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 PfWB Pritsche (Bd. 1, Sp. 1232)   PfWB Stadt-pritsche (Bd. 6, Sp. 402) 
   Pritsche f.:
1.
a.
α. 'Schwanz des Hasen', Pretsch (bred) [ KU-Dennw/Frohnb HB-Walshs], Pritsch (brid) [allg. WPf sowie VPf bis zur Linie FR-Gr'niedh — NW-Herxh — NW-Neidfels - LA-Wey — Land — GH-Erlb — GH-Jockgr, selten im Gebiet östl. dieser Linie, wo man meist Haseschwänzel sagt]. Oft in der Zs. PfWB Hasenpritsche; vgl. PfWB Blume 2 c, PfWB Hasenschwanz, PfWB Schwanz. RA. (scherzh.): Wann de än Has siehscht, zettelscht'm Salz uff d' Pritsch, dann kannscht'ne fange [PS-Erfw, verbr., auch Gal]. —
β. 'Schwanz der Ziege' [verbr.]. Zs. PfWB Geißenpritsche. RA.: Der kriet noch kaan P. vun meiner Gaaß 'Der kriegt nicht einmal das, was einen Ziegenschwanz ausmacht' [ KU-Kaulb]. SprW.: Met Gewalt hebt mer e Gääß an de P. erum 'Mit großer Anstrengung kann man vieles erreichen' [ PS-Schmalbg]. VR.: Die Geiß die hat e kurzi P., da ist der Schneider heruntergeritscht; die Geiß die hat e langer Fuß, das ist dem Schneider sein Schnupfduwacksdus (Schnupftabaksdose) [ PS-Fehrb]. Es kummt e Mann vun Ingolstadt, der hot sei Gääßel am Pritschel g'hatt; des Gääßel kreischt: O weh, o weh, loß mich doch an mei'm Pritschel geh! [ BZ-Bindb]. AR.: Heut is Mittwuch, deck de Geiß ihr Pritsch uff, deck se wider zudas bischt du! [ GH-Neubg]. —
γ. 'Schwanz des Rindes'. Die Kuh stellt die P., wenn sie davonläuft [ GH-Zeisk]; davon die RA.: Weis (Zeige) die Pritsch! 'Geh weg, hau ab!' [ IB-Hass]. —
b. 'Gesäß der Frau'. Schlag ehr uf die P.! [ BZ-Dernb]. —
c. Pl. 'Schöße des langen Männerrockes', die Pritsche [ KU-Kaulb KB-Kriegsf]. —
d. 'Ochsenzunge (Anchusa officinalis)' [Heeger Tiere I 9]; vgl. PfWB Ochsenpritsche. —
e. übertr. von oben 1 c 'Stolz' in der RA.: Der stellt d' Pritsch 'kleidet sich zu fein' [ GH-Zeisk]. Do horrer (hat er) die P. gestellt 'Da war er voller Stolz, als er gelobt wurde' [ebd.]. —
2.
a. 'weinerlich verzogener Mund'; e Pritsch mache [LA-O'hochstdt, verbr.]; vgl. PfWB Brutze. —
b. 'Geschlechtsteil der Kuh' [ LU-Mundh NW-Hardbg LA-Rhodt BZ-Böllbn Gossw]; 'After der Gans' [ ZW-Battw]. —
c. 'weibliche Scham' [ BZ-Dernb Don-Schowe]. Syn. s. PfWB Bunz. —
3.
a. 'Kleinkind, das noch oft näßt', meist in zärtlich-tadelndem

