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 PfWB brauchen (Bd. 1, Sp. 1167)   PfWB Rose (Bd. 5, Sp. 586) 
   brauchen schw.:
1.
a. 'benutzen, verwenden', brauche, brouche, bruche, s. F. [allg.]; vgl. PfWB gebrauchen. Dene kammer iwweraal brauche, von einem Tüchtigen [ PS-Saalstdt, allg.]. Der braucht sei Maul, wer unerschrocken seine Meinung sagt, sich mit Worten zu verteidigen weiß [KU-Kaulb, verbr.]. a. 1480: vnschedlich holtz ... ihn den eigen wäldchin zu hauen vnd ... zu brauchen [PfWeist. I 446 (KL-Erlb)]. 16. Jh.: und sollen sie und die von Heiligenstein den weidgangk bruchen, als von alter herkomen ist [PfWeist. I 97 (SP-Berghs)]. a. 1590: Item es soll auch ein Jeder, der Inn dieser Statt hanthiren will, kein maß, wag, Eln oder Gewicht breuchen, Es sei ihm zuvor ... mit der Statt zeichen gebrandt [ZweibrUrkb. 164]. —
b. e Weibsmensch b. 'beschlafen' [verbr.]. —
c. 'mit Sympathiemitteln (Zaubersprüchen, Einreibungen, Blasen, Bestreichen) heilen'. Die kann brauche [verbr. noch um 1900, heute selten]. Sie hot dem Kind drei Dag gebraucht, weil's angewachse war; jetzt esch's wirrer g'sund [ BZ-Dernb]. Brauchspruch gegen Mumps: Ohreklamm, Ohreklamm, ich brauche der met de Feierzang [ KU-Kaulb]. Warze kammer vertreiwe mit Brauche. Mer sagt drei Owed hen'dran: Neimuund, was ich anguck, nemm zu, was ich streich, nemm ab [Fogel Beliefs Penns Nr. 1728]. Mit Karfreidagsaier kammer gut brauche [ebd. Nr. 862]. Weitere Beispiele des Brauchens s. bei PfWB Abnehmen 1, PfWB anwachsen 3, PfWB pispern 2a, PfWB Blut 1, PfWB Bräune, PfWB Fieber, PfWB Gelbsucht, PfWB Magenfieber, PfWB Milchfrost, PfWB Mumps, PfWB Rose, PfWB Schmerz, PfWB Schußblater, PfWB Warze, PfWB Wunde, PfWB Zahnweh. Vgl. Becker Vk. 134 ff. und Fogel Beliefs Penns. —
2. = PfWB verbrauchen. Mer hänn

[Bd. 1, Sp. 1168]
viel Geld verdient, hänn awwer aach viel werrer gebraucht [PfRSch. vom 29. 10. 1933 (FR-Hettleidh)]. SprW.: Hat mer viel, dann brauch mer viel; auch das Gegenteil dazu: Was mer net hat, brauch mer net [Kaislt, verbr.]. —
3. 'bedürfen, nötig haben'.
a. positiv. Eß, was der schmackt un hall dich gut, dann brauchschde ke Dokter [ ZW-Battw]. RA.: Die braicht (bräuchte) achtzehn, von einer Liederlichen [ LU-Opp]. Der kinnt (könnte) en Geldschisser brauche [ BZ-Dernb]. Er braucht die ganz Stroß, von einem Betrunkenen [ LU-Muttstdt]. Wann de wieder was brauchscht, ich bin alle Markdag do, als höfliche Ablehnung des Dankes [ LU-Neuhf]. Hitz hot er, sacht er, hätt er; Kiehling (Kühlung) braicht er, mecht er, wett er (wollte er) [ SP-Harths]. Wammer die Wichsberscht braucht, es se net do [ KB-Bennhs]. Es brauch äns es anner [ WD-Niedkch]. Geld esch Dreck, awwer mer braucht's [ BZ-Dernb]. E gut Ding brauch(t) Weil [ Gal]. Der kann alles brauche, was er gelernt hat, von einem Dummen [ KU-Schmittw/O]. —
b. negativ. Die bergab fahrende Lokomotive faucht mit Leichtigkeit: Ich brauch dich nit, ich brauch dich nit! [LU-Opp, verbr.]. Er is krank, brauch awwer net se leie [ KU-Bedb, allg.]. RA.: Wann der schloft, braucht er nix se esse [ Gal-Brig Obl]. SprW.: Wer sich wääß se schicke, der braucht sich net se bicke [ GH-Nd'lustdt, Kaislt]. — F.: bruxə lothr. SWPf (südl. der Linie Hus, s. K. 1); brouxə verbr. SWPf wie Hous, s. K. 1; brāuxə KU-Ulm Friedhs HB-Jägbg verbr. Nordteil der südl. VPf (vgl. Heeger Südostpf. § 1 Anm. c und Bertram 84, § 134), bei der jüngeren Gener. 1968 vielfach schon kurzes -a-; bruxə HB-Walshs; übrige Teile der Pfalz allg. brauxə. Ind. Sing. 1. braux (brux, broux, brāux), 2. -x(d), 3. -x(d); Pl. 1.-3. -xə NPf u. WPf westl. der Linie RO-Ebbg — RO-H'stätt — KU-Schmittw/O — RO-Gundw — KL-Kindsb — PS-Horb — PS-Fehrb — PS-Salzwg — PS-Hirschth (die genannten Orte einbegriffen), verbr. Ostteil der NPf, selten VPf; sonst -xən, vgl. PfWB sitzen u. K. 7a in DSA; in Gal-Obl braiχən; Sonderfall für Pl. 2. braiχd, braiχə, braiχən mancherorts Penns, Buffington Penns Var. 224 u. PSA 51. Konj. Prät. Sing. 1. u. 3. braiχd (zu brauxə), brid (zu bruxə), bręiχd (zu brouxə), brāiχd (zu brāuxə); 2. -χ(d); Pl. -χdə u. -χdən. Part. Perf. gəbrauxd (gəbruxd, gəbrouxd, gəbrāuxd), seltener (und dann zumeist in konjunktivischer Verwendung) gəbraiχd (gəbrid, gəbręiχd, gəbrāiχd). Südhess. I 1078/79; RhWB Rhein. I 926 ff.; Saarbr. 35; LothWB Lothr. 67 bruchen; ElsWB Els. II 179 bruchen; Bad. I 310.

