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 PfWB Prügel (Bd. 1, Sp. 1276)   PfWB Spriegel (Bd. 6, Sp. 346)   PfWB Prügel-holz (Bd. 1, Sp. 1276) 
   Prügel m.:
1.
a. 'derber Stock', Priel, Prijel, Prichel, Prischel, Prigel, s. F. [allg.]; vgl. PfWB Spriegel. RA.: Ich schmeiß der e Prigel in de Weg [ GH-Zeisk]. Dem schmeiß ich en Prichel ins Kreiz [ LA-Gommh]. Wann ihr herkummt, wäsch ich eich de Prigel iwwer, daß ihr verreckt [ LU-Mundh]. Das Messer schneid wie en gewetzter Prigel [ LU-Alsh]. SprW.: Uf e leere Nußbääm schmeißt mer kään Brichel [Hebel 47]. Bei Horne Penns 112 heißt es im VR: So schickt der Bauer e Prigle naus, soll des Hundle schmeiße. Zs. PfWB Trag-, PfWB Schleifprügel. —
b. 'Holzstange zum Spannen der Wagenkette', Priel [ KB-Bubh]. Syn. s. PfWB Reitel. —
c. 'Brennholz in Form von Knüppeln', gew. Pl., Prichel erschter (zwetter) Klass [ PS-Erfw, ZW-Battw]; vgl. PfWB Prügelholz. Ich stääch (steigere) mer Prichel [ LA-Gommh]. Früher mußte im Winter jedes Kind einen Prügel Holz mitbringen, damit die Schulstube geheizt werden konnte [Schandein Bav. IV/2, 353]. Zs. Krappen-, PfWB Stangenprügel. —
2. übertr.
a. nur Pl. 'Hiebe mit dem P.'; e gesalzene Tracht Priegel [ LU-Opp]; e Traktament Prichel [ PS-W'fischb]; Prichel gewwe [ KL-Lind], vgl. PfWB prügeln. Einen VR s. bei PfWB Pflaume 1. —
b. scherzh. für 'Gewehr', Soldatenspr., Briechel [ZW-Battw, verbr.]. Zs. PfWB Schießprügel. —
c. Uz- und Schimpfname. Die Bewohner von LA-Arzh nennt man in den Nachbarorten Prichel. Zs. PfWB Schäl-, PfWB Schußprügel. — F.: brīəl NWPf u. NPf, brijəl NW-Freinsh Haßl, brīχl ZW-Battw, briχəl südl. WPf südl. VPf, bril Kaislt, brigəl mittl. VPf, brīgəl LU-Opp. — Südhess. I 1161/62; RhWB Rhein. VI 1139/40; Saarbr. 185; ElsWB Els. II 184; Bad. I 342.

 

   Spriegel m.:
1. 'ein Stück Holz, ein PfWB Scheit', Spriel (brīl) [ KU-Adb]; vgl. PfWB Prügelholz, PfWB Sprenkel 1. RA.: jemand e Sp. zwische die Baan werfe 'jemandem Schwierigkeiten bereiten' [ KU-Adb]. —
2. Teil eines Wagens oder Fuhrwerkes.
a. 'gebogene Holzlehnen an der Schubkarre, die die Ladefläche nach vorne über das Rad hinaus vergrößern', Sprichel (briχəl) [LA-Maik Rhodt, Schan-

[Bd. 6, Sp. 347]
dein Sprachsch.], Sprijjel [Lambert Penns 140]. —
b. 'das Leiterchen vorne am Heuwagen', Spriel [ RO-Lettw]; Zs.: PfWB Laubspriegel; Syn. s. PfWB Reff 1 b. —
c. 'hölzerner oder eiserner Bügel, der den Wagen überspannt und das Wagentuch trägt', Sprichel (briχəl) [Kus LU-Ruchh NW-Geinsh VPf (Klein Wag. 114)], Sprischel (briəl) [ GH-Zeisk], Sprie'el [NPf (Klein Wag. 114)]; Pl. Spriggel (brigəl) [ GH-Schwegh Zeisk]; vgl. PfWB Spriegelwagen, PfWB Sprießel, PfWB Wagenspriegel. —
3. 'zum Ausfüllen des Fachwerkes dienender krumm gebogener Stecken, um den Stroh und Lehm gepreßt wird', Sprichel [Schmitt Billh. 82]. »Im Scheuergiebel war ein Fachwerkgeviert, ein sogenannter Spriel herausgefallen und ein Schlupfloch entstanden« [Feierowend 5/1958 (NPf)]. — RhWB Rhein. VIII 446/47, ElsWB Els. II 558 Sprügel; Kluge-Seebold22 691; Hess.-Nass. III 702; DWB DWb. X, II,1 71/72 Spriegel.

 

   Prügel-holz n.:
1. 'knorrige Astteile von abgesägten Bäumen', Brielholz [ RO-Dielkch]. —
2. 'Gereiteholz am Erntewagen', Brichelholz [ FR-Kirchh O'sülz]. — Das Bestimmungswort könnte auch aus Spriegel 'gebogenes Holzstück' hervorgegangen sein (mit Wegfall des s im Anlaut). — Südhess. I 1162; Bad. I 343.