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 PfWB braten (Bd. 1, Sp. 1162)   PfWB Saft (Bd. 5, Sp. 702)   PfWB Messer (Bd. 4, Sp. 1305) 
   braten st.:
1. trans.
a. wie schd., Fleisch, Wurst, Äpfel, Kartoffeln usw. b., brode, broðe, brore, brole, s. F. [allg.]; vgl. PfWB an-, PfWB aus-, PfWB verbraten. Mer brode e Gans (e Hahn) [ LA-Gommh, allg.]. Heit gebt's gebrole Flääsch [KU-Bedb, verbr.], gebroreni Worscht [GH-Kand, verbr.]. De Krank eßt gern e gebrode Daibche (Täubchen) [Frankth, verbr.]. Die Holzmacher essen im Wald gebrorene Grumbeere 'Kartoffeln, die (ungeschält) in heißer Asche gebraten werden' [ PS-Erfw]; ähnlich die Hütejungen in Gal. Ich eß die gebrotniche Grumbeere gere [ Don-Werb]. Er is so rot wie'n gebrorener Krebs [ NW-Kallstdt]. RA.: Dem is alles net gebrot 'nicht recht' [KU-Trahw, verbr. WPf

[Bd. 1, Sp. 1163]
Gal]. Was is der (dir) dann net gebrot? [verbr. Don Gal Buch]. Na, es der's ball gebrot? [RO-Dielkch, verbr.]. Du kriegscht e Extrawerschdel (Extrawürstchen) gebrode [mittl. VPf, verbr.]. Der glaabt, ihm flieche die gebrodene Dauwe ins Maul 'ihm würden alle Wünsche erfüllt' [ LU-Altr, allg.]. Dem han ich die Knackwerscht gebrot 'Den habe ich verhauen' [ KL-Wörsb]. Die isch net zum Siere (sieden) un net zum Brore 'sie taugt zu nichts' [ LU-Böhl]. Volksgl.: Wann Kinner ins Bett pisse, gebt mer 'ne en gebrotni Maus zu esse [Fogel Beliefs Penns Nr. 1483]; Ähnliches s. bei PfWB Bett 1 a, Sp. 751/24. Auszehring fihrt zum frihe Tod; do gewwich (gebe ich) dir en guder Rot: Du brotscht emol en Rasselschlang 'Klapperschlange' un geb's em Kranke, sei net bang! [Birmelin Penns Gezw. 67]. In dem VR. Saft, Saft, Seire (s. PfWB Saft) heißt es am Schluß der Var. aus Pirmas: Was dust de (tust du) mit de Vö'elcher (Vögelchen)? Brore, brore, mein Hubertche 'Weidenpfeife' soll gut ausgerore [Wilde 257]; s. auch PfWB Fisch, PfWB Nadel. a. 1521: fleysch zu sieden vnd zu broden [GgHospR]. a. 1532: gebrates vnnd zweyerley wißbrott [PfWeist. I 262 (KB-Dreis)], das volle Zitat s. bei PfWB Pfeffer 2. —
b. Fett b. 'auslassen' [ PS-Fehrb]. —
c. Die Sunn brot die Trauwe 'Die Septembersonne gibt den Trauben den feinen Duft und Geschmack' [KB-Zell, verbr.]. BR.: Im Juli muß brore, was im Herbscht soll gerore (geraten) [ RO-Als]. Was de Juli un de Auguscht net kochen, kann de September net brore [ LU-Alsh]. Was im Herbscht soll gerode, muß der Summer brode [verbr. Don Gal Buch]. Weitere BR s. bei PfWB August2. —
2. intrans. Die Gans ('s Flaasch) brot em Hawe 'Topf' (in de Pann) [ KB-Kriegsf, allg.]. Do esch e Hitz, daß mer brot [ BZ-Gossw]. — F.: Fast durchweg brōrə; brourə südl. Land; brōdə in einzelnen Orten der mittl. VPf Frankth Kaislt Pirmas Südwestecke der Pfalz; brōðe KU-Kaulb (ältere Gener.) Gal-Dornf Josbg; brōlə KU-Bedb. Das Part. Perf. in der WPf (einschl. NPf): gəbrōd; VPf gəbrōdə bzw. gəbrōrə (-ou-); vgl. K. 1 Linie gebroch/gebroche; die Verbreitung des intervokalischen -d- bzw. -r- etwa wie beim Inf. — Südhess. I 1073/74; RhWB Rhein. I 917/18; LothWB Lothr. 66; ElsWB Els. II 201; Bad. I 308/09.

