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 PfWB pritschen (Bd. 1, Sp. 1234)   PfWB ver-pritschen (Bd. 2, Sp. 1236) 
   pritschen schw.:
1.
a. 'schlagen'.
α. etwas p.
αα. die Wäsch pritsche (bridə) 'mit der Pritsche 5 a klopfen [SOPf]; vgl. PfWB blaueln 1; de Mischt p. 'den Stalldung mit der Pritsche 5 b festschlagen' [SOPf]; vgl. PfWB plätschen 2 a; 's Land p. 'die Erde im Gartenbeet nach dem Säen fest und glatt schlagen' [SOPf]; vgl. PfWB plätschen 2 b. - -
ββ. Flachs p. 'dreschen' [ LA-Mörzh]. —
β. einen p.
αα. 'mit der Pritsche 5 c hauen'. Wer bei der Weinlese Trauben hängen läßt, wird gepritscht [verbr. NPf nördl. VPf]. Bei dem alle 7 Jahre stattfindenden Flurumgang der Stadt Kaiserslautern werden Schüler und Schülerinnen der obersten Volksschulklassen an den einzelnen Grenzsteinen vom Pritschenmeister gepritscht; vgl. Schandein Bav. IV/2, S. 396/97. - -
ββ. 'an der Fastnacht mit der Narrenpritsche schlagen' [KB-Standbl FR-A'lein Carlsbg]. —
γ. 'auf das Gesäß hauen', auch ohne Pritsche [verbr. VPf, IB-Bebh KB-Kerzh Lambert Penns 32]; vgl. PfWB verhauen. Zs. PfWB abpritschen. —
b.
α. 'im Spiel alles abgewinnen'. Mer han'n gepritscht [KU-Kaulb, verbr. WPf], gepretscht [ IB-Rohrb Biesing]. Oft pass.: Er es gepritscht 'hat im Spiel alles verloren, hat sein Geld eingebüßt, ist bankrott' [WPf]. Er is ge-

[Bd. 1, Sp. 1235]
pritscht wie'm Naß (Name) sei Gus(?) 'Er hat nichts mehr' [ NW-Hardbg]. Er is gepritscht wie'm Hanndeewel (Hans-Theobald) sei Narr 'Er ist böse hereingefallen' [ KU-Kaulb]. Die Fußballer sin gepritscht worre 'haben verloren' [ SP-Ottstdt]. —
β. 'betrügen, anführen'. Den han ma gepritscht [Zweibr, verbr. WPf LA-Mörzh Insh]. Naun sein mer gepritscht 'betrogen, geprellt' [KU-Kaulb, verbr. WPf]. Gepritscht ist der Bursche, der von seinem Mädchen den Laufpaß erhielt; dass. auch vom Mädchen, das von seinem Burschen im Stich gelassen wurde [KL-Mehling, verbr.]. Er hot sich emol gepritscht 'ist hereingefallen' [ NW-Duttw]. Du bischt gepritscht 'blamiert' [ KU-Steinb]. Er is de Gepritschte [ KU-O'alb Zweibr]. Syn. s. PfWB betrügen. —
γ. 'vom Unglück heimgesucht werden'. Der aarem Kerl is gepritscht, sei Fräi is'm gestorb [ KU-Schmittw/O]. Un de Peere (Peter) steht gepritscht wie e Kind beim Dreck [Kiefer 37]. —
2.
a. 'stark regnen'. 's pritscht [ GH-Zeisk, LA-Edk Freimh KL-Steinwd]. —
b. pass. 'durchnäßt werden'. Heit simmer gepritscht worre [GH-Zeisk, verbr.]. —
3. 'gellend pfeifen, quieken', pritsche [Spey Germh]. —
4.
a. 'plötzlich hochschleudern', z. B. von Fröschen, die man auf das eine Ende eines Brettchens legt und durch einen Schlag auf das andere Ende fortkatapultiert [Neustdt PS-W'fischb]. —
b. 'ein Vogelnest ausheben' [ KB-Rams]. —
5. 'jemand erwischen' [ KL-Schneckhs]. —
6.
a. 'sich putzen, flott kleiden'. Er isch schon gepritscht for in die Kerch [ PS-Kröpp, ZW-Wiesb PS-Vinn]. —
b. 'das Haar kämmen, zurechtmachen', pritsche [ KU-Jul ZW-O'hs]. —
7. 'verraten, ausplaudern'. Er hat wieder alles gepritscht [ KU-Etschbg Haschb Brück Schellw KL-Rodb]. —
8.
a. 'Trauben nachlesen', pritsche [ KL-Alsbn]; vgl. PfWB Pritsche 6 a. —
b. 'beim Kartoffelausmachen zurückbleiben' [ PS-Fehrb]; vgl. PfWB Pritsche 6 b. —
9. in der Verb. gepritschte Grumbeere 'Kartoffelsalat' [ FR-Gr'niedh]; vgl. PfWB Pritschengrundbirnen. — Südhess. I 1122/23; RhWB Rhein. I 988, 990/91, VI 1116/17; ElsWB Els. II 207; Bad. I 328.

 

   ver-pritschen schw.: 'beim Klickerspiel verlieren'. Er hat alles verpritscht [ KU-Herschw/Petth Kollw]; vgl. PfWB verpitschen 2, PfWB verspielen 1 a. — Zu PfWB pritschen 1 b α. — Saarbr. 220; RhWB Rhein. VI 1117 u. Bad. II 92 and. Bed.