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| PfWB Pritsche (Bd. 1, Sp. 1232) | PfWB Quetsche1 (Bd. 5, Sp. 322) | PfWB Schick2 (Bd. 5, Sp. 950) | |||||||||||||||||
1. a. α. 'Schwanz des Hasen', Pretsch (bred) [ KU-Dennw/Frohnb HB-Walshs], Pritsch (brid) [allg. WPf sowie VPf bis zur Linie FR-Gr'niedh — NW-Herxh — NW-Neidfels - LA-Wey — Land — GH-Erlb — GH-Jockgr, selten im Gebiet östl. dieser Linie, wo man meist Haseschwänzel sagt]. Oft in der Zs. PfWB Hasenpritsche; vgl. PfWB Blume 2 c, PfWB Hasenschwanz, PfWB Schwanz. RA. (scherzh.): Wann de än Has siehscht, zettelscht'm Salz uff d' Pritsch, dann kannscht'ne fange [PS-Erfw, verbr., auch Gal]. — β. 'Schwanz der Ziege' [verbr.]. Zs. PfWB Geißenpritsche. RA.: Der kriet noch kaan P. vun meiner Gaaß 'Der kriegt nicht einmal das, was einen Ziegenschwanz ausmacht' [ KU-Kaulb]. SprW.: Met Gewalt hebt mer e Gääß an de P. erum 'Mit großer Anstrengung kann man vieles erreichen' [ PS-Schmalbg]. VR.: Die Geiß die hat e kurzi P., da ist der Schneider heruntergeritscht; die Geiß die hat e langer Fuß, das ist dem Schneider sein Schnupfduwacksdus (Schnupftabaksdose) [ PS-Fehrb]. Es kummt e Mann vun Ingolstadt, der hot sei Gääßel am Pritschel g'hatt; des Gääßel kreischt: O weh, o weh, loß mich doch an mei'm Pritschel geh! [ BZ-Bindb]. AR.: Heut is Mittwuch, deck de Geiß ihr Pritsch uff, deck se wider zu — das bischt du! [ GH-Neubg]. — γ. 'Schwanz des Rindes'. Die Kuh stellt die P., wenn sie davonläuft [ GH-Zeisk]; davon die RA.: Weis (Zeige) die Pritsch! 'Geh weg, hau ab!' [ IB-Hass]. — b. 'Gesäß der Frau'. Schlag ehr uf die P.! [ BZ-Dernb]. — c. Pl. 'Schöße des langen Männerrockes', die Pritsche [ KU-Kaulb KB-Kriegsf]. — d. 'Ochsenzunge (Anchusa officinalis)' [Heeger Tiere I 9]; vgl. PfWB Ochsenpritsche. — e. übertr. von oben 1 c 'Stolz' in der RA.: Der stellt d' Pritsch 'kleidet sich zu fein' [ GH-Zeisk]. Do horrer (hat er) die P. gestellt 'Da war er voller Stolz, als er gelobt wurde' [ebd.]. — 2. a. 'weinerlich verzogener Mund'; e Pritsch mache [LA-O'hochstdt, verbr.]; vgl. PfWB Brutze. — b. 'Geschlechtsteil der Kuh' [ LU-Mundh NW-Hardbg LA-Rhodt BZ-Böllbn Gossw]; 'After der Gans' [ ZW-Battw]. — c. 'weibliche Scham' [ BZ-Dernb Don-Schowe]. Syn. s. PfWB Bunz. — 3. a. 'Kleinkind, das noch oft näßt', meist in zärtlich-tadelndem [Bd. 1, Sp. 1233] Sinne: Du Pritsch! 's es e alt P. [ KU-Kaulb Diedk KL-Hirschhn], e kläin P. [ KU-Schmittw/O]. — b. 'ungezogenes Mädchen' [ ZW-O'hs]. — c. 'Klatschbase, Müßiggängerin'. α. ohne tadelnde Nebenbed. [NW-Wachh LA-Impfl]. Syn. s. PfWB Quatschmaul. — β. anzüglich [ BZ-Dierb GH-Zeisk]. — d. 