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| PfWB Brockel (Bd. 1, Sp. 1238) | PfWB Knochen (Bd. 4, Sp. 360) | |||||||||||||||||||||||||||
1. a. 'in Milch aufgeweichte Brotbrocken', Brockel [ KU-Krottb]. Den Brauch, Brockel auf die Fruchtäcker zu streuen, s. bei PfWB Pfingstbrockel. Dieser Brauch fand bei den Kirchenbehörden wenig Anerkennung; das ergibt sich aus einer Dokumentation von 1609: Ob es recht, daß die Jugend auf den Pfingsttag Keeß und Brockel zu Feld tragen und daselbst allerlei Leichtfertigkeit treiben [Pfarrarchiv von KU-Konk (Pfälz. Kirchenvisitationen)]. — In KL-Gimsb u. Umg. war B. 'kalte Sauermilch mit eingebrocktem Brot': Heit owed gebt's Brockel bei uns. Zs. PfWB Milchbrockel. — b. 'Milch für das Kleinkind', urspr. wohl auch 'Milch mit eingebrocktem Weißbrot'. Hat 's Kind sein Brockel schun? [KU-Süd (Potzberggegend)]. In KU-Dietschw ist B. 'frischgemolkene Milch'. — 2. Uzname für die Bewohner von KU-Albb, s. PfWB Bröckelgänse. — 3. a. 'volle Weintraube'; e Brockel Trauwe [ KU-Kaulb], Breckel (bregl) [RO-Dörnb Duchr Potzberggegend (KU-Süd)]; e Breckelche 'ein Ästchen der Weintraube mit Beeren' [ KU-Bedb]. Syn. s. PfWB Traubenklotz. — b. 'die einzelne Traubenbeere', Breckel [ KU-Schmittw/O Rehbn]. — 4. Pl. 'die untersten kleinen, vertrockneten Tabaksblätter', Brockele [SOPf (Nachlaß Heeger)]; vgl. PfWB Krumpel. — Das Wort ist wohl eine alte Dim.-Bildung (germ. Suffix -ilan, vgl. Henzen 143) zu PfWB Brocken wie PfWB Knöchel zu PfWB Knochen. Schwierigkeiten im Hinblick auf die Bed. [Bd. 1, Sp. 1239] scheinen allein bei 1 b vorzuliegen. Der Bearbeiter kann sich aber erinnern, daß man noch um 1910 in Gal-Dornf kleinen Kindern nach der Entwöhnung von der Mutterbrust Milch mit eingeweichten Weißbrotstückchen und älteren Kindern abends vor dem Schlafengehen frischgemolkene Milch gab, so daß eine Bedeutungsübertragung von 1 a auf 1 b möglich scheint. — Südhess. I 1127; RhWB Rhein. I 1000; LothWB Lothr. 65; ElsWB Els. II 184 u. 186.
| 1. a. α. 'der Knochen als Bestandteil des Skeletts des Menschen, des Tieres', Knoche (gnoxə) [fast allg.], Knuche (gnuxə) [ WD-Niedkch]; Dim. Knech(e)lche (gneχəlχə, gneχlχə) [WPf (ohne O-PS) NPf nördl. VPf], Knech(e)l [mittl. u. südl. VPf O-PS]. Zs.: PfWB Backen-, Fersen-, PfWB Hüften-, Kopf-, PfWB Schlüssel-, PfWB Steiß-, PfWB Stirn-, PfWB Wirbelknochen; Pferds-, Gäuls-, PfWB Hunds-, PfWB Hünkels-, PfWB Ochsen-, PfWB Schinken-, PfWB Schweineknochen; PfWB Schindknochen. Er hot dicke, dinne Knoche [verbr.], hot Knoche wie e Gaul [PS-Erfw, verbr.]. Die Wund geht dorch's Flääsch bis uf die Knoche [ LU-Opp]. De K. esch aus'm Gelenk gsprunge [BZ-Dierb, verbr.]. 's is so kalt, mer kennt sich die Knoche verfriere [Rockhs]. Ich habs in de Knoche, von Knochenschmerzen [NW-Elmst, verbr.]. Es gebt anner Werrer, ich speers in de Knoche [ LU-Limbghf, mancherorts]. Er hat nix men an sich wie Haut un Knoche [ZW-Marthh, verbr.]