[Bd. 1, Sp. 1233]
Sinne: Du Pritsch! 's es e alt P. [ KU-Kaulb Diedk KL-Hirschhn], e kläin P. [ KU-Schmittw/O]. —
b. 'ungezogenes Mädchen' [ ZW-O'hs]. —
c. 'Klatschbase, Müßiggängerin'.
α. ohne tadelnde Nebenbed. [NW-Wachh LA-Impfl]. Syn. s. PfWB Quatschmaul. —
β. anzüglich [ BZ-Dierb GH-Zeisk]. —
d. 'putzsüchtige Frauensperson' [ ZW-Riedbg]. —
4.
a. 'Brettersitz auf Wagen u. Schlitten', Pritsch (brid) [ KU-Kaulb BZ-Dernb]; 'erhöhter Sitz': De Schneider sitzt uf de P. un näht [ KU-Schmittw/O, BZ-Dernb]. Zs. PfWB Hünkels-, PfWB Musikantenpritsche. —
b. 'Laufdielen im Baugerüst' [ KB-Kriegsf]. —
c. 'Bretterbelag des Schweinestalles', Pritsch [WPf seltener VPf], Näheres zur Verbr. s. K. bei Rost, dort auch Syn., Pretsch [ KU-Altkch IB-Rohrb Habkch HB-N'alth]. —
d.
α. 'hölzerne Liegestatt', bes. in der Wachstube, im Arrestlokal. Er leit uf de P. [KU-Schmittw/O, verbr. bes. mittl. VPf]; vgl. PfWB Liegebank. Zs. Ofenpritsche. RA.: uf der Britsch sein 'arbeitsunfähig sein' [Lambert Penns 32]. —
β. scherzh. für 'Bett' [IB-Hass PS-Winz RO-Hochst verbr. mittl. VPf]; aarmseliche Pritschelcher, schlecht ausgestattete Betten' [ NW-Weish/S]. —
γ. 'Liegestuhl aus Weidengeflecht' [ GH-Neubg]. —
e. übertr. von oben 4 d α: 'Arrestlokal im Dorf'. Er kummt uf die P. [ KU-W'mohr PS-Windsbg FR-N'lein]. Syn. s. PfWB Kittchen. Davon die RA.: Er sitzt in de P. 'befindet sich in einer unglücklichen Lage' [ NW-Wachh]; vgl. PfWB Prisangel. Syn. s. PfWB Zwickmühle. —
f. 'Lastwagen, Tafelwagen' [ ZW-Dietriching BZ-Dernb]; vgl. PfWB Pritschenwagen. Zs. PfWB Pfuhlpritsche. —
5.
a. 'handliches Brett zum Klopfen der Wäsche beim Waschen', Pritsch (brid) [verbr. SOPf (Nachlaß Heeger)]. Zs. PfWB Wäschpritsche. Syn. s. PfWB Blauel 1. —
b. = PfWB Platsche 2 b [ BZ-V'weidth SP-Mechth]. Zs. PfWB Mistpritsche. —
c. 'Gerät zum Schlagen und Hauen'; mit de P. pritsche [verbr.]. Das Gerät ist aus Buchenholz, etwa 30 cm lang; die Schlagfläche ist der Länge nach in einige Blätter geteilt (ähnlich dem zusammengelegten Fächer), so daß beim Schlagen ein klapperndes Geräusch entsteht; vgl. PfWB Pritschholz. Hierher gehören wohl auch die RA.: Er hat e P. anhänke 'hat im Spiel alle Klicker verloren' [ KB-Lauth]. Es geht um die P. 'Es geht im Ernst um den Gewinn im Klickerspiel' [ KL-Weltb]; vgl. PfWB Quetsche. Bei der Weinlese werden Leser und Leserinnen, die Trauben hängen ließen, mit de P. geprischt [ RO-Mannw]. Zs. PfWB Narrenpritsche. —
6.
a. 'Rest von Trauben'; e Pritsch stehe losse [ PS-Fehrb]. Demjenigen, der bei der Weinlese nicht sorgfältig arbeitet, droht die Strafe des Gepritschtwerdens [ KU-Schmittw/O]; vgl. oben 5 c. —
b. 'Rest des Kartoffelackers, den man für einen anderen übrig läßt'; e P. mache [ KL-Siegb, IB-Hass]. — Südhess. I

[Bd. 1, Sp. 1234]
1121/22; RhWB Rhein. I 987 ff.; Saarbr. 37; LothWB Lothr. 65; ElsWB Els. II 206/07; Bad. I 328.

 

  -pritsche f.: Schimpfw. für die Städterin, -pritsch [ KL-Reichb]; vgl. PfWB Pritsche 3 a - d. —