'putzsüchtige Frauensperson' [ ZW-Riedbg]. — 4. a. 'Brettersitz auf Wagen u. Schlitten', Pritsch (brid) [ KU-Kaulb BZ-Dernb]; 'erhöhter Sitz': De Schneider sitzt uf de P. un näht [ KU-Schmittw/O, BZ-Dernb]. Zs. PfWB Hünkels-, PfWB Musikantenpritsche. — b. 'Laufdielen im Baugerüst' [ KB-Kriegsf]. — c. 'Bretterbelag des Schweinestalles', Pritsch [WPf seltener VPf], Näheres zur Verbr. s. K. bei Rost, dort auch Syn., Pretsch [ KU-Altkch IB-Rohrb Habkch HB-N'alth]. — d. α. 'hölzerne Liegestatt', bes. in der Wachstube, im Arrestlokal. Er leit uf de P. [KU-Schmittw/O, verbr. bes. mittl. VPf]; vgl. PfWB Liegebank. Zs. Ofenpritsche. RA.: uf der Britsch sein 'arbeitsunfähig sein' [Lambert Penns 32]. — β. scherzh. für 'Bett' [IB-Hass PS-Winz RO-Hochst verbr. mittl. VPf]; aarmseliche Pritschelcher, schlecht ausgestattete Betten' [ NW-Weish/S]. — γ. 'Liegestuhl aus Weidengeflecht' [ GH-Neubg]. — e. übertr. von oben 4 d α: 'Arrestlokal im Dorf'. Er kummt uf die P. [ KU-W'mohr PS-Windsbg FR-N'lein]. Syn. s. PfWB Kittchen. Davon die RA.: Er sitzt in de P. 'befindet sich in einer unglücklichen Lage' [ NW-Wachh]; vgl. PfWB Prisangel. Syn. s. PfWB Zwickmühle. — f. 'Lastwagen, Tafelwagen' [ ZW-Dietriching BZ-Dernb]; vgl. PfWB Pritschenwagen. Zs. PfWB Pfuhlpritsche. — 5. a. 'handliches Brett zum Klopfen der Wäsche beim Waschen', Pritsch (brid) [verbr. SOPf (Nachlaß Heeger)]. Zs. PfWB Wäschpritsche. Syn. s. PfWB Blauel 1. — b. = PfWB Platsche 2 b [ BZ-V'weidth SP-Mechth]. Zs. PfWB Mistpritsche. — c. 'Gerät zum Schlagen und Hauen'; mit de P. pritsche [verbr.]. Das Gerät ist aus Buchenholz, etwa 30 cm lang; die Schlagfläche ist der Länge nach in einige Blätter geteilt (ähnlich dem zusammengelegten Fächer), so daß beim Schlagen ein klapperndes Geräusch entsteht; vgl. PfWB Pritschholz. Hierher gehören wohl auch die RA.: Er hat e P. anhänke 'hat im Spiel alle Klicker verloren' [ KB-Lauth]. Es geht um die P. 'Es geht im Ernst um den Gewinn im Klickerspiel' [ KL-Weltb]; vgl. PfWB Quetsche. Bei der Weinlese werden Leser und Leserinnen, die Trauben hängen ließen, mit de P. geprischt [ RO-Mannw]. Zs. PfWB Narrenpritsche. — 6. a. 'Rest von Trauben'; e Pritsch stehe losse [ PS-Fehrb]. Demjenigen, der bei der Weinlese nicht sorgfältig arbeitet, droht die Strafe des Gepritschtwerdens [ KU-Schmittw/O]; vgl. oben 5 c. — b. 'Rest des Kartoffelackers, den man für einen anderen übrig läßt'; e P. mache [ KL-Siegb, IB-Hass]. — Südhess. I [Bd. 1, Sp. 1234] 1121/22; RhWB Rhein. I 987 ff.; Saarbr. 37; LothWB Lothr. 65; ElsWB Els. II 206/07; Bad. I 328.
