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 PfWB Bruch-band (Bd. 1, Sp. 1266)   PfWB Band (Bd. 1, Sp. 548)   PfWB an (Bd. 1, Sp. 208) 
   Bruch-band n.: 'Gürtel zum Zurückhalten eines Leibbruches', Bruchband [allg.], vgl. PfWB Bruchbinde; e B. anlehe [ ZW-Battw]. Er tracht e B. [allg.]. Südhess. I 1155; RhWB Rhein. I 1028; Bad. I 339.

 

   Band1 n.:
1. 'schmales Gewebe oder Lederstreifen, zum Binden oder als Schmuck', Band [allg.]; oft im Dim. Bändche, Bändel. Vgl. PfWB Bändel. Volksgl.: Mer kaft rot Band im Stor (engl. store = Laden) aber mer bezahlts net; no binnt mers um en Fingerhut, wu 'n Spinn drin is, un henkts me Kind an, as der blo Huschte hot [Fogel Beliefs Penns Nr. 1794]. Zs.: PfWB Arm-, PfWB Bruch-, Trag(e)-, PfWB Einfaß-, Flegel-, PfWB Florett-, PfWB Gelenk-, Gelenkknopf-, PfWB Haar-, PfWB Hals-, Hundshals-, PfWB Hut-, Katzen-, PfWB Kopf-, PfWB Mittel-, PfWB Naht-, PfWB Nasen-, PfWB Stirn-, PfWB Stoß-, PfWB Strumpf-, PfWB Sturm-, PfWB Ver-, PfWB Zopf-, PfWB Zungenband. —
2. 'Beschläg, mit dem Türen und Fensterflügel eingehängt werden' [allg.]. a. 1668: 1 thürschloss und 4 bandt [Groh Wörschw 92]. a. 1701: Stubenthür ... fensterladen ... mit ... banden versehen [Godramsteiner KellR S. 242]. Zs.: PfWB Gewerbe-, Ort-, Winkel-, PfWB Zwerchband. —
3. 'Eisenband an Fahrzeugen und Ackergeräten', s. PfWB Achsen-, PfWB Backen-, PfWB Bride-, PfWB Eck-, PfWB Schellen-, Schrannen-, PfWB Schrauben-, PfWB Schwing-, PfWB Unterband. —
4. 'Faßreifen'; 's Band aanleche [BZ-Heuchh, verbr.]; dafür gew. Reif. RA.: 's geht aus Rand un B. 'löst sich in seine Teile auf' [LU-Alsh, verbr.]; außer Rand u. B. 'außer sich (vor Übermut)' [ KB-Bischh, KU-Kaulb Bedb ZW-Bottb LU-Alsh Böhl Gal-Dornf]. —
5.
a. 'Weidenband zum Befestigen der Reben', Ban (bḁn) [NPf], Bann (ban) [südl. VPf]; davon Bane [NPf (Wilde 256)] u. Banne [südl. VPf], auch 'Weide (Salix)' [verbr. SOPf]; vgl. Band(en)baum, PfWB Bandkätzchen. E Schäb Bann

[Bd. 1, Sp. 549]
'ein Bündel Weidenruten' [LA-Mörzh u. Umg.]. Die Ranken an den Ruten der Reben Bandercher [KB-Zell u. Umg.]. Zs. PfWB Biegband. Volksgl.: Bei Vollmaand soll mer kään Banne schneire, schunscht derre se [ BZ-Münchw]. a. 1425: bande zü snyden [LeinArch. (Löhne)]. —
b. 'Bastband zum Befestigen der Tabakpflanzen' [ SP-Heiligst]. — F.: 1-4: band u. bḁnd (bez. a u. s. PfWB an Präp.), Pl. bęnər u. bęnÄ(r) [allg.]; 5.: ban u. bn, Pl. banə u. bnə. RhWB Rhein. I 429/30; Bad. I 113.

 


Aus den Nachträgen

 

