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| PfWB pritschen (Bd. 1, Sp. 1234) | PfWB Um-gang (Bd. 6, Sp. 880) | |||||||||||||||||||||||||||
1. a. 'schlagen'. α. etwas p. αα. die Wäsch pritsche (bridə) 'mit der Pritsche 5 a klopfen [SOPf]; vgl. PfWB blaueln 1; de Mischt p. 'den Stalldung mit der Pritsche 5 b festschlagen' [SOPf]; vgl. PfWB plätschen 2 a; 's Land p. 'die Erde im Gartenbeet nach dem Säen fest und glatt schlagen' [SOPf]; vgl. PfWB plätschen 2 b. - - ββ. Flachs p. 'dreschen' [ LA-Mörzh]. — β. einen p. αα. 'mit der Pritsche 5 c hauen'. Wer bei der Weinlese Trauben hängen läßt, wird gepritscht [verbr. NPf nördl. VPf]. Bei dem alle 7 Jahre stattfindenden Flurumgang der Stadt Kaiserslautern werden Schüler und Schülerinnen der obersten Volksschulklassen an den einzelnen Grenzsteinen vom Pritschenmeister gepritscht; vgl. Schandein Bav. IV/2, S. 396/97. - - ββ. 'an der Fastnacht mit der Narrenpritsche schlagen' [KB-Standbl FR-A'lein Carlsbg]. — γ. 'auf das Gesäß hauen', auch ohne Pritsche [verbr. VPf, IB-Bebh KB-Kerzh Lambert Penns 32]; vgl. PfWB verhauen. Zs. PfWB abpritschen. — b. α. 'im Spiel alles abgewinnen'. Mer han'n gepritscht [KU-Kaulb, verbr. WPf], gepretscht [ IB-Rohrb Biesing]. Oft pass.: Er es gepritscht 'hat im Spiel alles verloren, hat sein Geld eingebüßt, ist bankrott' [WPf]. Er is ge- [Bd. 1, Sp. 1235] pritscht wie'm Naß (Name) sei Gus(?) 'Er hat nichts mehr' [ NW-Hardbg]. Er is gepritscht wie'm Hanndeewel (Hans-Theobald) sei Narr 'Er ist böse hereingefallen' [ KU-Kaulb]. Die Fußballer sin gepritscht worre 'haben verloren' [ SP-Ottstdt]. — β. 'betrügen, anführen'. Den han ma gepritscht [Zweibr, verbr. WPf LA-Mörzh Insh]. Naun sein mer gepritscht 'betrogen, geprellt' [KU-Kaulb, verbr. WPf]. Gepritscht ist der Bursche, der von seinem Mädchen den Laufpaß erhielt; dass. auch vom Mädchen, das von seinem Burschen im Stich gelassen wurde [KL-Mehling, verbr.]. Er hot sich emol gepritscht 'ist hereingefallen' [ NW-Duttw]. Du bischt gepritscht 'blamiert' [ KU-Steinb]. Er is de Gepritschte [ KU-O'alb Zweibr]. Syn. s. PfWB betrügen. — γ. 'vom Unglück heimgesucht werden'. Der aarem Kerl is gepritscht, sei Fräi is'm gestorb [ KU-Schmittw/O]. Un de Peere (Peter) steht gepritscht wie e Kind beim Dreck [Kiefer 37]. — 2. a. 'stark regnen'. 's pritscht [ GH-Zeisk, LA-Edk Freimh KL-Steinwd]. — b. pass. 'durchnäßt werden'. Heit simmer gepritscht worre [GH-Zeisk, verbr.]. — 3. 'gellend pfeifen, quieken', pritsche [Spey Germh]. — 4. a. 'plötzlich hochschleudern', z. B. von Fröschen, die man auf das eine Ende eines Brettchens legt und durch einen Schlag auf das andere Ende fortkatapultiert [Neustdt PS-W'fischb]. — b. 'ein Vogelnest ausheben' [ KB-Rams]. — 5. 'jemand erwischen' [ KL-Schneckhs]. — 6. a. 'sich putzen, flott kleiden'. Er isch schon gepritscht for in die Kerch [ PS-Kröpp, ZW-Wiesb PS-Vinn]. — b. 'das Haar kämmen, zurechtmachen', pritsche [ KU-Jul ZW-O'hs]. — 7. 'verraten, ausplaudern'. Er hat wieder alles gepritscht [ KU-Etschbg Haschb Brück Schellw KL-Rodb]. — 8. a. 'Trauben nachlesen', pritsche [ KL-Alsbn]; vgl. PfWB Pritsche 6 a. — b. 'beim Kartoffelausmachen zurückbleiben' [ PS-Fehrb]; vgl. PfWB Pritsche 6 b. — 9. in der Verb. gepritschte Grumbeere 'Kartoffelsalat' [ FR-Gr'niedh]; vgl. PfWB Pritschengrundbirnen. — Südhess. I 1122/23; RhWB Rhein. I 988, 990/91, VI 1116/17; ElsWB Els. II 207; Bad. I 328.