 

   Rose f.:
1.
a. 'die Blume Rose (Rosa) in verschiedenen Arten und Farben sowie deren Stock', Ros (rōs), Pl. Rose (rōsə, rōzə) [verbr. (außer Umg. Land), Christmann Kaulb 18, 89 Mang 122 Müller Dietschw 57 Schneckenburger 26 Wilde 211, Lambert Penns 126], Rous (rǫus), Pl. Rouse [verbr. Umg. Land LU-Altr HB-Breitft, Wilde 211], Pl. Rause [östl. Land (Wilde 211)], Rus (rūs) [ RO-Duchr/O'hs Rehbn]; Dim.: Sg. Resje (rēsjə) u. Res'che (rēsχə), Pl. Resjer

[Bd. 5, Sp. 587]
(rēsjər) u. Res'cher (rēsχər) [verbr. WPf NPf nördl. VPf, Christmann Kaulb 75 Schandein Ged. 246, Don-Werb, verbr. Gal], Sg. u. Pl. Resel [Bergz, mancherorts mittl. u. südl. VPf O-PS (außer Umg. Land)], Sg. Resel, Pl. Reselcher [ LU-Alsh/Gr], Sg. Räisel [ LU-Altr], Sg. Räisel, Pl. Räislich, seltener Räiselcher [Umg. Land], Resi [ KU-Schmittw/O]; Wildi (Wille) R. 'Heckenrose' [LU-Altr, GH-Neubg Wilde 97]; Zs.: PfWB Pfingstrose 2 b, Buschwindröschen 2, PfWB Platsch- 1, PfWB Tee-, PfWB Dorn(en)-, PfWB Hunds-, Kirchhof(s)- 1, PfWB Klatsch- 3, PfWB Kleber-, PfWB Kletter-, PfWB Moos-, PfWB Muttergottes-, PfWB Monats- 1, PfWB Schling-, PfWB Stamm-, PfWB Zwergrose. RA.: Sie (Er, Es) bliht wie e R. 'hat rote Wangen, eine frische, gesunde Gesichtsfarbe' [KU-Obw/Tiefb, verbr.], hot Res'cher uf de Backe, dass. [ KL-Weilb]. Sie is uf Rose gebett' 'ist glücklich' [ LU-Opp]. Er sitzt in de Rose wie de Deiwel in de Nessele [ NW-Kallstdt]. SprW.: Geduld (un Zeit) bringt Rose, awwer s'erscht Knepp (s. PfWB Knopf 1 bα) [ KU-Schmittw/O, mancherorts]. Var.: Zeit bringt Rose, saat de Fuchs, awwer z'erscht die Knepp [Hebel 49]. Geduld bringt Rose un mit der Zeit verrissene Hose [ Don-Schowe]. E R. ohne Blaat gebt dem, der kä Ehr hat [ KU-Schmittw/O]. Die Lieb is los, sie fallt so gut uf e Kuhbladder wie uf e R. [Hebel 45]. Var.: Die Lieb, die is so groß, die fallt so gut uf e Kihdreck wie uf e R. [ Gal-Bagbg, mancherorts Don Gal Buch]. Volksgl.: Wenn im Brautbukett die Rosen die Köpfe hängen lassen, bedeutet dies Unglück in der Ehe [ NW-Herxh]. Eine Brauchformel: Es liegen drei Rosen unter unsers lieben Herrn Gottes Herz, die erste war die Demuth die andere die Sanftmuth. O Blut stehe bei den Name N. N. still was der liebe Gott von dir haben will, im Name +++ [ohne Quellenangabe]. VR.: E Ros im Garde, / E Blumm im Weg, / 's Bibche muß schaffe, / Sonst kriegt es die Schläg [PS-Winz (Wilde 213)]. Mein Schatz isch so groß, / Un er bliht wie e Ros, / Un er loßt sich verfihre / Von jedem Schinnoos [VPf (Wilde 212)]. Ringele, Ringele, Rose, / Die Märe hän ke Hose, / Die Buwe hän ke Reck, / Drum springen se hinner e Heck [ BZ-Hofstätt]. Schneid Resle, schneid Resle, loß die Stimple steh! / Wannd' Mädle verheirat sin, sin se nimmi so schä [Bergz (Kamm 120), Var. Wilde 212]. Weitere VR. s. PfWB Aprikose, PfWB Backofen 1, PfWB Bampelsack, PfWB Bube 1, PfWB Katzenschwanz 2 bα, PfWB Kuchen 1 b α, PfWB Mädchen 1 a, PfWB Ringel 1 e, PfWB Rock 1 b, Wilde 212/13. —
b. andere Blumen oder Pflanzen. α. Res'che hinner de Heck 'Schwarzkümmel' [IB-Blickw (Wilde 225)]. —
β. 'Stiefmütterchen', Pl. Rose [ KU-Nußb]. —
γ. R. von Jericho 'Weihnachtsrose', als Schmerzstillmittel bei Geburtswehen verwendet [Schandein Bav. IV,2 345]. —
δ. s. die Zs.: Adonis-, PfWB Ballen-, PfWB Pappel-,