   an Adv. u. Präp.:
I. Adv.
1. an sein. Ich bin schun aan 'angekleidet', die Schul is aan 'hat begonnen' usw. [nördl. VPf, allg.]; zur Form von an s. u. F. —
2. an als erstes Glied verbaler und nominaler Zusammensetzungen s. nachfolgende Stichwörter. —
3. in Verb. mit anderen Adverbien.
a. um und an 'rings herum'. Es war nimmand um un aan [ KU-Kaulb]. —
b. auf und an. Uf un aan! im Sinne etwa von: Aufstehen und an die Arbeit! [KU-Schmittw/O (1930)]. —
4. in Verb. mit von
a. örtl. vun do aan [allg.]. a. 1535: von Ruden burne ane byß vff Lawe [PfWeist. I 127 (IB-Blickw)]. a. 1580: von der schwellen ahn mitten ins wasser [PfWeist. I 147 (IB-Bliesmg/Bolch)]. —
b. zeitl. vun heit aan u. ä. [allg.]; vun der Kell aan diene, Fachspr. der Maurer [KU-Herchw (Krebs 18)], anderswo: von der Kell uf (s. PfWB auf). —
c. kausal; vun meer aan 'meinetwegen' [SOPf]; auch vun meer aus (s. PfWB aus). —
II. Präp.
1. mit dem Dat.
a. lokal (pers. u. sachl.). Er geht ammer 'an mir' vebei un sieht mich nit [ LA-Edh, allg.]. 's is nix meh annem 'an ihm', von einem Abgemagerten [ KL-Baalbn, allg.]. Ich wääß net, was ammer 'an mir' is, ich glaab, ich werre krank [ RO-Lettw]. Sie sin annem 'greifen ihn tätlich an' [Kaislt, allg.]. Die Stern am Himmel [allg.]. Wer war (verbotenerweise) an de Äppel? [allg.]. a. 1557: den phant ahn der sulen verkauffen [PfWeist. I 121 (IB-Bierb)]. Auch von geistigem Besitz (Eigenschaften, Gewohnheiten). Alle Fehler hott er an sich, Wie e alder Reitschulgaul [Kühn Palz 38]. —
b. temp. ausnahmslos bei Nennung von Tagen der Woche: am Monda(g), auch: de Monda(g) usw. Desgleichen: am eerschde (zwette) Oschderda(g). Oft, doch mehr jüngere Gener.: an Weihnachde, an der Kerb (Kerwe) usw.; dafür auch, bes. in der Ausdrucksweise der Nachkommen der pfälz. Auswanderer des 18. Jh.: uf Weihnachde, uf die Kerb (Kerwe) usw. (s. PfWB auf). Ebenso: an der Nacht 'am Abend' [ NW-Kallstdt Gal-Dornf]; am vorhin [verbr. WPf]; seit am März [Heinrich 65]. RA.: Do is (es usw.) Matthäi am letschde (zu ergänzen: Kapitel) [allg.]. Das bei Stundenangaben erscheinende am (am acht Uhr) ist als um aufzufassen, das in unbetonter Stellung zu em, m abgeschwächt (heute noch: 'm drei Uhr) und unter Einfluß des temporalen an zu PfWB am umgedeutet wurde; vgl. hierzu PfWB am2. —
c. andere Verw.
α. als Glied eines präpositionalen Objekts. Er is arem an Moneete, awwer reich an schpassige Infäll [Kühn Palz 106]. a. 1498: etwas an fahrend hab [PfWeist. I 455 (IB-Eschring)]. —
β. als Teil des Superl. am beschde, am liebschde; dafür auch 's beschd(e), 's liebschd(e) (s. PfWB best, PfWB lieb). —
γ. an der Reih (sein) 'in der Reihenfolge der nächste (sein)' [allg.]; dafür auch: dran sein (s. PfWB daran), aan, aant sein.

[Bd. 1, Sp. 209]

δ. an ääm (aam) Stick 'in einem fort' [verbr.]; dafür, bes. jüngere Gener., an änner (aaner) Tuur. In beiden Fällen ist die Verw. mit in (in ääm Stick, in ääner Tuur) häufiger; vgl. PfWB Tour, PfWB Stück. —
ε. am Ende 'vielleicht', s. PfWB amend. —
ζ. an dem 'fast, beinahe', s. PfWB andem. —
2. mit dem Akk. (pers. u. sachl.). Er denkt an dich [allg.]. Ich kumm gleich an dich, Drohung [ NW-Gimmdg, allg.] Ich schla(ch) der an de Backe [allg.]; an die Er(d)beere gehe 'verbotenerweise von den Erdbeeren essen' [allg.]; an de Korze 'den Schnaps' gehe 'dem Trunke ergeben sein'. In Pirmas: Der Woi geht net an mich 'schmeckt mir nicht'. a. 1630 (oder früher): bis ahn das end [PfWeist. I 49 (KU-A'glan)]. Im bes. bei Zahlangaben für 'ungefähr'; an die zwanzich [allg.]. —
III. Subst.
1. die An 'Abwurfstrich beim Klickerspiel', Ahn (ān) [1930: KU-Breitb Dunzw (hier 1963 unbekannt)]. RhWB Rhein. I 175; Nass. 43 (Stelle wonach geworfen wird). Syn. s. PfWB Anmal. —
2. Anster, Superl. von an, Anschder (ndər) 'Erster' (der das Spiel beginnt) [PS-Heltbg (bis etwa 1920)]. Vgl. RhWB Rhein. I 176 anert; Saarbr. 6 aander; LothWB Lothr. 11; ElsWB Els. I 42 Änert. — Zs.: Faßmichan, PfWB Hansobenan, PfWB hinan, Rührmichnichtan. — F.: Das Adverb weist durchweg gedehnten und mehr oder minder nasalierten Vokal auf. Die dunkle Qualität des a (n) herrscht vor. Im südwestl. Teil der NPf (KU-Lauteck u. östl.) u. im nördl. Teil der VPf (nordöstl. NW-Dürkh) ist die Verdumpfung im allgemeinen bis ō (ōn) gediehen. -n ist hauptsächlich im Kr. Zweibrücken sowie im West- und Nordteil des Kr. Kusel erhalten, sonst geschwunden, vgl. PfWB Hahn, PfWB Wein. Der Vokal ist mehr oder minder stark nasaliert, deutliche Nasalierung bei Abfall des -n. In den Wortartikeln wird an- als Glied verbaler Zusammensetzungen in populärer Schreibung zumeist durch die weithin herrschende Form aan-, unter der sowohl ān- wie n- zu verstehen ist, wiedergegeben; im übrigen ist das im vorstehenden Gesagte zu beachten. Die Präposition hat gewöhnlich kurzes a bzw. ḁ. Längung wurde nur für KU-Adb Ehw KB-Kerzh NW-Neidfs Ruppbg angegeben; Neigung zur Längung läßt sich schon in älterer Zeit erkennen, s. o. histor. Belege. Dunkles a ist vorherrschend; o mancherorts in allen Teilen der Pfalz. Das n im Auslaut ist bei der Präposition gewöhnlich erhalten. — RhWB Rhein. I 170 ff.; Saarbr. 7; Lothr. 8/9; ElsWB Els. I 41; Bad. I 43.