' [verbr., auch Don Gal Buch Rußl]. Antwort auf die Frage, was man gegessen hat: Stritzgebackenes unnich de Besem gejaat, un sauri B. driwwer [ Gal-Lindenf]. Der hot mer e schäni B. angericht 'mich in eine unangenehme Lage gebracht' [Schandein Sprachsch. (Notizen)]. Do hätt ich die B. devun! 'Darauf pfeife ich!' [KU-Kaulb, NW-Hardbg u. Umg. LU-Muttstdt Don-Schowe Tscherwk Klein Prov. 64]. SprW.: Der ään kriet die Brocke, der anner die B. [verbr.]. Tanzlied: Wann do e Dippe voll Bohnesupp steht un do e Schissel voll B., do loß ich Kraut un Bohne steh un geh zu meiner Marie! [Feierowend Nr. 8/1950]; Var. hierzu s. PfWB Bohnensuppe. VR.: Marie, koch die B., koch se net zu dick, daß dei Mann net dran verstickt [verbr. Gal]. Grumbeeresupp un sauri B., wie der Deiwel schmackt dann die? [ Gal-Bagbg]. Eine scherzh. Antwort auf die Frage nach der Uhrzeit s. PfWB Brocken 1 b. —
b. 'Soße, flüssiges Fett'; gemachti (gschmeerti) B. [ NW-Kallstdt]; Grumbeere mit brauner (weißer) B. [ PS-Erfw]. Das Wort Soße kam erst nach 1900 auf. Zs. Kastanien-, PfWB Klöß-, PfWB Zwiebelbrühe. Die B. läift'm die Backe erunner [ KU-Schmittw/O ZW-Battw PS-Erfw]. Zs. PfWB Tunkelsbrühe. —
2. 'Beeren-, Gemüsesaft'. Die Trauwe hän B. [ LU-Alsh, BZ-Heuchh].

[Bd. 1, Sp. 1278]
Zs. PfWB Dividenden-, PfWB Most-, PfWB Rotrübenbrühe. —
3.
a. 'schlechter Wein', e B., e sauri (schlechti) B. [allg.]. RA.: Er verzappt aldi B. [ BZ-Dierb]. Syn. s. PfWB Gesöff. Zs. PfWB Plämpel-, PfWB Holzapfel-, PfWB Lacks-, PfWB Lappel-, PfWB Säckelsbrühe. —
b. 'schlechter Kaffee'; scheeli B. [VPf]. Sie dunke (tunken) zufriede ehrn Schneirerkäs (trockenes Brot) in ehr lapprig B. aus Muckefuck [Westrich-Kalender 1957, S. 102]. Zs. PfWB Hutzel-, PfWB Kaffee-, PfWB Schlabber-, PfWB Schloriampels-, PfWB Zichoriebrühe. —
4. B. im Kopp (im Hern) 'Rausch' [ KU-Schmittw/O Pirmas FR-Bockh LU-Muttstdt]. —
5.
a. rote B. 'Blut'. Ich schlag der äni ins Gesicht, daß die rot B. rausspritzt [ LU-Alsh, KU-Bedb KL-Morlt Wörsb RO-Ruppeck Gal-Dornf], ... erauslaaft [ KU-Kaulb Kreimb]. —
b. gelbe B. 'Rotz'. Hau der en hin, daß der die rot un gääl B. aus der Nas fährt [ NW-Frankeck]. —
6.
a. 'Regen, schmutziges Wasser'. WR.: De Olichkopp kocht Biebelcher, do krien mer B. 'Wenn der Wald am Ohligkopf (nordostw. KL-Ottbg) dampft, gibt es noch mehr Regen' [ RO-Semb]. Wann der Dunnerschberg Hutzele kocht, krien mer die B., dass. [NPf]. Zs. Schnuttelbrühe. —
b. 'Durchfall beim Rindvieh'. Die Kuh macht B. [ PS-Winz]. —
c. Wenn die Buben in GH-Hatzbühl am Karsamstag keine Belohnung bekommen, dann singen sie: Alle-, Alle-, Alleluja, ihr habt uns keine Gabe gegeben, drum soll eich d'Brih am Aarsch nablääfe. Südhess. I 1163/64; RhWB Rhein. I 1035; LothWB Lothr. 64; ElsWB Els. II 184; Bad. I 343.