| 1. a. 'Begehung, Prozession', Umgang [Kaislt PS-Erfw LU-Altr]; vgl. PfWB Untergang 3; Zs.: Grenz-, PfWB Waldumgang. Brauchtum: In Kaislt findet seit Jahrhunderten in bestimmten Jahren der Umgang, eine Grenzbegehung statt, bei der Teilnehmer auf den Grenzsteinen gepritscht (s. PfWB pritschen 1 a β αα, PfWB Pritschenmeister, PfWB Stein 1 c) werden [Schandein Bav. IV,2 396/97 Hollensteiner Kaiserslautern wie es war und wie es ist. Kaiserslautern 1860], dabei wird gesungen: Der Tag ist wiederum kommen an, / pritsch, pritsch, Pritschenmeister pritsch, Meister pritsch! / Wo wir den großen Umgang han usw. [Carl Pfalz im Jahr 158]. Zur Beschreibung eines Umgangs im 17. Jh. in FR-Bockh vgl. Feierowend 18/1966 Nr. 32 S. 6/7 und Nr. 33 S. 6. 18. Jh.: der Hirte hath einen oder 2 Umgänge 'Sammelumgänge' im Ort [LU-Assh (alte Akten)]. — b. 'Umweg' [ LU-Altr]. — c. de ewiche Umgang, von einer Schraube mit überdrehtem Gewinde [ LU-Friesh]. — d. Teil am Hintergeschirr des Pferdes [ LU-Friesh]. — 2. 'Kontakt, Verkehr' [Bd. 6, Sp. 881] [verbr., Lambert Penns 155 Krämer Gal 222]. Er hot dort e schlechde U. [Krämer Gal 222]. Er hot U. met verdächdiche Kerl [ KU-Schmittw/O]. Er hat met dem Mäde U. gehat [ ZW-Ernstw]. Volksgl.: Wann en Gelser (Gelzer) U. g'hatt hot met seiner Fraa, verreckt'm alles, as er schneidt der neegscht Dag [Fogel Beliefs Penns Nr. 794, Nr. 1894]. — 3. a. 'Umgrenzung'. a. 1314: Ein iegelicher der rmen sol, der sol varn uzer disen ziln, daz ist uzwendig den znen und den umbegengen sante Markes, sante German, sante Egidien [SpeyUrk. 224]; vgl. hierzu mhd. umbeganc 'Kreis, Umkreis, Umfang' ( Lexer Lexer II 1728). — b. 'umgrenzte Fläche, Gewanne, Flur'. a. 1658: der fünfte Umbgang die lauerdell genannt ... Achter Umbgang, die eselß wieß und esels berg genant [GdArch. KL-Ottbg (Gewannenbuch) S. 36 u. 59]. — RhWB Rhein. II 1004; ElsWB Els. I 223.
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