. RA.: Ich bin naß bis uf die Knoche [verbr.]. Der Gaul hot Hawwer in de Knoche 'ist kräftig, feurig' [ KU-Schmittw/O]. Die Kuh isch so derr, daß die Knoche rapple [ HB-Kirrbg]. Drohung: Du kannscht dein Knoche numeriere [ FR-Maxd]. Var.: Du kannschder dein Knechelcher ens Sackduch benne [ KU-Diedk]. Volksgl.: Reib Spate ame Gaul 'Entzündung am Sprunggelenk des Pferdes' mit me ganze K. [Fogel Beliefs Penns Nr. 804]. — β. bestimmte Knochen bzw. Knochenteile. αα. 'empfindliche Stelle am Ellenbogen'; 's Knechelche [IB-Erfw/Ehling ZW-Stamb], 's Knechel [ PS-Erfw Leim LA-Siebdg GH-Freckf]; 's närrisch Knechelche [vereinzelt SWPf], 's elektrisch Knechel [GH-Hatz- [Bd. 4, Sp. 361] ![]() ββ. 'Wirbel', Knechelche [ RO-Dielkch]. — γ. 'Knochenstück vom Bein des Schweines', Knechel [ NW-Freinsh Frankeck]. — b. 'vom Fleisch gelöster Knochen'. De Hund knäwwert an em K. [verbr.]. Vergleiche u. RA.: Der Kuche isch so hart wie Knoche [ LA-Gommh]. Das is so e Knechelche for mein Hund, wenn einem etwas willkommen ist [ KU-Wolfst]. Mit dem seine Knoche bengel ich noch Niß 'Den werde ich noch lange überleben' [ZW-O'hs, mancherorts Schandein Notizen Don-Gottlob]. SprW.: Dene K., wo der Hund krien soll, kriet er 'Niemand entgeht [Bd. 4, Sp. 362] seinem Schicksal' [ KU-Diedk, mancherorts]. Em bese Hund werft mer e K. hin [ Don-Gottlob, mancherorts]. VR. s. PfWB Beele 1, PfWB Linse. — c. Pl. 'Gliedmaßen', abschätzig [verbr.]. Syn. s. PfWB Fuß 1 a, PfWB Hand 1 a. Der hot scheppe Knoche 'krumme Beine' [ KB-Kerzh, mancherorts]. Du hoscht dreckiche Knoche 'schmutzige Hände' [ LU-Friesh]. Ich schlaa der die Knoche ab! [ KB-Kerzh]. Heb dei Knoche uf 'Geh schneller!' [ KL-Hütschhs]. Nemm die K. z'samme!, dass. [ NW-Kallstdt]. Es leit mer wie Blei en de K. 'Ich bin müde' [ KB-Bennhs]. De Schreck es mer in die K. geschlaa [ KU-Hefw, mancherorts]. — 2. übertr. a. 'der Mensch', abschätzig, insbes. 'geiziger Mensch'. Des is der rn K.! [NW-Kallstdt, verbr.], [Bd. 4, Sp. 363] auch Schimpfw., e alder K., von Mensch und Tier, von einem abgemagerten Pferd [ZW-Bechhf, mancherorts WPf], e schepper K. 'ein Mensch mit krummen Gliedern' [ LU-Friesh]. Ein Reicher ist e reicher K. [ KU-Bedb], ein Geizhals ist e hungricher K. [RO-Potzb, verbr.], e zäher K. [ KU-Herschw/Petth KL-Erlb Kaislt]. Er is e verliebter K. [ LU-Opp]. SprW.: Alde K. schmeißt mer hinner die Deer, sagen alte, arbeitsunfähige Leute von sich [ HB-Kirrbg]. — b. α. Zur Bestrafung wegen Regelwidrigkeiten beim Klikkerspiel heißt es: Knoche halle! Dabei wird die Faust auf den Boden hingehalten, gegen die der andere den Klicker schnellt [ KU-Kaulb]. — β. Im Spiel Hußsau wird der Vers gesungen: Rihre, rihre, Lechelcher, der letscht, der kriet die Knechelcher [ KL-Ramst]. — c. FlN, a. 1782/83: auf dem knochen [Zweibr I 1325 (HB-Schwarzb)]; vgl. Knochenbaum. — Südhess. III 1507 ff.; RhWB Rhein. IV 970 ff.; LothWB Lothr. 299; ElsWB Els. I 502.
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