 

   Maria f., n.:
1. die hl. Maria, Mutter Jesu, Maria (maˈria), die heilich M. [verbr.], Maria, Mareia [Lambert Penns 102]; vgl. PfWB Muttergottes. Kirchliche Feiertage (vorn. bei Katholiken): Maria Lichtmeß (2. 2.), s. PfWB Lichtmeß; M. Verkindigung (25. 3.) [verbr.], M. Verkundig [ PS-Geisbg]; M. Heimsuchung (2. 7.) [verbr.], s. PfWB Heimsuchung; M.-such-mich-heim, dass. [ KL-Kindsb]; M. Himmelfahrt (15. 8.) [verbr.], M. Wirzweih, dass. [ RO-Würzw], M. Wischweihtag, dass. [ HB-Höch], Marieheim, (Mariä Heim(kehr)), dass. [Lambert Penns 102], vgl. PfWB Himmelfahrt 1, PfWB Kräuterweihe, PfWB Würzweihe, -wisch (s. auch Becker Vk. 330); M. Geburt (8. 9.); M. Nam (12. 9.); M. Empfängnis (8. 12.) [verbr.]; M. Hilf Kirchenpatronat in HB-Bruchhf; Kapell zu M. Hilf (in BZ-Dörrb). Die Marie Mudder war noch ganz jung, wu der Heiland gebore war [Beam Penns 68]. Ausruf des Schreckens, der Überraschung: Jesses, Maria! Jesses, M. un Josef! [verbr.], Var.: un e klää bissel Josef [ LU-Friesh]; Jesses, Marie unn Josebb [Kunnrädel 116]. BR.: M. Lichtmeß, spinne vergeß, bei Dag zu Nacht eß! [ NW-Elmst]. Is' an Mariä schään un hell, gibt's viel Obst uf alle Fäll [ LU-Alsh, KU-Nerzw]. Ist vor Maria Verkündigung das Wetter hell und klar, bedeutet es ein gutes Jahr [ PS-Fehrb]. M. Verkündigung, ziehen (eigentlich: kummen) die Schwalben wiederum [ GH-Zeisk]. An M. Geburt flie'e (ziehe) die Schwalwe furt [FR-Bockh, verbr., auch Don Gal Buch]. WR.: Reent's an Maria-such-mich-heim, reent's alle Daa vier Woche lang [ KL-Kindsb, PS-Geisbg]. Wie d' M. ins Gebirg geht, kommt sie auch wieder raus (Wie das Wetter an Mariä Heimsuchung ist, bleibt es noch 4 Wochen) [ GH-Schaidt].

[Bd. 4, Sp. 1183]
Var.: Wann die Märiche naß iwwer der Bärig geht (der zwätt Tschulei) kummt sie trucke zurick (der fufzeht Aguscht) un wann sie trucke niwwergeht, kummt sie naß zurick [Fogel Beliefs Penns Nr. 1124]. Wenn die M. naß eniwwer kommt, kommt se a wirrer naß eriwwer (Wenn es an Mariä Himmelfahrt, 15. 8., regnet, dann regnet es noch 40 Tage) [ KL-Mackb]. So wie die M. iwwer de Berg geht, so kummt se a widder riwwer (hier: an Mariä Himmelfahrt, 15. 8.) [ LU-Friesh, FR-Bockh]. Wann's uf M. Himmelfahrt räänt, gibt's e nassi Ärn [ FR-Bockh]. —
2.
a. weiblicher VN, f. u. n., Maria [mancherorts, neu], Marie (ˈmarī) [PfId. 91], Mrie [HB-Erb KL-Obernh Don-Schowe Torscha PfId. 91], Morie [ PS-Lu'wink Schindhd LA-Edh], M'rei [SWPf (PfId. 97)], Marieche (ˈmariχə) [NW-Dürkh (Heeger Nachl.) PfId. 91], Mrieche [PfId. 91], Marl [Lautertal], Maria, Mareia, Mariche, Maricheli [Lambert Penns 102]; Zs.: PfWB Anna-Maria. VR.: Lied des Kuhbuben: Unser Marie hot siwwe Stick Vieh, e Schoof un e Gääß, isch alles, was ich wääß [ BZ-Hofstätt]; Var.: e Kühle im Stall, gäbt Millich for uns all, juhe [ebd.]. Weitere VR. s. PfWB Brühe 1 a. Kinderpredigt: Hier steh ich uf de Kanzel un prellich wie e Amschel aus de dicke Bibel vun Maria Zwiebel [ KU-Bedb]. Ein Kreisspiel der Kinder, bei dem das Lied Mariechen saß auf einem Stein [ KU-Diedk KB-Kriegsf], auch: Mariechen ging die Trepp hinauf [ KU-Diedk] gesungen wird. —
b. liebkosend für die Geliebte, moin Marie [ LU-Opp], dgl. für die Ehefrau [ NW-Elmst]. —
c. s. die Zs. Heiden-, Susmarie. —
3. Maria Hilf scherzh. für 'Zahltag' [KB-Jakobsw NW-Hardbg u. Umg. GH-Leimh Germh]. — Südhess. IV 539/40; RhWB Rhein. V 862 ff.; LothWB Lothr. 354; ElsWB Els. I 697.