 

   Saft m. (f.):
1.
a. 'Flüssigkeit in Pflanzen, Früchten', Saft (safd, sfd) [verbr., Christmann Kaulb 4 Höh 46 Müller Dietschw Lambert Penns 129], Pl. ungebr.; Zs.: PfWB Rebensaft 1. Die Rewe kummen (gehe) in de S., wenn im Frühjahr der Saft steigt [ LU-Alsh, LA-Burrw BZ-Heuchh]. Volksmed.: Der nach dem Schneiden der Reben austretende Saft wird als Mittel gegen entzündete, wehe, schlecht sehende Augen [mancherorts VPf], gegen Sommersprossen [ LA-Gleisw] und als Haarwasser [ LA-Mörzh] verwendet. VR.: Bastlösereime, die beim Losklopfen der Weidenrinde bei der Anfertigung von Weidenpfeifen zu sprechen oder zu singen waren: S., S., Seire, / Holler in de Weire, / Holler in de Grawe, / fressen mich die Rawe, / fressen mich die Muckeschwärm. / Modder geb mer e Norel! / Was duscht dann merre Norel? / Säckelche mache, Säckelche mache. / Was duscht dann merrem Säckelche? / Steencher lese, Steencher

[Bd. 5, Sp. 703]
lese. / Was duscht dann merrem Steenche? / Vögelche werfe, Vögelche werfe. / Was duscht dann merrem Vögelche? / Vögelche brore, brore (braten). / Was duscht dann merrem Brore? / Mei Peifche soll gut ausgerore [ ZW-Marthh]. Var.: S., S., Seire, / Mein Messer will nit schneire. / Do werf ich's in die Weire. / Modder geb mer e Norlche usw. [Pirmas (Wilde 257)]. S., S., Seire, / die Mädche wolle reire. / Falle se in de Grawe, / Do fresse se die Rawe, / Do fresse se die Willeschwein, / Geht main Peifche aus un ein. / Gut, gut gerore (geraten) [PS-W'fischb (Wilde 259)]. S., S., Seire, / Mädche willschde reire? / Fällsche in de Grawe, / fresse dich die Rawe. / Fällsche in de griine Klee, / autsch, wie dut mei Fuß so weh! [Mang 229]. S., S., Seire, / Steinche in de Weire, / Steinche in de Hillebach, / Hockt e Männche uf'm Dach, / Hot sich halwer dot gelacht. / Mudder, geb mer e Penning. / Was mit dem Penning? / Norele käfe usw. [RO-Würzw (Wilde 258)]. S., S., Seide, / Holler in de Weide, / Holler in die Bichse, / Jäger schieß die Fichse [Krämer Gal 179]. S., S., Seire, / Holler in die Weire, / Holler in das grüne Gras, / leet (legt) mer aach de Oschderhas [ KB-Boland]. S., S., Seire, / S. in de Weire, / Weire in de Hahnebach, / daß meiner Farz (s. PfWB Farze) de Hinnere kracht [ KU-Adb]. Hupp, hupp, Weide, / S. in die Seide, / S. in die Hollerbacht, / Daß mein Huppche loskracht [Kus (Wilde 259)]. S., S., Sinn, / Korn in die Mihl, / Stab in de Bach. / Dut mein Peife e heller Krach [Apostelmühle b. PS-Rodalb (Wilde 259)]. S., S., Seire, / Schlag mer in die Weire, / Schlag mer in das grine Gras, / daß der S. rausfahrt! / Mudder geb mer Nodle! / usw. / ... Was duste mit de Stenche? / Fischl'che werfe, Fischl'che werfe - / Brore, brore, / Main Huppe soll gut gerore [ZW-Nd'aub (Wilde 258)]. Weitere Var. s. PfWB Pfeife 1, PfWB Huppe 1 a, PfWB loskrachen, PfWB Nadel 1 a, Sal, PfWB Weide sowie in Wilde 257-259, Der Pfälzerwald 10/1909 44-46. —
b. 'Flüssigkeiten im Körper von Mensch und Tier', vor allem Mark und Blut [mancherorts]; häufig mit differenzierendem Zusatz: de rot S. 'Blut' [mancherorts]. Ich schlaa der uf die Lefze, daß de rot S. runnerlaaft! [Pirmas]. RA.: In dem is keen Kraft un keen S., von einer energielosen Person [ NW-Elmst, vereinzelt]. Die is im zwette Saft 'über 40 Jahre alt' [Krieger 31]. —
2.
a. 'aus Früchten zubereitetes Mus, Fruchtgelee', als Brotaufstrich [mancherorts NPf MPf VPf, Thielen 95]; im Ggs. zu Bed. 1 mit Gen. f. aus KU-Kaulb Kreimb RO-Als Lauteck und bei Henn Mda.-Int. 106 gemeldet; Zs.: PfWB Apfel- 2, PfWB Pflaumen-, PfWB Brombeeren-, PfWB Druschel-, PfWB Erdbeeren-, PfWB Hagebutten-, Himbeer- 2, PfWB Kirschen- 1, PfWB Molken-, PfWB Quetschen-, PfWB Quitten-, PfWB Rhabarber-, PfWB Wälensaft. VR.: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, / meine Mudder kocht S. / Mecht gern e bissel schlecke, /