[Bd. 5, Sp. 588]
PfWB Batonje-, PfWB Pferds-, PfWB Pfingst- 1 u. 2 a, PfWB Plappel-, PfWB Plapper-, PfWB Platsch- 2, PfWB Blut-, PfWB Bräun-, PfWB Brogrose, Buschrröschen 1, PfWB Busch-, Butter-, PfWB Dach-, PfWB Tinten-, PfWB Dotzen-, PfWB Dutzend-, PfWB Essig-, Feder-, PfWB Feuer-, PfWB Flapper-, PfWB Flatter-, Gakkel(s)-, PfWB Gall-, PfWB Gaukel-, Gäuls-, PfWB Gicht-, PfWB Gold-, PfWB Gras-, PfWB Hals-, PfWB Herbst-, Herz-, PfWB Himmels-, PfWB Kessel-, PfWB Kirchen-, Kirchhof(s)- 2, PfWB Klapper-, PfWB Klatsch- 1 u. 2, PfWB Königs-, PfWB Lorbeer-, Mai-, PfWB Maul-, PfWB Mohn-, PfWB Quack-, PfWB Ringel-, PfWB Sammet-, PfWB Sau-, PfWB Schalk-, Schnee-, PfWB Schnell-, Seiden-, PfWB Stangen-, PfWB Stengel-, Stern-, PfWB Stink-, PfWB Stock-, PfWB Wasser-, PfWB Wein-, PfWB Wind-, PfWB Winterrose.
ε. 'rosenförmige Knollen des Rosenkohls'. Om Rosekohl sein hibsche Reselcher [ KU-Schmittw/O]. —
ζ. eine Kartoffelsorte, Rose [ HB-Höch]. —
2.
a. α. eine Hauterkrankung mit Rötung im Gesicht, Ros [ KU-A'glan Bedb Diedk Erdb Kus Lohnw Schmittw/O WD-Niedkch RO-Alsbr FR-Bockh NW-Freinsh], Rus [ RO-Rehborn]; Zs.: PfWB Gesicht(s)-, PfWB Kopfrose. —
β. 'Rotlauf' [ WD-Niedkch], die Feirich R. [Lambert Penns 126]; vgl. PfWB Erysipel; Zs.: PfWB Wundrose. Volksmed.: For die R. werd gebraucht, orrer mer straut feine Zoucker en die Kuchepann om Owe, fehrt met de Watt enenn oun leet die ouf die geschwull Stell [ WD-Niedkch]. Die Feirich Ros iss gleich verriwwer, / Do schmeisst mer'n Schipp voll Feier driwwer [Birmelin Penns Gezw. 66, ähnlich: Fogel Beliefs Penns Nr. 1519]. —
γ. s. die Zs. PfWB Gürtel-, PfWB Kellerrösel, PfWB Monatsrose 2. —
b. 'Gebärmutter', Dim. Resche [ KB-Kriegsf]. —
c. 'Brause der Gießkanne', Ros [verbr. östl. NPf, Buch-Illisch]; Zs.: PfWB Gießkann(en)-, PfWB Wasserrose; Syn. s. PfWB Zotte. —
d. s. die Zs. PfWB Windrose. —
3. Dim. e neitscherig Resche 'eine Neugierige' [Kaislt, Glantal (Wilde 211)]. — Südhess. IV 1458 ff.; RhWB Rhein. VII 508 ff.; LothWB Lothr. 418; ElsWB Els. II 289.