| 1. a. 'Zwetschge, eine längliche, im Ggs. zur dickeren, runderen, süßeren Pflaume, später reifende Kulturform von Prunus domestica', Quetsch (gwęd) [verbr., Schneckenburger 20 PfId. 110 Wilde 276 Lambert Penns 120 mancherorts Don Krämer Gal 170], Quatsch [ GH-Neubg]; Pl. Quetsche [verbr., Bertram § 224 Mang 92 Müller Dietschw 39 Journ. 1786 236], Quatsche [GH-Neubg (Wilde 176)], Gewetsche [PS-Erfw, SP-Schiffstdt u. Umg. (Wilde 276)], Owetsche, Howetsche ["Oppauer Gegend" Wilde 276]; Zs. August-, Bach-, Pferds-, Tabaks-, Dörr-, Dornen-, Eier-, Früh-, Garten-, Haus-, Herbst-, Metzger-, Narren-, Riesen-, Roß-, Spät-, Wiesen-, PfWB Zweigquetsche(n); daneben unterscheidet man: Bühler Quetsche [ RO-Dielkch, mancherorts], gäle Quetsche [ GH-Kand], spore (späte) Quetsche [ KB-Kriegsf LU-Maud], Idaljääner Quetsche [ PS-Gersb]. Gerichte, zu denen Q. gegessen werden: Nuule (Nudeln) un gedärrde Quetsche ein Karfreitagsgericht [ BZ-Annw]; geschniddene Nurle met Quetsche [ HB-Kirrbg]; Dampnudele mit Quetsche [ PS-Fehrb]; Rendfleesch mit Meerreddich, Gegummere orrer eingemachde Quetsche [ LA-Gommh]; Dampfknebb mit Schnitz orer gedärrde Quetsche [ LA-Wollmh]. Die Quetsche sin wormessich 'wurmstichig' [ NW-Freinsh]. Die Quetsche werrn uf de Herdle (s. PfWB Horde 1 a) gedärrt [ PS-Erfw]. RA.: Im A... wie e Q. 'tot, fertig' [Wilde 277]; bloo wie e Q. 'tiefblau' [Thielen So rerre mer 99]. Die Nans is so bloo wie e Q. [ RO-Schiersf]. Wann ich satt bin, kann ich immer noch hunnert Quetsche esse [Land]. Die hat e Q. im Maul 'singt verkehrt' [Krieger 20]. Zu Kindern, die in der Nase boh- [Bd. 5, Sp. 323] ren und dazu die Untugend haben, das Herausgebohrte in den Mund zu stecken, sagt man: Sin die Quetsche reif? [Kaislt]. Vun de Q. es es Blooe eweg 'das Beste, die beste Zeit ist dahin, die Beschwernisse des Alters sind nicht zu übersehen' [Thielen So rerre mer 99]. Sie hen minanner Quetsche g'stohle 'Sie sind sehr gut miteinander bekannt' [ GH-Zeisk]. Ich verdrick dich, wie e Q.! [Krieger 52]. Der spinnt noch derre Quetsche [Wilde Notizen]. Malör die Q.! Ausruf [NW-Hardbg u. Umg.]. De Deiwel schreibt Quetsche! verbreiteter Ausspruch des Unwillens, der von einem Feldhüter stammen soll, der, weil er das Wort Quetsche nicht schreiben konnte, statt eines Zwetschgendiebstahls einen Apfeldiebstahl begleitet von obigem Ausspruch in sein Protokoll aufnahm [Wilde 278]. Q - u - etsche - Quetsche / B - ä - ämche - Bämche / Quetschebämche Verspottung der früheren Buchstabiermethode an Volksschulen [KL-Fischb, Wilde 278]. SprW.: De Letscht hat die bescht Q. 