[Bd. 5, Sp. 704]
kummt se met em Stecke. / Geh ich zum Babbe, / schlaacht er mich mi'm Labbe. / Geh ich zum Knecht, / saacht er: Dir g'schieht recht [ BZ-Billh]. —
b. 'als Getränk, Heilmittel zubereiteter Saft' [LA-Impfl, vereinzelt]; Zs.: PfWB Apfel- 1, PfWB Birnen-, PfWB Brust-, PfWB Därmegicht-, PfWB Dornbeeren-, Himbeer- 1, PfWB Johannistrauben-, PfWB Kirschen- 2, PfWB Obst-, PfWB Rebensaft 2. —
3. nur Dim. 'Bürschchen'; e Säftel [Land]. — Südhess. V 26/27; RhWB Rhein. VII 686 ff.; LothWB Lothr. 425; ElsWB Els. II 332.

 

   Messer1 n.: wie schd., Messer (męsər, r, -Ä) [verbr. (mit Ausname der NPf, wo daneben veraltendes Meß2 gilt), Bertram § 57 Christmann Kaulb 9, 50, 87 Heeger Südostpf. 8 Höh 50 Karch Gimmdg/Muttstdt 55 Mang 92 Müller Dietschw 50 Otterstetter 47 Schneckenburger 21, 43 Lambert Penns 105 Krämer Gal 149], Masser (masər) [ PS-Bruchw Hirschth Nothw GH-Neubg Wörth]; Pl. Messer [vereinzelt], Mess(e)re (męsərə, męsrə) [mancherorts, Karch Morph. 79 Kamm 20 Krämer Gal 149]; Dim. Sg. Messerche [verbr. WPf NOPf], Messersche [vereinzelt westl. WPf NOPf], Messerle [verbr. mittl. u. südl. VPf O-PS mancherorts NOPf], Masserle [vereinzelt SOPf], Pl. Messercher [verbr. WPf NOPf mancherorts mittl. VPf], Messerlcher [ PS-Erfw NW-Duttw Geinsh LA-Gommh Böbing], Messerle [verbr. östl. Teil der mittl. u. südl. VPf mancherorts SPf], Masserle [vereinzelt SOPf], Messerlin [ LU-Altr SP-W'see], Messerlich [mancherorts SOPf Südteil der mittl. VPf]; Zs.:

[Bd. 4, Sp. 1306]
PfWB Ausbein-, PfWB Ausmach-, PfWB Ausnehm-, PfWB Balbier-, PfWB Bart-, PfWB Batzen-, Binderschneid-, PfWB Blättel-, PfWB Brot-, PfWB Taschen-, PfWB Distel-, PfWB Dolch-, PfWB Torschen-, Tranchier-, PfWB Trester-, PfWB Feder-, Veredlungs-, Viertel-, PfWB Groschen-, PfWB Grundbirnen-, PfWB Hack-, PfWB Hau-, PfWB Hep-, PfWB Käse-, PfWB Käseschmier-, PfWB Klotz-, PfWB Knochen-, PfWB Krotten-, PfWB Küchen-, Mäh-, PfWB Metzel-, PfWB Metzger-, PfWB Okulier-, PfWB Rasier-, PfWB Sächsel-, PfWB Sack-, PfWB Säckel-, PfWB Säcker-, PfWB Schlag-, PfWB Schneid-, PfWB Schnitz-, PfWB Schor-, PfWB Schrot-, PfWB Schwing-, PfWB Speck-, PfWB Stall-, PfWB Stech-, PfWB Stoß-, PfWB Stroh-, PfWB Ulacker-, PfWB Waben-, Wiege-, Wiesenmesser; e alt M. [ KL-Niedkch]; e alt, roschelich (rostig) M. [ KU-Wolfst]; e strack M. 'ein Messer mit feststehender Klinge' [ KU-Bedb]; das kleen Meesserle 'Küchenmesser' [Neustdt, vereinzelt]; e M. scharf mache [ GH-Nd'lustdt]; mi'm M. steche [ BZ-Dierb]. RA. für ein stumpfes Messer: das M. schneidt (is so stump) wie e Sech [ RO-Als, KB-Kerzh], schneidt warm (kalt) Wasser [PS-Geisbg, mancherorts, auch Auslandspfälzer], oft mit Zusatz: un weeche (faule) Kees (Käse) [mancherorts]; uf dem M. kammer reite [ RO-Obd]; des M. muß mer (iwwer Nacht) uf de Bese binne [ Don-Gottl, Heuf]. Weitere RA.: e M. hawe uhne Kling, wu de Stiel fehlt 'gar nichts haben' [NW-Hardbg u. Umg.]. 's M. steht em am Hals 'Er befindet sich in höchster Not' [ FR-Bockh]. Es M. is schun gewetzt [Krieger 52]. Wann ich dich seh (un mei bar Geld) geht mir 's M. im Sack uf [ KU-Kaulb Kreimb]. Er springt (z. B. uf die Arwet) wie e Bock (die Geiß) ins (ans) M. 'er tut etwas äußerst widerwillig' [HB-Kirrbg Kleeberger 98 Hebel 16]. SprW.: Wer Brot hat, findt aa e M. [Kaislt PS-Saalstdt LA-Edh]. Volksgl.: Fällt ungewollt, unabsichtlich ein M. zu Boden und bleibt stecken, dann wird man von Besuch überrascht [Feierowend 5/1953 Nr. 23]. Wann en M. fallt, kummt en Weibsmensch [Fogel Beliefs Penns Nr. 379]. »Die Wirbelwinde auf den Straßen sind Wirkungen der Hexen, wer ein M. mit 3 Kreuzen hineinwirft, erkennt die Hexe, welche diesen Wirbel verursacht hat« [Journ. 7/1790 142-144]. VR.: 's Hinkel un de Hahn, / die gehn mitnanner dran. / 's Hinkel hot e M. im Sack, / schneidt 'm Hahn 's Schwänzel ab [ LA-Offb], Var. s. PfWB Bippel 2 c. Weitere VR. s. PfWB Bader, PfWB Beeden, PfWB David, PfWB Engel, PfWB hoch 2 a, PfWB Saft, PfWB Weide. a. 1487: der Fautschultheiß muß sin messer schone machen 'den Imbs bezahlen' [SSp, Urk.-Reg. 146/182 Jahrgeding St. Remigiusberg]. Südhess. IV 639/41; RhWB Rhein. V 1100/05; LothWB Lothr. 361; ElsWB Els. I 720.