breisen st.: '(ein)schnüren, einfassen'. a. 1356: (Frauen und Jungfrauen sollen) keinen Barchenrock, Unnerrock oder Oberrock zu den Siten brisen oder durch Engenisse mit Snüren inziehen [Schandein Bav. IV/2, S. 266 (Statut des Rats zu Speyer)]. a. 1425: von eyme gebriesen slechten frauwen rocke one glencke [LeinArch. (Löhne)]. — Mhd. brîsen. — ElsWB Els. II 198; Bad. I 44 anbreisen. | | briseⁿ [prísə, Part. kəpresə Hf.] schnüren. — Schwäb. 95. Bayer. 365. | | Bris(e) [Prìsə S.; Prís O. U.; Præis Ndrröd.; Demin. –lə S. O., –l U. W.] f. 1. Einfassung eines Kleides, Saum; der vordere Teil der Ärmel an Hemden, Röcken (wo die Knöpfe sitzen zum Schliessen) St. ‘daz keine frowe .. sich nit me schürtzen sol mit iren brüsten, weder mit hemeden noch gebrisen, röcken noch mit keinre ander gevengnsze’ Str. 14. Jh. Brucker 292. Demin. Bündchen unter dem Hemdkragen: Uf s Brisl setzt mr dn Krajeⁿ Bisch. ‘Preisel Handbesatz, Einfassung des Hemdes an der Hand’ Klein. ‘Nestel briss und herte drück’ Brant Narr. 29, 78. Zss. Brisbëndl, –nestl; briseringel Str. 1482 Brucker 245. 2. Narbe, Schramme infolge einer Schnittwunde S. M. = Das Buch der sünden des munds Von .. Doctor Keisersperg .. Str. Grieninger 1518. Meⁿ gsiʰt d B. noch, wo-n-iʰ miʰ vor zwei Joʰrⁿ ghaüeⁿ ha Liebsd. — Basel 41. Schwäb. 95. Bayer. 364. |
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