'Der Letzte ist am besten dran' [Pirmas Don-Schowe]. BR.: Wann's Laab vor de Bliede kummt, gebt's kaan Quetsche [FR-Kindh, KU-Schmittw/O, ähnl. Wilde 278]. Volksmed.: »Ein Gelbsüchtiger wird durch den Genuß einer dürren Zwetsche, in die man zwei lebende Läuse gesetzt hat, geheilt. Der Kranke darf jedoch von dem Vorhandensein der beiden Tiere nichts wissen« [KU-Haschb (Wilde 278)]. Volksbr.: Früher band man in Mehl getauchte gedörrte Zwetschgen als Schmuck an den Christbaum [ GH-Mindlach]. Rätsel von der Zwetschge: Auße bloo, innwennich geel un in de Mitt e Stään [ KU-Schmittw/O]. VR.: Grasgrine Quetsche, / Zuckerhonigsiß, / Wann ich se verschmecke, / Hobbeln mer mein Fiß [Wilde 278]. Einen weiteren VR. s. PfWB Latwerge. a. 1571: Item 3 lib. quetschken [ZweibrKellR]. a. 1573: Die Quetschen seyend auch verwilliget worden den Zehent davon zu nehmen [F. Poth Die wirtschaftlichen Verhältnisse der Gemeinde Edesheim 1500-1794, Diss. Frankfurt 1929, S. 19]. — b. 'Pflaume' [vereinzelt]; vgl. PfWB Pflaume 1 und K. 43. — 2. übertr. a. α. 'blaue Nase (des Trinkers)', Quetsch [ PS-Rodalb FR-Bockh]. — β. 'Nase', scherzh. [ RO-Münchw Rockhs KL-Fischb Hauptstl Mackb Olsbr PS-Busbg Pirmas KB-Kriegsf], Quatsch [ GH-Neubg]. Ich haa der uf die Q.! [ KL-Fischb]. — b. 'weibliches Geschlechtsteil', Quetsch [KU-Bedb, mancherorts Thielen 88 Wilde 277]; Syn. s. PfWB Bunz. — c. α. 'Priem Kautabak' [mancherorts NPf WPf, Kühn Hamet 128 Wilde 240]. Er kaut de ganze Tag die Q. [ ZW-Battw]. Die Benennungsmotivik ist die gleiche wie bei Priem < ndl. pruim 'Pflaume, Zwetschge'. — β. 'das im Mund angefeuchtete Zigarrenende' [Zweibr (Wilms Alph. 43)]. — γ. 'dicke Backe des Tabakkauers' [vereinzelt WPf, LU-Neuhf], auch auf geschwollene Backe überhaupt bezogen [Bd. 5, Sp. 324] [Wilde 278]. — d. 'Kehlkopf' [ IB-Rohrb]. — e. 'Geld', nur Pl. Quetsche [Kieffer Bilderb. 44]; Syn. s. PfWB Geld 1. — f. 'minderwertige Sache, geringe Habe, kleiner Betrieb' [Kaislt, vereinzelt]; Zs.: PfWB Sandquetsche. Pack dei siewe Quetsche samme! 'Pack deine Habseligkeiten, deine Siebensachen!' [NW-Elmst, vereinzelt SOPf, Gal-Neu-Chrusno Buch-A'frat Tereblestie St. Onufry]. Sie is net groß, e Quetsch (ein kleiner Betrieb), ganz klää [Siebenlist 121]. — g. 'Fußball', abschätzig, jung [Kaislt Zweibr (Wilms Alph. 43)]. — h. 'Uhr', scherzh. [Land]. — i. 'das Malzeichen, nach dem beim Klickern geworfen wird' [ BZ-Gleisz/Gleishb]; vgl. PfWB Kaute 1gα. — j. 'Mädchen'; e friehzeirich Q. 'ein frühreifes Mädchen' [Thielen So rerre mer 99]. — k. Pl. Neckname für die Bewohner von KB-Orb, Orwisser Quetsche [ KB-Morschh Orb] und RO-Würzw Quetsche [ RO-Würzw]. — l. vgl. PfWB Drehquetsche. — Aus romanisch (pruna) davascena 'Damaszenerpflaume', die Formen auf Qu- (< tw-) sind im Mittel- und Nordwestdeutschen vorherrschend ( DWB DWb. VII 2366, DWB XVI 1104 ff.; Kluge-Mitzka20 895/96 Müller-Frings GermRom. 420/21). — Südhess. IV 1154/55; RhWB Rhein. VI 1332/33; LothWB Lothr. 323; ElsWB Els. II 213.
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